Elysium (Webseite)

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Elysium
Beschreibung kinderpornografische Webseite
Registrierung Pflicht
Sprachen Englisch
Erschienen Anfang 2017 bis Juni 2017
Mitglieder über 111000 Nutzerkonten
Status offline

Elysium war eine Website im Darknet („Hidden Service“) auf der Kinderpornografie in Form von Bild- und Videomaterial verbreitet wurde und die Chats und ein Forum anbot. Der Name bezieht sich auf Elysion, das Paradies in der griechischen Mythologie. Die Website war international ausgerichtet, verfügte über 111.000 Nutzerkonten und zählte zu den weltweit größten ihrer Art.[1] Im Juni 2017 wurde sie durch die deutschen Ermittlungsbehörden abgeschaltet.[2]

Ermittlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 2017 übernahm die australische Polizei im Darknet den Account des Moderators der Website The Giftbox Exchange und stieß dabei auf einen Deutschen, der bereits Elysium plante. Die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) in Gießen, eine Sondereinheit der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main - Abteilung VI - übernahm die Ermittlungen.[3] Im Juni 2017 wurde die Website Elysium durch die Behörden abgeschaltet. Es wurden 14 Verdächtige und 29 Opfer ermittelt und Bildmaterial gefunden, das auf Täter in Deutschland hinweist.[4] In Deutschland sind viele Aspekte durch das Postgeheimnis geschützt und es gibt keinen Scan mit der Kinderporno-Datenbank der Kinderschutzorganisation NCMEC, die zum Beispiel in den Vereinigten Staaten von Google und anderen großen Internetseiten durchgeführt wird, was Ermittlungen schwieriger macht.[1]

Prozess und Urteil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2018 hat die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt am Main Anklage gegen die Betreiber erhoben.[5] Im August 2018 begann in Limburg an der Lahn der Prozess gegen die vier Hauptbeteiligten Männer in Deutschland statt, die sich in Untersuchungshaft befinden und es wurde fortan vermutet, dass die Beteiligten in Deutschland eine bedeutende Rolle für die Plattform spielen.[4] Im Oktober 2018 sind die Anwälte mit einem Antrag auf ein Verwertungsverbot für Beweismittel gescheitert.[6]

Die Täter sollen zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt werden und eine Strafmilderung bekommen, da sie sich als kooperativ mit den Behörden erwiesen haben.[7] Für den Administrator soll eine Sicherungsverwahrung angeordnet werden.[8] Am 7. März 2019 wurde das Urteil verkündet.[9] Obwohl die Verteidigung für mildere Strafen und teils Freisprüche plädieren lagen die Haftstrafen für die vier Täter zwischen drei Jahren und zehn Monaten und neun Jahren und neun Monaten. Der Sicherheitsverwahrung wurde zugestimmt.[10][11]

Täter und Aussagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vier Hauptbeteiligten:

Pädophile Neigungen wurden nur von dem 41-jährigen Frank M. eingestanden und die Männer wurden von Bekannten als unscheinbar und unauffällig beschrieben.[12][13] Der 40-jährige gab an, sich als geheimer Hacker im Kampf gegen kinderpornorgrafische Webseiten zu befinden, fiel aber durch mangelnde IT-Kenntnisse und Täterverhalten auf. Ein anderer gab an, sich nur für die Technik hinter der Plattform zu interessieren, aber nicht an Kinderpornografie interessiert zu sein.[14] So habe Frank M. auch mehrmals mit dem aus dem Staufener Missbrauchsfall ermittelten Täter Christian L. gechattet, um Schlimmeres zu verhindern.[15]

Opfer und Inhalte der Webseite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter den 28 Opfern stammen 13 aus Österreich und viele aus Deutschland. Teils waren die Opfer jünger als 4 Jahre und wurden von den Nutzern der Plattform selbst missbraucht.[4][16] Viele der Opfer lebten auf den Philippinen, wo die Eltern zu Opfern und Tätern zugleich wurden.[17] Material wurde von männlichen und weiblichen Babys bis zu 12 Jährigen Kindern angeboten. Das Angebot reichte von Nacktbildern, Cam-Aufnahmen, Softcore und Hardcore-Aufnahmen bis hin zu Fetischen.[18]

Folgen und Nachwirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) sagte, dass Deutschland ein großer Markt für Kinderpornografie im Internet sei. Die Ministerin Kühne-Hörmann gab an, das computergenertiertes kinderpornografisches Material zur Ermittlung in Zukunft verwendet werden kann und auch Material von Opfern, die wollen das diese für Ermittlungen verwendet wird, genutzt wird. Ebenfalls wurde die Debatte zur Vorratsdatenspeicherung von Internetanbieter wieder aufgerufen, die Daten der Nutzer bis zu 10 Wochen speicher sollen. Allerdings löste diese auch in Vergangenheit viel Kritik aus und verstößt gegen das Europarecht.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Ansgar Siemens: Kampf gegen Kinderpornografie: Was Ermittler dürfen - und was nicht. In: Spiegel Online. 4. August 2018 (spiegel.de [abgerufen am 3. März 2019]).
  2. hessenschau de, Frankfurt Germany: Weitere Verhandlungstage in Kinderporno-Prozess "Elysium". 18. November 2018, abgerufen am 3. März 2019 (deutsch).
  3. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/limburg-vier-maenner-wegen-kinderporno-plattform-elysium-vor-gericht-a-1221430.html
  4. a b c 15 21 Uhr, 07 Juli 2017: Kinderpornoring: Operation Elysium: 14 Verdächtige, 29 Opfer. 7. Juli 2017, abgerufen am 3. März 2019.
  5. heise online: Kinderporno-Plattform „Elysium“: Anklage gegen vier Männer. Abgerufen am 3. März 2019.
  6. Ernst Götti: Die gotischen Bewegungsverben. DE GRUYTER, Berlin, Boston 1974, ISBN 978-3-11-084518-1 (hessenschau.de [abgerufen am 3. März 2019]).
  7. heise online: "Elysium": Haftstrafen im Prozess um Kinderporno-Plattform gefordert. Abgerufen am 3. März 2019.
  8. Kinderporno-Plattform: Anklage fordert Freiheitsstrafen für mutmaßliche "Elysium"-Betreiber. In: Spiegel Online. 28. Februar 2019 (spiegel.de [abgerufen am 3. März 2019]).
  9. WELT: Gericht spricht Urteile zu Kinderporno-Plattform «Elysium». 3. März 2019 (welt.de [abgerufen am 3. März 2019]).
  10. Kinderporno-Plattform: Angeklagte im "Elysium"-Prozess zu Freiheitsstrafen verurteilt. In: Spiegel Online. 7. März 2019 (spiegel.de [abgerufen am 7. März 2019]).
  11. ZEIT ONLINE: Elysium: Lange Haftstrafen im Prozess um Kinderpornoplattform. In: Die Zeit. 7. März 2019, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 7. März 2019]).
  12. hessenschau de, Frankfurt Germany: Haftstrafen in Kinderporno-Prozess gefordert. 28. Februar 2019, abgerufen am 3. März 2019.
  13. Passauer Neue Presse: Gericht spricht Urteile zu Kinderporno-Plattform "Elysium". Abgerufen am 3. März 2019.
  14. Constantin van Lijnden, Limburg: Kinderpornographie-Plattform: Die Väter von Elysium. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 3. März 2019]).
  15. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/elysium-prozess-wie-der-administrator-sein-mitwirken-erklaert-a-1224469.html
  16. hessenschau de, Frankfurt Germany: Betreiber der Kinderporno-Plattform "Elysium" angeklagt. 15. Mai 2018, abgerufen am 3. März 2019 (deutsch).
  17. Eine Hölle namens „Elysium“. 22. August 2018, abgerufen am 3. März 2019.
  18. WELT: Die Kinderpornografie-Plattform „Elysium“ bot jeder Perversion ein eigenes Forum. 2. August 2018 (welt.de [abgerufen am 3. März 2019]).