Emil Lind

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Emil Lind (* 14. August 1872 in Wien, Österreich-Ungarn; † 7. April 1948 in Wien, Österreich) war ein österreichischer Schauspieler, Theaterregisseur und Schauspiellehrer an deutschsprachigen Bühnen.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

am Theater und beim Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der gebürtige Wiener begann seine Laufbahn 1891 als Schauspieler in Salzburg. 1892 folgte er einem Ruf nach Preßburg (heute Bratislava, die Hauptstadt der Slowakei), im Jahr darauf nach Linz und ein weiteres Jahr später ins mährische Troppau. Nach einer Stippvisite im böhmischen Reichenberg 1895 gehörte Lind von 1896 bis 1899 dem Ensemble des Stadttheaters von Brünn an. Nach diesen Jahren in der k.u.k.-Provinz wechselte der Künstler 1899 nach München, um einer Verpflichtung an die dortigen Vereinigten Theater nachzukommen. Vor allem sah man ihn am Münchner Schauspielhaus unter der Leitung von Ignaz Georg Stollberg. Dort blieb er bis 1904.

In jenen frühen Jahren verkörperte der hagere Wiener mit der wuchtigen Nase und dem markanten (und in seinen späten Jahren) weißen Schnurrbart Charaktere in zumeist modernen Stücken. Er reüssierte bis zur Jahrhundertwende in Stücken wie "Das Vermächtnis", "Die Macht der Finsternis", "Das andere Ufer" und "Der rote Hahn".

1904 ging Emil Lind nach Berlin und diente in der Folgezeit den Theaterbetreibern bzw. Intendanten Otto Brahm, Max Reinhardt, Victor Barnowsky und Heinz Saltenburg als Schauspieler, Regisseur und Dramaturg. In der Ägide Reinhardts wirkte er außerdem über ein Jahrzehnt lang auch als Schauspiellehrer am Deutschen Theater und ging gastspielweise an Bühnen in Wien, New York und Düsseldorf.

In seinen Berliner Jahren sah man Emil Lind auch in einer Reihe von Stummfilmen, in denen er zumeist tragende Nebenrollen verkörperte. Vor allem sein Landsmann, der Wiener Richard Oswald, setzte ihn mehrfach ein, aber auch Robert Wiene, Friedrich Fehér und Friedrich Zelnik. Bei Fehérs Film “Das graue Haus” wirkte Lind als Oberregisseur und künstlerischer Beirat. 1927 beendete er seine Filmtätigkeit und wandte sich der Autorentätigkeit zu.

gewerkschaftliche Arbeit und erzwungener Rückzug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infolge der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten in Deutschland kehrte der 60-jährige Lind 1933 in seine Wiener Heimat zurück. Lind war seit 1914 Mitglied des Verwaltungsrats der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger und diente dieser Institution ab 1927 als Schriftleiter von deren Hauspublikation “Der neue Weg”. Zum Zeitpunkt seines Todes (1948) war Lind, neben Albert Bassermann und Eduard von Winterstein, eines von drei Ehrenmitgliedern der Genossenschaft.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als Schauspieler, wenn nicht anders angegeben

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Verlag von Paul List, Leipzig 1903, S. 608, (Textarchiv – Internet Archive).
  • Deutsches Bühnenjahrbuch 1933, hrgg. von der Genossenschaft der Deutschen Bühnen-Angehörigen. S. 89.
  • Wilhelm Kosch: Deutsches Theater-Lexikon, Biographisches und bibliographisches Handbuch, zweiter Band, Klagenfurt und Wien 1960, S. 1248 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]