Emil Doepler

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Emil Doepler 1887 (von C.W.Allers)

Emil Doepler der Jüngere (* 29. Oktober 1855 in München; † 21. Dezember 1922 in Berlin) war ein deutscher Maler, Kunstgewerbler, Gebrauchsgraphiker und Heraldiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emil Doepler war Sohn von Carl Emil Doepler, der als Leiter der kostümlichen Ausstattung der Bayreuther Festspiele bekannt wurde. Emil Doepler d. J. heiratete seine Schülerin Elli Hirsch. Die Ehe blieb kinderlos.

Doepler widmete sich bereits als Jugendlicher der Kunst. Sein Vater, der sich ebenfalls als Maler und Illustrator einen Namen gemacht hatte, war zunächst sein Lehrer. Emil spezialisierte sich als Zeichner und Maler heraldischer und kunstgewerblicher Motive, schuf aber auch Landschaftsbilder und Stillleben in unterschiedlichen Techniken. Ab 1870 studierte er an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin. Ab 1873 war er selbständiger Illustrator. 1876/77 folgte ein Studium an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin. Er wurde 1881 Lehrer und 1889 Professor an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums. Ab 1898 leitete er den Ausschuss zur Prämierung der Entwürfe von Stollwerck-Sammelbildern in den von Ludwig Stollwerck veranstalteten Wettbewerben.

Im Dreikaiserjahr zeichnete er das Wappen für den Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Dabei machte er Habent sua fata libelli zum Wahlspruch des deutschen Buchhandels.[1] Für Stollwerck gestaltete Emil Doepler Emailschilder und Sammelbilder. Diese Gebrauchsgrafiken wurden in verschiedenen Kunstzeitschriften abgedruckt.1898 hatte Ludwig Stollwerk zusammen mit Emil Doepler, Woldemar Friedrich, Bruno Schmitz und Franz Skarbina das „Komité zur Beschaffung und Ueberwachung künstlerischer Stollwerck-Bilder“ gegründet. Die Künstler fungierten nicht nur als Berater, sondern auch als Preisrichter für Preisausschreiben. Die Wettbewerbe, die hohen Preisgelder und das angesehene Gremium sollten den Stollwerck-Bildern, die den Fabrikaten beigelegt wurden, einen künstlerisch höheren Wert geben. So gelang es Ludwig Stollwerck, namhafte Künstler für die späteren Sammelbilder zu werben. 1899 entwarf Doepler im Auftrag von Ludwig Stollwerck mehrere Variationen des Firmennamens „Stollwerck“ in einer neuen Jugendstil-Schrift. Den Schriftzug kombinierte seine Schülerin Elli Hirsch später mit dem „Dreikronenstern“ zum neuen Stollwerck-Firmenlogo.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1887 Stadtwappen von Essen.
  • 1889 Entwurf der neuen Form des deutschen Reichsadlers
  • 1898 Heraldischer Formenschatz, Berlin
  • Zeichnungen im Heraldischen Musterbuch von F.Warnecke
  • 1898 Entwurf des Dreikronensterns als Bestandteil des Firmenlogos der Gebr. Stollwerck AG
  • um 1900 Illustrationen für Walhall – die Göttwerwelt der Germanen. Oldenbourg, Berlin
  • 1902 Großes Fass der Brennerei Elmendorf, ein 20.000 Liter fassendes Kornfass
  • 1906 Entwurf des Äbtissinnenstabs Kloster Drübeck
  • 1909 Künstlerische Oberleitung bei der Herausgabe von Stollwercks Sammelalbum Helden des Geistes und vom Schwert
  • 17. Februar 1914 Entwurf von Flaggen und Standarten für Albanien: Die National- und die Handelsflagge sowie drei Fürstenstandarten
  • 1915 Gedenkblatt für die Angehörigen unserer gefallenen Helden
  • 1919 Entwurf des Staatssymbols der Weimarer Republik
  • über 50 Exlibris

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gernot Blum: Aufbruch in die Moderne – Das Exlibris um 1900 Artikel: Die Heraldiker - Emil Doepler d.J., Wiesbaden 1990, ISBN 978-3-922 835-19-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Emil Doepler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Über die Veränderung eines Zitats (boersenblatt.net)