Emil Bürgin

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Emil Bürgin (* 23. August 1848 in Basel; † 15. Juli 1933 ebenda) war ein Schweizer Elektrotechniker.

Nach Besuch des humanistischen Gymnasium Lind und der Oberrealschule machte er eine Lehre in der Maschinenfabrik Socin & Wick. 1868 bis 1871 studierte er am Eidgenössischen Polytechnikum Zürich. Nach Ableistung der Offiziersschule ging er nach Paris, wo er als Maschinenschlosser arbeitete und abends am Conservatoire National des Arts et Métiers wissenschaftliche Vorträge hörte. Er reiste als Schiffsmaschinist nach New York, bevor er im Herbst als Ingenieur zur Lokomotivfabrik Winterthur ging. Unter Charles Brown konstruierte er eine Lokomotive, deren Adhäsion er durch Magnetisierung einer Achse beträchtlich steigerte. 1874 erhielt er darauf ein Patent. Obgleich sie sich in Versuchen bewährte fand sie kein Interesse.[1]

Gleichstrommaschine von Bürgin, um 1880

1875 entwickelte er eine Gleichstrommaschine und eine selbstregulierende Bogenlampe, die in Lizenz von R. E. Compton & Co. in London gebaut wurden.

Er ging dann nach Genf zur Societé de Construction d'appareils de physique (SIP), wo er mit seinem Lehrling René Thury nach Plänen von Théodore Turrettini einen elektrischen Minenzündapparat [2] als handbetriebenen Gleichstromdynamo entwickelte. Nachdem er eine Lösung fand, die Welligkeit zu verringern, wurde dieses der erste serienmäßig hergestellte schweizerische Gleichstromdynamo für den Maschinenbetrieb.[3]

1876 führte er auf der Weltausstellung in Philadelphia eine von R. Pictet & Co. in Genf gebaute Eismaschine vor und baute im Anschluss in New York eine Eisfabrik. Hier heiratete er Ella Turner. Danach leitete er in Südeuropa den Bau zahlreicher Eismaschinenanlagen.

Im März 1881 begann er in Basel mit der Fabrikation von Maschinen und Apparaten. Nachdem diese auf der Elektrizitätsausstellung in Paris mit Gold ausgezeichnet wurden trat Ludwig Rudolf Alioth [4] der Firma bei. Infolge der Wirtschaftskrise vertrieben die Basler Genossenschaften sie nach Münchenstein [5][6] wo sich die Firma Bürgin & Alioth vergrößerte. 1893 war die Firma auf der Landesausstellung in Zürich vertreten. Kurz danach überließ er seinem Partner das Geschäft und gründete in Basel am Riehenteich eine Eisfabrik, die als einzige in der Schweiz Kohlensäure verflüssigte. Nachdem er 1888 die Fabrik vergrößert hatte, stellte die Basler Chemische Industrie jedoch auf Eigenversorgung um und ihm blieb nur das Kohlensäuregeschäft.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. electrosuisse.ch: Emil Bürgin (PDF; 28 kB)
  2. http://www.technik-museum.ch/geraete/paging.asp?p=75
  3. http://www.eeh.ee.ethz.ch/downloads/academics/studentprojects/pps_ws00_01_geschichte.pdf
  4. Kaspar Birkhäuser: Alioth, Ludwig Rudolf im Historischen Lexikon der Schweiz
  5. http://www.gusewski.ch/iwb.htm
  6. http://www.baselland.ch/4-text-htm.283360.0.html

Weblinks[Bearbeiten]