Emil Groos

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Emil Groos (* 12. Oktober 1803 in Saßmannshausen; † 23. Dezember 1885 in Laasphe) war ein deutscher Arzt und Ehrenbürger der Stadt Laasphe.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emil Groos wurde am 12. Oktober 1803 als dritter Sohn des fürstlichen Kammerassessors Johann Daniel Karl Henrich Groos (1771–1858) und seiner Ehefrau Friederike geb. Schaffner in Saßmannshausen bei Laasphe geboren. Er besuchte das Gymnasium in Wetzlar, begann nach dem Abitur 1821 sein Medizinstudium in Bonn,[1] schrieb sich am 8. Mai 1822 an der Universität in Marburg ein,[2] studierte dann ab 8. Mai 1823 in Gießen. Das medizinische Examen absolvierte er 1825 mit der Note „Sehr gut“ an der Königlichen Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. Seine in Latein verfasste Inaugural-Dissertation mit dem Titel De inflammatione hepatitis legte er am 19. März 1825 in Berlin vor, wo er promoviert wurde. Ein ihm angebotenes Kreisphysikat in Bochum lehnte er ab. Stattdessen nahm er eine Stelle in Meerholz bei Gelnhausen als Leibarzt des Grafen Ysenburg an. In Meerholz lernte er seine spätere Frau kennen. Er heiratete am 14. April 1833 in Gelnhausen Pauline Auguste Clever (1802–1877), die Tochter des dortigen Kaufmanns Heinrich Moritz Clever. Nach einigen Jahren ließ Groos sich als praktischer Arzt in Wetzlar nieder. Am 18. März 1835 wurde in Wetzlar das einzige Kind Ferdinand geboren, das mit fünf Jahren starb. Emil Groos zog etwa 1845 in seine Heimatstadt Laasphe, wo er eine Landarztpraxis eröffnete.[3] In Laasphe hatte sein Vater zwei Häuser bauen lassen, von denen Emil eines übernahm, während der Bruder Eduard Groos seine homöopathische Arztpraxis bereits im Nachbarhaus eingerichtet hatte. Emil Groos wurde Leibarzt von Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein. Dieser ernannte ihn zum fürstlichen Hofrat; Groos wurde Kreisphysikus des Kreises Wittgenstein und Geheimer Sanitätsrat. Anlässlich seines 60-jährigen Doktorjubiläums ernannte ihn die Stadt Laasphe zu ihrem Ehrenbürger. Emil Groos starb im Alter von 82 Jahren am 23. Dezember 1885 in Laasphe.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • vor 1885 wurde ihm der Rote Adlerorden 3. Klasse verliehen.
  • 1885 wurde Emil Groos anlässlich seines 60-jährigen Doktorjubiläums Ehrenbürger der Stadt Laasphe.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emil Groos trat während seiner Studentenzeit einer Burschenschaft bei und galt innerhalb der Verbindung als gefürchteter Schläger. Allerdings verlor er auf dem Fechtboden ein Auge.[5] Die beiden Laaspher Ärzte Emil und Eduard Groos sind bekannt geworden als der „schwarze und der rote Hofrat“, wie man sie nach ihrer Haarfarbe genannt hatte. Damit die Patienten ihre Ärzte in den nebeneinanderstehenden Häusern nicht verwechselten, ließen sie ihre Scheunen schwarz und rot streichen. Auch ihre medizinische Auffassung war unterschiedlich: Dr. Emil Groos war Vertreter der Schulmedizin, der Allopathie, während seiner Bruder Dr. Eduard Groos als Homöopath erfolgreich praktizierte.[6] Von Emil Groos wird berichtet, er sei so diensteifrig gewesen, dass er sich noch drei Tage vor seinem Tod im Wagen durch seine Haushälterin zu mehreren schwerkranken Patienten schleppen ließ.[7] Er sei auch so uneigennützig gewesen, dass er kein ärztliches Honorar forderte und über seine ärztlichen Leistungen niemals Buch und Rechnung führte. Er nahm nur, was man ihm unaufgefordert gab.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fr. Otto Groos, Marburg: Als der Großvater die Großmutter nahm. Selbstverlag Marburg 1895, Online-Ausgabe: Düsseldorf, Universitäts- und Landesbibliothek, 2015.
  • Pastor Bauer, Laasphe: Die Familie Groos und ihre Beziehungen zu Wittgenstein In: Das schöne Wittgenstein, 1. Heft, Jahrgang 1927, Verlag Ernst Schmidt, Laasphe, 1927.
  • G. Bauer, Laasphe: Die Familie Groos in Wittgenstein In: Wittgenstein, Blätter des Wittgensteiner Heimatvereins e.V., Jahrgang 53, 1965, Bd. 29, H. 2, S. 73–75.
  • Karl Großmann: Aus alten Briefen der Familie Groos In: Wittgenstein, Blätter des Wittgensteiner Heimatvereins e.V., Jahrgang 53, 1965, Bd. 29, H. 2, S. 75–79.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Universität Bonn: Studienfach Medicin: Groos, Emil, Laasphe, Datum der Immatriculation: 5. Mai 1821, Wohnung Rheingasse 9/12.
  2. Catalogi studiosorum Marpurgensium (1811-1822), Seite 543: Matrikel Uni Marburg, Nr. 133/1822: 9. Mai 1822: Aemilius Groos, Laasphe-Witgensteinensis, Medic. Link: http://dspace.ut.ee/bitstream/handle/10062/24860/g_1913.pdf?sequence=1
  3. Im ev. Kirchenbuch Laasphe findet ab 1845 eine Unterscheidung der beiden den Tod feststellenden Ärzte Groos statt. Einsichtnahme: 14. September 2018
  4. Ev. Kirchenbuch Laasphe: Beerdigungen, Nr. 42/1885
  5. Fr.Otto Groos: Als der Großvater die Großmutter nahm. Selbstverlag, Marburg 1895, Seite 41.
  6. Gustav Bauer: Die Familie Groos in Wittgenstein. In: Zeitschrift Wittgenstein, Jg. 53, 1965, Bd. 29, H. 2, S.74 und 75.
  7. Im Kirchenbuch Laasphe ist bei den Beerdigungen unter Nr. 40/1885 die 76-jährige Laaspherin Elisabeth Speck beurkundet, deren Tod am 17. Dezember 1885 noch von Dr. Groos II (Emil Groos) bescheinigt wurde. Einsichtnahme am 14. September 2018.
  8. Gustav Bauer: Die Familie Groos und ihre Beziehungen zu Wittgenstein. In: Das schöne Wittgenstein, Jahrgang 1927, Heft 1, Seite 27.