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Emil Zátopek

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Emil Zátopek Leichtathletik
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ohne Rahmen

Emil Zátopek, 1951

Voller Name Emil Ferdinand Zátopek
Nation TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei
Geburtstag 19. September 1922
Geburtsort Kopřivnice
Größe 174 cm
Gewicht 68 kg
Beruf Schuhmacher
Sterbedatum 21. November 2000
Sterbeort Prag
Karriere
Disziplin Langstreckenlauf
Bestleistung 5000 m: 13:57,0 min
10.000 m: 28:54,2 min
Marathon: 2:23:03,2 h
Verein SK Bata Zlín
Botostroj
ATK Praha (Armeesportclub)
Trainer Jan Haluza
Nationalkader seit 1946
Karriereende 1957
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 4 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Europameisterschaften 3 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
ČSSR Meisterschaften 15 × Gold 4 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Spiele
0Gold0 London 1948 10.000 m
0Silber0 London 1948 5000 m
0Gold0 Helsinki 1952 5000 m
0Gold0 Helsinki 1952 10.000 m
0Gold0 Helsinki 1952 Marathon
Logo der EAA Europameisterschaften
0Gold0 Brüssel 1950 5000 m
0Gold0 Brüssel 1950 10.000 m
0Gold0 Bern 1954 10.000 m
0Bronze0 Bern 1954 5000 m
ČSSR Meister
0Silber0 Prag 1944 1500 m
0Silber0 Prag 1945 1500 m
0Gold0 Prag 1945 5000 m
0Gold0 Prag 1946 5000 m
0Gold0 Prag 1947 5000 m
0Gold0 Prag 1947 Cross
0Gold0 Prag 1948 5000 m
0Gold0 Prag 1949 Cross
0Gold0 Bratislava 1950 5000 m
0Gold0 Prag 1952 5000 m
0Gold0 Prag 1952 10.000 m
0Gold0 Prag 1952 Cross
0Gold0 Prag 1953 5000 m
0Gold0 Prag 1953 10.000 m
0Gold0 Ostrava 1954 5000 m
0Gold0 Ostrava 1954 Cross
0Gold0 Prag 1955 Cross
0Silber0 Prag 1956 Cross
0Silber0 Prag 1957 10.000 m
 

Emil Ferdinand Zátopek, Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i (* 19. September 1922 in Kopřivnice (Kreis Nový Jičín); † 21. November 2000 in Prag, Tschechien) war ein tschechoslowakischer Leichtathlet, der vor allem als Langstreckenläufer erfolgreich war.

Zátopeks Läuferkarriere begann 1941. Unter der Anleitung seines Trainers Jan Haluza stieg er binnen weniger Jahre zum Ausnahmeathleten auf. 1945 wurde er erstmals nationaler Meister. Bei den Olympischen Spielen 1948 in London gewann er jeweils eine Gold- und Silbermedaille im 10.000- beziehungsweise 5000-Meter-Lauf. 1949 lief Zátopek seinen ersten Weltrekord, dem bis 1955 weitere siebzehn folgten. Von 1950 bis 1957 galt Zátopek als größter aktiver Langstreckenläufer, wurde dreimal Europameister und erlief bei den Olympischen Sommerspielen 1952 in Helsinki drei Goldmedaillen.

1957 trat er vom Hochleistungssport zurück, nachdem er 18 Welt-, drei olympische und über 50 nationale Rekorde errungen hatte. 1968 beteiligte er sich am Prager Frühling und unterzeichnete das Manifest der 2000 Worte. Hierfür wurde Zátopek aller Ämter enthoben und öffentlich diskreditiert. Ab 1974 wurde der in der Tschechoslowakei als Volksheld geltende Zátopek zunächst schrittweise wieder in die Gesellschaft integriert und nach der Samtenen Revolution im Jahr 1990 rehabilitiert.

Zátopeks ungewöhnliche Trainingsmethoden und die hohen Wiederholungszahlen an Intervallläufen gelten als revolutionär. Sein unorthodoxer Laufstil sorgt bis heute für kontroverse Diskussionen über den Sinn und die Anwendung eines ökonomisch-sauberen Laufstils. Emil Zátopek starb am 21. November 2000 in Prag an den Folgen eines Schlaganfalls.

Familie und frühe Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Familienverhältnisse und Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emil Zátopek wurde am 19. September 1922 im nordmährischen Kopřivnice als Sohn des Tischlers František Zátopek († 1963) und dessen Frau Anežka († 1962) geboren. Er hatte sechs ältere Geschwister und einen jüngeren Bruder.[1] Sein Vater arbeitete als Schreiner in der Karosserieabteilung der Tatra-Werke. Nebenberuflich fertigte er Möbel an. Die Mutter war Hilfsarbeiterin in einer Ziegelei, später Hausfrau und galt als liebevoll, während der Vater bisweilen seine Kinder züchtigte.[2]

Zátopek, der in späteren Jahren neben seiner Muttersprache acht Fremdsprachen[3], darunter Französisch, Englisch, Russisch und Deutsch sprach[4][5], war ab Juni 1948 mit der Speerwerferin Dana Ingrova liiert,[6] die ihm den Spitznamen Topek gab.[7] Das Paar heiratete am 24. Oktober des gleichen Jahres.[8] Die Ehe blieb kinderlos.

Kindheit und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie bewohnte am nördlichen Stadtrand von Kopřivnice eine Doppelhaushälfte und bewirtschaftete einen Garten mit Tieren zur Eigenversorgung. Zátopek besuchte die örtliche Volksschule und verlebte seine Kindheit unbeschwert. Er liebte das Herumtollen und badete gern in der Lubina. Sportliche Aktivitäten vermied er weitestgehend. Der von seiner Umgebung als schwächlich und unkoordiniert wahrgenommene Zátopek spielte zwar wie fast all seine Freunde Fußball, jedoch eher lustlos und meist barfuß, um sein einziges Paar Schuhe zu schonen.[9]

Nach dem Willen seiner Eltern sollte Zátopek, der 1937 von der Schule abgegangen war, Lehrer werden,[10] was an den Hochschulgebühren scheiterte, die sie nicht aufbringen konnten. Stattdessen ließ er sich bei den Bata-Werken in Zlín zum Schuhmacher ausbilden und wohnte im werkseigenen Internat. Nach zwei Jahren in der Fließbandproduktion wurde Zátopek dank seiner hohen Auffassungsgabe an der höheren Gewerbeschule zugelassen und wechselte in das chemische Forschungsinstitut des Werkes. Nach der Annexion des Sudetenlandes durch das nationalsozialistische Deutschland im Rahmen des Münchner Abkommens im Oktober 1938 und der Zerschlagung der Rest-Tschechei im März des Folgejahres wurden die Produktionskapazitäten der Bata-Schuhwerke der Wehrmacht zur Verfügung gestellt, Widerstand ahndeten die neuen Machthaber mit teils drakonischen Strafen. Dessen war sich auch Zátopek bewusst und fügte sich dem Regime.[11][12]

Sportliche Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühjahr 1941 organisierte die Leitung der Bata-Werke für alle wehrfähigen Männer des 4. Studienjahres einen örtlichen Betriebslauf. Zátopek, der bis dahin nicht viel vom Sport gehalten hatte und sich ihm vergeblich durch eine vorgetäuschte Verletzung zu entziehen versuchte, bestritt so sein erstes Straßenrennen. Er beendete den 1400-Meter-Lauf, für ihn überraschend, als Zweiter. Einige Wochen später, inzwischen war Zátopek in das Werksteam aufgenommen worden, erreichte er bei einem 1500-Meter-Lauf in Brünn mit einer Zeit von 4:20 min erneut einen zweiten Platz.[13] Im Frühjahr 1941 wurde Jan Haluza, eines der größten Lauftalente des Landes, bei einer Leichtathletikveranstaltung auf Zátopek aufmerksam. Dessen Angebot, bei ihm unter professioneller Anleitung zu trainieren, nahm Zátopek an. Haluza begann Zátopek zu einem Spitzensportler aufzubauen. Er stellte seine Ernährung und Lebensgewohnheiten radikal um, unterwies ihn im Intervalltraining und spornte ihn zu immer besseren Leistungen durch noch härteres Training an. Unter seiner Anleitung führte Zátopek die 4-mal-1500-Meter-Staffel bei den nationalen Meisterschaften 1942 zu einem neuen Rekord und im Herbst 1943 errang er in Prag anlässlich des Wettstreites Böhmen gegen Mähren seinen ersten Sieg über 1500 Meter (4:01,0 min).[14][15] In diesem Jahr hatte er die höhere Gewerbeschule der Bata-Werke abgeschlossen und war nun in deren chemischer Abteilung angestellt. 1944 brach Zátopek innerhalb von 16 Tagen drei Rekorde – im 3000-Meter-Lauf (8:38,8 min), über 5000 Meter (14:55 min) und am 1. Oktober über 2000 Meter (5:33,4 min).[16] Seitdem zog Zátopek es vor, allein weiterzutrainieren, insbesondere da Haluza ihm alles Läuferische beigebracht zu haben glaubte.[17]

Aufstieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den letzten Kriegsmonaten war an regelmäßiges Trainieren nicht mehr zu denken. Im November 1944 waren die Bata-Werke von alliierten Flugzeugen bombardiert worden und lagen größtenteils in Trümmern. Die deutschen Besatzer verschärften ihre Repressalien gegenüber der Zivilbevölkerung und verhafteten willkürlich Einwohner, die sie der Sabotage oder Kollaboration mit dem Feind bezichtigten. Zátopek wurde in dieser Phase nur von dem Gedanken getrieben, den Krieg zu überleben. Nach der Befreiung von Zlín am 2. Mai 1945 durch die Rote Armee sah Zátopek für sich in den Bata-Werken keine berufliche Perspektive mehr und bewarb sich deshalb bei der in Gründung begriffenen Tschechoslowakischen Armee, die ihn am 20. Mai 1945 aufnahm. Seine Grundausbildung erfolgte im 27. Infanterie-Regiment in Uherské Hradiště. Hier fand er, unterstützt durch seine Vorgesetzten, genügend Zeit zu trainieren. Am 1. Juni des Jahres brach Zátopek mit 8:33,4 min den nationalen Rekord über 3000 Meter. Bei den im Juli 1945 stattfindenden tschechoslowakischen Meisterschaften in Prag lief Zátopek mit 14:50,8 min nationalen Rekord über 5000 Meter[18] und noch im Sommer beschloss Zátopek Berufssoldat zu werden. Die zweijährige Offiziersausbildung erfolgte in Hranice, später bei der 11. Panzer-Brigade in Milovice sowie an der Militärakademie in Prag.[19][20] Im Juni 1946 verbesserte Zátopek den Rekord über 5000 Meter auf 14:36 min.[21] Nach erneuter Trainingsverschärfung startete er bei den Leichtathletik-Europameisterschaften im norwegischen Oslo erstmals international. Bei dem Rennen über die 5000-Meter-Distanz traf er auf Laufgrößen wie Willem Slijkhuis, Sydney Wooderson, Evert Nyberg und Gaston Reiff. An dem Rennen nahmen 23 Läufer teil. Zátopek reihte sich nach den ersten Kilometern auf dem fünften Platz ein und schob sich dann auf Platz drei vor. Auf den letzten Metern wurde er noch von Nyberg und Viljo Heino überspurtet und wurde mit einer Zeit von 14:25,8 min, einem neuen nationalen Rekord, Fünfter.[22] Er bestritt weitere Rennen in Berlin bei den Alliierten Meisterschaften mit einem überlegenen Sieg im 5000-Meter-Lauf und in London im Rahmen des Britannia Shield, wo er den 6-Meilen-Lauf ebenfalls gewann.[23]

Zátopeks Laufschuhe in den späten 1940er Jahren.
Splitzeiten
(Evžen-Rošický-Gedächtnislauf 1947)
Rd. Split Gesamtzeit Distanz
1 30,2 s 30,2 s 200 m
2 64,5 s 01:34,7 min 600 m
3 67,5 s 02:42,2 min 1000 m
4 64,5 s 03:46,7 min 1400 m
5 67,5 s 04:54,2 min 1800 m
6 67,0 s 06:01,2 min 2200 m
7 69,0 s 07:10,2 min 2600 m
8 68,0 s 08:18,2 min 3000 m
9 70,0 s 09:28,2 min 3400 m
10 69,0 s 10:37,2 min 3800 m
11 70,3 s 11:47,5 min 4200 m
12 68,7 s 12:56,2 min 4600 m
13 72,0 s 14:08,2 min 5000 m

Im Frühjahr 1947 gewann er bei den Alliierten Sportmeisterschaften in Hannover überlegen den 10.000-Meter-Lauf.[24] Wenig später lief er im Städtewettkämpf Zlín gegen Bratislava im 3000-Meter-Lauf mit 8:13,6 min neuen Landesrekord. Denselben über 5000 Meter brach er mit 14:08,2 min beim anschließenden Evžen-Rošický-Gedächtnislauf im Prager Strahov-Stadion, den er gegen die finnischen Läufer Väinö Koskela und Evert Heinström gewann.[25] Sein herausragender Wettkampf 1947 war das 5000-Meter-Rennen in Helsinki gegen den finnischen Star Heino am 30. Juni 1947. Sie lieferten sich einen Zweikampf, den Zátopek erst im Endspurt mit einem Vorsprung von nur Sekundenbruchteilen gewann. Beide hatten sich überanstrengt und drohten im Ziel zu kollabieren. Dabei hatte Zátopek den tschechoslowakischen Rekord auf 14:05,2 min verbessert.[26] Sein eigener Rekord hielt nur wenige Monate. Am 16. August unterbot Zátopek ihn im Rahmen des Länderkampfes gegen Frankreich mit 14:15,0 min.[27] Am Tag darauf wurde er nach bestandener Offiziersausbildung zum Leutnant ernannt und als solcher Panzerkommandant. Wiederum einen Tag später, am 18. August, lief er in Brünn mit 8:08,8 min über die 3000-Meter-Distanz und am 21. August im 2000-Meter-Lauf in Bratislava (5:20,5 min) neuerliche Landesrekorde. Bei den anschließenden Akademischen Sommerspielen in Paris folgten Siege im 1500- (3:52,8 min) beziehungsweise 5000-Meter-Lauf (14:20,8 min). Die nächsten Rennen fanden in Großbritannien, Belgien und Polen statt, die er mit der Ausnahme des Rennens in Brüssel alle gewann. Die Saison schloss er im Dezember mit dem „Journal d’Algier“ in Algerien ab, wo Zátopek am 23. und 24. Dezember zwei weitere Siege im 3000- und 5000-Meter-Lauf errang. Insgesamt war Zátopek in diesem Jahr zu zwölf 5000-Meter-Rennen angetreten, die er allesamt gewonnen hatte.[28] Sein nächstes sportliches Ziel hatte er bereits im Blick – die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 1948 in London.[29]

Höhepunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1948: Olympische Spiele in London[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zátopeks bei seinem siegreichen Zieleinlauf im 10.000-Meter-Lauf am 30. Juli 1948 in London.
Splitzeiten
(10.000-Meter-Lauf)[30]
Rd. Split Gesamtzeit Distanz
1 67,0 s 01:07,0 min 400 m
2 71,6 s 02:18,6 min 800 m
3 71,2 s 03:29,8 min 1200 m
4 70,0 s 04:39,8 min 1600 m
5 72,8 s 05:52,6 min 2000 m
6 70,6 s 07:03,2 min 2400 m
7 71,8 s 08:15,0 min 2800 m
8 73,4 s 09:28,4 min 3200 m
9 73,6 s 10:42,0 min 3600 m
10 72,0 s 11:54,0 min 4000 m
11 72,6 s 13:06,6 min 4400 m
12 74,2 s 14:20,8 min 4800 m
13 74,4 s 15:35,2 min 5200 m
14 73,8 s 16:49,0 min 5600 m
15 72,0 s 18:01,0 min 6000 m
16 70,8 s 19:11,8 min 6400 m
17 71,0 s 20:22,8 min 6800 m
18 71,8 s 21:34,6 min 7200 m
19 72,4 s 22:47,0 min 7600 m
20 73,0 s 24:00,0 min 8000 m
21 73,4 s 25:13,4 min 8400 m
22 71,6 s 26:25,0 min 8800 m
23 74,8 s 27:39,8 min 9200 m
24 73,2 s 28:53,0 min 9600 m
25 66,6 s 29:59,6 min 10.000 m
Splitzeiten
(5000-Meter-Lauf)[31]
Rd. Split Gesamtzeit Distanz
1 00:33,0 min 200 m
2 66,2 s 01:39,2 min 600 m
3 68,8 s 02:48,0 min 1000 m
4 68,4 s 03:56,4 min 1400 m
5 67,6 s 05:04,0 min 1800 m
6 69,0 s 06:13,0 min 2200 m
7 70,0 s 07:23,0 min 2600 m
8 71,0 s 08:34,0 min 3000 m
9 70,2 s 09:44,2 min 3400 m
10 67,8 s 10:52,0 min 3800 m
11 68,0 s 12:00,0 min 4200 m
12 68,0 s 13:08,0 min 4600 m
13 69,6 s 14:17,6 min 5000 m

Als durch den Februarumsturz 1948 die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei (KPČ) die politischen Verhältnisse umwälzte, blieb Zátopek unbeteiligt und konzentrierte sich voll auf seine Olympiateilnahme. Hierzu steigerte er sein Intervalltraining in außerordentlicher Weise und lief täglich bis zu 60 × 400 Meter unter jeweils 60 Sekunden mit je 200 Metern Trabpause. Zwischen Mai und Juni 1948 absolvierte er einige 5000- und zwei 10.000-Meter-Rennen, das erste davon am 29. Mai in Budapest, in dem er mit 30:28,4 min einen neuen tschechoslowakischen Rekord aufstellte, den er wenige Tage später in Prag mit 29:37,0 min unterbot. Die Zeit lag nur 1,6 s über dem 1944 von Viljo Heino aufgestellten Weltrekord (29:35,4 min).[32] Der letzte Gradmesser für die Spiele war der am 22. Juni 1948 in Prag ausgetragene Dreiländerkampf der Tschechoslowakei gegen Holland und Ungarn, wo Zátopek das 5000-Meter-Rennen gegen Willy Slijkhuis gewann.[33]

Drei Tage vor Eröffnung der Olympischen Spiele 1948 traf das tschechoslowakische Nationalteam in London ein. Zátopek wurde in einer provisorisch hergerichteten Baracke der Royal Air Force im Stadtteil West Drayton untergebracht. Trotz dieser widrigen Bedingungen holte er einen Tag nach der Eröffnung der Spiele im 10.000-Meter-Lauf Gold. Er profitierte davon, dass sein finnischer Kontrahent Heino in Runde 16 entkräftet aufgegeben hatte; der Weg war frei für die „tschechische Lokomotive“, so die spätere Titulierung durch die Presse. Zátopek siegte in einer Zeit von 29:59,6 min, was zugleich olympischen Rekord bedeutete, mit fast 48  Vorsprung auf den Zweitplatzierten Alain Mimoun aus Frankreich, der in späteren Jahren als „Schatten Zátopeks“ bekannt werden sollte und die zeitlebens eine enge Freundschaft verbinden sollte.[34][35] Im wenige Tage später stattfindenden 5000-Meter-Lauf auf regennasser Aschenbahn lieferte sich Zátopek einen mit äußerstem Einsatz geführten Zweikampf mit Gaston Reiff. Die Spitze hatte im Verlauf des Rennens mehrfach gewechselt, bis Reiff in Runde vier dem Feld enteilte. Zátopek hatte Mühe das vorgelegte Tempo mitzugehen und musste abreißen lassen. In der letzten Runde mobilisierte er seine verbliebenen Kräfte und schob sich, unter dem frenetischen Applaus der Zuschauer, stetig näher an Reiff heran. In einem heute als legendär bezeichneten Endspurt trennten die beiden Kontrahenten im Ziel nur 0,2 s. Reiff siegte in einer Zeit von 14:17,6 min gegenüber Zátopek mit 14:17,8 min.[36][37] Zátopek stieg durch seine olympischen Leistungen in den Augen der Medien seiner Heimat zum Nationalhelden auf; Staatspräsident Klement Gottwald ehrte den Sportler mit einem Empfang auf der Prager Burg. Anschließend startete Zátopek noch bei zwölf Langstreckenrennen zwischen 3000 und 10.000 Metern in Brüssel, Amsterdam, Ostende, Prag, Brünn, Paris, Bukarest, Bologna und Mailand, die er mit Ausnahme von zwei Rennen gewann.[38]

1949: Erste Weltrekordläufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltrekordlauf
(11. Juni 1949)[39]
Split Gesamtzeit 5-km-Split Distanz
2:54,5 min 2:54,5 min 14:39,5 min 1000 m
2:54,5 min 5:49,0 min 2000 m
2:54,0 min 08:43,0 min 3000 m
2:57,7 min 11:40,7 min 4000 m
2:58,8 min 14:39,5 min 5000 m
2:59,5 min 17:39,0 min 14:48,7 min 6000 m
2:58,0 min 20:37,0 min 7000 m
3:00,0 min 23:37,0 min 8000 m
2:59,0 min 26:36,0 min 9000 m
2:52,2 min 29:28,2 min 10.000 m
Weltrekordlauf
(22. Oktober 1949)[40]
Split Gesamtzeit 5-km-Split Distanz
2:55,0 min 2:55,0 min 14:38,0 min 1000 m
2:55,9 min 5:50,9 min 2000 m
2:54,1 min 08:45,0 min 3000 m
2:57,0 min 11:42,0 min 4000 m
2:56,0 min 14:38,0 min 5000 m
2:58,0 min 17:36,0 min 14:43,2 min 6000 m
2:57,5 min 20:33,5 min 7000 m
2:59,5 min 23:33,0 min 8000 m
2:57,5 min 26:30,5 min 9000 m
2:50,7 min 29:21,2 min 10.000 m

1949 zog Zátopek mit seiner Frau nach Prag, wo sie bis zum Eigenheimbau eine einfache Zwei-Zimmer-Wohnung bewohnten. Sein Wintertraining umfasste verschiedene 3000- beziehungsweise 5000-Meter-Läufe. In der eigentlichen Saison zwischen Mai und September 1949 lief er bei insgesamt 22 Rennen. Herausragend ist dabei sein erster Weltrekordlauf über 10.000 Meter am 11. Juni 1949 im Rahmen der Armeemeisterschaften in Ostrava, als er mit 29:28,2 min überraschend die Bestmarke Viljo Heinos um sieben Sekunden verbesserte. Es war zugleich der erste Weltrekord für die Tschechoslowakei.[41] Eine Woche später, am 18. Juni, lief er in Ostrava – zu diesem Zeitpunkt litt er bereits an einer schweren Beinmuskelverletzung – im Rahmen des Länderkampfes gegen Rumänien über die gleiche Distanz und erreichte eine Siegzeit von 29:49,6 min. Danach musste er wegen dieser Verletzung mehrere Wochen pausieren. Nach seiner Genesung flog Zátopek im Sommer 1949 zum Länderkampf nach Finnland, wo er binnen sechs Tagen vier Rennen (einen 10.000-, zwei 5000- und einen 3000-Meter-Lauf) bestritt, die er alle siegreich beendete.[42]

Am 25. Juli 1949 flog Zátopek mit der Mannschaft nach Moskau zum ersten Länderkampf der Sowjetunion vs. ČSSR, den Erstere gewann. Beim 5000-Meter-Lauf siegte er in 14,29,0 min knapp vor Wladimir Kasanzew, der mit 14:30,0 sowjetischen Nationalrekord gelaufen war. Das anschließende 10.000-Meter-Rennen drei Tage später dominierte Zátopek als Führender bis zum Ziel.[43] Ende August 1949 war Budapest Austragungsort des Dreiländerkampfes zwischen Ungarn, Italien und der Tschechoslowakei, wo Zátopek den 5000- und den 10.000-Meter-Lauf mühelos als Sieger beendete. Ein weiteres Doppel lief er am 10./11. September in Bukarest anlässlich des dortigen Länderkampfes gegen Rumänien (14:24,0 min, 30:01,2 min). Zu diesem Zeitpunkt war sein Weltrekord über die 10.000 Meter von Heino am 1. September um eine Sekunde auf nunmehr 29:27,2 min unterboten worden.[43] Am 1. September hatte Heino Zátopeks Weltrekord über die 10.000 Meter um eine Sekunde unterboten.[44]

Um den verlorenen Weltrekord wieder in die ČSSR zu holen, setzte der tschechoslowakische Sportverband am 22. Oktober einen neuerlichen Weltrekordversuch über 10.000 Meter in Ostrava an, nachdem der erste Versuch am 17. September mit 29:38,2 min gescheitert war.[43] Zátopek geriet hierdurch unter Erfolgsdruck, der noch verstärkt wurde, als er kurz vor dem Start einen Zeitungsjungen erblickte, der bereits die gedruckte Sonderausgabe über seinen Erfolg unter dem Arm trug. Zátopek ließ sich nicht beirren und lief vor 20.000 Zuschauern mit 29:21,2 min abermals Weltrekord, bei dem er die Zeit Heinos um sieben Sekunden unterbot.[45]

Privat wurde Zátopek von der Verhaftung seines langjährigen Trainers Haluza im Zuge der politischen Säuberungswelle in der ČSSR getroffen, der im November 1948 unter anderem wegen seiner Weigerung, der kommunistischen KSČ beizutreten, zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt worden war.[46]

1950: Europameisterschaft in Brüssel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltrekordlauf
(4. August 1950)[47]
Split Gesamtzeit 5-km-Split Distanz
2:58,0 min 2:58,0 min 14:37,0 min 1000 m
2:53,8 min 5:51,8 min 2000 m
2:54,2 min 8:46,0 min 3000 m
2:55,5 min 11:41,5 min 4000 m
2:55,5 min 14:37,0 min 5000 m
2:54,0 min 17:31,0 min 14:25,6 min 6000 m
2:53,0 min 20:24,0 min 7000 m
2:56,0 min 23:20,0 min 8000 m
2:55,0 min 26:15,0 min 9000 m
2:47,6 min 29:02,6 min 10.000 m

Im Frühjahr 1950 folgte Zátopek einer Einladung der Sowjetunion und besuchte zusammen mit seiner Frau das Trainingslager in Sotschi, wo er in geradezu ekzessiver Weise sein tägliches Intervalltraining bis auf 80 × 400 Meter steigerte. Anschließend startete er im Mai im Rahmen eines Jugendfestes erstmals in der DDR, wo er in Ost-Berlin einen Sieg über die 5000-Meter-Distanz errang. Danach folgten im Juni und Juli weitere Aufbauläufe im heimischen Prag, in Brünn, Bratislava und Brüssel.[47] Die für Anfang August 1950 festgesetzten Armeemeisterschaften in Ostrava musste Zátopek infolge einer Startverpflichtung in Finnland absagen. Dort lief er am 3. August in Helsinki über 5000 Meter mit einer Zeit von 14:06,2 min Landesrekord und tags darauf mit 29:02,6 min in Turku Weltrekord über die 10.000-Meter-Distanz.[48]

Bei den Ende August ausgetragenen Leichtathletik-Europameisterschaften 1950 in Brüssel lief Zátopek, trotz zuvor überstandener schwerer Magenerkrankung, außerhalb jeglicher Konkurrenz. Er siegte sowohl im 10.000-Meter-Lauf (29:12,0 min) als auch über die 5000-Meter-Distanz (14,03,0 min) mit jeweils neuem Europameisterschaftsrekord.[49][50] Nach der Europameisterschaft siegte er über die gleichen Distanzen im Länderkampf gegen Finnland, bei Laufveranstaltungen in Erfurt und Dresden sowie im Länderkampf gegen die Sowjetunion in Prag.[51] Dienstlich wurde Zátopek ab diesem Jahr im Prager Verteidigungsministerium eingesetzt, wo er in den Folgejahren bis zum Oberst aufstieg. Unter anderem erarbeitete er Konzepte für die körperliche Ertüchtigung von Soldaten.[52]

1951: Neue Weltrekordläufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltrekordlauf
(15. September 1951)[53]
Split Gesamtzeit 5-km-Split 10-km-Split Distanz Bemerkung
3:04,7 min 3:04,7 min 15:35,6 min 31:05,0 min 1000 m
3:08,3 min 6:13,0 min 2000 m
3:08,2 min 9:21,2 min 3000 m
3:15,8 min 12:37,0 min 4000 m
2:58,6 min 15:35,6 min 5000 m
3:07,4 min 18:43,0 min 15:29,4 min 6000 m
3:05,0 min 21:48,0 min 7000 m
3:04,8 min 24:52,8 min 8000 m
3:06,8 min 27:59,6 min 9000 m
3:05,4 min 31:05,0 min 10.000 m
3:02,8 min 34:07,8 min 15:09,0 min 30:10,8 min 11.000 m
3:01,0 min 37:08,8 min 12.000 m
3:00,6 min 40:09,4 min 13.000 m
3:03,4 min 43:12,8 min 14.000 m
3:01,2 min 46:14,0 min 15.000 m
3:03,0 min 49:17,0 min 15:01,8 min 16.000 m
3:01,2 min 52:18,2 min 17.000 m
3:01,8 min 55:20,0 min 18.000 m
3:03,0 min 58:23,0 min 19.000 m 
1 Std. 19.558 m WR
2:52,8 min 1:01:15,8 Std. 20.000 m WR
Weltrekordlauf
(29. September 1951)[53]
Split Gesamtzeit 5-km-Split 10-km-Split Distanz Bemerkung
2:58,0 min 2:58,0 min 14:57,4 min 29:53,4 min 1000 m
2:57,0 min 5:55,0 min 2000 m
3:01,2 min 8:56,2 min 3000 m
3:00,2 min 11:56,4 min 4000 m
3:01,0 min 14:57,4 min 5000 m
3:00,0 min 17:57,4 min 14:56,0 min 6000 m
2:58,6 min 20:56,0 min 7000 m
2:59,0 min 23:55,0 min 8000 m
2:58,2 min 26:53,2 min 9000 m
3:00,2 min 29:53,4 min 10.000 m
2:58,6 min 32:52,0 min 15:01,2 min 29:58,4 min 11.000 m
2:59,0 min 35:51,0 min 12.000 m
3:01,0 min 38:52,0 min 13.000 m
3:00,0 min 41:52,0 min 14.000 m
3:02,6 min 44:54,6 min 15.000 m
3:01,4 min 47:56,0 min 14:57,2 min 16.000 m
48:12,0 min 10 mi WR
3:00,2 min 50:56,2 min 17.000 m
3:01,8 min 53:58,0 min 18.000 m
3:02,0 min 57:00,0 min 19.000 m
2:51,8 min 59:51,8 min 20.000 m WR
1 Std. 20.052 m WR

Im Winter 1951 zog sich Zátopek beim Skifahren einen Sehnenriss zu, der bis April jegliches Training verhinderte. Erst im Juni lief er wieder über die 5000-Meter-Distanz unter 15 Minuten. In den nächsten Monaten wurde ein Dokumentarfilm über sein bisheriges Leben gedreht, dessen Aufnahmearbeiten sich derart ungünstig auf Zátopeks Training auswirkten, dass er im Sommer ein 3000-Meter-Rennen gegen Václav Čevona verlor. Daraufhin wurden die Arbeiten an dem Filmstreifen unter dem Titel „Einer aus der Staffel“[54] unterbrochen, so dass Zátopek bis zum Spätsommer wieder in Form kam. Bei den anschließenden III. Weltjugendfestspielen in Ost-Berlin Anfang August lief Zátopek über 5000 Meter mit 14:11 min Jahresbestleistung. Weitere Siege im Länderkampf gegen Ungarn in Budapest folgten.[55]

Am 15. September 1951 lief Zátopek in Prag bei einem Stundenlauf mit 19.558 Metern Weltrekord. Zugleich verbesserte er in diesem Rennen die Weltjahresbestzeit im 20.000-Meter-Lauf auf nunmehr 1:01:16,0 Std. Das Ergebnis bestärkte ihn darin, die „magische“ Zeit von 60 Minuten unterbieten zu können. So wurde für den 29. September in Stará Boleslav ein neuerlicher Weltrekordversuch angesetzt. An diesem Tag lief Zátopek gleich drei Weltrekorde in einem einzigen Lauf. Die zurückgelegte Distanz im Stundenlauf verbesserte er auf 20.052 m, die Zeit über 20.000 Meter wurde mit 59:51,8 min notiert und die neue Weltbestleistung im 10-Meilen-Rennen auf 48:12,0 min gedrückt.[56]

1952: Olympische Spiele in Helsinki[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltrekordlauf
(26. Oktober 1952)[57]
Split Gesamtzeit Distanz Bemerkung
15:48,0 min 15:48,0 min 5000 m
15:55,6 min 31:43,6 min 10.000 m
15:51,4 min 47:35,0 min 15.000 m
15:40,2 min 1:03:15,2 Std. 20.000 m
1:16:26,4 Std. 15 mi WR
16:06,6 min 1:19:11,8 Std. 25.000 m WR
16:02,0 min 1:35:23,8 Std. 30.000 m WR
Zátopek am 24. Juli 1952 beim olympischen 5000-Meter-Zielspurt in Führung liegend.
Splitzeiten
(5000-Meter-Lauf)[58]
Split Gesamtzeit Distanz
2:47,0 min 2:47,0 min 1000 m
2:50,4 min 5:37,4 min 2000 m
2:53,0 min 8:30,4 min 3000 m
2:54,4 min 11:24,8 min 4000 m
2:41,8 min 14:06,6 min 5000 m
Splitzeiten
(10.000-Meter-Lauf)[59]
Split Gesamtzeit Distanz
2:52,0 min 2:52,0 min 1000 m
2:59,0 min 5:51,0 min 2000 m
2:57,0 min 8:48,0 min 3000 m
2:57,6 min 11:45,6 min 4000 m
2:57,8 min 14:43,4 min 5000 m
2:55,8 min 17:39,2 min 6000 m
2:54,8 min 20:34,0 min 7000 m
5:54,0 min 26:28,0 min 9000 m
2:49,0 min 29:17,0 min 10.000 m
Zátopek nach seinem Marathonerfolg zusammen mit Reinaldo Gorno am 27. Juli 1952.
Splitzeiten
(Marathonlauf)[60]
Distanz Reihenfolge Zeit
5000 m 1. Peters
2. Cox
3. Jansson
4. Zátopek
15:43 min
16:02 min
16:02 min
16:02 min
10.000 m 1. Peters
2. Jansson
3. Zátopek
31:55 min
32:11 min
32:12 min
15.000 m 1. Peters
2. Jansson
3. Zátopek
47:58 min
47:58 min
48:00 min
20.000 m 1. Zátopek
2. Jansson
3. Peters
1:04:27 Std.
1:04:27 Std.
1:04:37 Std.
25.000 m 1. Zátopek
2. Jansson
3. Peters
1:21:30 Std.
1:21:35 Std.
1:21:58 Std.
30.000 m 1. Zátopek
2. Jansson
3. Peters
1:38:42 Std.
1:39:08 Std.
1:39:53 Std.
35.000 m 1. Zátopek
2. Jansson
3. Gorno
1:56:50 Std.
1:57:55 Std.
1:58:46 Std.
40.000 m 1. Zátopek
2. Gorno
3. Jansson
2:15:10 Std.
2:17:25 Std.
2:17:36 Std.
42.195 m 1. Zátopek
2. Gorno
3. Jansson
2:23:03,2 Std.
2:25:35,0 Std.
2:26:07,0 Std.

Ab Winter 1951/52 widmete sich Zátopek ausschließlich der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 1952 in Helsinki, wo ihm im 5000- und 10.000-Meter-Lauf die Favoritenrollen zugeschrieben wurde.[61] Beeinträchtigt wurde er dabei von einer schweren Erkältung, deren Folgen er erst sechs Wochen vor Beginn der Spiele überwand. Dem Trainingsrückstand begegnete Zátopek mit zahlreichen Aufbaurennen, etwa in der DDR, Ungarn und der Sowjetunion, wo er in Kiew über die 5000-Meter-Distanz mit 14:22 min Dritter und im 10.000-Meter-Lauf Erster wurde. Seine Zeiten empfand er jedoch als so schlecht, dass Zátopek ernsthaft darüber nachdachte, seine Teilnahme an den Spielen abzusagen. Die Siege und die erzielten Zeiten im 5000- (14:17,6 min) beziehungsweise 10.000-Meter-Lauf (30:28,4 min) bei den nationalen Meisterschaften überzeugten ihn jedoch vom Antreten.[62][63]

Vor den Olympischen Spielen geriet Zátopek erstmals mit den kommunistischen Machthabern in Konflikt, als er erfuhr, dass sein Landsmann Stanislav Jungwirth von den Spielen ausgeschlossen werden sollte, weil sein Vater wegen des Verteilens von regimekritischen Flugblättern verhaftet worden war. Zátopek drohte daraufhin den verantwortlichen Staatsorganen mit seinem Startverzicht und erzwang Jungwirths Teilnahme in buchstäblich letzter Minute.[64][65]

Zátopek traf daher mit Jungwirth erst am 11. Juli im Olympischen Dorf in Otaniemi ein und intensivierte sogleich sein Training.[66] Er errang dreimal Gold: Die 10.000 Meter gewann er als Favorit mit 29:17,0 min (Durchgangszeit 5000 Meter: 14:43,4 min) deutlich vor seinen Kontrahenten Mimoun und Anufrijew,[67] seine Siege über 5000 Meter[68] und im Marathonlauf gelten als beispiellos. Im 5000-Meter-Finale hatte er lange geführt, war dann vorübergehend auf den vierten Platz zurückgefallen, bis er in der letzten Kurve den führenden Briten Chris Chataway, Herbert Schade und Mimoun mit einem letzten Tempoantritt überspurtete.[69] Erst kurz vor Annahmeschluss entschied er sich zur Teilnahme am Marathon, den er noch nie zuvor in einem Wettkampf gelaufen war. Auch hier siegte er ebenso wie bei den anderen beiden Wettbewerben mit olympischem Rekord (2:23:03,2 h). Sein Stadioneinlauf beim Marathon geriet dabei zu einem in der Sportgeschichte einmaligen Spektakel, als Zátopek unter dem tosenden Beifall der fast 70.000 Zuschauer und angefeuert durch euphorische „Za-to-pek“-Rufe die letzte Runde im Alleingang absolvierte und die Ziellinien überquerte. Die Times feierte ihn daraufhin als „größten Langstreckenläufer aller Zeiten“ und der damalige IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch sagte später hierüber, „In diesem Moment verstanden zu haben, was der Olympische Geist bedeute.“[70][71]

Zátopeks Rückkehr in die Heimat – seine Frau hatte im Speerwurf ebenfalls eine Goldmedaille errungen – war triumphal. Es gab ihm zu Ehren zahlreiche Empfänge, von hochrangigen Militärs und Politikern erhielt er zahlreiche Ehrungen und Lobesreden. Die nationale und internationale Presse feierte ihn. In Würdigung seiner sportlichen Verdienste wurde der mittlerweile dreißigjährige Zátopek zum Major befördert und erhielt am 20. September den Orden der Republik.[72] Im August gewann Zátopek ein weiteres 10.000-Meter-Rennen bei den Internationalen Weltjugend-Spielen in Bukarest und lief am 26. Oktober in Stará Boleslav gleich drei Weltrekorde während eines 30.000-Meter-Laufes, indem er zugleich die bestehenden Bestzeiten im 15-Meilen- (1,16:26,4 min) und 25.000-Meter-Lauf (1,19:11,8 min) unterbot.[73]

1953: Weitere Weltrekordläufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltrekordlauf
(1. November 1953)[74]
Split Gesamtzeit 5-km-Split Distanz Bemerkung
2:52,8 min 2:52,8 min 14:34,8 min 1000 m
2:55,8 min 5:48,6 min 2000 m
2:55,2 min 08:43,8 min 3000 m
2:55,8 min 11:39,6 min 4000 m
2:55,2 min 14:34,8 min 5000 m
2:53,8 min 17:28,6 min 14:26,8 min 6000 m
2:55,4 min 20:24,0 min 7000 m
2:55,6 min 23:19,6 min 8000 m
2:57,2 min 26:16,8 min 9000 m
28:08,4 min 6 mi WR
2:44,8 min 29:01,6 min 10.000 m WR

In der Winterpause 1952/53 steigerte Zátopek erneut seine Laufintervalle. Behindert wurde er in dieser Vorbereitungsphase durch gesundheitliche Beeinträchtigungen, zu denen neben Zahnproblemen u.a. Ischiasbeschwerden hinzutraten.[75] So bestritt er erst im Mai des laufenden Jahres einen ersten 5000-Meter-Lauf, den er sogleich zwar mit 14:33,0 min gewinnen konnte, dessen Zeit jedoch im Vergleich zur sowjetischen Konkurrenz (Anufrijew: 13:58,8 min; Kuz: 14:28,8 min) die erwartete Höchstform vermissen ließ. Bei dem Mitte Juli 1953 stattfindenden Länderkampf gegen Ungarn in Prag und den anschließenden Nationalmeisterschaften siegte Zátopek zwar erneut im 5000- und 10.000 Meter Lauf, doch erneut mit für ihn mittelmäßige Zeiten (14:28,6 min; 29:48,6 min respektive 14:11,4 min; 30:53,6 min). Eine spürbare Verbesserung der Formkurve Zátopeks zeigte sich erst bei den Anfang August 1953 stattfindenden Weltjugendfestspielen in Bukarest, wo er gleich am Eröffnungstag bei sehr heißen Temperaturen die 5000-Meter-Distanz mit 14:08,0 min siegreich beendete. Im zwei Tage später stattfindenden 10.000-Meter-Lauf besiegte er die hochkarätige sowjetische Delegation u.a. bestehend aus Kuts, die wie üblich mit hohen Anfangstempo gestartet war, durch einen taktisch klugen Lauf mit 29:25,8 min.[76]

Am 1. November lief Zátopek in Stara Boleslav Weltrekord über 10.000 Meter (29:01,6 min) und zugleich Weltbestleistung über die 6-Meilen-Distanz in 28:04,4 min, womit er seine läuferischen Spitzenqualitäten bestätigte und dem zuvor im Juli verlorenen Titel an Pirie über die 6-Meilen zurück gewann.[77] Eine besondere Ehrung wurde ihm zu Jahresende zuteil, als Zátopek zum brasilianischen Internationalen Silvesterlauf in São Paulo geladen wurde. Bereits am Flughafen erlebte der „Weltstar“ einen Ansturm unzähliger Journalisten. Das von ihm bewohnte Hotel wurde anschließend von zahlreichen Fans belagert. Eine lockere Trainingsrunde mit seinem Läuferkollegen Adolf Gruber konnte nur durch eine motorisierte Polizeieskorte abgesichert werden. Am eigentlichen Rennen nahmen in diesem Jahr 2140 Läufer aus 16 Nationen teil. Zátopek siegte auf dem 7300 Meter langen Straßenkurs in einer Zeit von 20:30 min souverän und stellte damit einen neuen Streckenrekord auf.[78][79]

1954: Europameisterschaft in Bern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegen Wolodymyr Kuz war Zátopek im 5000-Meter-Lauf am 29. August 1954 in Bern chancenlos. Am Ende wurde er hinter Chataway Dritter.
Splitzeiten
(10.000-Meter-Lauf)[80]
Rd. Split Gesamtzeit Distanz
1 68,8 s 01:08,8 min 400 m
2 70,8 s 02:19,6 min 800 m
3 69,1 s 03:28,7 min 1200 m
4 68,1 s 04:36,8 min 1600 m
5 69,0 s 05:45,8 min 2000 m
6 69,1 s 06:54,9 min 2400 m
7 68,7 s 08:03,6 min 2800 m
8 68,6 s 09:12,2 min 3200 m
9 69,8 s 10:22,0 min 3600 m
10 69,9 s 11:31,9 min 4000 m
11 69,9 s 12:41,8 min 4400 m
12 70,6 s 13:52,4 min 4800 m
13 70,4 s 15:02,8 min 5200 m
14 70,0 s 16:12,8 min 5600 m
15 69,4 s 17:22,2 min 6000 m
16 70,6 s 18:32,8 min 6400 m
17 71,0 s 19:43,8 min 6800 m
18 70,8 s 20:54,6 min 7200 m
19 70,4 s 22:05,4 min 7600 m
20 69,6 s 23:15,0 min 8000 m
21 71,3 s 24:26,3 min 840 m
22 69,1 s 25:35,4 min 8800 m
23 71,3 s 26:46,7 min 9200 m
24 68,8 s 27:55,6 min 9600 m
25 63,0 s 28:58,0 min 10.000 m
Kuz's Splitzeiten
(5000-Meter-Lauf)[81]
Split Gesamtzeit Distanz
2:44,0 min 2:44,0 min 1000 m
2:52,7 min 5:36,7 min 2000 m
2:47,2 min 8:23,9 min 3000 m
2:48,4 min 11:12,3 min 4000 m
2:44,3 min 13:56,6 min 5000 m
Weltrekordlauf
(30. Mai 1954)[82]
Split Gesamtzeit Distanz
2:47,1 min 2:47,1 min 1000 m
2:47,2 min 5:34,3 min 2000 m
2:49,0 min 8:23,3 min 3000 m
2:50,0 min 11:13,3 min 4000 m
2:43,9 min 13:57,2 min 5000 m
Weltrekordlauf
(1. Juni 1954)[82]
Split Gesamtzeit 5-km-Split Distanz Bemerkung
2:47,8 min 2:47,8 min 14:27,6 min 1000 m
2:56,4 min 5:44,2 min 2000 m
2:54,0 min 8:38,2 min 3000 m
2:55,8 min 11:34,0 min 4000 m
2:53,6 min 14:27,6 min 5000 m
2:55,4 min 17:23,0 min 14:26,6 min 6000 m
2:53,4 min 20:16,4 min 7000 m
2:55,2 min 23:11,6 min 8000 m
2:55,8 min 26:07,4 min 9000 m
27:59,2 min 6 mi WR
2:46,8 min 28:54,2 min 10.000 m WR

Zátopeks Training richtete sich im Frühjahr 1954 voll auf seine Titelverteidigung im 5000- und 10.000-Meter-Lauf bei den im August anstehenden Leichtathletik-Europameisterschaften in Bern. Allein in den Monaten März/April brachte er es auf 1845 Laufkilometer. Zudem bestritt er zahlreiche Vorbereitungsrennen, so am Abend des 30. Mai über 5000 Meter im Pariser Stade de Colombes, bei dem Zátopek in einer Zeit von 13:57,2 min neuen Weltrekord lief. Der Ansturm von Presse und Fans nach dem Lauf war so groß, dass Zátopek unter Polizeischutz das Stadion verlassen musste. Zwei Tage später brach er in Brüssel die „magische“ 29-Minuten-Marke und unterbot mit einer Zeit von 28:54,2 min seinen eigenen Weltrekord aus dem Vorjahr um über sieben Sekunden. Dabei hatte er zugleich den Weltrekord über 6 Meilen gebrochen. Bei den nationalen Meisterschaften Anfang August 1954 in Prag siegte er unangefochten über die 5000-Meter-Distanz in einer Zeit von 14:28,8 minM auf den 10.000-Meter-Lauf hatte er zugunsten der bevorstehenden Europameisterschaft verzichtet.[83]

Für die bevorstehenden Leichtathletik Europameisterschaft wurde Zátopek als klarer Favorit über die 5000- und 10.000-Meter-Distanz gehandelt. In dem am 25. August angesetzten 10.000-Meter-Rennen lief er erwartungsgemäß in einem hochkarätig besetztem Starterfeld einen ungefährdeten Sieg vor seinem ungarischen Mitkontrahenten József Kovács und dem Briten Frank Sando mit neuem Europameisterschaftsrekord (28:58,0 min) heraus. Bereits nach dem Start in Führung gegangen, betrug sein Vorsprung in der 10. Runde schon etwa 45 Meter vor dem Zweitplatzierten Schade; dem wiederum Kovács, Sando, Mihalić, Driver und den Rest des Feldes folgten. Bei Kilometer fünf hatte Zátopek gegenüber Schade seinen Vorsprung auf 100 Meter ausgebaut, der nun seinerseits von Sando und Kovács bedrängt wurde. In Runde 22 fiel Schade auf den vierten Rang zurück. Während Zátopeks siegte, überspurtete Kovács noch seinen britischen Kontrahenten Sando und wurde vor diesem Zweiter. Im 5000-Meter-Lauf enttäuschte Zátopek jedoch mit einem für ihn unbefriedigenden Dritten Platz, wo er gegen den aufsteigenden sowjetischen „Superstar“ Kuz chancenlos blieb, welcher vom Start weg mit einer Zeit 13:56,6 min in Weltrekord gesiegt hatte. Am Ende musste sich Zátopek sogar Chataway geschlagen geben.[84]

Damit nicht genug. Am 23. Oktober verlor Zátopek auf heimischen Boden, erstmals seit 1948, im Rahmen des Länderkampfes gegen die UDSSR erneut einen 5000-Meter-Lauf gegen Kuts. Seine Kritiker konnte er jedoch tags darauf mit einem Sieg über die 10.000-Meter-Distanz (29:20,8 min) beruhigen, die schon das sportliche Ende Zátopeks prophezeit hatten. Insgesamt hatte er in diesem Jahr 7.888 km läuferisch zurückgelegt und war mit dem Ehrentitel „Meister des Sports“ ausgezeichnet worden.[85][86]

Abstieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1955: Rückschläge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltrekordversuch
(15. Mai 1955)[87]
Split Gesamtzeit 5-km-Split Distanz
2:51,0 min 2:51,0 min 14:26,2 min 1000 m
2:53,8 min 5:44,8 min 2000 m
2:53,0 min 8:37,8 min 3000 m
2:54,0 min 11:31,8 min 4000 m
2:54,4 min 14:26,2 min 5000 m
2:55,8 min 17:22,0 min 15:06,8 min 6000 m
2:58,4 min 20:20,4 min 70000 m
3:04,0 min 23:24,4 min 80000 m
3:05,0 min 26:29,4 min 9000 m
3:03,6 min 29:33,0 min 10.000 m

Nach den Jahren der Dominanz hatte Zátopek im vergangenen Jahr seine ersten Niederlagen auf der 5000- und 10.000-Meter-Distanz erlitten. Die „jungen Wilden“, wie der mittlerweile 31-jährige Zátopek die Schar nachdrängender Talente – vor allem aus Osteuropa – nannte, trainierten vorwiegend nach seinem Prinzip und erreichten binnen kürzester Zeit sportliche Spitzenwerte. Ungeachtet dessen, trainierte Zátopek in der Wintervorbereitung nach seinem bisherigen Prinzip weiter, wobei er mangels internationaler Sportmeisterschaften neue Weltrekorde über die 6-Meilen-Distanz, dem 10.000-Meter-Lauf im ersten Halbjahr und über die 15 Meilen sowie 25.000 Meter im zweiten Halbjahr anvisierte.[88]

Der dementsprechende erste Rekordversuch über die 6 Meilen beziehungsweise 10.000 Meter fand Mitte Mai 1955 statt und scheiterte mit einer Zeit von 29:33,0 min aufgrund der widrigen Witterungsverhältnisse. Dass Zátopeks Zeit als Weltklassesportler sich dem Ende zuneigte, wurde ihm bewusst, als er in diesem Jahr über die 5000-Meter-Distanz, von 15 Läufen nur noch acht gewinnen konnte. Die ersten beiden Niederlagen in diesem Jahr brachte ihm sein Landsmann Ivan Ullsperger am 28. Mai in Brünn beziehungsweise am 9. Juni in Prag bei. Am 16. Juni wurde Zátopek in Belgrad über die 5000-Meter-Distanz Fünfter und bei den anschließenden Weltjugendfestspielen in Warschau über die gleiche Distanz sogar nur Sechster. Am 24./25. August 1955 gewann Zátopek anlässlich des Länderkampfes gegen Frankreich den 5000-Meter-Lauf in persönlicher Jahresbestleistung mit 14:24,4 min. Eine Woche später, am 30./31. August, bezwang er seine Gegner im 5000- und 10.000-Meter-Lauf im Länderkampf gegen Polen. Bei dem darauf folgenden Länderkampf gegen Großbritannien Mitte September siegte er über die 10.000-Meter-Distanz vor Pirie, musste sich jedoch im 5000-Meter-Lauf diesen geschlagen geben. Im darauffolgenden Monat war die ČSSR-Delegation zu Gast in Großbritannien, wo am 12. Oktober der Städtekampf London gegen Prag ausgetragen wurde. Im dortigen 10.000-Meter-Lauf wurde Zátopek Dritter. Drei Tage später bezwang ihn Pirie über die 5000-Meter-Distanz in Manchester. Am 29. Oktober dieses Jahres lief Zátopek anlässlich der Eröffnung des „Stadion des Friedens“ in Čelákovice seine letzten beiden Weltrekorde, über die 15-Meilen- (1:14:01,0 Std.) und zugleich über die 25-km-Distanz (1:16:36,4 Std.), die fast zehn Jahre Bestand haben sollten und erst im Juli 1965 von Ron Hill unterboten wurden.[89]

1956: Olympische Spiele in Melbourne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Streckenskizze des olympischen Marathonlaufes 1956 in Melbourne
Splitzeiten[90]
Distanz Reihenfolge Zeit
5 km 1. Kanuti
2. Lee
3. Davis
4. Kotila
5. Mimoun
6. Filine
7. Ivanov
8. Norris
9. Oksanen
10. Karvonen

17. Zátopek
16:25 min


16:28 min




16:30 min
"

16:34 min
10 km 1. Kotila
2. Mimoun
3. Filine
4. Ivanov
5. Norris
6. Karvonen
7. Kanuti
8. Mihalić
9. Oksanen
10. Perry
11. Nyberg
12. Zátopek
33:30 min
33:32 min


33:34 min


33:35 min


33:37 min
"
15 km 1. Mimoun
2. Filine
3. Kelley
4. Kotila
5. Norris
6. Mihalić
7. Ivanov
8. Nyberg
9. Karvonen
10. Fontecilla
11. Zátopek
50:37 min


50:38 min

50:39 min


50:40 min

50:42 min
20 km 1. Mimoun
2. Mihalić
3. Karvonen
4. Filine
5. Ivanov
6. Kelley
7. Nyberg
8. Perry
9. Kotila
10. Zátopek
1:08:03 Std.




"
1:08:11 Std.
1:08:16 Std.
1:08:20 Std.
1:08:26 Std.
25 km 1. Mimoun
2. Mihalić
3. Karvonen
4. Kawashima
5. Nyberg
6. Zátopek
1:24:35 Std.
1:25:25 Std.
"
1:25:45 Std.
1:25:53 Std.
1:25:27 Std.
30 km 1. Mimoun
2. Mihalić
3. Karvonen
4. Kawashima
5. Zátopek
1:41:47 Std.
1:42:59 Std.


1:43:50 Std.
35 km 1. Mimoun
2. Mihalić
3. Karvonen
4. Kawashima
5. Zátopek
1:59:34 Std.
2:00:50 Std.
2:00:58 Std.
2:01:36 Std.
2:01:56 Std.
40 km 1. Mimoun
2. Mihalić
3. Karvonen
4. Kawashima
5. Lee
6. Zátopek
2:17:30 Std.
2:18:44 Std.
2:19:37 Std.
2:20:35 Std.
2:20:46 Std.
2:21:15 Std.
42,195
km
1. Mimoun
2. Mihalić
3. Karvonen
4. Lee
5. Kawashima
6. Zátopek
2:25:00 Std.
2:26:32 Std.
2:27:47 Std.
2:28:45 Std.
2:29:19 Std.
2:29:34 Std.

Zátopek versuchte um die Jahreswende 1955/56 seine schwindende Überlegenheit durch eine nochmalige Verschärfung des Trainings zu kompensieren. Dabei verletzte er sich so unglücklich an der Leiste, dass er im Juli 1956 operiert werden musste.[91]

Die Verletzung führte zu einem nicht mehr kompensierbaren Trainingsrückstand für die von Zátopek angepeilte Titelverteidigung im Marathonlauf bei den bevorstehenden Olympischen Spielen 1956 in Melbourne und dazu, dass er zu dessen Vorbereitung nur eine Handvoll Vorbereitungsrennen bestreiten konnte. So über die 5000-Meter-Distanz am 5. Juni in Bratislava, wo er in 14:19,6 min gewann, am 16. Juni in Prag anlässlich des Rošický-Gedächtnislaufs, dass mit einem Fünften Platz für ihn geendet hatte und am 26. August mit einen weiteren Sieg in Kladno. Seinen einzigen 10.000-Meter-Lauf in diesem Jahr bestritt Zátopek am 7. Oktober in Prag, dass er in 29:33,4 min gewann. Bereits bei den nationalen Meisterschaften zuvor, hatte er aufgrund seiner Verletzung auf einen Start über die 5000- und 10.000-Meter verzichtet und stattdessen die Silbermedaille im Crosslauf errungen. So war Zátopek auch nicht sehr verwundert, als seine Weltrekorde in diesem Jahr reihenweise unterboten wurden. Den Anfang hierzu legte Pirie am 19. Juni über die 5000-Meter-Distanz, welche er in 13:36,8 min zurückgelegt hatte. Am 15. Juli lief dann der ungarische Läufer Sándor Iharos in Budapest Weltbestleistung über die 6-Meilen (27:43,8 min) und am 1. September holte Kuts im heimischen Moskau den Weltrekord über die 10.000-Meter in 28:30,4 min.[92]

Zátopek versuchte daraufhin bis kurz vor den Start am 1. Dezember sein Defizit aufzuholen. Es gelang ihm nur bedingt und durch das Olympische Dorf sah man ihn zeitweise hinken. Zu den 5000- und 10.000-Meter-Läufen hatte er sich wegen seiner körperlichen Verfassung und angesichts der hochkarätigen Konkurrenz erst gar nicht gemeldet. Am Marathonlauf nahmen 46 Läufer aus 23 Nationen teil. Die Temperatur betrug am Wettkampftag über 30° Celsius und Zátopek hielt sich nach dem Start zurück und reihte sich zunächst auf Platz elf ein. Nach 15 gelaufenen Kilometern hatten bereits neun Kontrahenten aufgrund der enormen Hitze aufgegeben. Hierdurch war Zátopek auf Rang sechs vorgerückt. Der Rückstand auf seinen alten Freund und dem jetzt Führenden Mimoun war jedoch schon zu beachtlich, um aus eigener Kraft einen Aufholversuch zu starten. Zudem hatte Zátopek ab Mitte des Rennens eigene Probleme. Durch den glühend heißen Asphalt begannen sich seine Schuhsohlen aufzulösen.[35] Mit stark schmerzenden und blutenden Füßen erreichte Zátopek in einer Zeit von 2:29:34 h und damit 4:34 min hinter dem Sieger schließlich als Sechster das Ziel. Das Publikum begleitete ihm auf der letzten Stadionrunde mit ohrenbetäubenden Ovationen und im Ziel sank der völlig entkräftete Zátopek zusammen. Anschließend fielen sich Mimoun und Zátopek in die Arme.[35] Später gab Zátopek vor der Presse bekannt, dass dies sein letztes Rennen gewesen sei.[93]

1957: Rücktritt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marathonlauf von Melbourne blieb entgegen seiner Ankündigung nicht Zátopeks letztes Rennen. 1957 markierte jedoch sein letztes Jahr als Amateursportler und Anfang März 1957 erklärte der mittlerweile 35-jährige Zátopek dann schließlich seine Absicht, zum Jahresende vom aktiven Sport zurücktreten zu wollen. Insgesamt bestritt er in diesem Jahr noch einmal neun 5000-Meter-Läufe (4 Siege) und zehn Rennen über die 10.000-Meter-Distanz (5 Siege). So am 30. Juni beim Länderkampf Polen gegen die Tschechoslowakei in Krakau, wo er das 10.000-Meter-Rennen in 30:00,0 min für sich gewinnen konnte. Bei seinen letzten Nationalmeisterschaften am 23. August in Prag verabschiedete er sich über die gleiche Distanz vor einem begeisterten Publikum als Zweiter. Im September und Oktober bestritt er seine letzten drei Länderkämpfe. Am 14. September wurde er in Prag anlässliches des Länderkampfes der ČSSR gegen Ungarn Zweiter und am 22. September siegte er beim Länderkampf in der DDR in Ost-Berlin über 10.000-Meter in einer Zeit von 29:28,0 min. Bei der „Rückrunde“ gut einen Monat später am 12. Oktober in Brünn, abermals gegen eine DDR-Auswahl, lief er über die 10.000-Meter-Distanz mit einer Zeit von 29:25,8 min noch einmal als Zweiter über die Ziellinie. Insgesamt war er während seiner Laufkarriere mehr als 80.000 km (über 50.000 Meilen) gelaufen.[94][95]

Im Januar 1958 lief er noch als Gaststarter im spanischen San Sebastián einen Crosslauf, den er gewann und im Oktober des gleichen Jahres in Peking die 10.000-Meter mit einer respektable Zeit von 31:13,0 min.[96] Zátopek entschied sich anschließend bewusst gegen den üblichen Weg ehemaliger Hochleistungssportler, als Trainer zu arbeiten. Stattdessen konzentrierte er sich in den folgenden Jahren auf seine Dienstaufgaben im Verteidigungsministerium und wurde von staatlicher Seite zu diversen Auslandsreisen delegiert. Die Reisen führten das Ehepaar Zátopek ab 1960 nach China, Korea, Vietnam, Ägypten, Tunesien, Syrien und Kuba. Ab 1963 folgte ein fast einjähriger Aufenthalt in Indonesien. Ferner wurde das prominenteste tschechoslowakische Sportpaar von ehemaligen Mitstreitern, Weggefährten und aufstrebenden jungen Sporttalenten aufgesucht, mit denen Zátopek neben persönlichen Gesprächen auch brieflich korrespondierte.[97]

Prager Frühling[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönliche Rolle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zátopek in Zivilkleidung während eines Gesprächs mit um ihn versammelten Menschen während des Prager Frühlings im August 1968.

Zátopek nahm aktiv am Prager Frühling teil und unterzeichnete zusammen mit seiner Frau und weiteren 70 Prominenten das Manifest der 2000 Worte,[98] insbesondere weil er an sich den Grundidealen des Sozialismus verschrieben hatte.[99] In der Nacht des Einmarsches der Truppen der Warschauer-Pakt-Staaten vom 20. auf den 21. August 1968 in Prag befand er sich auf dem Heimweg von einer Feier. Am frühen Morgen des 21. August eilte er in Zivilkleidung zum Wenzelsplatz, wo sich bereits Tausende Demonstranten versammelt hatten, um sich den aufgefahrenen russischen Panzern in den Weg zu stellen. Dort angekommen, sprach er vom Podest des Heiligen Wenzel zu seinen Mitmenschen und einer Handvoll westlicher Journalisten, in welcher er die Invasion auf das schärfste verurteilte. Die Lage eskalierte schließlich, als die Panzer durch aufgebrachte Menschenmengen mit Pflastersteinen attackiert und sowjetische Truppen die Räumlichkeiten des Radio Praha gestürmt und deren Mitarbeiter mit Waffengewalt vertrieben hatten. Im Verlaufe dieses Tages gab es auf beide Seiten zahlreiche Tote und Verletzte. Zátopek beschloss daraufhin seine Popularität zu nutzen, um das Gespräch mit sowjetischen Soldaten zu suchen. So kletterte er in Uniform eines tschechoslowakischen Majors auf einen sowjetischen Panzer und appellierte an dessen Besatzung, wieder nach Hause zu fahren.[100][5] In den Folgetagen suchte er weitere Dialoge mit Sowjetoffizieren und versuchte sie mit dem Argument eines „friedlichen Miteinanders“ im Geiste der bevorstehenden Olympischen Sommerspiele 1968 zu einem maßvollen Umgang zu bewegen – vergebens.[101]

Zátopek verschärfte daraufhin seine Aktivitäten. So beklebte er beispielsweise Wände mit Protestplakaten.[102] Am 22. August sprach er erstmals in Armeeuniform auf dem Wenzelsplatz zu einer großen Menschenmenge. Darin forderte er unter anderem den Ausschluss der Sowjetunion von den diesjährigen Olympischen Spielen. Darüber hinaus beschuldigte er die sowjetischen Streitkräfte willentlich und rechtswidrig die Souveränität eines friedlichen sozialistischen Bruderstaates verletzt zu haben. Nach einem weiteren öffentlichen Gespräch, dieses Mal über einen illegalen Freien Radiosender am 23. August, geriet Zátopek, der sich über diese kritischen Tage hinweg in unterschiedlichen Häusern aufhielt, um einer möglichen Verhaftung zu entgehen, ins Visier des KGB und des tschechoslowakischen Geheimdienstes ŠtB. Zu diesem Zeitpunkt war Zátopek bereits bewusst, dass seine Militärkarriere zu Ende sein würde.[102]

Am 24. August wiederholte er in einem gedruckten Zeitungsinterview die Forderung, die Sowjetunion von den Olympischen Spielen auszuschließen, zu denen er und seine Frau als Ehrengäste bereits geladen waren. Wohl aus diesem Grund befürchtete er vorerst keine Repressalien. Nach der Unterzeichnung des Moskauer Protokolls und der faktischen Beendigung des Prager Aufstandes reisten er und seine Frau unbeschadet nach Mexiko-Stadt, wo sie gemeinsam den Spielen beiwohnten. In dortigen Interviews hielt sich Zátopek mit kritischen Aussagen gegenüber der Sowjetunion oder der tschechoslowakischen Staatsführung zurück und gab sich diplomatisch zurückhaltend. Nach den Spielen kehrten die Zátopeks Ende Oktober 1968 nach Prag zurück,[103] wo Regierungsangehörige jeglichen Kontakt zu ausländischen Medienvertretern unterbanden. Als dort britische Journalisten dem Paar anboten, nach Großbritannien zu fliehen, lehnte er ab.[104]

Diffamierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 1968 wurde Zátopek vom Verteidigungsministerium unter Androhung dienstlicher Konsequenzen aufgefordert, sich weiterer Kritik am System zu enthalten und sich den Vorschriften und Regeln der Armee zu fügen. Anfang 1969 begann seine öffentliche Diskreditierung mit einer Aussage des ostdeutschen Langstreckenläufers Friedrich Janke, der Zátopek vorwarf, seine „politischen Überzeugungen wie ein Hemd wechseln zu können“, und einem Artikel in der Sportzeitschrift Sovetsky Sport, in der er als „Verräter“ bezeichnet wurde. Nach der Selbstverbrennung des Studenten Jan Palach am 19. Januar aus Protest gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings und weiteren Nachahmern suchte Zátopek auf der Straße Kontakt zu aufgebrachten Studenten. Unter anderem dafür erhielt er am 19. Januar einen offiziellen Tadel des Verteidigungsministeriums und wurde seiner Dienststellung enthoben. Zugleich übertrug man ihm den Posten eines Jugendtrainers beim FK Dukla, was einer Degradierung gleichkam.[105]

Am 20. Februar 1969 beschuldigte ihn Vilém Novy, ein Mitglied des Zentralkomitees der KSČ, dass Pallachs Tod von einer Gruppe Verschwörer billigend in Kauf genommen wurde, als sie diesen zu dieser Aktion überredeten. Unter den namentlichen Beschuldigten waren neben Zátopek auch die Schriftsteller Vladimír Škutina und Pavel Kohout sowie die Studentenführer Lubomir Holacek und Ludek Pachman.[106] Gegen die absurde Behauptung Novys reichten die Beschuldigten vier Wochen später eine Verleumdungsklage ein – die erfolglos blieb. Nach weiteren abfälligen Bemerkungen Zátopeks, unter anderem dass das Geld für die tschechoslowakische Armee besser für Bildung verwendet worden wäre, wurde er am 21. April von seiner Tätigkeit als Jugendtrainer suspendiert. Ein militärgerichtliches Verfahren gegen ihn wurde eingeleitet, in dem ihm illegale politische Aktivitäten, Verbreitung von Falschmeldungen sowie Befehlsverweigerung vorgeworfen wurden. Er bestritt alle Anschuldigungen und erklärte vor Pressevertretern, kein Staatsfeind oder Konterrevolutionär zu sein. Zátopek wurde jedoch zum Sündenbock gemacht und mit Wirkung zum Oktober des Jahres aus der Armee entlassen sowie zugleich aus der Partei ausgeschlossen, in welcher er den demokratischen Flügel unterstützt hatte.[107] Auf eine Haftstrafe wurde wegen seiner früheren Verdienste und aufgrund brieflicher Einwendungen westlicher Athleten und Freunde gegenüber der Regierung – welche einen immensen Imageschaden für das Land bedeutet hätten – verzichtet.[5] Seine Entlassung aus dem Militärdienst war Teil einer landesweiten politischen Säuberungswelle, die bis Mitte der 1970er Jahre circa 11.000 Offiziere und 30.000 Unteroffiziere ihre Stellung kostete.[108]

Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seiner Einkünfte und sportlichen Aktivitäten größtenteils beraubt, fand Zátopek mit Hilfe von Freunden eine Anstellung bei dem Großunternehmen Stavební Geologie, welches im Auftrag des Staates Bodenschätze erkundete. Daneben betätigte sich die Firma, die mehr als 1000 Angestellte und Arbeiter zählte, im Brunnen- und Grabenbau, im Bohrgeschäft und im Untertagebau. Zátopek arbeitete hier von 1969 bis 1973 als einfacher Wanderarbeiter ohne Sonderrechte unter teils schwersten Arbeitsbedingungen. Der Bautrupp war oft wochenlang unterwegs, was zu familiären Differenzen und schwerem Alkoholismus beitrug.[109] Den Arbeitern diente dabei ein gewöhnlicher Bauwagen, Maringotka genannt, als Unterkunft. Als ihn überraschend ein spanischer Sportbeamter bei seiner Arbeit aufsuchte, zeigte sich dieser vom körperlichen Verfall und der Behandlung des einstigen Weltstars schockiert.[5] Zátopek ertrug jedoch die ihm übertragenen Aufgaben, wozu auch Stollenarbeiten zählten, mit sportlichem Ehrgeiz und der ihm eigenen Zähigkeit. Obgleich er in der Bevölkerung weiterhin ein hohes Ansehen genoss, wurde Zátopek bei einem Besuch zu Hause in Prag auf offener Straße von Armeeangehörigen verprügelt. Er ertrug dies und andere Repressalien, wie die Tilgung seines Namens aus Schulbüchern oder die Rückbennenung des Zátopek-Stadions in Stara-Boreslav[110] mit einer gewissen Gleichgültigkeit und arrangierte sich mit der Situation; er verdiente gut, hatte ein eigenes Haus und Freunde, die zu ihm hielten. Die 1969 eingereichte Verleumdungsklage gegen Novy endete 1970 zu Ungunsten der Kläger. Zu den Motiven seiner Aktionen sagte Zátopek: „Ich war bereit, an den Rand des Abgrundes zu gehen, aber nicht hinein zu springen!“.[111]

Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 1972 in München.

1972 lud die Bundesrepublik Zátopek als Ehrengast zu den Olympischen Sommerspielen in München ein, was die Staatsführung der Tschechoslowakei unter Druck setzte. Zum einen war es dem westlichen Ausland schwer zu vermitteln, warum ein ehemaliger Spitzensportler des Landes gleich einem Strafarbeiter behandelt wurde. Zum anderen war sich die Staats- und Parteiführung der herausragenden sportlichen Verdienste Zátopeks und ihres propagandistischen Nutzens bewusst. Dagegen trat die Befürchtung, Zátopek könne die Reise zur Flucht aus der ČSSR nutzen. Die Annahme der Einladung wurde Zátopek unter der Bedingung gewährt, dass seine Frau als Faustpfand in Prag bliebe. Zátopek akzeptierte dies und reiste im Sommer 1972 nach München. Dort traf er auf zahlreiche ehemalige und aktive Sportler, Weggefährten und Politiker wie den amtierenden Bundeskanzler Willy Brandt. Auf politische Aussagen bei Interviews verzichtete er. Überschattet wurden die Spiele durch die Geiselnahme von München, die Zátopek als Verfechter des Olympischen Gedankens zutiefst schockierte. Am Abreisetag erwarteten ihn hunderte von Autogrammjägern am Münchner Flughafen.[112]

Neuanfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zátopek und Sri Chinmoy bei einem Treffen im Juni 1980 in der Schweiz.

Im Spätsommer 1973 begann sich das Verhältnis der Staatsführung zum unliebsamen Zátopek zu normalisieren, insbesondere da er bereits 1971 seine Unterschrift unter dem Manifest der 2000 Worte widerrufen hatte.[113] Dieser Widerruf und weitere pro-staatliche Erklärungen wurden ihm seitens der Desidentenbewegung auch in späteren Jahren nicht mehr verziehen.[5] Nach dem Tod Paavo Nurmis im Oktober 1973 durfte Zátopek zu dessen Trauerfeierlichkeiten nach Helsinki reisen. Etwa zur gleichen Zeit wurden die Restriktionen gegen ihn schrittweise aufgehoben, da man meinte, von Zátopek gehe keine Gefahr mehr für Staat und Partei aus. Zátopeks Rehabilitation war zugleich Signal der tschechoslowakischen Normalisierung, die später von Gustáv Husák vorangetrieben wurde. Im Juli 1974 erhielt Zátopek eine Anstellung im Sport-Dokumentationszentrum in Prag und durfte wieder Freunde und Bekannte im Ausland besuchen. In seinem Büro in einem Nebentrakt unter dem Strahov-Stadion war er mit der Sichtung ausländischer Sportpublikationen betraut, insbesondere sollte er die Entwicklung in der Sportwissenschaft und neuer Trainingsmethoden überwachen. Zátopek bezeichnete die Arbeit als anspruchslos und bescheiden, wobei er sich in der Rolle eines „Sportspions“ sah. Seine neue Tätigkeit, die er bis zu seinem Renteneintritt 1982 ausübte, wurde im nicht-sozialistischen Ausland überwiegend positiv wahrgenommen.[114]

1975 erhielt Zátopek in Paris den „Fair-Play-Preis“ der UNESCO und 1977 das „Diplom erster Klasse“ vom Präsidenten des nationalen Verbandes für Leibesübungen.[115] Im gleichen Jahr war er Ehrengast beim New-York-City-Marathon und hatte einen Gastauftritt bei der Filmserie M*A*S*H, wo Zátopek sich in der Episode The M*A*S*H Olympics selbst spielte.[116] In den Folgejahren war er Gast bei zahlreichen Sportveranstaltungen, unter anderem 1980 in der Schweiz und in Japan und 1981 als Startgeber zum Frankfurt-Marathon. 1983 war er als Ehrengast bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Helsinki zugegen. Die Einladung des IOC für die Olympischen Sommerspiele 1984 in Los Angeles lehnte er jedoch im Zuge des Boykotts der Warschauer-Pakt-Staaten gegenüber den Vereinigten Staaten ab. Stattdessen besuchte er 1983 im australischen Melbourne ein nach ihm benanntes Straßenrennen. 1986 erlitt der schon seit einigen Jahren an Herz-Kreislauf-Problemen leidende Zátopek einen Herzanfall, der unter anderem auf seine ungesunde Lebensweise in den Jahren als Wanderarbeiter und auf übermäßigen Alkoholkonsum zurückzuführen war. 1987 war er abermals Startgeber, diesmal für einen Volkslauf im Londoner Hyde Park.[117] Im Jahr darauf hatte er großen Anteil daran, dass der erste Freundschaftslauf zwischen den Partnerstädten Wuppertal und Košice durchgeführt wurde.[118]

Wendezeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rehabilitation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Demonstrierende Menschenmenge auf dem Wenzelsplatz in Prag im November 1989.

Mit Michail Gorbatschows eingeleiteter Politik von Perestroika und Glasnost und dem Verzicht auf eine sowjetische Vormachtstellung in Ostmitteleuropa kam es ab Herbst 1988/89 zunächst in Polen, später Ungarn, Bulgarien und der DDR zu weitreichenden Reform- und Demokratiebewegungen, die im Zerfall der kommunistischen Regime endete. In der Tschechoslowakei geschah dies ab Oktober 1989 unter dem Begriff der Samtenen Revolution. Zátopek, von den Erfahrungen seit 1968 vorbelastet, reagierte auf die politischen Umwälzungen in seinem Land zurückhaltend. Am 17. November 1989 war es in Prag zu ersten Unruhen gekommen, als eine Studentendemonstration von der Polizei niedergeprügelt wurde. Es folgten Proteste, Streiks und Massendemostationen mit mehreren 100.000 Teilnehmern. Am 30. November trat die kommunistische Staatsführung zurück. Václav Havel, der spätere erste Präsident der Tschechischen Republik, verkündete daraufhin alsbaldige freie Wahlen. Am 1. Dezember 1989 versammelten sich über eine Million Menschen auf der Letná-Ebene vor Prag, darunter auch Zátopek und seine Frau, die bis dato die Geschehnisse nur im Fernsehen verfolgt hatten. Nach Havels Regierungsantritt im Dezember 1989 folgte eine weitreichende Amnestieerklärung für politisch Verfolgte. So wurde Zátopek am 11. März 1990 offiziell rehabilitiert. Der neue Verteidigungsminister Miroslav Vašek entschuldigte sich darüber hinaus öffentlich für dessen Entlassung aus dem Armeedienst.[119]

Mit der Demokratisierung und Öffnung der Tschechischen und Slowakischen Föderativen Republik zum Westen hin stieg Zátopeks Popularität und damit auch das mediale Interesse sprunghaft an. Er führte unzählige Interviews und Gespräche mit westlichen Journalisten und ehemaligen Weggefährten und Freunden. Zátopek nutzte in der Folgezeit die neue Reisefreiheit, besuchte Freunde in Argentinien und den Vereinigten Staaten und war Gast bei den Olympischen Sommerspielen 1992 im spanischen Barcelona.[120]

Verhältnis zum Staatssicherheitsdienst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im gleichen Jahr wurden im Zuge der weiteren Liberalisierung des Landes die Aktenbestände des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes der Tschechoslowakei (ŠtB) der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zátopek hat sich zu einer etwaigen Tätigkeit als Informant nie öffentlich geäußert. In den vorhandenen Unterlagen wird er jedoch unter diversen Decknamen geführt, wobei entsprechende handschriftliche Aufzeichnungen fehlen. Thesen über eine genaue Betätigung sind daher spekulativ. Womöglich hat Zátopek während seiner sportlichen Karriere sowie als Angehöriger der Armee von seinen zahlreichen Auslandsreisen Berichte an das ŠtB verfasst, von denen jedoch keiner mehr erhalten ist.[121] Denkbar ist auch, dass seine Erwähnungen in den Akten auf Berichten von ŠtB-Mitarbeitern beruhen, die ihn auf Reisen beschatteten.[122]

Möglicherweise wurde Zátopek vom ŠtB zur Mitarbeit – in welcher Form auch immer – gezwungen. Einzige belastbare Quelle ist eine Aussage des ehemaligen ŠtB-Spitzenagenten Josef Frolík (1928–1989) in seinen 1976 erschienenen Memoiren Frolik Defection, in denen er Zátopek bezichtigt, für das ŠtB tätig gewesen und als gezielter Agent provocateur beim Prager Frühling eingesetzt worden zu sein. Die Beschuldigungen sind jedoch schwer vereinbar mit den einschneidenden Repressionen gegen Zátopek nach dem Aufstand durch das kommunistische Regime, was die Glaubwürdigkeit Frolíks zweifelhaft macht. Ob Zátopek nun Informant oder gar Agent des ŠtB gewesen ist und wie seine Verwicklung darin aussah, lässt sich mangels reputabler Quellen nicht zweifelsfrei klären.[123]

Zátopeks sonstige politische Aktivitäten beschränkten sich auf das Notwendigste. Nach den Aussagen seiner Frau war er nur Parteimitglied, weil er es als Offizier und Angehöriger der Armee sein musste. Bisweilen ließ er sich bei seinen Auslandsreisen zu politischen Reden einspannen. Mitunter musste Zátopek dabei leere Papierblätter unterzeichnen, die erst nach seiner Unterschrift mit entsprechenden propagandistischen Texten gefüllt wurden.[124]

Letzte Lebensjahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emil Zátopeks Grab in Rožnov pod Radhoštěm

1994 war Zátopek Gast bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Helsinki. 1995 erlitt er während einer Griechenlandreise am Athener Flughafen einen leichten Schlaganfall, von dem er sich jedoch rasch erholen konnte. In der Folge wurde Zátopek, der mittlerweile stark übergewichtig war, zunehmend depressiv, was durch den Verlust eines Großteils seiner Geschwister und enger Freunde verstärkt wurde. Hierzu zählten beispielsweise Gordon Pirie († 1991), Reiff († 1992) und Reinaldo Gorno († 1994). Im Juni 1995 war Zátopek Gaststarter des Prag-Marathons gewesen. Wenig später hatte er einen Cameo-Auftritt in einem Werbespot für seinen langjährigen Sponsor Adidas. Im September des Jahres reiste er zur ISTAF Berlin, wo ihn der Filmemacher Hagen Boßdorf begleitete und hierüber einen Dokumentarfilm drehte. Ab 1996 verschlechterte sich Zátopeks Gesundheitszustand weiter. Gehen fiel ihm zunehmend schwerer, er war zeitweise auf einen Gehstock angewiesen. Hinzu trat ab 1997 Altersdemenz. Im gleichen Jahr wurde er in Tschechien zum „Athleten des Jahrhunderts“ gewählt. 1998 verlieh ihm Präsident Havel die höchste Auszeichnung des Landes, den Orden des Weißen Löwen. Im gleichen Jahr erlitt Zátopek einen zweiten Schlaganfall, der zum vorübergehenden Sprachverlust führte. 1999 gab er einem britischen Zeitungsreporter ein letztes Interview. Nach einer schweren Lungenentzündung und weiteren Schlaganfällen wurde Zátopek im Spätsommer 2000 in das Prager Militärkrankenhaus des Stadtteiles Střešovice verbracht, wo er an den Folgen seines letzten Schlaganfalls am 21. November 2000 verstarb.[125]

Zátopeks Tod sorgte national wie international für bestürzende Reaktionen in den Medien. Die Trauerfeierlichkeiten fanden am 6. Dezember 2000 im Prager Nationaltheater statt. Das von Havel vorgeschlagene Staatsbegräbnis wurde auf Bitten der Witwe schlicht gehalten. Nach den Trauerfeierlichkeiten, an dem unter anderen hochrangigen Vertretern Ministerpräsident Miloš Zeman teilgenommen hatte, wurde der in eine Staatsflagge gewickelte und von den höchsten Sportlern des Landes getragene Sarg zur Einäscherung in ein Krematorium überführt. Noch am gleichen Tag wurde Zátopek vom IOC posthum die Pierre-de-Coubertin-Medaille für außergewöhnliches sportliches Verhalten und von der IAAF der Goldene Verdienstorden verliehen. Sein Urne wurde auf dem Ehrenfriedhof „Valašský Slavín“ in Rožnov pod Radhoštěm bestattet.[126]

Würdigungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Jahre nach seinem Tod wurde in Prag ein Denkmal für ihn eingeweiht. Im Dezember 2006 benannte die tschechische Staatsbahn einen Schnellzug nach ihm,[115] 2016 Škoda Transportation eine Lokomotive für die DB Regio.[127] 2011 erschien unter dem Titel Laufen. (Originaltitel: Courir.) ein Roman über sein bewegtes Leben.[128] 2012 gehörte Zátopek als einer von zwölf Leichtathleten der Erstauswahl der neu geschaffenen IAAF Hall of Fame an. Im Februar 2013 wählten ihn die Journalisten des Magazins Runner’s World zum größten Läufer aller Zeiten („Greatest Runner of All Time“).[129] Ferner sind mehrere Schulen nach ihm benannt worden, etwa die Grundschule in Kopřivnice sowie Schulen in Zlín und Třinec. Bei den Olympischen Sommerspielen 2016 trug jeder tschechische Athlet in Gedenken an Zátopek dessen Symbol auf seinem Sportdress.[5]

Resümee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zátopek galt als einer der größten Sportler seiner Zeit. Viele Läufer weltweit betrachten ihn heute noch als den größten Olympiasieger aller Zeiten. Er bestach jedoch nicht nur durch seine sportlichen Leistungen und beispiellosen Erfolge, sondern vielmehr auch durch seinen fröhlichen und lebensbejahende Charme. Durch seine Bescheidenheit und Menschlichkeit begeisterte er wie kein anderer Läufer vor oder nach ihm Kontrahenten und Zuschauer gleichermaßen – sowohl Diesseits als auch Abseits der Strecke. Während der Wettkämpfe suchte er stets das Gespräch mit seinen Mitläufern. Er unterschied dabei nicht zwischen Ost oder West. Schon gar nicht hielt er sich an etwaige vorgeschriebene Etiketten. Für Zátopek gab es keine trennenden Ideologien oder Klassenunterschiede sondern Athleten, die sich – dem olympischen Geiste folgend – im fairen Wettkampf miteinander maßen. So stellte er beispielsweise während der Olympischen Spiele 1952 in Helsinki, in welchem das Olympische Dorf strikt in kommunistische und nicht-kommunistische Lager getrennt worden war, gegen jede Regel sein Bett einem australischen Läufer zur Verfügung und trainierte mit jungen westlichen Athleten zusammen. Seinem britischen Gegner Pirie lieh er sogar seine Socken.[5]

Er scheute sich auch nicht jedem der es wissen wollte, seine Trainingsgeheimnisse preiszugeben. Mitunter kam es sogar vor, dass Zátopek während eines Rennens gegenüber seinen Kontrahenten Worte der Ermutigung fand oder ihnen anbot, für eine gewisse Zeit lang den „Pacer“ – den Tempomacher zu mimen. Er tat dies aus reiner Sportlichkeit heraus. Diese im heutigen Spitzensport undenkbar erscheinende Maxim, gepaart mit grenzenlosen sportlichen Ehrgeiz, aber auch des Mutes während der Geschehnisse des Prager Frühlings, hinterließ bei seinen engen Wegbegleitern tiefen Eindruck und prägten nachhaltig dessen heutiges Rollenbild vom „Great runner of all time“ – dem Größten Läufer aller Zeiten.[130][5]

Training und Laufstil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Trainingsarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zátopek trainierte während seiner Sportkarriere überwiegend allein und ohne größere Ruhepausen getreu dem Motto:

„Mach’s dir im Training schwer, dann wird es im Wettkampf leichter.“

Seine Trainingseinheiten absolvierte er in der Regel nach dem Armeedienst und bei jeder sich sonst bietenden Gelegenheit, wofür er praktisch seine gesamte Freizeit opferte. In den Wintermonaten lief er, mit der Taschenlampe in der Hand, vorwiegend auf Landstraßen; mitunter auch in Militärschnürstiefeln. Im Frühling und Sommer lief er auf unbefestigten Wald- und Wiesenwegen und der Aschenbahn.[131] Seine Laufeinheiten bestritt er nach dem Intervallprinzip.[132] Bisweilen praktizierte er skurril anmutende Übungen, beispielsweise Dauerläufe mit seiner Frau im Huckepack oder unter Luftanhalten bis zur Ohnmachtsgrenze.[133] Auch stundenlanges auf der Stelle treten während des Wachdienstes gehörte zu seiner Trainingspraxis.[134] Gewöhnlich startete Zátopek in die Laufsaison mit für ihn verhaltenen Intervallen von 10 × 100, 10 × 200 oder 6 × 400 Meter mit jeweils 200 Meter Trabpause, um seine aktuelle Belastungsgrenze zu ermitteln. Danach folgte eine sukzessive Steigerung der Intervallanzahlen auf 40 und mehr.[135][136]

Die Intervallzeiten richteten sich nach der angestrebten Zielzeit. Wollte Zátopek beispielsweise über die 5000-Meter-Distanz eine Zeit von 14:10 min laufen, so rechnete er diese auf 200 oder 400-Meter-Intervalle, mithin also 34 beziehungsweise 68 s, um. Bei reinem Schnelligkeitstraining orientierte er sich an diesen Zeiten mit weniger Wiederholungen. Sollte dagegen mehr für die Ausdauer trainiert werden, so lagen die Zeiten über den ermittelten Durchschnittswerten, allerdings mit häufigeren Wiederholungen.[132]

Gerade in Olympiajahren steigerten sich die Intervalleinheiten auf bis zu 70 oder 80 × 400 Meter, wodurch das bisher betriebene Intervalltraining negiert und revolutioniert wurde.[137] Nachteil seiner extremen Traingsmethode war der hohe körperliche Verschleiß, der bei Zátopek des öfteren zu Gelenkschmerzen und Muskelrissen führte.[137]

Motivation und Erfolgsrezept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Laufmotivation Zátopeks ist viel diskutiert und gemutmaßt worden. Hierauf befragt, antwortete er mit dem bis heute populären Zitat:[133]

„Vogel fliegt. Fisch schwimmt. Mensch läuft!“

Zátopek lief um des Laufens willen und zelebrierte dies.[138] Dabei entwickelte er ein Gespür dafür, die eigene Leistungsgrenze rasch zu erkennen und durch ein hohes Maß an Disziplin, Willenskraft und noch härtere Trainingsreize zu überwinden.[139] Zátopeks folgender Ausspruch gilt als sein Erfolgsrezept:[138]

„Man nehme: eine große Portion ‚Ich höre nur auf mich selbst‘. Einen großen Löffel ‚Lass die anderen reden, ich laufe einfach‘. Ein Kilo ‚Lass die anderen lachen, ich lache sie aus, wenn ich im Ziel bin‘. Dazu: Ein Pfund Spaß. Ein Pfund Leidenschaft. Und eine große Portion Gelassenheit. Alles kräftig durchmischen. Fertig. Vielleicht noch einen süßen Guss: ‚Einfachheit‘ über alles.“

Insbesondere setzte sich Zátopek nie zu hohe Ziele, sondern hielt diese stets im Rahmen des Machbaren.[135]

Laufstil und Lauftaktik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Laufstil wirkte seit Beginn seiner Läuferkarriere optisch schwerfällig und wurde bisweilen als anatomische Abnormalität bezeichnet.[140] Anders als beispielsweise der stets elegant wirkende Paavo Nurmi erweckte Zátopek bei seinen Läufen meist den Eindruck, am Ende seiner Kräfte zu sein, was durch seine verkrampft wirkende Muskulatur, pfeifende Atemgeräusche und entgleiste Gesichtsmimik verstärkt wurde. Die schmerzverzerrte „Grimasse“ wurde zu seinem Markenzeichen. Zátopek verstand Laufen als eine rein natürliche Möglichkeit der Fortbewegung und lehnte jede Form von wissenschaftlichen Lauftheorien ab. Er vertrat die Ansicht, dass die Leistung eines Athleten nicht nach seinem Laufstil beurteilt werden könne, den er als lediglich oberflächliche Betrachtung auffasste.[141][142] Zátopeks unökonomischer Laufstil und seine Erfolge trugen dazu bei, dass für Jahrzehnte über die Physiologie des Trainings (später auch die Biochemie) diskutiert und geforscht wurde und die Laufökonomie, der Stillauf, in den Hintergrund trat.[143]

Eine besondere Taktik während seiner Läufe verfolgte Zátopek nicht. Er lief nicht um des Schlagens der Gegner willen, sondern um eigene Leistungen zu überbieten.[144]

Ernährung und Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf eine individuell abgestimmte Ernährung legte Zátopek keinen Wert. Er aß und trank nach eigenem Belieben und was ihm schmeckte.[145][138] Bisweilen griff er auch auf ungewöhnlich anmutende Nahrungsmittel zurück. So aß er mitunter vor Wettkämpfen rohe Zwiebeln und Knoblauch und trank literweise das Wasser von Gewürzgurken oder flaschenweise Magenbitter. Bier betrachtete er als isotonisches Getränk.[146] Zu seiner Lebensweise gehörten ausreichend Schlaf – vor schweren Wettkämpfen bis zu 10 Stunden – und der Verzicht auf Nikotingenuss.[147]

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insgesamt bestritt Zátopek 334 Karriererennen, von denen er 261 siegreich beendete.[133] Darin enthalten sind seine 141 Läufe über die 5000-Meter-Distanz mit 120 Siegen, 62 Wettkämpfläufe über die 10.000-Meter mit 54 Siegen sowie 54 Teilnahmen an 3000-Meter-Läufen von denen er 46 gewonnen hatte.[148]

Rekord-, Olympia- und Meisterschaftsergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seiner Läuferkarriere zwischen den Jahren 1942 und 1957 errang Zátopek zahlreiche Siege und Meisterschaftstitel. Der vierfache Olympiasieger und Silbermedaillengewinner wurde ferner dreifacher Europa- und fünfzehnfacher tschechoslowakischer Meister. Insgesamt errang er 51 Nationalrekorde.[149] Darin enthalten sind seine 18 Weltrekorde.[150] Ferner lief er vier Olympische und drei Europarekorde.

Leistungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Finisher-Medaille des Berlin Marathons 1988 mit dem Porträt Zátopeks.
Verein Jahr 800 m 1500 m 3000 m 5000 m 10.000 m
SK Bata Zlín 1941 4:20,3 min
SK Bata Zlín 1942 2:02,8 min 4:13,9 min 9:12,2 min 16:25,0 min
SK Bata Zlín 1943 1:58,7 min 4:01,0 min 8:57,1 min 15:26,6 min
SK Bata Zlín 1944 1:59,8 min 3:59,5 min 8:34,8 min 14:54,8 min
SK Bata Zlín 1945 4:01,4 min 8:33,4 min 14:50,8 min
SK Bata Zlín 1946 3:57,0 min 8:18,8 min 14:25,8 min
SK Bata Zlín 1947 3:52,8 min 8:08,8 min 14:08,2 min
Botostroj 1948 8:07,8 min 14:10,0 min 29:37,0 min
ATK Praha 1949 3:57,0 min 8:19,2 min 14:13,2 min 29:21,2 min
ATK Praha 1950 8:16,0 min 14:03,0 min 29:02,6 min
ATK Praha 1951 8:17,6 min 14:11,6 min 29:29,8 min
ATK Praha 1952 8:32,4 min 14:04,4 min 29:17,0 min
ÚDA Praha 1953 8:13,8 min 14:03,0 min 29:01,6 min
ÚDA Praha 1954 4:05,0 min 8:19,0 min 13:57,2 min 28:54,2 min
ÚDA Praha 1955 14:04,0 min 29:25,6 min
ÚDA Praha 1956 8:18,4 min 14:14,8 min 29:33,4 min
Dukla Praha 1957 14:06,4 min 29:25,8 min
Dukla Praha 1958 15:13,0 min 31:13,0 min

Weltranglistenplatzierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

5000 m[151]
Jahr Jahresbestleistung Platz
1944 14:54,9 min 30.
1945 14:50,8 min 23.
1946 14:25,8 min 5.
1947 14:08,2 min 1.
1948 14:10,0 min 1.
1949 14:10,2 min 1.
1950 14:03,0 min 1.
1951 14:11,6 min 2.
1952 14:06,4 min 1.
1953 14:03,0 min 5.
1954 13:57,0 min 3.
1955 14:04,0 min 11.
1956 14:14,8 min 49.
1957 14:06,4 min 24.
10.000 m[151]
Jahr Jahresbestleistung Platz
1948 29:37,0 min 1.
1949 29:21,2 min 1.
1950 29:02,6 min 1.
1951 29:29,8 min 1.
1952 29:17,0 min 1.
1953 29:01,6 min 1.
1954 28:54,2 min 1.
1955 29:25,6 min 8.
1956 29:33,4 min 17.
1957 29:25,8 min 11.

Anhang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Běží Zátopek. Olympia, 1967.
  • Emil Zatopek erzählt: Geschichten und Geheimnisse des legendären Olympiasiegers und 18-fachen Weltrekordlers. Sri-Chinmoy-Laufclub, Zürich 1980, ISBN 3-7261-0010-5.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Askwith: Today We Die a Little: The Rise and Fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, ISBN 978-0-224-10034-2.
  • Pat Butcher: Quicksilver: The Mercurial Emil Zatopek. Globerunner Productions 2016, ISBN 978-0-9570332-2-1.
  • Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zátopek. Bloomsbury, London 2016, ISBN 978-1-4729-2022-5.
  • František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953.
  • Jan Novák, Jaromír Svejdík: Zátopek. Aus dem Tschechischen von Mirko Kraetsch. Voland & Quist, Dresden, Leipzig 2016, ISBN 978-3-86391-138-6.
  • Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, ISBN 1-903158-25-7.

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Emil Zátopek oder Dana sagt: Bier macht dumm. Dokumentarfilm 1980, Länge 55 min, Regie: Hans-Dieter Grabe
  • Emil Zatopek – Olympische Höhepunkte 1948–1952. Dokumentarfilm 1980, Länge 9 min
  • Emil Zátopek: Die Lauflokomotive. Dokumentarfilm 1995, Regie: Hagen Boßdorf
  • Emil und Dana Zátopková. Dokumentarfilm 1997, Länge: 15 min, Regie: Miroslav Kačor
  • Nejen zlaté vzpomínky. Dokumentarfilm 2000, Länge 23 min
  • Sláva vítězům. Dokumentarfilm 2001, Länge: 15 min, Regie: Simona Oktábcová, Theodor Mojžíš
  • Emila Zátopka. Dokumentarfilm 2003, Länge: 17 min, Regie: Karel Hynie, Zdenek Patocka, Vojtech Peták, Pavel Taussig
  • Slavné olympijské osmičky Podruhé v Londýné vstupuje Emil Zátopek. Dokumentarfilm 2008, Länge: 26 min
  • Život atleta Emila Zátopka. Dokumentarfilm 2011, Regie: M. Mináč, O. Sommerová
  • Zátopek. Dokumentarfilm 2016, Länge: 52 min, Regie: David Ondříček

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Emil Zátopek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 14.
  2. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 8–10.
  3. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 135.
  4. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 128.
  5. a b c d e f g h Richard Askwith: Emil Zátopek: The greatest Olympian vanished from public life after he defied Russian tanks in 1968. In: The Independent. 24. März 2016. Abgerufen am 13. Februar 2017.
  6. Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 70.
  7. Frantisek Steiner: Er war, ist und bleibt der König der Athleten. In: Welt.de, 10. November 2000. Abgerufen am 8. Februar 2016.
  8. Richard Askwith. Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 74, 98.
  9. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 10–19.
  10. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 19.
  11. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 8–9
  12. Richard Askwith: Today we die a little. The rise an fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Bloomsbury, London 2016, S. 20–27.
  13. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 19–20.
  14. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 20–21.
  15. Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 29–31.
  16. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 10–24; Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 28–45.
  17. Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 32–33.
  18. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 24.
  19. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 46–51.
  20. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 25.
  21. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 38.
  22. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 41–43.
  23. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 27.
  24. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 44–46.
  25. Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 65.
  26. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 50–60.
  27. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 30.
  28. Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 69.
  29. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 52–66; František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 61–64.
  30. Offizieller Bericht „Athletic Timetable“ S. 231. (engl.)
  31. Offizieller Bericht „Athletic Timetable“ S. 230. (engl.)
  32. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 64–71; Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 67–73.
  33. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 32.–34
  34. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 35.
  35. a b c Richard Askwith: Rio 2016: The day that friendship trumped victory. In: The Independent. 19. August 2016. Abgerufen am 13. Februar 2017.
  36. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 80–96; Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 84–106.
  37. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 36.–37
  38. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 76–90; Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 97–98.
  39. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 40.
  40. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 43.
  41. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 99–100.
  42. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 101–103.
  43. a b c Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 41.
  44. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 104–113.
  45. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 98–121; František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 116–120.
  46. Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 109–116.
  47. a b Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 50.
  48. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 132–136.
  49. Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 140–147.
  50. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 52–53.
  51. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 137–145.
  52. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 122–142.
  53. a b Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 61.
  54. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 54.
  55. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 145–147.
  56. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 143–151; František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 147–153.
  57. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 78. (Die von der genannten Referenz übernommenen Splitzeiten weichen von der offiziellen Endzeit des Weltrekords im 25.000-Meter-Lauf um +10,0 s ab. Die Diskrepanz dieser Abweichung ist nicht zu erklären.)
  58. Offizieller Bericht „Athletic Timetable“ S. 285. (engl.)
  59. Offizieller Bericht „Athletic Timetable“ S. 286. (engl.)
  60. Offizieller Bericht „Athletic Timetable“ S. 289–292. (engl.)
  61. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 64.
  62. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 154–158.
  63. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 65–66.
  64. Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 171–173.
  65. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. XIV.
  66. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 66.
  67. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 159–165.
  68. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 168–175.
  69. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 67.
  70. Richard Askwith: Today we die a little. The rise an fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 152–192.
  71. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 71–74.
  72. ARCHIV KANCELÁŘE PREZIDENTA REPUBLIKY. PDF, S. 7.
  73. František Kožík: Der Marathonsieger Emil Zátopek. Artia, Prag 1953, S. 207–208; Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 193–204.
  74. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 86.
  75. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 81.
  76. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 82–84.
  77. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 85–86.
  78. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 204–209.
  79. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 91.
  80. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 99. [Die von der genannten Referenz übernommenen Splitzeiten weichen von der offiziellen Endzeit um +0,2 s durch Rundungsfehler ab.]
  81. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 100–102.
  82. a b Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 94.
  83. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 93–96.
  84. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 97–98.
  85. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 210–217.
  86. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 98–107.
  87. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 108.
  88. a b Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 107.
  89. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 108–114.
  90. Offizieller Bericht des IOC. PDF, S. 301–307 (englisch).
  91. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 218–225.
  92. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 116–117.
  93. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 225–231.
  94. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 232–237.
  95. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 121–124.
  96. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 121–125.
  97. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 238–258.
  98. Guido Knopp (Hrsg.), Harald Schott: Worte gegen Panzer. Der Prager Frühling 1968. Georg Bitter, 1991, S. 26.
  99. Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 267–268.
  100. Stefan Karner, Natalja Tomilina, Alexander Tschubarjan u. a.: Prager Frühling. Das internationale Krisenjahr 1968 (= Veröffentlichungen des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgen-Forschung Graz–Wien–Klagenfurt. Sonderband 9/1). Böhlau, Köln, Weimar, Berlin 2008, S. 721 (Endnote 10).
  101. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 259–267.
  102. a b Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 272.
  103. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 267–275.
  104. Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 276, 281.
  105. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 276–278.
  106. Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 278.
  107. Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 276, 279–281.
  108. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 278–289.
  109. Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 287–288.
  110. The greatest long-distance runner of the mid-20th century: Emil Zátopek auf praticaradionews.blogspot.de, abgerufen am 9. Dezember 2016.
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  112. Richard Askwith: Today we die a little. The rise and fall of Emil Zátopek, Olympic Legend. Yellow Jersey Press, London 2016, S. 308–312.
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  127. Feierliche Präsentation der neuesten Škoda Transportation Lokomotive für die DB Regio AG. In: Skoda.cz. 27. Juni 2016.
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  133. a b c Emmanuel Schneider: Vogel fliegt. Fisch schwimmt. Mensch läuft. In: Reutlinger General-Anzeiger. 8. August 2012. Abgerufen am 14. Dezember 2016.
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  146. Michael Beloff: Emil Zátopek: A Legend from Athletics’ Golden Age of Innocence. In: The Spectator. 7. Mai 2016. Abgerufen am 14. Dezember 2016.
  147. Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 120–121.
  148. Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 153–159.
  149. Bob Phillips: Zá–to–pek! Zá–to–pek! Zá–to–pek! The life and times of the world’s greatest distance runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 152–153.
  150. Rick Broadbent: Endurance: The Extraordinary Life and Times of Emil Zatopek. Bloomsbury, London 2016, S. 302.
  151. a b Bob Phillips: Za-to-pek! Za-to-pek! Za-to-pek! The Life and Times of the World’s Greatest Distance Runner. Parrs Wood Press, Manchester 2002, S. 153.
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