Emil Jungblut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Emil Jungblut (* 11. Juni 1888 in Düsseldorf; † 24. April 1955 ebenda) war ein deutscher Bildhauer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emil Jungblut besuchte zunächst die Kunstgewerbeschule und wurde später Meisterschüler an der Kunstakademie Düsseldorf. Um seine Kenntnisse zu erweitern, hielt er sich einige Zeit in Paris auf und unternahm mehrere Reisen nach Frankreich, Italien und Holland. Jungblut war Mitglied des Künstlervereins Malkasten, dessen Vorstand er lange Zeit angehörte.

Das Atelier des Schöpfers zahlreicher Düsseldorfer Plastiken und Skulpturen befand sich in Düsseldorf-Oberkassel in der Schanzenstraße 115, auf dem Grundstück des Fasslagers der Fabrik für Chemische Öle und Fette „Dr. A. Schmitz“. Hier hauste auch der Obdachlose, Botenjunge und Modell der Kunstakademie Pitter Muggel zwischen den Fässern des Lagers.[1]

Seine Arbeiten ließ Jungblut in der „Broncebildgießerei August Bischoff“ in Düsseldorf-Oberkassel ausführen. In dieser Bronze- und Eisengießerei wurden dann im Zweiten Weltkrieg Bronzestatuen aus der Umgebung für neues Kriegsgerät eingeschmolzen.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jungblut war ein Sohn des Landschaftsmalers Johann Jungblut (1860–1912), welcher 1885 von Saarburg bei Trier nach Düsseldorf kam. Seine Brüder Walter Jungblut (1892–1941) und Hans Jungblut waren, wie der Vater, ebenso Maler. Auch die Frau von Walter Jungblut war eine Düsseldorfer Malerin. Sie wurde 1909 in Benrath als Johanette Blum geboren und ist 2003 in Düsseldorf gestorben.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Büste Friedrich Heinrich Jacobi am Eingang zum Malkastenpark, 2015

Thematisch widmete sich Jungblut in seinen Arbeiten vor allem dem Porträt. Er schuf jedoch auch eine Reihe von Tierplastiken und Freifiguren.[2] 1913 und 1920 beteiligte er sich mit Masken, Porträtfiguren und Plastiken von Tänzerinnen im Stil des Art déco an Ausstellungen, die von Kritikern gewürdigt wurden. Zahlreiche Kleinplastiken wie Salome, Colombine, Harlekin und Porträts von Jungblut, beispielsweise die Büste von Reichspräsident Paul von Hindenburg,[3] befinden sich heute in Privatbesitz. Um 1933 fertigte Jungblut eine Büste von Albert Leo Schlageter[4] und eine Büste von Ernst von Rath,[5] welche sich heute im Stadtmuseum Düsseldorf befindet. Die 1943 aus Marmor gefertigte Büste von Friedrich Heinrich Jacobi steht heute im Eingang zum Malkastenpark.[6]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke im öffentlichen Raum (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rheinschiffer am Biergarten der Rheinterrasse mit Rheinpark Golzheim im Hintergrund
Zwirnmeisterin in Hilden

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jörg A. E. Heimeshoff, Norbert Beleke: Denkmalgeschützte Häuser in Düsseldorf: mit Garten- und Bodendenkmälern, ISBN 3-922785-68-9
  • Werner Alberg: Düsseldorfer Kunstszene 1933–1945, Stadt Düsseldorf. Stadtmuseum, 1987, ISBN 3-926895-00-4, S. 161
  • James A. Mackay: Dictionary of Western Skulptures in Bronze, Antique Collectors Club Woodbridge, 1977, ISBN 1-85149-110-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bildhauer Emil Jungblut im Artikel Pitter Muggel aus Oberkassel, Alde Düsseldorfer Bürgergesellschaft von 1920: Jan Wellem, Heft 1, Januar bis April 2009, S. 12
  2. Emil Jungblut Freifiguren auf Artnet, abgerufen am 6. September 2015
  3. Büste Paul von Hindenburg (1847-1934)
  4. Büste Leo Albert Schlageter, Bronze um 1933
  5. Ernst von Rath; Bronzebüste von Emil Jungblut (SMD.F 10732)
  6. Friedrich-Heinrich-Jacobi-Büste; Marmorbüste auf Muschelkalk-Stele
  7. Große Deutsche Kunstausstellung 1939: Emil Jungblut mit Porträt Ernst vom Rath
  8. Große Deutsche Kunstausstellung 1941: Emil Jungblut mit Büste Albert Leo Schlageter
  9. Bilddokumentation Kiepenkerl Worringer Platz, um 1930
  10. Die wahrscheinlich in den 1930er Jahren geschaffene Figur stand bis 1959 im kleinen Innengarten des Restaurants „Zum Schiffchen“ in der Hafenstraße. Juni 1970 wurde sie als Stiftung der Familie Demmer (Brauerei „Zum Schiffchen“) nördlich der Rheinterrasse am Beginn des Robert-Lehr-Ufers aufgestellt.
  11. Gedenktafel im Düsseldorfer Hauptbahnhof