Emil Sonderegger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Emil Sonderegger (* 28. November 1868 in Herisau; † 14. Juli 1934 in Bern) war ein Schweizer Offizier und Generalstabschef, der sich später politisch am extremen rechten Rand positionierte.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sondereggers Vater besass eine Stickereifirma, für die der Sohn im Exportbereich tätig war und zahlreiche Geschäftsreisen ins Ausland unternahm. Noch in jungen Jahren wurde Emil Sonderegger Miteigentümer dieser Stickerei, um sich dann doch für die Laufbahn eines Berufsmilitärs in der Schweizer Armee zu entscheiden. Er wurde 1906 zum Stabschef der VII. Division (ab 1911 in 6. Division umbenannt) und des 3. Armeekorps ernannt.[1] Als Stabschef des 3. Armeekorps war er 1912 für die Kaisermanöver[2][3] anlässlich des Besuches von Kaiser Wilhelm II. in der Ostschweiz mitverantwortlich. Er kommandierte die Gebirgsbrigade 3 und ab 1918 als Oberstdivisionär die 4. Division. Beim Generalstreik im November 1918 kommandierte er die Ordnungstruppen in der Stadt Zürich, wobei ihm sein martialisches und teilweise unerbittliches Auftreten in bürgerlichen Kreisen hohe Anerkennung eintrug.[4] Seit 1920 Generalstabschef, trat er 1923 infolge von politischen Differenzen über die geplante Restrukturierung der Schweizer Armee von diesem Amt zurück.

Sonderegger arbeitete anschliessend für die Schweizerische Industrie-Gesellschaft und für einen Waffenproduzenten. Im Laufe der Zeit wandte er sich verstärkt der Politik zu, wo er zum prononcierten Gegner der parlamentarischen Demokratie wurde. Als Militärschriftsteller trat er in den 1930er Jahren als Vortragender bei frontistischen Veranstaltungen auf und verfasste u. a. die Schrift Ordnung im Staat (1933).[5] 1933 gelang es Hans Oehler, damals Herausgeber und Chefredaktor der Schweizerischen Monatshefte, Sonderegger zur Mitgliedschaft in der Nationalen Front zu bewegen. Unter Einsatz seiner militärischen Erfahrung spielte er eine entscheidende Rolle bei der Umgestaltung der Nationalen Front von einer Diskussionsrunde in eine politische Bewegung der Strasse. Die Schwerfälligkeit der Nationalen Front führte jedoch zu einer raschen Desillusionierung, und so verliess Sonderegger die Gruppierung noch im selben Jahr, um mit Ernst Leonhardt den Volksbund zu gründen. Im Februar 1934 trennten sich allerdings auch Sonderegger und Leonhardt, wobei Sonderegger seine eigene Volksfront bildete. Als er bereits im gleichen Jahr verstarb, ging seine Gruppierung in der Eidgenössischen Front auf.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eugen Bircher: Oberst-Divisionär Emil Sonderegger zum Gedächtnis. Allgemeine schweizerische Militärzeitung, Heft 7, 1934
  2. Oberstleutnant Meyer: Bericht über die Manöver von 1912. In: Allgemeine Schweizerische Militär-Zeitschrift. 1912, S. 301 ff.
  3. Colonel Feyler: Les manœuvres du IIIème corps d’armée en 1912. In: Revue militaire suisse. 1912, S. 809–827 und 909–912.
  4. Emil Sonderegger. Private Website von Ueli Sonderegger.
  5. Willi Gautschi: Der Landesstreik 1918. Benziger, Zürich 1968.