Emil Rasmus Jensen

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Nymphe und Flötenspieler, Bronze, Deutsches Haus Flensburg (1930)

Emil Rasmus Jensen (* 18. Juli 1888 in Tondern; † 22. Dezember 1967 in Starnberg) war ein deutscher Bildhauer. Er gilt als Vertreter der modernen Bildhauerei Schleswig-Holsteins.

Emil Rasmus Jensen, Starnberg um 1960
Bronzeplastik Erscheinung, 1931[1]

Jensens Leben war seit früher Kindheit durch eine rachitische Erkrankung stark beeinträchtigt. Sein körperliches Wachstum kam bald zum Erliegen, und erst im Alter von etwa zwanzig Jahren gelang es ihm, das Laufen zu erlernen. Eine reguläre Schule konnte er nicht besuchen, so dass er durch einen Hauslehrer unterrichtet werden musste, doch bemühte sich die Familie, ihm sein Schicksal so weit wie möglich zu erleichtern.

Schon in seiner Jugend zeigte sich ein ausgeprägtes künstlerisches Talent, das er durch selbstgestellte Aufgaben entwickelte. Da seine große Begabung erkannt wurde, konnte er im Jahre 1914 eine Ausbildung an der Kunstgewerblichen Fachschule Flensburg (heute: Berufsfachschule Holzbildhauerei Flensburg) beginnen, wo ihn der Bildhauer Heinz Weddig vorwiegend in der Holzschnitzkunst unterwies. 1922 wechselte er zum Studium an die Kunstgewerbeschule am Lerchenfeld in Hamburg. Hier war sein Lehrer Johann Michael Bossard für Jensen bestimmend.[2]

Ab Ende der zwanziger Jahre erhielt Jensen Aufträge für verschiedene öffentlich aufgestellte Skulpturen, so für das Hamburger Rathaus und das Deutsche Haus in Flensburg, zu dessen Eröffnung 1930 er die allegorischen Bronzeskulpturen Nymphe und Faun schuf.[3] Ein Stipendium für einen Aufenthalt an der Villa Massimo in Rom wurde ihm im Jahr 1930 durch die Preußische Akademie der Künste verliehen. 1931 wurde Jensen der Bezug eines Ateliers im Ohlendorffhaus in Hamburg ermöglicht. Im gleichen Jahr wurden seine Werke im Kopenhagener Schloss Charlottenborg ausgestellt.

Bei der Zerstörung seines Ateliers durch Bombenangriffe im Jahr 1943 verlor Jensen auch zahlreiche seiner Werke. Er zog zu seiner Schwester nach Bayrischzell und übersiedelte später nach Starnberg.

Jensen hat die stilistischen Strömungen der Bildhauerei seiner Zeit aufgenommen und zu einem vielseitigen Werk verarbeitet, das sich „formal zwischen Expressivität und Eleganz, inhaltlich zwischen Monumentalität und Intimität“ (Chr. Rathke) bewegt. Eine abschließende Beurteilung wurde zunächst noch als schwierig angesehen, da Jensens gelungenste Plastiken aus der Zeit um 1930 weitgehend verloren schienen. Glücklicherweise sind inzwischen eine Reihe von zentralen Werken des Künstlers auf dem Kunstmarkt wiederentdeckt worden.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Rathke: Emil Jensen (1888–1967) Skulpturen. Ausstellung vom 30. April bis 16. Juni 1989 Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum Schloss Gottorf in Schleswig. Schleswig 1989.
  • Arne Jensen: Hochtalent bei Kleinwuchs. Der Bildhauer Emil Rasmus Jensen. Ein fast vergessener Künstler aus Nordschleswig. In: Grenzfriedenshefte, Jg. 64, 2017, S. 71–84.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kunst@SH: Standort, Beschreibung, Fotos, abgerufen am 20. Februar 2018
  2. Flensburger Tageblatt: Emil Jensen aus Flensburg - Der vergessene Künstler (Catrin Haufschild), 7. Februar 2018, abgerufen am 20. Februar 2018
  3. [1] Sculpturest Emil Rasmus Jensen (1888–1967) Bildhauer
  4. Vortrag Verleihung Heinrich-Sauermann Preis Museumsberg Flensburg: Über den Bildhauer Emil Jensen (1888–1967) (Arne Jensen), 18. Januar 1918