Elvershausen

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Elvershausen
Wappen von Elvershausen
Koordinaten: 51° 42′ 27″ N, 10° 5′ 45″ O
Höhe: 139 m
Fläche: 7,6 km²
Einwohner: 698 (1. Apr. 2014)
Bevölkerungsdichte: 92 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 37191
Vorwahl: 05552
Elvershausen (Niedersachsen)
Elvershausen

Lage von Elvershausen in Niedersachsen

Elvershausen ist ein Ortsteil von Katlenburg-Lindau im Landkreis Northeim, Südniedersachsen. Mit rund 700 Einwohnern erstreckt sich der Ort über eine Fläche von 7,60 km².

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1082 wurde „Alwardeshusen“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich von Alphard (Elfhard) her, einem germanischen Schutzheiligen für Quellen, Bäche und Flüsse. Da jedes der Täler Elvershausens durch Auswaschung entstanden ist und die meisten noch heute von Bächen durchflossen sind, ist der Name insofern passend. In der Dorfmitte lag ein Sumpfgebiet, der Pump, in dem es heute noch einige feuchte Wiesen gibt.

Die Gründung Elvershausens ging vermutlich mit der Christianisierung der Region einher: Nachdem Karl der Große nach 800 n. Chr. die sächsischen Stammesfürsten - zumeist gewaltsam - unterworfen hatte, sorgten diese dafür, dass auch ihre Untertanen zum neuen Glauben konvertierten.

Man nimmt an, dass zu dieser Zeit die Elvershäuser Burg auf dem Hopfenberg errichtet wurde, und dass die Menschen die tiefer in den Wäldern gelegenen Siedlungen, wie z. B. Hoinhagen, verließen, um sich unter den Schutz des Elvershäuser Burgherren zu begeben. Sicher nachweisbar ist ein Ritter aus Elvershausen im Jahre 1270, der damals auf einer Burg oberhalb des Dorfes wohnte. Die damaligen Herren waren ein Zweig der Herren von Susa, die 1542 ausstarben. Vermutlich wird gleichzeitig auch der erste Kirchenbau entstanden sein. In das 16. Jahrhundert fällt auch ein Besitznachweis der Fürsten zu Grubenhagen. In einer Urkunde vom 24. August 1518 bezeugt Herzog Philipp I. dass er Güter sowohl in, als auch in der Feldmark zu Elvershausen besitzt und diese fortan an seinen Verwandten, Albrechte Herthogen, als Lehen aufträgt.[1] Eine weitere Erwähnung der Güter Philipps folgt knapp acht Jahre später. Am 18. Februar 1526 verspricht Philipp, dass das Vorwerk und Gut zu Elvershausen, im Falle seines und des Todes seiner Frau, an die Herren von Oldershausen als Erblehen übertragen werden soll.

In der Neuzeit gehörte Elvershausen mit den Dörfern Denkershausen, Edesheim, Hohnstedt, Langenholtensen und Vogelbeck zum Amt Brunstein.

Das Rhumewehr bei Elvershausen

Seine besondere Bedeutung bekam Elvershausen durch seine Lage inmitten von ausgedehnten Waldgebieten einerseits und der nach der Einmündung von Oder und Söse hier kraftvoll fließenden Rhume andererseits. Im 18. Jahrhundert waren in Elvershausen mehrere Floßmeister ansässig, die Bauholz auf der Rhume und Leine bis Hannover flößten. Andere betrieben hier einen bedeutenden Holzhandel, und auch das Zimmereihandwerk spielte eine große Rolle. 1910 entstand an der Rhume beim Unterdorf eine noch heute wichtige Anlage zur Stromerzeugung, die durch einen künstlichen Seitenkanal der Rhume, dem Mühlengraben, angetrieben wird. Ebenfalls zur Anlage gehört eine Wehranlage am südöstlichen Ortsrand, durch die ein Teil des Flusswassers in den Kanal abgezweigt wird. An der Einmündung des Mühlengrabens in die Rhume am südwestlichen Ortsrand befindet sich ein Hochwassermeldepegel des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Am 1. März 1974 wurde Elvershausen in die neue Gemeinde Katlenburg-Lindau eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Ortsrat

Ortsrat:

Bürgermeister:

  • Ortsbürgermeister: Frank Sander (SPD)[3]
  • 1. stellv. Ortsbürgermeister: Bernd Wedemeyer (SPD)
  • 2. stellv. Ortsbürgermeister: Wilhelm Schütte (CDU)

Kirche St. Valentini[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkt neben dem Dorfgemeinschaftshaus steht die evangelische KircheSt. Valentini“. Elvershausen, das gemeinsam mit den Nachbardörfern Berka, Hammenstedt und Marke die Kirchengemeinde „Michaelis im Rhumetal“ der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers bildet, hält zudem noch ein Pfarrhaus mit Pfarrwohnung, Gemeindesaal und Jugendraum bereit. Die Pfarrstelle ist derzeit vom Pastorenpaar Christiane und Harald Möhle besetzt.[4] In der Zeit von 1989 bis 2010 wirkte Pastor i. R. Wolf-Dieter Haardt in Elvershausen.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orgel Elvershausen

Die Orgel der St. Valentini wurde 1963 von der Hildesheimer Orgelbauwerkstatt gefertigt und besitzt ein barockes Prospekt, dass von der Vorgängerorgel stammt. Die besitzt ein Manual sowie ein Pedal und als besonderes Register einen Cymbelstern.

Die Disposition lautet:

I Hauptwerk C–f3
Gedackt 8'
Praestant 4'
Rohrflöte 4'
Octav 2'
Sesquialter II ab a°
Mixtur III 11/3'
Pedal C–d1
Subbaß 16′
Principalbaß 8′
Octavbaß 4'


Dorfgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortswappen

Die Ortschaft Elvershausen ist geprägt durch ein vielfältiges Vereins- und Verbandswesen:[5]

Der Turn- und Sportverein als größter Ortsverein gliedert sich in sich die Sparten[6]

Neben den anerkannten Vereinen und Verbänden bestehen noch einige Gruppen und Interessenvereinigungen, die nicht offiziell in das Vereinsregister eingetragen sind.

Südlich der Rhume werden vom Sportverein ein Fußballplatz und zwei Tennisplätze unterhalten. Die Kyffhäuserkameradschaft verfügt über einen Schießstand für Luftgewehre.

Als Veranstaltungsorte für Feste und Feiern stehen den Einwohnern ein Dorfgemeinschaftshaus und die Mehrzweckhalle zur Verfügung. Zudem kann der Saal der Gaststätte „Zum braunen Hirsch“ gemietet werden. Der Grillplatz „Einigkeit Taake“ wird durch eine private Initiative betrieben.

Wirtschaftlich haben sich einige kleine und mittlere Unternehmen aus den Bereichen Handwerk, Industrie und Dienstleistungen angesiedelt. In der Landwirtschaft hat sich neben der Pferde-, Rinder- und Schweinezucht ein Schwerpunkt im Bereich Schafzucht herausgebildet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Margarethe Tinnappel-Becker: Elvershausen 1082 bis 1982. Geschichte und Geschichten. Bad Pyrmont 1982.
  • Birgit Schlegel: Katlenburg-Lindau - wie es früher war. historische Ansichtskarten und Fotografien aus Katlenburg, Lindau, Gillersheim, Berka, Elvershausen, Wachenhausen und Suterode. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 1993.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg Max: Geschichte des Fürstenthums Grubenhagen. Erster Theil. schmorl & v. Seefeld, Hannover 1862, S. 310.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 214.
  3. Abgerufen am 15. Februar 2013 (PDF; 183 kB)
  4. Pastorenpaar schließt Lücke. In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine. 25. September 2012, abgerufen am 22. September 2014.
  5. Vereinsliste Elvershausen Stand: 29. September 2010
  6. Homepage des TSV Elvershausen Stand: 29. September 2010