Elz (Rhein)

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Elz
Verlauf der Elz

Verlauf der Elz

Daten
Gewässerkennzahl DE: 2338
Lage Baden-Württemberg, Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Rhein → Nordsee
Quelle bei Furtwangen
48° 6′ 7″ N, 8° 9′ 47″ O
Quellhöhe 1038 m ü. NHN
Mündung als Alte Elz bei Kehl-Kronenhof in den RheinKoordinaten: 48° 33′ 27″ N, 7° 48′ 26″ O
48° 33′ 27″ N, 7° 48′ 26″ O
Mündungshöhe 137 m ü. NHN
Höhenunterschied 901 m
Länge 121,1 km[1] (über Alte Elz)
Einzugsgebiet 1539 km²[2]
Abfluss am Pegel Riegel (Add.)[3]
AEo: 1102 km²
Lage: 12,3 km oberhalb der Mündung
NNQ (25.08.2003)
MNQ 1980*2009
MQ 1980*2009
Mq 1980*2009
MHQ 1980*2009
HHQ (22.12.1991)
925 l/s
3,35 m³/s
21,7 m³/s
19,7 l/(s km²)
179 m³/s
360 m³/s

Linke Nebenflüsse Wilde Gutach, Glotter/Lossele, Dreisam, Eichstetter Mühlbach
Rechte Nebenflüsse Biederbach, Brettenbach, Bleiche, Ettenbach
Mittelstädte Waldkirch, Emmendingen
Kleinstädte Elzach
Gemeinden Winden im Elztal, Gutach im Breisgau, Teningen, Riegel am Kaiserstuhl
Blick südöstlich über das mittlere Elztal und Waldkirch auf Hörnleberg, Obereck und Kandel (rechts)

Blick südöstlich über das mittlere Elztal und Waldkirch auf Hörnleberg, Obereck und Kandel (rechts)

Die Elz ist ein rund 121 km langer, rechtsseitiger Nebenfluss des Rheins im Schwarzwald und in der Oberrheinebene, Baden-Württemberg.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Herkunft des Namens finden sich in der Literatur mehrere Erklärungen. Nach Berger (1999)[4] ist der Name der Elz vorgermanisch und leitet sich vom indogermanischen *el-/*ol- (= treiben, sich bewegen, fließen) bzw. vom Flussnamen „Alantia“ ab. Diese Herleitung gilt auch für die beiden anderen Flüsse „Elz“, die der Mosel bzw. dem Neckar zufließen. Kleiber (1997:244)[5] dagegen schreibt, „der Name Elz ... ist auf keltisch alt- bzw. *Altia ‚die Hohe, d. h. die von der Höhe kommt‘ zurückzuführen“.

Nach Berger (1999) sind die Namen „Helzaha fluvium“ (763), „Elzach“ (1234) und „Elza“ (1335) urkundlich belegt.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle der Elz

Die Elz entspringt nördlich von Furtwangen im Gebiet des Brend und des Rohrhardsbergs (zwischen dem Furtwänglehof und dem Kolmenhof) unweit der als hydrographische Donauquelle geltenden Breg-Quelle.

Im Oberlauf fließt die Elz in nördliche Richtung, zunächst durch ein Hochtal mit Wiesen, Mooren und von eiszeitlichen Gletschern geprägten Formen, dann, nach einer Steilstufe mit den kleinen Elzfällen, durch ein tief eingekerbtes, kaum besiedeltes Waldtal.

Hochtal über dem Kerbtal der Elz (Elzhofbächle am Rohrhardsberg)

In Oberprechtal knickt sie scharf in Richtung Südwesten ab. Hier beginnt das mittlere, eigentliche Elztal, das geradlinig nach Südwesten führt und dabei den 700 bis 900 Meter abfallenden Hochschwarzwald im Südosten von weit niedrigeren Teilen des Mittleren Schwarzwaldes trennt. Im nun dicht besiedelten Tal folgen auf die Stadt Elzach die Orte Winden und Gutach im Breisgau, wo der Elz die um knapp die Hälfte größere Wilde Gutach zuströmt. Unterhalb der Stadt Waldkirch tritt die Elz bei Denzlingen in die Freiburger Bucht der Oberrheinebene aus. Fortan fließt sie, Emmendingen und Teningen passierend, in nordwestliche Richtung. Ein Teil des Wassers der Elz wird ab dem Kollmarsreuter Wehr über einen Mühlbach durch Emmendingen geleitet, wo es mehrere Wasserkraftanlagen antreibt und das Stadtbild aufwertet. Bei Riegel am Kaiserstuhl treffen die Elz, die aus Freiburg im Breisgau kommende Dreisam und die Alte Dreisam aufeinander.

Kanalisierte Elz bei Riegel am Kaiserstuhl

Bald danach gabelt sich die Elz wieder auf: Eine gewisse Wassermenge (bis 8,5 m³/s) fließt über die Alte Elz an Hecklingen vorbei durch Kenzingen und im weiteren Verlauf durch den Europapark Rust zur späteren Mündung in den Rhein. Darüber hinausgehende Wassermengen, im Mittel etwa 13,2 m³/s, werden weiter flussaufwärts über den unter Leitung von Johann Gottfried Tulla künstlich geschaffenen Leopoldskanal nordwestlich von Rheinhausen in den Rhein geleitet. Die Alte Elz mündete früher bei Schwanau in den Rhein. Heute wird sie über verschiedene Altrheinrinnen parallel zum Rhein bis an den südlichen Ortsrand von Kehl geleitet und erreicht so auf ihrem längsten Fließweg 121 Kilometer Länge; früher waren es gut 90 Kilometer.

Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Tabelle sind alle Zuflüsse aufgeführt, die länger als 5 Kilometer sind, ausgenommen flussbegleitende Mühlkanäle.[1] Entsprechend der Fließgewässerkennziffer ist der Frischnaubach der oberste Zufluss, der auf Gemarkung Prechtal in die Elz mündet, der Ettenbach ist der unterste Zufluss und mündet kurz vor Kappel in die Elz. Alle Zuflüsse haben ihr Einzugsgebiet im Landkreis Emmendingen, außer dem Ettenbach, der im Ortenaukreis liegt.

Es gibt zwei Sonderfälle in der Tabelle: Die Alte Dreisam mündet zwar zusammen mit der Dreisam in die Elz, wird aber – vor dem Hintergrund des früher gemeinsamen Verlaufs – offiziell als Nebenfluss der Dreisam geführt und damit als Nebenfluss 2. Ordnung der Elz. Der Leopoldskanal ist als abzweigendes Gewässer mit aufgeführt, da er im Mittel etwa zwei Drittel der Wasserführung aufnimmt und damit der Alten Elz nur etwa ein Drittel verbleibt. Beide Sonderfälle sind mit dunklerem Grau hervorgehoben.

Zuflüsse der Elz
(Werte gelte für jeweiligen Mündungspunkt)
Stat.[Z 1]
[m]
GKZ[Z 2] Name von MQ[Z 3]
[m³/s]
Name
Elz[Z 4]
MQ[Z 5]
[m³/s]
Länge
[km][Z 6]
EZG
[km²][Z 7]
Mündung
bei
Höhe[Z 8]
[m ü. NN]
Bemerkung
98.912 2338-12 Frischnaubach re. 0,26 Elz 1,58 05,7 011,6 Elzach-Eilet 477,8
95.745 2338-194 Yachbach li. 0,55 Elz 2,00 07,8 019,5 Elzach, Kläranlage 343,0
95.434 2338-2 Biederbach re. 0,72 Elz 2,55 010,3 031,8 Elzach, Ortsende 340,0
91.997 2338-32 Spitzenbach re. 0,23 Elz 3,52 06,4 011,0 Winden im Elztal-Niederwinden 317,0
87.349 2338-392 Siegelbach re. 0,28 Elz 3,97 06,4 013,4 Gutach im Breisgau-Stollen 289,0
86.934 2338-4 Wilde Gutach li. 4,40 Elz 4,25 025,2 0129,9 Gutach im Breisgau 287,0
85.966 2338-512 Talbach li. Elz 9,03 06,2 009,1 Gutach im Breisgau 281,0 [6]
83.477 2338-53126 Altersbach li. Elz 06,6 006,7 Waldkirch 266,0 [6][7]
80.463 2338-532 Dettenbach li. 0,18 Elz 9,18 06,2 009,8 Waldkirch, Ortsende 247,0
77.985 2338-54 Lossele li. 1,26 Elz 9,43 020,1 049,8 Denzlingen 236,8 rechter und Hauptunterlauf der Glotter
70.420 2338-6 Brettenbach re. 1,29 Elz 10,69 024,2 071,2 Emmendingen 192,0
63.341 2338-8 Dreisam (ohne
Alte Dreisam)
li. 8,56 Elz 12,18 048,8 449,66 Riegel am Kaiserstuhl 178,1
63.318 2338-894 Alte Dreisam li. 2,30 Dreisam
(Elz)
23,04 038,2 197,15 Riegel am Kaiserstuhl 178,0
62.817 2338-9112 Wihlbach li. 0,06 Elz 23,04 05,0 004,9 Riegel am Kaiserstuhl 177,9
62.696 2337-920 Abzweigung
Leopoldskanal
li. 14,6 Elz 23,1 12,2 Riegel am Kaiserstuhl 177,8
60.077 2338-912 Malterdinger Dorfbach re. 0,14 Alte Elz 7,64 06,6 015,8 Kenzingen-Hecklingen 177,5
57.108 2338-914 Kleine Elz re. 0,08 Alte Elz 7,78 06,6 008,5 Kenzingen 176,0
50.119 2338-92 Bleichbach re. 0,80 Alte Elz 7,89 018,4 060,8 Herbolzheim, Mühlehof 170,0
47.273 2338-932 Grundelbach re. 0,05 Alte Elz 8,71 05,6 006,8 Rust 165,0
42.231 2338-94 Ettenbach re. 0,66 Alte Elz 8,80 018,4 059,9 Kappel-Grafenhausen-Kappel 161,0
38.466 2338-954 Taubergießen li. Alte Elz 08,9 008,7 Kappel, Kläranlage 157,7 [6] linke Ausleitung der Alten Elz bei Rust
38.038 2338-96 Kapuzinerbach re. 0,21 Alte Elz 9,46 014,3 024,4 Kappel, Kläranlage 157,3
36.831 2338-98 (Durchgehender Altrheinzug) li. Alte Elz 9,67 043,2 0134,2 Schwanau-Wittenweier 156,6 rechter Altarmstrang des Rheins
24.316 2338-992 Ottenheimer Mühlbach re. Rk/Mb 09,7 013,8 Schwanau-Ottenheim 150,0 rechte Ausleitung bei Schwanau-Wittenweier
  1. Stationierung, die Entfernung von der Flussmündung aufwärts bis zu diesem Zufluss. Die Alte Dreisam ist entsprechend an der Dreisam stationiert.
  2. Gewässerkennzahl, in Deutschland die amtliche Fließgewässerkennziffer. Hinter dem bei allen gemeinsamen Präfix, nämlich der Fließgewässerkennziffer der Elz selbst, wurde zur besseren Lesbarkeit stets ein Trenner eingefügt.
  3. Mittlerer Abfluss des Zuflusses am Mündungspunkt; Angaben aus: Abfluss-BW - regionalisierte Abfluss-Kennwerte Baden-Württemberg der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)
  4. Abschnittsname der Elz am Mündungspunkt (Rk/Mb=Raukehle/Mühlbach)
  5. Mittlerer natürlicher Abfluss der Elz am Mündungspunkt (Alte Elz: mittlerer gesteuerter Abfluss); Angaben aus: Abfluss-BW - regionalisierte Abfluss-Kennwerte Baden-Württemberg der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)
  6. Länge nach dem Layer Gewässernetz (AWGN) des Online-Kartenservers der LUBW. Die Länge kann andersnamige Oberläufe einschließen und auch Namens-Oberläufe zugunsten von hydrologisch dominierenden Zuflüssen zum Namenslauf übergehen.
  7. Einzugsgebiet nach dem Layer Basiseinzugsgebiet (AWGN) des Online-Kartenservers der LUBW., teils aufsummiert aus Teileinzugsgebieten, manchmal auch abgemessen. Der letzte Fall wurde jeweils in der Spalte Anmerkungen dokumentiert.
  8. Höhe nach dem Höhenlinienbild auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte des Online-Kartenservers der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) oder nach Texteinträgen dort. Siehe bei den → Weblinks. Diese Angabe ist fehlerbehaftet, durch den Interpolationsfehler oder weil der Höhenunterschied zwischen Flusshöhe und Terrainhöhe aus der Karte in der Regel nicht hervorgeht; die flussabwärts fallende Monotonie des Höhenwertes wurde eingehalten.
Wassermer Wehr an der kanalisierten Elz südlich Emmendingen

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Häufig vorkommende Fischarten der Elz sind:[8]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Elz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Länge nach dem Layer Gewässernetz (AWGN) des Online-Kartenservers der LUBW. Siehe bei den → Weblinks.
  2. Einzugsgebiet nach dem Layer Aggregierte Gebiete 04 des Online-Kartenservers der LUBW.
  3. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Rheingebiet, Teil I 2009 Landesamt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg ,S. 81, abgerufen am 22. Januar 2016 (PDF, deutsch, 1,85 MB).
  4. Berger, Dieter (1999): Geographische Namen in Deutschland. Duden Taschenbücher, Bd. 25.
  5. Kleiber, Wolfgang (1997): „Die neuentdeckte römische Straßenverbindung zwischen Baar (Hüfingen) und Breisgau (Zarten) im Blickwinkel der Namenkunde.“ In: Italica et Romanica. Festschrift für Max Pfister zum 65. Geburtstag. Eds. Günter Holtus et al. Bd. 3 Tübingen: 239-252.
  6. a b c Einzugsgebiet abgemessen auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte des Online-Kartenservers der LUBW.
  7. Der Altersbach mündet in einen nahen, etwa parallelen Gewerbekanal. Stationierung ungefähr auf die Elz übergepaust, entsprechend die Mündungshöhe.
  8. Schaubild IG-Elz