Embryo (Band)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Embryo
Embryo in Püttlingen (2013)
Embryo in Püttlingen (2013)
Allgemeine Informationen
Herkunft München, Deutschland
Genre(s) Krautrock, Weltmusik
Gründung 1969
Website www.embryo.de
Gründungsmitglieder
Christian Burchard
Blasinstrumente, Violine
Edgar Hofmann
Bass
Lothar Meid († 2015)
Aktuelle Besetzung
Marja Burchard
Maasl Maier
Wolfie Schlick
Jens Pollheide
Mik Quantius
Valentin Altenberger
Marimba, Schlagzeug
Lothar Stahl
Ehemalige Mitglieder
Gitarre, Altsaxophon
Chris Karrer
Gitarre, Oud
Roman Bunka
Gitarre, Oud
Yulyus Golombeck († 2000)
Keyboard
Jimmy Jackson
Keyboard
Dieter Miekautsch
Keyboard
Michael Wehmeyer
Flöte
Hansi Fischer
Chuck Henderson
E-Bass
Lothar Meid
E-Bass
Ralph Fischer
E-Bass
Dave King
E-Bass
Gerald Hartwig
E-Bass
Chris Lachotta
E-Bass
Uve Müllrich
Perkussion
Ramesh Shotham
Perkussion
Butze Fischer (†)
Kontrabass, E-Bass
Ulrich Bassenge
Gitarre, Saz
Eugen de Ryck
E-Bass, Gitarre
Nick McCarthy
Kontrabass,E-Bass
Michael Schöne
Live- und Session-Mitglieder
Saxophon, Flöte
Charlie Mariano (†)
Saxophon, Flöte
Monty Waters (†)
Nadaswaram, Saxophon, Gitarre
Roland Schaeffer
Altsaxophon
Michael Hornstein
Piano
Mal Waldron (†)
E-Piano
Hermann Breuer
Piano, Orgel
Larry Porter
Gitarre
Sigi Schwab
Gitarre
Geoff Goodman
Gitarre, Geige, Banjo
Titus Waldenfels
E-Bass
Ufo Walter
Schlagzeug, Perkussion, Piano
Salah Ragab
Perkussion
Trilok Gurtu
Houssaine Kili
Ghatam, Perkussion
Norbert Keck
Perkussion
Paramashivam Pilai
Komponist, Violine, Cello, Klavier, Horn
Peter Michael Hamel
Synthesizer
Fathy Salama
Rubab
Ustad Samad Habibi
Christian Burchard, Finkenbach Festival 2011

Embryo ist eine deutsche Jazzrock- und Weltmusik-Band. Die Gruppe wurde 1969 von Christian Burchard gegründet. Im Lauf der Jahre haben über 400 nationale und internationale Jazz- und Rockmusiker bei der sich als Kollektiv begreifenden Gruppe mitgewirkt, darunter viele namhafte Jazz- und Krautrock-Musiker. 2016 übernahm Marja Burchard, die Tochter des Bandgründers, die Leitung des Projekts.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christian Burchard war bereits in den 1960er Jahren als Jazzmusiker aktiv und spielte Klavier, Posaune und Vibraphon. Er tourte mit Mal Waldron und bildete mit dem Saxophonisten und Geiger Edgar Hofmann sowie dem Schlagzeuger Dieter Serfas ein Jazztrio. 1969 wechselte Burchard selbst ans Schlagzeug und formierte mit Hofmann und Lothar Meid die neue Band Embryo.

Meid verließ die Band nach kurzer Zeit, um sich Amon Düül anzuschließen. Christian Burchard sammelte unterdessen immer neue Musiker um sich. Insgesamt haben seit 1969 über 400 Musiker beim Musikkollektiv Embryo gespielt.[1] Zu den langjährigen Mitgliedern zählen u. a. Roman Bunka (Gitarre, Oud), Uve Müllrich (Bass), Michael Wehmeyer (Keyboards), Lothar Stahl (Marimba, Drums) und Jens Pollheide (Bass, Flöte). Außerdem gab es langjährige Freundschaften zu anderen Musikern und Bands, die immer wieder als Gäste bei Embryo erschienen, darunter Charlie Mariano, Mal Waldron, Marty Cook, Chris Karrer (Amon Düül), und Roland Schaeffer (Guru Guru). Eine enge personelle Verflechtung bestand außerdem mit der Herforder Band Missus Beastly, die gemeinsam mit Embryo, Sparifankal und Ton Steine Scherben 1973 das Label April (später Schneeball) gründeten.

Embryo hatten 1971 einen ersten Radiohit mit dem Lied Tausendfüßler. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich der Stil der Band vom jazzigen Krautrock zu Weltmusik, wobei verschiedene Stile und Richtungen miteinander vereint wurden. Viele Embryo-Alben entstanden auf ausgedehnten Konzertreisen in andere Kontinente. Die Band ist dabei auch mit wichtigen Musikern der von ihnen bereisten Ländern wie Shoba Gurtu, T. A. S. Mani, R. A. Ramamani, Mahmoud Gania und Okay Temiz aufgetreten. Der Film Vagabunden Karawane von Werner Penzel (1980) berichtet über eine dieser Reisen, die von Deutschland bis nach Indien führte.

Bassist Müllrich und Keyboarder Wehmeyer verließen 1980 Embryo und formierten ihre eigene, zunächst Embryo's Dissidenten genannte Band Dissidenten.

1997 trat Christian Burchards Tochter Marja (* 1988) im Alter von 11 Jahren erstmals bei Embryo in Erscheinung. Als Multiinstrumentalistin (Percussion, Marimba, Posaune) hat sie sich bald einen festen Platz in der Band erspielt.

Im Juli 2008 erhielt Embryo beim TFF Rudolstadt den Deutschen Weltmusikpreis Ruth 2008 für das Lebenswerk verliehen.

Im Sommer 2016 erlitt Christian Burchard im Alter von 70 Jahren einen Schlaganfall und war danach nicht mehr fähig, aufzutreten.[2] Daraufhin übernahm seine Tochter Marja die Leitung der Band. Sie hat die Band durch neue Elemente wie Beatboxing und neue Musiker verjüngt, führt aber mit der Einbindung von Musikern wie Roman Bunka und Michael Wehmeyer auch die Embryo-Tradition fort.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Opal – LP/CD, 1970 Ohr 56003 u. 556003
  • Embryos Rache – LP/CD, 1971
  • Father Sons & Holy Ghosts – LP/CD, 1972
  • Steig aus – LP/CD, 1973
  • Rocksession – LP/CD, 1973
  • We keep on – LP/CD, 1973
  • Surfin – LP/CD, 1975
  • Bad Heads & Bad Cats – LP/CD, 1976
  • Life – LP/CD, 1977
  • Apo Calypso – LP/CD, 1977
  • Embryo's Reise – DLP/CD, 1979/1980
  • Embryo+KCP+Charlie Mariano Live – LP, 1980
  • Anthology (Every Day Is Okay) – LP, 1980
  • La Blama Sparozzi - Zwischenzonen – DLP, 1982
  • Zack Glück – LP, 1984
  • Embryo & Yoruba Dun Dun Orchestra – LP, 1985
  • Africa – LP, 1987
  • Turn Peace – LP/CD, 1989
  • Ibn Battuta – CD, 1994
  • Ni Hau – CD, 1996
  • Live in Berlin – CD, 1998
  • Istanbul Casablanca - Tour 1998 – 2 CDs, 1999
  • Invisible Documents – 2CDs, 1999
  • One Night at the Joan Miró Foundation – CD, 2000
  • Live 2000 Vol.1 – CD, 2001
  • Live 2001 Vol.1 – CD, 2001
  • Bremen 1971 – CD, 2003
  • Hallo Mik (liverecordings 2002 & 2003) – CD, 2003
  • Embryo & Mal Waldron & Charlie Mariano - 29.6.73 In Hamburg - LP, 2003
  • Embryonnck - No-Neck Blues Band & Embryo – CD, 2006
  • Live im Wendland – CD, 2007
  • For Eva – LP/CD, 2007 (1967er-Aufnahmen des Pianisten Mal Waldron, mit Christian Burchard und Dieter Serfas)
  • Freedom in Music – CD, 2008
  • Live at Burg Herzberg Festival 2007 – CD, 2008
  • Wiesbaden 1972 – CD, 2009
  • Embryo 40 – 2 CDs, 2010 (Trikont)
  • Message from Era Ora - 2LP 2013 (Sound of Cobra) (mit Massimo Urbani)
  • It Do - 2LP/CD 2016 (Trikont)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alexander Simmeth: Krautrock transnational. Die Neuerfindung der Popmusik in der BRD, 1968–1978, Transcript Verlag, Bielefeld 2016, ISBN 978-3-8376-3424-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.embryo.de/presse_2006.htm (Memento vom 12. Oktober 2006 im Internet Archive).
  2. sueddeutsche.de: Der Schatten des Vaters, 29. September 2016