Emergency (Organisation)

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Emergency
Logo Emergency.gif
Typ NRO - NGO
Gründer Gino Strada
Gründung 1994
Ursprung Italien
Aktionsraum Weltweit
Schwerpunkt Entwicklungszusammenarbeit in Gesundheitsbereich, medizinische Hilfe
Freiwillige ca. 5000[1]
Website www.emergency.it

Emergency ist eine humanitäre Nichtregierungsorganisation, die zivilen Armut- und Kriegsopfern, insbesondere Landminenopfern, medizinische Hilfe leistet. Sie wurde 1994 von dem mailändischen Feldchirurgen Gino Strada gegründet. Seit 2006 ist Emergency offizieller Partner der UNO-Hauptabteilung Presse und Information.[2]

In den Krankenhäusern, Kliniken und Rehabilitationszentren von Emergency wurden von 1994 bis 2014 mehr als 6.000.000 Patienten kostenlos behandelt.[2]

Die Organisation wurde 2003 mit dem Antonio-Feltrinelli-Preis ausgezeichnet.

Grundsätze[Bearbeiten]

Emergency unterstützt Opfer von Kriegen, Landminen und Armut mit kostenloser und hochwertiger medizinisch-chirurgischen Hilfe.

Sie fördert die Kultur des Friedens, der Solidarität und des Respekts von Menschenrechte[3]. Alle Strukturen von Emergency werden von einem internationalen spezialisierten Team konzipiert, errichtet und geleitet. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Aus– und Weiterbildung von einheimischem Personal.[4]

Einsätze[Bearbeiten]

Die sich allen Konfliktparteien gegenüber neutral erklärende Hilfsorganisation ist derzeit im Irak, Zentralafrika, Sudan, Sierra Leone, Afghanistan und Italien aktiv. Dort errichtet und betreibt Emergency Krankenhäuser für Kriegsverletzte und chirurgische Notfälle, Zentren zur physischen und sozialen Rehabilitation von Landminen- und anderen Kriegsopfern, ein Mutterschaftszentrum, Erstversorgungseinrichtungen zur Behandlung von Verletzungen und Sanitätszentren zur medizinischen Basisversorgung.

Abgeschlossene Einsätze von Emergency befanden sich in Ruanda, Eritrea, Palästina, Algerien, Kosovo, Angola, Nicaragua, Sri Lanka, Kambodscha und Libyen.[5]

Afghanistan[Bearbeiten]

1999 hat Emergency im Dorf Anabah, im Kaschmirtal, in ein chirurgisches Zentrum für Kriegsopfer eine ex-Kaserne umgebaut. Um den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden, kam sehr bald die Unfallchirurgie dazu.

2003 wurde im inneren Bereich des Krankenhauses eine pädiatrische und eine Abteilung für Innere Medizin eröffnet. Bald darauf wurde in der Nähe des Hauptgebäudes eine Entbindungsklinik neu erbaut. Man hat in Betrieb ein vorgeburtlich Programm für Frauen gesetzt, die in den abgelegensten Dörfer wohnen. Das Zentrum behandelt Frauen und Neugeborene in einem Teil des Landes, wo eine der weltweit höchsten Mutter- und Säuglingssterblichkeitsraten zu verzeichnen ist. Für die Frauen aus den entlegensten Dörfern gibt es ein ambulantes pränatales Hilfsprogramm.

Im Frühjahr 2001 hat Emergency ein zweites chirurgischen Zentrum in Kabul eröffnet, was zum maßgeblichen traumatologischen Zentrum des ganzen Landes geworden ist. Im Jahre 2003 wurde dann eine Intensivstation mit 6 Betten eröffnet, und seit August 2005 ist die Anlage der Computertomographie in Betrieb.

Im September 2004 hat Emergency ein drittes Krankenhaus in Lashkar-gah, der Hauptstadt der Region Helmand, eröffnet. Das Tiziano Terzani Krankenhaus ist die einzige Institution, welche kostenlose und qualitative medizinische Assistenz in einem Kriegsgebiet leistet.

In stark verminten Gegenden, wo es keinerlei sanitäre Einrichtungen gibt, unterhält Emergency ein Netz von mehr als 30 Erste-Hilfe-Posten und Sanitätszentren. Diese Einrichtungen sind rund um die Uhr geöffnet. Von dort aus werden dringende Fälle nach Notversorgung mit einem Krankenwagen in das nächste Krankenhaus gefahren. Seit 2001 führt Emergency ein Programm für die medizinische Versorgung der Häftlinge der größten Gefängnisse des Landes. Außerdem hat Emergency ein Projekt zur Unterstützung von Kriegswitwen realisiert.[6]

Irak[Bearbeiten]

1995 hat Emergency das Krankenhaus von Choman, ein Dorf im kurdischen Irak, an der Grenze zum Iran, wiedereröffnet.

1996 und 1998 wurden chirurgische Zentren Arbil und Sulaimaniyya eröffnet, die kostenlos hochwertige ärztliche Versorgung an Kriegs - und Minenopfern anbieten. In beiden Zentren sind bald darauf Spezialabteilungen für Verbrennungen und Wirbelsäulenverletzungen eingerichtet worden.

Nachdem das lokale Personal völlig selbständig arbeiten konnte und die kurdische Verwaltung in der Lage war, die Strukturen finanziell zu unterhalten, hat Emergency entschieden beide Zentren und die zweiundzwanzig Erste Hilfe Posten dem lokalen Gesundheitsministerium zu übergeben. Die vollständige Übergabe der Zentren an die kurdischen Gesundheitsbehörden ist im Mai 2005 abgeschlossen worden. Im Laufe der letzten 9 Jahre haben sowohl beiden Zentren Arbil und Sulaimaniyya, als auch das E.H.P.-Netz von Emergency mehr als 330.000 Patienten gepflegt.

1998 hat Emergency in Sulaimaniyya ein Rehabilitationszentrum eröffnet: das "Teresa Sarti Rehab-Centre". Das Zentrum hat eine Abteilung für Physiotherapie und eine Werkstatt zur Herstellung von Prothesen und Schienen. Es fördert zudem die soziale Integration von ehemaligen Patienten durch Ausbildung in handwerklichen Berufen und unterstützt finanziell die Eröffnung von Geschäften und Handwerkerkooperativen. Das Reha Zentrum und die Werkstatt zur Prothesenherstellung lauft weiter unter der Leitung von Emergency.[7]

Sudan[Bearbeiten]

Vom Frühjahr 2004 bis zum Sommer 2005 hat Emergency die Krankenhäuser von Mellit und Al Fashir im Norden Darfur unterstützt. Es wurde ein OP-Block eingerichtet mit zwei OP-Räumen, einem Sterilisierungsraum und 20 Betten. In der Umgebung von Khartum, wo ca. 2 Millionen Vertriebene in Unterkünften wohnen ohne irgendeine Grundversorgung, hat Emergency ein Pädiatrie-Zentrum eröffnet.

Das Zentrum, das im Flüchtlingslager Mayo liegt, ist die einzige Struktur, die ca. 300.000 Menschen kostenlos eine medizinische Grundversorgung angedeihen lässt. Neben der ambulanten Behandlung verfügt dieses Zentrum über die Möglichkeit, Patienten auch für eine kurze Behandlungsdauer aufzunehmen. Es hat auch einen Krankenwagen, um schwerere Fälle in die städtischen Krankenhäuser verlegen zu können. Seit dem Frühjahr 2006 gibt es einen Dienst zur Nachbehandlung zu Hause und zur hygiene- und gesundheitsbezogenen Aufklärung. Zwei einheimische Mitarbeiter, die vom internationalen Personal von Emergency ausgebildet wurden, kümmern sich darum. Im Pädiatriezentrum von Mayo werden darüber hinaus auch schwangere Frauen medizinisch begleitet, und Kinder bis zu 5 Jahren werden im Rahmen eines Immunisierungsprogramms behandelt.

Im April 2007 hat Emergency in Soba, einem am Blauen Nil gelegenen Dorf 20 km von Khartum entfernt, das Herzchirurgiezentrum Salam eröffnet. Das Zentrum Salam (auf Arabisch Frieden) ist die erste völlig kostenlose Facheinrichtung auf dem afrikanischen Kontinent, die Patienten aus mehr als 16 Ländern pflegt.[8] Es handelt sich um ein hochtechnologisches Zentrum, das mit innovativen und umweltfreundlichen Technologien gebaut wurde.[9]

Sierra Leone[Bearbeiten]

Ende 2000 hat Emergency in Goderich, in der Nähe von Freetown ein Projekt begonnen, das zunächst nur für Kriegsopfer bestimmt war. Eine verlassene Klinik wurde renoviert, und zum Chirurgieblock kamen neue Gebäude dazu um aus dem Krankenhaus ein hochqualifiziertes Zentrum zu machen. Hier werden Unfallopfer, Poliopatienten und Patienten mit orthopädischen Problemen behandelt. Im Lauf der Zeit sind die Aufnahmekriterien auf alle dringende chirurgische Eingriffe ausgedehnt worden.

Im Frühjahr 2002 wurde ein pädiatrisches Zentrum eingeweiht, um der steigenden Anzahl der kleinen Patienten gerecht werden zu können. Im Jahr 2003 hat Emergency von der Regierung ein weiteres Grundstück erhalten. Es wurden zwei weitere Krankenstationen erbaut. Auf einer dieser Stationen werden Kinder mit Malaria, Anämie, Atemwegs– und Darmerkrankungen stationär behandelt.

Ab 2005 wird im pädiatrischen Zentrum ein Programm gegen die Unterernährung eingeführt, das außer der Kinderpflege immer auch die Teilnahme der Mütter an Hygiene- und Ernährungskursen vorsieht. Im selben Bereich entwickelt Emergency ab Juni 2008 in Zusammenarbeit mit der Universität Parma ein kalorievol, hyperproteinichen Nahrungsmittel für unterernährten Kinder, das nur aus örtlichen Zutaten einfach zubereitet können werde. Wird Seife dort hausgemacht, so nehmen Kinder leider häufigitzenden Soda ein, deswegen hat Emergency 2006 ein Programm für die endoskopische Erweiterung der Speiseröhre geleitet.

In der Kinderklinik läuft seit 2005 ein Programm gegen die Unterernährung, welches außer Kinderernährung auch die Einbindung der Mütter in Hygiene und Ernährungskurse vorsieht. Gegenwärtig sind das chirurgische Zentrum und das Pädiatrie-Zentrum die einzigen Einrichtungen in Sierra Leone, die eine kostenlose medizinische Versorgung anbieten und sich um die Ausbildung von Chirurgen und Anästhesisten in einem Land kümmern, das noch immer unter den Folgen eines langen und schweren Konflikts zu leiden hat.[10]

2014 hat Emergency auch ein Zentrum für die Rettung der Ausbruch von Ebola eröffnet.[11][12]

Zentralafrikanische Republik[Bearbeiten]

Seit Mai 2007 hat Emergency auch ein regionales Pädiatrie-Projekt ins Leben gerufen, um Fachzentren in den Nachbarländern des Sudan zu gründen. Diese Zentren werden nicht nur eine kostenlose pädiatrische Grundversorgung anbieten, sondern werden die herzkranken Patienten überwachen und begleiten, die im Zentrum Salam operiert werden sollen. Der Bau des ersten Pädiatrie-Zentrums begann 2008 in Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik.

Das Pädiatrie-Zentrum in Bangui behandelt täglich etwa 20 Frauen und 80 Kinder (und Neugeborene), es bietet pränatales Hilfsprogramm an und überwacht die Aus– und Weiterbildung von zentralafrikanischem Personal.

Italien[Bearbeiten]

Seit 2006 hat Emergency in Palermo, Venedig und Kalabrien (Italien), drei Polyambulanzen eröffnet mit dem Ziel, die nationale medizinische Grundversorgung für Migranten (mit oder ohne Aufenthaltsgenehmigung) zu ergänzen und effizienter zu gestalten. Folgende Dienste werden angeboten: Pädiatrie, Dermatologie, Zahnheilkunde, Augenheilkunde, HNO-Behandlung, Obstetrik, Gynäkologie, Kardiologie, Psychiatrie und Psychologie.

Die Polyambulanz ist ein kostenloses Gesundheitszentrum, das insbesondere für Migranten gedacht ist, aber auch für immer mehrere italienische Bedürftigen zugänglich ist. Wegen der wirtschaftlichen Krise erfahren immer mehr Leute in Italien eine ständige Verletzung der Menschenrechte Probleme.[13]

Spendenquellen[Bearbeiten]

Emergency wird in Italien im Jahre 1994 gegründet, um Kriegs- und Minenopfern Hilfe in Form von medizinischer Behandlung und Rehabilitation zu leisten. Während der ersten vier Jahre der Gründung wurde ein freiwilliger Bilanz veröffentlicht.

Seit 1998 (aufgrund der Anerkennung als ONLUS) wird die Jahresbilanz entsprechend der gesetzlichen Regelung des Landes erstellt. Seit dem 19. August 1999 ist Emergency eine regierungsunabhängige Organisation, die offiziell vom italienischen Außenministerium anerkannt ist.

Seit Februar 2005 und bis Dezember 2007 wurden Gruppen von Freiwilligen in den USA tätig.[14] Seit 2007 ist Emergency auch in Großbritannien[15], Japan[16] und der Schweiz [17] und Belgien anwesend.

Die finanziellen Mittel von Emergency sind größtenteils persönliche Spenden von zahlreichen Einzelpersonen.[18]

Ehrenamt[Bearbeiten]

Das Ehrenamt spielt eine sehr wichtige Rolle für den Erfolg von Emergency. In Italien sind etwa 5000 Freiwillige tätig, die auf 200 Gruppen und 22 örtliche Referenzen unterteilt sind. Sie entfalten eine wesentliche Rolle um die öffentliche Meinung empfindlich zu machen und zu belehren. Sie tragen wesentlich dabei, durch Vorträge, Zusammenkultur auszuverbreiten, und die sind tätig in Vermögenssammlung mit Hilfe von Werbefestmähler, Einführungen den Behörden von unserer Projekten, u.s.w.

Literatur auf Deutsch[Bearbeiten]

Film[Bearbeiten]

Deutsche Zeitungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stand: 31. Dezember 2014
  2. a b Emergency: Who we are / History. Abgerufen am 21. Januar 2015 (englisch).
  3. Emergency NRO - Grundsätze
  4. Emergency: Who we are / How we operate. Abgerufen am 21. Januar 2015 (englisch).
  5. Emergency: What we do / Completed programmes. Abgerufen am 21. Januar 2015 (englisch).
  6. Emergency: What we do / Afghanistan. Abgerufen am 21. Januar 2015 (englisch).
  7. Emergency: What we do / Iraq. Abgerufen am 21. Januar 2015 (englisch).
  8. Emergency: What we do / ANME. Abgerufen am 21. Januar 2015 (englisch).
  9. Emergency: What we do / Sudan. Abgerufen am 21. Januar 2015 (englisch).
  10. Emergency: What we do / Sierra Leone. Abgerufen am 21. Januar 2015 (englisch).
  11. Ebola-Fall in Italien: Arzt wird nach Infektion in Rom behandelt. 25. November 2015, abgerufen am 21. Januar 2015.
  12. Sarah Boseley: Untested Ebola drug given to patients in Sierra Leone causes UK walkout. The Guardian, 22. Dezember 2014, abgerufen am 21. Januar 2015 (englisch).
  13. Emergency: What we do / Italy. Abgerufen am 21. Januar 2015 (englisch).
  14. Emergency USA
  15. Emergency UK
  16. Emergency Hong Kong
  17. Emergency CH
  18. Emergency: Bilancio al 31 dicembre 2013. Abgerufen am 21. Januar 2015 (PDF, italienisch).