Emil Weyerbusch

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Emil Weyerbusch, Gemälde von Fritz Roeber

Emil Hermann Weyerbusch (* 12. November 1846 in Elberfeld (heute Stadtteil von Wuppertal); † 9. Januar 1909 in Gardone Riviera) war ein deutscher Industrieller, Mäzen und Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weyerbusch, Sohn des Elberfelder Kaufmanns Carl Abraham Weyerbusch (1815–1880) und dessen Ehefrau Maria Elenore Schmidt (1813–1850), erlernte in Paris und London den Beruf des Kaufmanns. 1869 trat er in den väterlichen Betrieb ein, der auf die Herstellung von Knöpfen spezialisiert war.

Am 18. Juli 1870 ehelichte er Mathilde Freiin von der Heydt (1850–1889), Tochter des Bankiers August Freiherr von der Heydt (1825–1867), die Ehe blieb jedoch kinderlos. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870 bis 1871 prosperierten Weyerbuschs Geschäfte, er beschäftigte nun etwa 600 Arbeiter in seiner Fabrik. Während einer Geschäftsreise verstarb Mathilde von der Heydt 1889 fernab der Heimat in Bombay. Am 11. März 1891 heiratete Weyerbusch Emilie Juliane Frowein (1860–1933), die junge Witwe des Leutnants Paul von der Heydt.

Weyerbusch, der Elberfelder Stadtrat war und seine Heimatstadt im Preußischen Abgeordnetenhaus vertrat, widmete sich auch karitativen Projekten. Über ein Jahrzehnt war er Präses der Diakonie Elberfeld und Mitglied im Presbyterium der Reformierten Gemeinde Elberfeld. Weyerbusch war Rittmeister der Reserve des Preußischen Husaren-Regiments Nr. 15. Daneben galt er als leidenschaftlicher Sammler chinesischen Porzellans. Seine Sammlung vermachte er später der Stadt Elberfeld. Auf dem Gipfel des Nützenbergs ließ er 1898 einen Aussichtsturm errichten, der seinen Namen trägt.

1902 ließ Weyerbusch in Birnbach, dem Dorfe seiner Ahnen, eine Villa errichten, in der er mit seiner zweiten Ehefrau die Wochenenden verlebte. Nach Weyerbuschs Tod wurde das Haus der Stadt Elberfeld vermacht, die es ein Jahrzehnt als Erholungshaus für Lehrerinnen, Lehrer und Beamte nutzte, bevor es 1920 an einen Bonner Industriellen veräußert wurde. Auch im Lande seiner Vorfahren zeigte sich Weyerbusch als großzügiger Spender, mit seiner finanziellen Unterstützung konnte die evangelische Gemeinde Birnbach ein Gemeindehaus bauen und die alte, teils verfallene romanische Basilika Birnbachs instand setzen lassen.

Weyerbuschs letzte Lebensjahre waren geprägt von Krankheit und Leiden. Er starb 1909 während eines Kuraufenthalts am Gardasee.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mann, Bernhard (Bearb.): Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus. 1867–1918. Mitarbeit von Martin Doerry, Cornelia Rauh und Thomas Kühne. Düsseldorf : Droste Verlag, 1988, S. 414 (Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien : Bd. 3)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erwin Katzwinkel: Emil Weyerbusch – ein Wohltäter der Heimat seiner Vorfahren. In: Heimatkalender des Kreises Altenkirchen 1967, S. 28f., Altenkirchen 1966.
  • Walter Marenbach: Wer war Emil Weyerbusch?. In: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen 1993, S. 288–290, Altenkirchen 1992.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Emil Weyerbusch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien