Embarcadero Delphi

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Embarcadero Delphi
Entwickler Borland, inzwischen Embarcadero Technologies
Erscheinungsjahr 1995
Aktuelle Version XE6 (20.0)
(15. April 2014)
Betriebssystem Windows
Kategorie Programmiersprache
IDE
Lizenz proprietär
Deutschsprachig ja
www.embarcadero.com

Delphi ist eine vom Unternehmen Borland entwickelte Entwicklungsumgebung für die Programmiersprache Object Pascal. Im November 2006 wurden die Entwicklerteams der Entwicklungswerkzeuge, darunter auch Delphi, von Borland in eine neue Tochtergesellschaft namens CodeGear ausgegliedert. Am 7. Mai 2008 wurde die IDE-Sparte an Embarcadero Technologies verkauft.[1]

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Name Delphi hat seinen Ursprung in der starken Datenbankorientierung der Entwicklungsumgebung. Oracle ist sowohl der Name eines Datenbanksystems als auch das englische Wort für Orakel. Als bekanntestes Orakel gilt das Orakel von Delphi. Dieser Zusammenhang wird auch von Borland-Mitarbeitern als Ursprung des Namens genannt.[2]

Entwicklung[Bearbeiten]

Delphi EEP (Early Experience Program)[Bearbeiten]

Die erste Vorabversion von Delphi wurde im Herbst 1994 von Borland an einen begrenzten Entwicklerkreis verkauft. Diese mitsamt ihrem Quellcode ausgelieferte Version zeigte noch deutliche Unterschiede zur kommenden Delphi-Version 1.

Delphi 1 (Codename: Delphi)[Bearbeiten]

Die erste Version von Delphi wurde am 14. Februar 1995 veröffentlicht und erzeugte nur Code für 16-Bit-Anwendungen für Windows 3.x. Der Umfang der mitgelieferten Komponenten war relativ gering.

Delphi 2 (Codename: Polaris)[Bearbeiten]

Delphi 2 wurde im März 1996 veröffentlicht und ist die erste Version, die 32-Bit-Anwendungen für Windows erzeugen konnte. Die Vorgängerversion Delphi 1 und die englische Version von Delphi 2 waren zusätzlich auf der CD-ROM enthalten.

Delphi 2 war durch den Übergang von 16 auf 32 Bit erheblich weiterentwickelt worden. Neben moderneren Komponenten im Windows-95-Stil lag der Vorteil vor allem bei dem viel größeren lokalen Speicher. Vorher war die Größe aller Datentypen auf maximal 64 KByte (-16 Byte) beschränkt. Zeichenketten konnten nur 255 Zeichen lang sein. Nun konnten Zeichenketten und Datenstrukturen bis zu 2 GByte groß bzw. lang sein.

Delphi 3 (Codename: Ivory)[Bearbeiten]

Delphi 3 wurde im Mai 1997 veröffentlicht.

Wesentliche Veränderungen zur Vorgängerversion waren das Eliminieren zahlreicher Bugs, eine Erweiterung der IDE durch Code Insight, weitere Common-Control-Komponenten (ToolBar, CoolBar) und die Aufnahme von Komponenten für Internet-Protokolle. Die wichtigste Änderung betrifft die Einführung der "Packages". In Version 2 mussten zusätzliche Komponenten in die Komponentenbibliothek integriert werden. Mit der Einführung der Packages konnten eigene oder externe Komponenten dynamisch hinzugefügt oder entfernt werden.

Delphi 4 (Codename: Allegro)[Bearbeiten]

Delphi 4 wurde im Juli 1998 veröffentlicht und brachte die Unterstützung dynamischer Arrays und ActionLists sowie einige Verbesserungen der IDE, besonders in Bezug auf Übersichtlichkeit und die Verwaltung großer Projekte und Projektgruppen.

Delphi 5 (Codename: Argus)[Bearbeiten]

Delphi 5 wurde im August 1999 veröffentlicht. Mit Delphi 5 konnte erstmals über ADO auf Datenbanken zugegriffen werden. Diese Erweiterung musste in der Professional-Version allerdings als ADO Express zugekauft werden. Außerdem hielten Komponenten Einzug, mit denen via OLE auf Microsoft-Office-Anwendungen zugegriffen werden konnte. Dies war allerdings durch direkten Aufruf der OLE-Befehle schon vorher möglich.

Delphi 6 (Codename: Iliad)[Bearbeiten]

Delphi 6 wurde im Mai 2001 veröffentlicht. Mit Delphi 6 konnte erstmals mit dem zusätzlichen Modellierungswerkzeug Modelmaker aus UML-Modellen Delphi-Programmcode erzeugt werden. Modelmaker erlaubt das Erstellen von Diagrammen in der Unified Modeling Language UML, einer Standardsprache zur Modellierung objektorientierter Systeme. Die manuelle Programmierung wird somit reduziert. Für Datenbankzugriffe hielt die neue Schnittstelle dbExpress Einzug.

Aufzählungstypen kann ein bestimmter, ordinaler Wert zugewiesen werden.

Delphi 7 (Codename: Aurora)[Bearbeiten]

Delphi 7 wurde im August 2002 veröffentlicht. Mit Delphi 7 wurde ein Preview Compiler für .NET-Entwicklung in Delphi ausgeliefert. Das Modellierungswerkzeug Modelmaker wurde ab dieser Version in Delphi integriert.
Der Berichtsgenerator wurde mit Delphi 7 von QuickReport hin zu Nevrona Rave Reports 5 geändert.

Delphi 8 (Codename: Octane)[Bearbeiten]

Delphi 8 wurde im Dezember 2003 veröffentlicht. Es umfasste nur .NET-Entwicklung. Im Lieferumfang war daher auch Delphi 7 enthalten.

Delphi 2005 (Codename: DiamondBack)[Bearbeiten]

Delphi 2005 wurde seit November 2004 ausgeliefert. Neben nativen Windows-32-Bit-Anwendungen können mit Delphi 2005 auch .NET-Anwendungen in Delphi und C# erstellt werden. Im Gegensatz zu den Vorversionen Delphi 7 (Win32) und Delphi 8 (.NET) gibt es nun nur noch eine Delphi-IDE oder auch „Borland Developer Studio“.

Mit Delphi 2005 hielten umfassende Neuerungen wie zum Beispiel Refactoring in die IDE Einzug. Auch die Programmiersprache selbst wurde um einige Funktionen wie zum Beispiel das For-In-Konstrukt erweitert (entspricht For-Each in Visual Basic). Der Compiler kann nun auch sprachspezifische Zeichen interpretieren. So können im deutschen Quelltext auch die Sonderzeichen ä, ö und ü verwendet werden. Die IDE zeigt umfassende Hilfetexte in einer besseren Übersichtlichkeit an. Allerdings traten auch viele Fehler innerhalb der IDE und den mitgelieferten Komponenten auf, was zu einer gewissen Unzufriedenheit bei den Nutzern geführt hat, vor allem auch in Bezug auf die lange Ladezeit der IDE. Dies wurde mit einigen Programmaktualisierungen behoben.
Auch von Delphi 2005 existierte eine kostenlose Personal Edition.

Delphi 2006 / BDS 2006 (Codename: DeXter)[Bearbeiten]

Diese Version hat neue Sprachunterstützung für den Win32-Compiler für Records mit Methoden, Operatorüberladung und Klassenvariablen erhalten; damit wird fast der Stand der bestehenden Features des Delphi für .NET-Compiler erreicht.

Delphi 2006 enthält außerdem volle C++-Sprachunterstützung, inklusive VCL-Formdesigner (wie im Borland C++Builder), die allerdings, da sie nicht rechtzeitig fertig wurde, erst mit Update 1 komplettiert wurde. Dies wurde offiziell angekündigt, ein Novum in der Produktpolitik von Borland.

Die IDE enthält neue Funktionen wie z. B. die „Live Templates“, Blockvervollständigung und Einrückung während des Tippens und veränderte Zeilen-Indikatoren am linken Editor-Rand.

Außerdem ist ein Kommandozeilen-Compiler für .NET-Compact-Framework-Anwendungen enthalten. Damit können prinzipiell Anwendungen für Windows CE und Pocket PCs erstellt werden, auch wenn der Formulardesigner noch nicht dafür ausgelegt ist, es noch keinen Debugger gibt und man einen Emulator von einer anderen Webseite herunterladen muss (kostenlos).

Seit dem 5. September 2006 gibt es von Delphi 2006 so genannte „Turbo-Versionen“. Es handelt sich dabei um abgespeckte Versionen des Borland Developer Studios 2006 (Professional).

Turbo Delphi[Bearbeiten]

Parallel zum Spin-off der IDE-Sparte von Borland in das neue Unternehmen CodeGear wurde eine neue Turbo-Produktlinie eingeführt, die wohl auf die Erfolge von Turbo Pascal in den 1980ern und frühen 1990ern anspielen sollte. Als Turbo-Produkte wurden die Komponenten Delphi, Delphi für .NET, C++ und C# als einzelne Module vertrieben.

Hierbei gab es für alle Produkte eine kostenlose, im Funktionsumfang eingeschränkte Explorer-Version, die keinen Kommandozeilen-Compiler enthielt und in der keine Komponenten anderer Hersteller in die Tool-Palette installiert werden konnten – man musste mit den 200 mitgelieferten auskommen oder die Drittkomponenten zur Laufzeit erzeugen. Daneben gab es Professional-Versionen, die diese Einschränkung nicht besaßen. Allen Turbo-Versionen ist gemein, dass auf einem Rechner jeweils nur ein Produkt der Turbo-Reihe installiert werden kann. Dies hat allerdings keine lizenzrechtlichen, sondern ausschließlich technische Gründe.

Ursprünglich war geplant, die Turbo-Versionen als festen Bestandteil in die Produktpalette mit aufzunehmen, dieser Plan wurde jedoch wieder aufgegeben. Die Turbo-Produktlinie blieb auf dem Stand von 2006, ab September 2009 wurden die Downloads von der Seite www.turboexplorer.com entfernt.

Delphi 2007 for Win32 (Codename: Spacely)[Bearbeiten]

Diese im März 2007 erschienene und separat lieferbare Variante besitzt auf vielfachen Kundenwunsch nur die Delphi für Win32-Personality und wartet unter anderem mit folgenden Neuerungen auf: Anpassungen und Erweiterungen für Windows Vista, überarbeitetem Datenbankframework dbExpress, einer erweiterten Version von Intraweb mit Ajax-Unterstützung unter dem Namen „VCL for the Web“ und einer überarbeiteten Hilfe. Diese Version ist auch die erste Version, die als Download über das Internet bezogen werden kann sowie alle Sprachen (Englisch, Deutsch, Japanisch, Französisch) zusammen enthält. Ebenfalls erschienen ist ein Delphi für PHP, das aber außer dem Namen und einer gewissen Ähnlichkeit der IDE mit Delphi weiter nichts zu tun hat.

RAD Studio 2007 (Codename: Highlander)[Bearbeiten]

Die im September 2007 erschienene Version kombiniert Delphi, Delphi für .NET und C++ Builder unter dem Namen RAD Studio 2007 (RAD steht hierbei für Rapid Application Development). Die ursprünglich für diese Version angekündigte Unterstützung von mobilen Geräten auf Basis des Compact Frameworks wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Zusätzlich wird das mit Delphi 2007 zur Version 4 umgebaute Datenbankframework dbExpress weiter ausgebaut und eine neue embedded Datenbank namens BlackFish SQL mitgeliefert. Diese basiert auf .NET und ist kompatibel zum existierenden JDataStore. Mit RAD Studio 2007 wird auf der .NET Seite das Framework Version 2.0 unterstützt, inklusive ASP.NET 2.0 und damit auch Generics. Klassen des .NET Frameworks 3.0 können mit etwas manueller Arbeit auch genutzt werden, da diese Version keine Spracherweiterungen (wie 2.0 Generics) sondern lediglich neue Funktionen beinhaltet. Die integrierte Hilfe wurde weiter überarbeitet und enthält inzwischen wieder einige Codebeispiele. Der WinForms-Formulardesigner für .NET wurde jedoch weggelassen, da Microsoft die APIs des im .NET Framework enthaltenen Designers komplett geändert hatte.

Delphi 2009 (Codename: Tiburón)[Bearbeiten]

Ursprünglich als Delphi 2008 angekündigt, ist Tiburón seit dem 25. August 2008 als Delphi 2009 erhältlich. Es gab umfangreiche Änderungen an IDE, RTL und VCL. Bei der IDE wurde u. a. der ClassBrowser überarbeitet, ein ResourceBrowser zum Verwalten der mit in die exe-Datei einzukompilierenden Ressourcen ergänzt und benutzerdefinierte Build-Configurations (debug, release) hinzugefügt. Mehrere neue Komponenten, darunter ein Ribbon Control, mit dem Menüs wie bei Office 2007 möglich sind, erweitern die VCL. Zudem wurde die gesamte RTL und VCL auf Unicode umgestellt. Als Spracherweiterung hielten Lambda-Funktionen und Generics Einzug in Delphi für Win32.[3] Die .NET Unterstützung wurde entfernt.

Neben Delphi 2009 firmiert auch der C++Builder 2009 unter dem Namen Tiburón (Spanisch für „Hai“). Werden beide installiert, integrieren sie sich in eine einzige IDE.

Delphi Prism (Delphi .NET)[Bearbeiten]

Die Delphi-.NET-Framework-Version, Delphi Prism, wurde Ende Oktober 2008 von Embarcadero vorgestellt.[4] Im Gegensatz zu früheren Delphi-für-.NET-Versionen wird für Prism nicht mehr die Delphi-IDE, sondern Visual Studio verwendet. Embarcadero arbeitet hierfür mit RemObjects zusammen, um das Produkt Oxygene als Delphi Prism weiterzuführen.[5]

Mittels Prism wird es möglich, Mono als .NET-Implementation zu nutzen; damit können Programme für Linux und Mac OS X entwickelt werden. Die Entwicklung für Windows Mobile wird weiterhin nicht offiziell unterstützt, da der WinForms-Oberflächengestalter hardcodiert für VB.NET und C# ist.

Die Programmiersprache ist nicht kompatibel zum bestehenden Delphi-.NET-Sprachumfang, für die fehlende RTL- und VCL.Net-Unterstützung gibt es ein Projekt namens ShineOn.

Delphi 2010 (Codename: Weaver)[Bearbeiten]

Ende August 2009 hat Embarcadero Delphi 2010 veröffentlicht. Der Fokus liegt bei dieser Version auf Verbesserungen der IDE, Windows 7-Unterstützung und Gesten-Steuerung für die erzeugten Programme.[6] Die Gestensteuerung wird auch für Betriebssysteme (Windows 2000 und XP) unterstützt, für die Microsoft selbst keine entsprechende Programmierschnittstelle bietet. Die mit Delphi 2009 umgebaute Lösung DataSnap zur Erzeugung mehrschichtiger verteilter Anwendungen wurde ebenfalls stark erweitert. Neu ist in den Enterprise- und Architect-Varianten auch ein dbExpress-Datenbanktreiber für Firebird. Die Delphi-2010-IDE unterstützt offiziell kein Windows 2000 mehr, Programme für Windows 2000 lassen sich jedoch weiterhin problemlos damit entwickeln. Als Vorlage für die integrierte Hilfe dienen nun die Texte eines Wikis.

Delphi XE (Codename: Fulcrum, entspricht Delphi 2011)[Bearbeiten]

Am 31. August 2010 hat Embarcadero Delphi mit dem Namenszusatz XE veröffentlicht. Cross-Plattform-Features (OSX) wurden auf spätere Versionen verschoben. Die Linux-Unterstützung sowie die 64-Bit-Unterstützung ist ebenfalls noch nicht in Delphi XE erschienen. Neu enthalten ist u. a. eine Subversion-Integration sowie die Unterstützung von Cloud-Programmierung und weitere DataSnap-Verbesserung (u. a. das Erstellen von DataSnap-Servern aus C++-Quelltext heraus). Ebenfalls neu sind einige mitgelieferte Produkte von Drittanbietern wie AQTime Standard (ein Laufzeitprofiler), Final Builder (Management von Buildvorgängen) und eine professionelle Logging-Lösung. Ebenso fanden zahlreiche Fehlerkorrekturen (z. B. für Generics oder IDE-Funktionen) den Weg ins Produkt.

Delphi Starter Edition[Bearbeiten]

Am 27. Januar 2011 hat Embarcadero verkündet, dass nun eine Starter Edition verfügbar ist, deren Funktionsumfang unterhalb der bisherigen Pro Edition ist und die speziell für Hobby-Anwender und Startups geeignet ist.[7] Die Lizenzbedingungen erlauben nur eine eingeschränkte kommerzielle Verwendung.

Delphi XE2 (Codename Pulsar)[Bearbeiten]

Am 1. September 2011 ist Delphi XE2 auf dem Markt erschienen. Es bringt eine ganze Reihe neuer Funktionen mit, unter anderem: 64-Bit-Windows-Compiler, 32-Bit-Mac OS-Compiler sowie Kompilierung für das Betriebssystem Apple iOS. Die Unterstützung für iOS (iPhone/iPad) erfolgt derzeit noch mittels Free-Pascal-Compiler und erfordert einen Apple-Computer mit XCode-Entwicklungsumgebung. Sämtliche nicht 32 Bit-Ziele werden von der Delphi-Entwicklungsumgebung per Crosscompilation bedient, es gibt dabei sowohl für 64 Bit als auch für Mac OS jeweils einen Remote Debugging Client, der einerseits die Verteilung des kompilierten Programms, als auch das Debuggen aus der Entwicklungsumgebung heraus unterstützt. Außer den neuen Compilern führt Delphi XE2 eine komplett neue GUI-Komponentenbiliothek namens FireMonkey ein, die zur Entwicklung plattformunabhängiger Anwendungen benötigt wird. Firemonkey unterstützt 2D- und 3D-Grafikbeschleunigung und basiert in weiten Teilen auf der aufgekauften VGScene-Technik. Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, VCL-Programme mittels Styles optisch zu verändern, auch mit selbsterstellten Styles. Weitere Neuerungen sind ein Databinding-Konzept, um Werteänderungen von Klasseneigenschaften mit dem GUI zu synchronisieren, ein ODBC-dbExpress-Datenbanktreiber für Windows und weitere Erweiterungen für die DataSnap-RFC-Technik.

Eine Starter Edition gibt es gleich von Beginn an und eine weitere neue Edition namens Ultimate wurde eingeführt, die zwischen Enterprise und Architect liegen soll. Einziger nennenswerter Unterschied ist, welches Datenbanktool beiliegt. Als neuer Reportgenerator ist eine Light-Version von FastReports enthalten.

Delphi XE3 (Codename Waterdragon)[Bearbeiten]

Am 3. September 2012 hat Embarcadero Delphi XE3 veröffentlicht. Zu den Neuerungen zählt die Unterstützung für Microsoft Windows 8 inklusive der neuen Modern UI Oberfläche, jedoch ohne Anwendungen für den "Metro" App Shop schreiben zu können, da Microsoft einige benötigte Programmierschnittstellen nicht sauber von Drittanbietern benutzbar ausgelegt hat. Das plattformübergreifende Framework Firemonkey liegt nun in der Version 2 vor. Die in XE2 eingeführte iOS-Unterstützung wurde entfernt, da Embarcadero an einem eigenen iOS-Compiler arbeitet. Außerdem wurde Firemonkey 2 an einigen Stellen geändert, was einen größeren Aufwand für die Anpassung der auf Free Pascal basierten Lösung bedeutet hätte. Auf der C++ Builder Seite kam mit dem Update 1 ein LLVM basierter 64 Bit Compiler hinzu.

Delphi XE4 (Codename Quintessence)[Bearbeiten]

Am 22. April 2013 ist Delphi XE4 auf dem Markt erschienen. Ein ARM-Compiler für iOS ist nun im FireMonkey FM3-Framework (erfordert mindestens die Enterprise-Edition oder Mobile Add-On Pack für die Professional-Edition) enthalten. Nach der Übernahme der AnyDAC Datenbankkomponenten wurden diese erwartungsgemäß unter dem Namen FireDAC integriert; sie sind in der Enterprise-Version enthalten bzw. erfordern bei Professional den Kauf des FireDAC Client/Server Pack.

Delphi XE5 (Codename Zephyr)[Bearbeiten]

Am 11. September 2013 ist Delphi XE5 auf dem Markt erschienen[8]. Ein ARM Compiler für Android sowie die notwendige RTL, Firemonkey und IDE-Integration samt Debugger sind hinzugekommen. Die FireDAC Datenbankkomponenten sind nun bereits in der Professional Version enthalten.

Delphi XE6)[Bearbeiten]

Am 15. April 2014 ist Delphi XE6 auf dem Markt erschienen.

Roadmap[Bearbeiten]

Die gegenwärtige Roadmap[9] listet mehrere Projekte zur Weiterentwicklung von Delphi auf, die unter anderem folgende Punkte umfassen: Erweiterungen für die Rest Komponenten, bessere Unterstützung von Windows basierten Tablets in der VCL, direkte Unterstützung diverser "Wearables" wie Google Glass und Unterstützung für Bluetooth auf mobilen Plattformen. Linux ist weiterhin auf der Roadmap als serverseitige Unterstützung für DataSnap, WebBroker sowie der nötigen RTL Umsetngen und Datenbankanbindung. Ein 64 Bit Compiler für Mac OS X steht ebenfalls auf der Liste zukünftiger Projekte.

Delphi-ähnliche Entwicklungsumgebungen[Bearbeiten]

Für Linux/X11 auf Intel x86 war ein ähnliches Paket unter dem Namen Kylix verfügbar, das allerdings nicht mehr gepflegt wird. Da die Entwicklungsumgebung diverse Fehler enthielt, gibt es zahlreiche Unternehmungen, diese zu stabilisieren und die Kompilate unter neueren Linux-Distributionen lauffähig zu machen. Dazu zählen inoffizielle Bugfixes, als auch eine Alternative namens CrossKylix[10], mit der sich der Kylix-Compiler unter Windows benutzen lässt.

Für die Sprache C++ bietet CodeGear ein ähnliches Entwicklungssystem namens C++Builder an, das eng mit der Delphi-IDE verwandt ist. (Der oft hiermit verwechselte C++BuilderX ist eine auf der Primetime-IDE des JBuilder basierende, erweiterbare IDE für Cross-Plattform-Entwicklung sowie die Unterstützung mehrerer Compiler und hat mit C++Builder kaum Gemeinsamkeiten.)

Lazarus ist eine Entwicklungsumgebung für Object Pascal, zu dessen Sprachfamilie auch Delphi gehört. Der Quellcode ist zu großen Teilen Delphi-kompatibel, was es einfach macht, Code zwischen beiden Entwicklungsumgebungen zu migrieren. Die IDE steht unter der LGPL. Lazarus ähnelt älteren Delphi-Versionen, auch werden ähnliche Konzepte (LCL statt VCL) verwendet. Die Lazarus-IDE setzt auf den Free-Pascal-Compiler auf und ist unter Linux, Mac OS und Windows lauffähig - ebenso können für diese und einige andere Plattformen Programme erzeugt werden.

WDSibyl wurde ursprünglich als kommerzielles Produkt von dem deutschen Unternehmen Speedsoft entwickelt (Speed Pascal, Sibyl Pascal). Die Sourcen der IDE unterliegen der GPL, die Quelltexte der Laufzeit- und Klassenbibliotheken hat das Unternehmen schon vor Jahren auf seiner Homepage freigegeben. Die ursprünglichen Quellcodes werden von freien Entwicklern weitergeführt und unterliegen ebenfalls der GPL. Die Delphi-ähnliche Entwicklungsumgebung läuft unter OS/2 und Windows. Ein ähnliches Projekt war Virtual Pascal des britischen Unternehmens fPrint UK Ltd.

Die von Microsoft früher vertriebene Entwicklungsumgebung Visual Basic (bis Version 6) war ebenfalls mit Delphi konzeptionell und optisch bis zu einem gewissen Grad vergleichbar, wobei der Sprachumfang jedoch, insbesondere objektorientierte Aspekte betreffend, nicht an den von Delphi heran reichte. Auch war es in Visual Basic nicht möglich, Komponenten in der eigenen Umgebung mit der gleichen Sprache selbst zu entwickeln, was in Delphi von Anfang an der Fall war. In Visual Basic musste man dies in C/C++ durchführen. Weiterhin können in Delphi seit der ersten Version Codepassagen für optimierte Programmgeschwindigkeit direkt in Assemblersprache formuliert werden, was in Visual Basic auch nicht möglich war. Zusätzlich musste zu jedem Programm, das in Visual Basic geschrieben war, die spezielle Visual Basic Runtime (Laufzeitumgebung) mitgeliefert werden. Die letzte von Microsoft herausgegebene Version Visual Basic 6 stammt aus dem Jahre 1998, der Support wurde im April 2008 eingestellt. Das Produkt wurde von der überwiegend objektorientierten Neuentwicklung VB.NET auf Basis des .NET-Frameworks abgelöst. Quellcode aus VB 6 ist nicht mit VB.NET kompatibel. Die Visual Basic 6.0 Laufzeitumgebung wird weiterhin bis einschließlich Windows 8 über die Dauer des jeweiligen Support-Life-Cycles unterstützt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Binzinger: Jetzt lerne ich Delphi. Der einfache Einstieg in Object Pascal – für alle Versionen bis einschließlich Delphi 2006. Markt und Technik, München 2006, ISBN 3-8272-4108-1
  • Walter Doberenz, Thomas Kowalski: Delphi 7 Kochbuch. Hanser, München 2003, ISBN 3-446-22325-8
  • Richard Kaiser: Objekt Pascal mit Delphi – Eine Einführung in die objektorientierte Windows-Programmierung. Springer, Berlin 2001, ISBN 3-540-60340-9
  • Martin Pyka, DirectX 9 in Delphi, BoD, 2004, ISBN 3-8334-0835-9
  • Wolf-Gert Matthäus: Grundkurs Programmieren mit Delphi. Vieweg, 2004, ISBN 3-528-05863-3
  • Hans-Georg Schumann: Delphi für Kids. Mitp-Verlag, 2005, ISBN 3-8266-1529-8 (besonders für Schüler/Kinder, aber auch für jung gebliebene)
  • Hans-Georg Schumann: Delphi für Kids, 2.Auflage, bhv-Verlag, ISBN 3-8266-1529-8, mit Delphi 7 Personal

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDavid Intersimone: Community Letter: Embarcadero Technologies agrees to acquire CodeGear from Borland. In: CodeGear Developer Network. 7. Mai 2008, abgerufen am 7. Mai 2008 (englisch).
  2. http://edn.embarcadero.com/article/20396
  3. siehe http://www.delphi-treff.de/backstage/insider-wissen-und-previews/preview-delphi-2009-tiburon/
  4. http://www.codegear.com/article/38851
  5. Oxygene
  6. Release Notes for Embarcadero Delphi 2010 and C++Builder 2010
  7. http://www.sdtimes.com/link/35223
  8. http://www.embarcadero.com/de/press-releases/embarcadero-launches-rad-studio-xe5-with-android-and-ios-support
  9. http://edn.embarcadero.com/article/43677
  10. CrossKylix

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikibooks: Programmierkurs: Delphi – Lern- und Lehrmaterialien