Emily Atef

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Emily Atef auf der Berlinale 2018

Emily Atef (* 6. Mai 1973 in West-Berlin) ist eine deutsch-französisch-iranische Regisseurin und Autorin. Sie hat die französische Staatsbürgerschaft und lebt seit 2001 in Berlin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emily Atef wurde als Tochter eines Iraners und einer Französin in West-Berlin geboren. Sie hat einen älteren Bruder. Als Atef sieben Jahre alt war, zog sie mit ihren Eltern nach Los Angeles. Mit 13 Jahren wurde sie zum Schulbesuch nach Frankreich geschickt, wo sie 1993 mit dem Baccalauréat die Schule beendete. Eine Zeitlang arbeitete sie als Schauspielerin in London. Ihre einzige Filmrolle hatte sie 2004 in Marseille von Angela Schanelec. 2001 nahm Atef ein Studium für Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin auf, das sie 2008 abschloss.

Ihr erster Langfilm Molly’s Way wurde auf dem Filmfest München mit dem Förderpreis Deutscher Film für das beste Drehbuch prämiert, den Preis erhielt sie gemeinsam mit Co-Autorin Esther Bernstorff. Zudem erhielt der Film den Spezialpreis der Jury[1] des Festival Internacional de Cine de Mar del Plata. Ihr zweiter Spielfilm, Das Fremde in mir mit Susanne Wolff, der von einer Mutter mit postpartaler Depression handelt, wurde bei der Semaine de la critique in Cannes uraufgeführt und erhielt ebenfalls mehrere Preise, unter anderem den für die beste Regie beim Studio Hamburg Nachwuchspreis, für den besten Film beim São Paulo International Film Festival und diverse andere. Ihr dritter Film Töte mich wurde als Best European Film beim Bradford International Film Festival ausgezeichnet. Für die ARD drehte Atef 2016 ihren ersten Fernsehfilm Königin der Nacht[2] ein Familiendrama für die ARD im Schwarzwald. Im selben Jahr inszenierte Atef wieder für die ARD Wunschkinder[3] eine wahre Geschichte über ein Paar, das ein Kind in Russland adoptieren will (geschrieben von Dorothee Schön, produziert von X Filme Creative Pool). Beide Filme, Königin der Nacht und Wunschkinder, waren für den Grimme Preis 2018 nominiert.[4] 2017 drehte Atef das TV-Drama Macht euch keine Sorgen[5] für WDR/ARD, ein Film über einen Vater, der herausfindet, dass sein 19-jähriger Sohn in Syrien zum IS gegangen ist. Der Film wurde im Herbst 2017 auf dem 51. Hofer Filmtagen[6] uraufgeführt und wird 2018 in der ARD ausgestrahlt.

Atef schrieb und inszenierte den Spielfilm 3 Tage in Quiberon (2018). Der Film ist inspiriert von wahren Begebenheiten im Leben der Schauspielerin Romy Schneider (dargestellt von Marie Bäumer) und zeigt ein Porträt im Spannungsverhältnis zwischen privater und öffentlicher Person. Die Premiere der deutsch-österreichisch-französischen Koproduktion erfolgte im Rahmen der 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin, wo der Film in den Wettbewerb um den Goldenen Bären eingeladen wurde. 3 Tage in Quiberon blieb aber unprämiert. Bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises im selben Jahr erhielt Atefs Regiearbeit sieben Auszeichnungen, darunter in den Kategorien Film, Regie und für die Darsteller Marie Bäumer, Birgit Minichmayr und Robert Gwisdek.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Atef auf der Berlinale 2018

Regie

Schauspielerin

  • 2004: Marseille

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Emily Atef – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Noch ein Festivalpreis für Emily Atefs „Molly's Way“. 19. März 2006. Abgerufen am 2. Dezember 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.welt.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. Königin der Nacht. Abgerufen am 15. Januar 2018.
  3. „Es sollte bewusst kein Film über Adoption werden“ | FilmMittwoch im Ersten. Abgerufen am 15. Januar 2018.
  4. Serienboom macht nicht vor Grimme halt. In: mediabiz.de. Blickpunkt:Film, 17. Januar 2018, abgerufen am 18. Januar 2018.
  5. Drehstart für das WDR/ARD-Familiendrama „Macht euch keine Sorgen“. Abgerufen am 8. Januar 2018.
  6. MACHT EUCH KEINE SORGEN. Oktober 2017. Abgerufen am 11. Januar 2018.