Emma (Roman)

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Hugh Thompson: Emma und Mr. Knightley, 1896

Emma ist ein Roman der britischen Schriftstellerin Jane Austen. Er wurde 1815 mit dem Druckdatum 1816 veröffentlicht und gilt als eines ihrer Hauptwerke.[1] Die Hauptfigur Emma Woodhouse wird zu Beginn des Buches als ansehnlich, intelligent und reich beschrieben. Bevor Jane Austen begann, den Roman zu schreiben, schrieb sie: „Ich werde eine Heldin schaffen, die keiner außer mir besonders mögen wird“.[2]

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schauplatz und einziger Handlungsort des Romans ist das Dorf Highbury ca. 16 Meilen südwestlich von London. Die Handlung erstreckt sich über den Zeitraum von etwas über einem Jahr. Das Personal rekrutiert sich hauptsächlich aus drei Familien, die der lokalen Gentry angehören und auf den Familiensitzen Donwell Abbey, Hartfield und Randalls zu Hause sind. Dazu kommen der Vikar im Ort, Mitglieder der Pächterfamilie Martin, die neureiche Familie Cole, die Pensionatsleiterin Mrs. Goddard mit ihrem Zögling Harriet Smith und die Damen der verarmten Familie Bates. Gelegentlich wird der Kreis durch Besucher aus der Hauptstadt erweitert. Alle Beteiligten sind durch unterschiedliche, mehr oder weniger enge gesellschaftliche Kontakte miteinander verbunden.

Emma Woodhouse ist eine wohlsituierte junge Dame von 21 Jahren, die mit ihrem Vater in Highbury, einem kleinen Dorf in der Nähe von London lebt. Die Woodhouses gehören zu den ersten Familien im Ort. Das Buch beginnt unmittelbar nach der Verheiratung ihrer Erzieherin, Miss Taylor, die damit zu Mrs. Weston wird und einen gesellschaftlichen Aufstieg macht.

Weil Emma der festen Meinung ist, sie habe die Verehelichung ihrer Erzieherin in die Wege geleitet, sieht sie ihre Fähigkeiten auf genau diesem Gebiet, und sie sinnt nach einem neuen Arrangement, das ihr die Langeweile vertreiben soll. Ein junges Mädchen aus weniger guten Verhältnissen, Harriet Smith, erwählt sie sich als neue Freundin und als zukünftige Braut des Dorfvikars Mr. Elton. Sie setzt alle Hebel in Bewegung, um die beiden zusammenzubringen, obwohl Mr. Knightley, ihr Nachbar und Schwager ihrer älteren Schwester Isabella, dringend von diesem Ansinnen abrät.

Als Harriet einen Heiratsantrag von Mr. Knightleys Pächter Robert Martin erhält, lehnt Harriet den Antrag auf Anraten Emmas ab, obwohl sie Mr. Martin im Stillen sehr bewundert. Doch Emma hat ihr den Vikar schmackhaft gemacht, und der steht natürlich weit über einem Bauern. Dass Elton in Wirklichkeit Emma selbst den Hof macht, entgeht ihr bei all ihren angestrengten Bemühungen, Elton und Harriet zu verkuppeln, dabei völlig. Bei der bevorstehenden Weihnachtsfeier hofft Emma, Mr. Elton und Harriet endlich zusammenzubringen. Doch Harriet liegt mit einer schweren Halsentzündung im Bett.

Mr. Elton hat nun seiner Herzdame lange genug den Hof gemacht. Auf dem Heimweg ist er allein mit Emma in der Kutsche und macht ihr einen stürmischen Heiratsantrag, in der sicheren Gewißheit, dass Emma ihn erhören wird. Emma ist jedoch schockiert und weist ihn mit aller Bestimmtheit zurück. Sie merkt erst jetzt, dass er an Harriet nie interessiert war und all seine Artigkeiten allein ihr galten. Sie schwört sich, das Ehestiften bleiben zu lassen. Sie ist nun in der misslichen Lage, Harriet diese Wendung erklären zu müssen. Mr. Elton seinerseits reist unverzüglich nach Bath, um nach kurzer Zeit verheiratet zurückzukehren. Seine Frau ist eine eingebildete und aufdringliche junge Dame, die sich gerne selber lobt, aber selbst nur wenige Talente vorzuweisen hat.

Kurz darauf kommen zwei neue Gäste in Highbury an: Miss Bates Nichte Jane Fairfax, auf die Emma ein klein wenig eifersüchtig ist, weil Jane sehr begabt, hübsch und auch beliebt ist. Außerdem kommt Mr. Westons Sohn, Frank Churchill, zu Besuch, welcher nach dem frühen Tod seiner Mutter von seinem kinderlosen Onkel adoptiert wurde und dessen Familienvermögen erben wird. Ihn haben Mr. und Mrs. Weston im Stillen hoffnungsvoll als künftigen Ehemann für Emma auserwählt. Dieser Plan scheint auch zu gelingen, denn Frank Churchill macht Emma offen den Hof, was ihr durchaus schmeichelt. Sie ist zwar ein wenig verliebt, das Flirten mit Frank gefällt ihr, aber sie ist doch nicht tiefer beeindruckt.

Auf einem Ball wird Harriet von Mr. und Mrs. Elton vor allen Gästen brüskiert, indem Elton sich weigert, mit ihr zu tanzen. Daurhin fordert Mr. Knightley sie zum Tanz auf. Emma ist ihm für diese freundschaftliche Geste sehr verbunden. Tags darauf treffen sich Emma und Harriet, um über den Ball zu sprechen. Bei einem Spaziergang wird Harriet von Zigeunerkindern, die sie um Geld anbetteln, bedrängt. Frank Churchill kommt ihr zu Hilfe und rettet sie aus ihrer misslichen Lage.

Wenig später gesteht Harriet Emma ihre Zuneigung für einen Mann. Emma glaubt zu wissen, dass Harriet nun in Frank Churchill verliebt sei - er hat ihr ja soeben das Leben gerettet, wie Harriet ihr geschildert hat. Emma bestärkt sie in dieser Liebe, ohne den Namen des Mannes erfahren zu wollen, und fügt hinzu, dass sie sich auf keinen Fall mehr einmischen wolle.

Kurz darauf stellt sich heraus, dass Frank Churchill schon seit Monaten heimlich mit Jane Fairfax verlobt ist. Bei Emmas diesbezüglicher Erklärung gegenüber Harriet muss sie mit Schrecken feststellen, dass Harriet gar nicht in Frank Churchill, sondern in Mr. Knightley verliebt ist. Und da spürt Emma plötzlich, für wen ihr eigenes Herz schlägt. Sie, die niemals heiraten wollte, steckt in den schlimmsten Nöten, denn Harriet ist sich sicher, dass Mr. Knightley ihre Gefühle erwidert.

Die folgenden Tage sind sehr lang für Emma, denn Mr. Knightley ist abgereist, um seinen Bruder in London zu besuchen. Dort erfährt er durch einen Brief Mr. Westons von der heimlichen Verlobung Frank Churchills mit Jane Fairfax. Mr. Knightley, der geglaubt hatte, Emma sei in Frank Churchill verliebt, eilt zurück, um sie zu trösten. Dabei erfährt er, dass Emma Frank Churchill längst durchschaut hat und ihn nie geliebt hat. Mr. Knightley sieht nun seine Stunde gekommen und macht Emma erfolgreich einen Heiratsantrag. Auch Harriet wird heiraten. Mr. Martin hat sie ein zweites Mal gebeten, seine Frau zu werden. Diesmal nimmt Harriet mit Freuden an. Am Ende gibt es deshalb drei Hochzeiten, denn nach dem plötzlichen Tod von Mrs. Churchill steht auch einer Heirat von Frank mit Jane Fairfax nichts mehr im Weg. Emma und Mr. Knightley beschließen, vorerst im Haus der Woodhouse zu wohnen, damit Mr. Woodhouse nicht alleine zurückbleibt.

Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familien Woodhouse und Knightley[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden Familien sind eng miteinander befreundet und verwandtschaftlich verbunden: Emmas ältere Schwester Isabella hat den jüngeren Bruder von Mr. Knightley geheiratet. Der Landsitz der Knightleys und das komfortable Wohnhaus der Familie Woodhouse in Highbury sind in nur fußläufiger Distanz voneinander entfernt.

Emma Woodhouse, die Protagonistin, ist eine schöne, intelligente, kapriziöse und selbstbewußte Frau von 21 Jahren. Sie hat ein eigenes Vermögen von 20.000 Pfund.[3] Sie ist also finanziell unabhängig und hat sich daher geschworen, niemals zu heiraten, obwohl sie eine geradezu ideale Heiratskandidatin verkörpert. Durch eine Heirat würde sie ihre Unabhängigkeit verlieren, und sie neigt sowieso nicht dazu, ‚sich zu verlieben‘. Außerdem hat sie sich geschworen, ihren Vater niemals alleine zu lassen. Sie findet jedoch großen Gefallen daran, Ehen zu stiften. Am Ende des Romans erkennt sie, dass sie Mr. Knightley liebt und heiratet ihn.

Mr. Woodhouse, Emmas Vater, ist ein gutmütiger, höflicher Mann von ‚sanfter Verbindlichkeit‘.[4] Er ist überempfindlich und von schwacher Gesundheit, im Grunde ist er ein egozentrischer Hypochonder. Ständig macht er sich Sorgen um seine Gesundheit und das körperliche Wohlbefinden seiner Freunde. So verwehrt er seinen Gästen Essen, von dem er denkt, dass es zu fett, zu üppig, zu schwer verdaulich ist. Er hängt an seinen Gewohnheiten, jegliche Veränderung bringt ihn aus dem Gleichgewicht. Seit der Heirat von Emmas ehemaliger Erzieherin, die er ihr immer noch nicht verziehen hat, redet er von ihr immer nur als der ‚armen Mrs. Weston'. Auch die ‚arme Isbella‘ bedauert er, die wegen ihrer Heirat jetzt leider gezwungen ist, in London zu wohnen.

Mr. George Knightley ist etwa 37 Jahre alt. Er hat einen ausgedehnten Landbesitz und lebt von dem, was das Gut erwirtschaftet. Das Land ist teilweise verpachtet, zu William Larkins, dem Verwalter des Guts, hat Knightley ein vertrauensvolles Verhältnis. Bargeld ist knapp, Pferde und Wagen werden nur selten für seinen privaten Nutzen eingesetzt. Er genießt allgemein hohes Ansehen und ist ein wahrer Gentleman. Knightley kennt Emma von Kindheit an und ist, wie er später einmal zugibt, seit ihrem 13. Lebensjahr in sie verliebt. Er ist einer der wenigen Menschen, zu denen Emma aufblickt. Für Emma ist er der Maßstab, an dem sie alle übrigen Männer misst. Obwohl er Emma liebt, weist er sie einige Male zurecht.

John Knightley ist der jüngere Bruder George Knightleys, arbeitet als Anwalt in London und ist seit etwa 7 Jahren mit Emmas älterer Schwester verheiratet. Er ist ein ausgeglichener und sachlicher Mann, weniger verbindlich als sein älterer Bruder. Das Paar lebt in London am Brunswijk Square.

Isabella Knightley ist Emmas ältere Schwester. Mrs. Weston war auch ihre Gouvernante, die Beziehungen der beiden sind jedoch weniger eng und emotional. Die Knightleys haben inzwischen 5 Kinder, das jüngste wurde nach Emma benannt. Isabella hat die zarte körperliche Konstitution des Vaters geerbt, kränkelt hin und wieder, aber sie ist eine liebevolle Ehefrau und ständig um die Gesundheit der Kinder besorgt. Die Beziehung zu Vater und Schwester bleiben auch nach ihrer Eheschließung eng und herzlich. Falls George Knightley keine eigenen Kinder bekommen sollte, wird der älteste Sohn Henry den Familiensitz Donwell Abbey erben.

Familie Weston/Churchill[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mr. Weston ist ein ehemaliger Milizoffizier,[5] der mit einer Schwester von Mr. Churchill verheiratet war. Er hat nach dem frühen Tod seiner Frau den Abschied von der Miliz genommen, ist in das Geschäft seines Bruders eingetreten und lebt, nachdem er zu Vermögen gekommen ist, als Privatier in Highbury. Sein Sohn Frank, der beim Tod seiner Frau noch ein Kleinkind war, wurde von Mr. Churchill und seiner Frau in Pflege genommen und adoptiert. Mr. Weston sieht seinen Sohn einmal im Jahr in London.

Mrs. Weston, früher Miss Anne Taylor, war für 16 Jahre Emmas Gouvernante und bleibt auch nach ihrer Heirat mit Mr. Weston Emmas engste Freundin und Vertraute. Nach ihrer Hochzeit hat sie zwar Hartfield verlassen, die Woodhouses und die Westons besuchen sich jedoch fast jeden Tag. Nach Emmas Vorstellung hat sie die Ehe der Westons in die Wege geleitet, was von Mr. Knightley bezweifelt wird. Mrs. Weston ist eine besonnene Frau, die mäßigenden Einfluss auf Emma ausübt und sie wie eine eigene Tochter liebt. Am Ende des Romans wird Anna, die Tochter der Westons geboren.

Mr. Frank Churchill ist Mr. Westons Sohn aus erster Ehe. Nach dem frühen Tod seiner Mutter wurde er von seinem Onkel Mr. Churchill und seiner Frau aufgezogen. Da das Paar kinderlos ist, hat es Frank adoptiert und ihn als Erbe seines beträchtlichen Vermögens vorgesehen. Er ist ein leichtfertiger und verschwenderischer junger Mann von 23 Jahren, dem es mit seinem Charme gelingt, sich bei jedem beliebt zu machen. Lediglich Mr. Knightley bleibt auf Distanz zu ihm und beobachtet ihn mit Misstrauen. Er hält ihn für oberflächlich und egoistisch, zumal Frank bisher immer Vorwände gefunden hat, seinen leiblichen Vater nicht zu besuchen. Frank liebt es zu tanzen, Feste zu feiern und sein Leben in vollen Zügen zu genießen, ist aber andererseits den Launen seiner Adoptivmutter ausgeliefert. Er macht Emma offen den Hof, obwohl er mit Jane Fairfax heimlich verlobt ist. Da er zurecht vermutet, dass seine Adoptivmutter mit der mittellosen Jane als Schwiegertochter nicht einverstanden ist und ihn daher enterben wird, verheimlicht er der Familie die Verlobung.

Familie Bates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mrs. Bates ist die verarmte Witwe eines Dorfpfarrers. Sie ist gutmütig, ein wenig taub, ihre finanziellen Mittel sind sehr beschränkt, sie kann sich nur ein Dienstmädchen leisten. Aber sie erhält durch freundliche Nachbarn diskret Unterstützung. Sie geben ihr vom Überfluss ihrer Gärten ab oder stellen ihr wie Mr. Knightley eine Kutsche zur Verfügung, um sie für eine Abendgesellschaft abzuholen.

Miss Bates, ihre Tochter, lebt mit der Mutter in einem Haushalt. Sie ist nicht verheiratet und völlig mittellos. Miss Bates ist etwas einfältig und naiv. Sie redet weitschweifig über alles, was sie gerade sieht und was ihr eben so in den Kopf schießt und ist in ihrem Redefluss kaum zu bremsen. Aber sie hat ein gutes Herz und kümmert sich um die Armen im Dorf. Emma behandelt sie von oben herab und macht sich über sie lustig, was ihr ernste Zurechtweisungen durch Mr. Knightley wegen ihrer Herzlosigkeit einbringt.

Jane Fairfax, eine Waise, ist die Enkelin von Mrs. Bates. Sie ist 21 Jahre alt und hat bisher im Haushalt von Colonel Campbell gelebt. Campbell war ein alten Freund ihres Vaters, der sie nach dem Tod ihrer Eltern aufgenommen hat. Sie wuchs gemeinsam mit der einzigen Tochter des Hauses auf und erhielt die Erziehung einer Lady. Da die Tochter in Kürze heiratet, wird sich Jane wohl eine Stelle als Gouvernante suchen müssen. Jane ist eine schöne und sehr elegante Frau, von ‚geduldiger Höflichkeit‘. Sie verfügt über vielfältige Talente, hat eine schöne Singstimme und spielt hervorragend Klavier. Allerdings ist sie sehr verschlossen und wirkt distanziert der Gesellschaft gegenüber. Mr. Knightley hat eine hohe Meinung von ihr. Emma steht ihr eher kritisch gegenüber, weil sie auf die so vollkommen wirkende Jane Fairfax eifersüchtig ist.

Sonstige Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philip Elton ist der junge, adrette und ambitionierte Dorfpfarrer. Er wird von allen Dorfbewohnern hoch geschätzt. Emma möchte ihn mit ihrer Freundin Harriet Smith verheiraten, aber er ist viel mehr an Emma selbst und deren Mitgift interessiert, was Emma zunächst nicht bemerkt. Nachdem Emma ihn zurückgewiesen hat, heiratet er kurzentschlossen eine andere Frau. Erst als Emma beobachtet, wie arrogant und taktlos er Harriet auf dem Ball behandelt, erkennt sie seinen wahren Charakter.

Augusta Elton, die junge Ehefrau des Pfarrers, hat 10.000 Pfund mit in die Ehe gebracht. Sie ist ‚überheblich, anmaßend, plump-vertraulich, ungebildet und schlecht erzogen‘, hält sich viel auf ihren ‚inneren Reichtum‘ zu gute und ist ‚unermüdlich in ihren Fehlurteilen und Geschmacklosigkeiten‘. Überall möchte sie im Mittelpunkt stehen. Trotz deren offensichtlichem Widerstand versucht sie, Jane Fairfax als Gouvernante in ‚bessere Kreise‘ zu vermitteln. Sie weiß, dass sie für Mr. Elton - sie nennt ihn abwechselnd ‚Mr.E.‘, ‚caro sposo‘ oder ‚Mein Herr und Meister‘ - nur die zweite Wahl war und lehnt Emma ab. Obwohl ganz Highbury um Mrs. Eltons Gunst wirbt, ist Emma nicht gewillt, sie zu hofieren.

Harriet Smith ist 17 Jahre alt und eine Freundin von Emma. Sie ist eine hübsche und naive junge Frau, die Emma bewundert und sich leicht von ihr beeinflussen lässt. Als uneheliche Tochter unbekannter Eltern ist sie in der Gesellschaft weit unter Emma einzuordnen. Emma rechnet es sich als Verdienst an, dass Harriet den Heiratsantrag des Farmers Mr. Robert Martin ablehnt, obwohl sie ihm eigentlich gewogen ist. In ihrer Leidenschaft, Ehen anzubahnen, denkt Emma sich in ihrer Verblendung und mangelnden Menschenkenntnis eine Reihe von 'passenden' Heiratskandidaten für Harriet aus, von Mr. Eliot, der empört auf dieses Ansinnen reagiert und von diesem Zeitpunkt an Harriet schneidet, bis zu Frank Churchill, der Harriet noch nicht einmal wahrnimmt. Erst als Harriet glaubt, Mr. Knightley habe sich in sie verliebt, wird Emma wach, denn diesen Mann hat sie wohl - im Stillen - für sich reserviert. Als Mr. Martin seinen Heiratsantrag widerholt, stimmt Harriet zu. Am Ende des Romans stellt sich heraus, dass Harriet die Tochter eines Kaufmanns ist und nicht adeliger Herkunft, wie es Emma vermutet hatte. Er steht zwar nicht zu seiner Vaterschaft, wird Harriet aber weiter finanziell unterstützen und stattet sie mit einer ordentlichen Mitgift aus.

Mr. Perry ist der lokale Arzt, auf den Mr. Woodhouse große Stücke hält, von dem allseits viel die Rede ist, der aber ständig unterwegs zu sein scheint - ‚Mr. Perry im Vorüberhasten‘ - und im Roman als Akteur in persona fast nie auftritt.

Mr. Martin ist ein Pächter Mr. Knightleys, der den gesunden Menschenverstand und die Zuverlässigkeit des jungen Mannes schätzt. Harriet ist eine Schulfreundin seiner Schwester und hat ihre Ferien auf seinem Hof verbracht, wo er sich in sie verliebt hat. Als er Mr. Knightley fragt, ob er Harriet Smith heiraten soll, rät ihm Knightley zu und ist verärgert, als Emma die Heirat hintertreibt.

Motive und Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Emma Woodhouse ist die erste Heldin in den Erzählungen von Jane Austen, die keine finanziellen Sorgen hat (vergleiche z. B. Verstand und Gefühl oder Stolz und Vorurteil). Das ist, wie sie Harriet Smith erklärt, der Grund dafür, dass sie niemals heiraten möchte. In dieser Hinsicht unterscheidet der Roman 'Emma' sich deutlich von den anderen Romanen von Jane Austen, in denen es für die Protagonistinnen von großer Bedeutung ist, einen guten Mann mit sicherem Einkommen zu finden, um finanziell abgesichert zu werden. Die Figur Jane Fairfax, die über ähnliche Reize verfügt wie Emma, nur eben nicht über ein solch ansehnliches Vermögen, zeigt, wie wichtig Geld für die Partnersuche war. Überraschenderweise sind romantische Gedanken Emma völlig fremd und als Mr. Elton ihr seine Liebe gesteht, fühlt sie sich angewidert. Dass sie sich von Frank Churchill angezogen fühlt, hat weniger mit Liebe als mit der Sehnsucht nach Abenteuer zu tun. Da Emma keinen Sinn für Romantik und große Gefühle hat, kann sie die Beziehung zwischen Harriet und Mr. Martin nicht verstehen. Sie denkt nur über soziale und finanzielle Vor- und Nachteile einer möglichen Verbindung nach. Ihre Liebe zu Mr. Knightley entdeckt Emma erst, als Harriet Smith ihr Interesse an Mr. Knightley bekundet.

Erstausgabe

Publikations- und Rezeptionsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

John Murray, der renommierteste britische Verleger seiner Zeit, brachte das Buch am 29. Dezember 1815 heraus und erwarb gleichzeitig die Rechte für die folgenden und die Neuauflagen ihrer sämtlichen Werke. Emma war der letzte zu ihren Lebzeiten veröffentlichte Roman, 1816 verstarb Jane Austen, Northanger Abbey und Persuasion erschienen postum. Das Buch widmete Jane Austen dem Prinzregenten und späteren König George IV., der sie am 13. November 1815 zu einer Besichtigung seiner Bibliothek in Carlton House eingeladen hatte.

Murray brachte den Roman in drei einzelnen Bänden heraus. Die endgültige Bindung der ungeschnittenen Bücher besorgten, wie damals üblich, externe Buchbinder, die das Buch nach Wünschen des Käufers banden: in Leder oder nur mit Lederrücken, mit kostbarem Vorsatzpapier, mit Goldprägungen, mit Goldschnitt etc. Jane Austen selbst schickte dem Prinzregenten schon vor der Veröffentlichung eine in rotes Maroquin-Leder gebundene Ausgabe für seine Bibliothek.[6] Diese aufwendig gebundenen Erstausgaben von Emma erreichen heute auf dem Buchmarkt Preise bis zu 40.000 Dollar.[7] Es folgten keine weiteren Nachdrucke, erst 1833 erschien der Roman wieder im Verlag Richard Bentley in London.

Die amerikanische Erstausgabe wurde bereits 1816 in Philadelphia bei Mathew Carey publiziert. Die Auflage dieser Ausgabe ist unbekannt, es sind nur sehr wenige Exemplare nachgewiesen.[8] Die erste - sehr freie - Übersetzung ins Französische kam unter dem Titel La Nouvelle Emma, ou, Les Caractères anglais du siècle in Paris im selben Jahr heraus, gefolgt von einem Teilabdruck in Wien 1817. Die deutsche Erstausgabe, allerdings in englischer Sprache, brachte Bernhard Tauchnitz in seiner Leipziger Ausgabe der Werke Jane Austens ab 1864 heraus, mit Emma (1877) als letztem Band.[9]

Im März 1816 erschien in der Quaterly Review anonym eine ausführlich Rezension von Walter Scott, in der er die Lebendigkeit und die Originalität, die Lebenstreue und Genauigkeit lobte, „die den Leser entzückt“.[10]

In Deutschland setzte die Rezeption der Romane Jane Austens im Vergleich zu Großbritannien und einigen anderen Ländern des Kontinents mit Verzögerungen ein. Emma wurde zum ersten Mal 1939 von Charlotte von Klinkowstroem übersetzt und erfuhr in leicht überarbeiteter Fassung nach dem Krieg einige Neuauflagen. 1964 erschien im Ostberliner Aufbau-Verlag eine Übersetzung von Horst Höckendorf, der aber erst nach 12 Jahren eine kommentierte Neuauflage folgte. Die eigentliche Rezeption des Romans in Deutschland begann erst mit der Übersetzung von Austens Gesamtwerk durch Ursula und Christian Grawe mit Emma (1981) als letztem Band.

Auslöser für einen wahren Jane Austen-Boom war aber die 1995–Adaption von Pride und Prejudice in einem Mehrteiler der BBC. Durch den internationalen Erfolg des Films richtete sich nicht nur in Großbritannien sondern auch in Hollywood der Blick auf Jane Austen als erfolgreiche Lieferantin von Stoffen für das Kino. Bereits 1995 kam eine aktualisierte, in die Vereinigten Staaten der Gegenwart versetzte Fassung des Emma-Stoffs unter dem Titel Clueless – Was sonst! in die Kinos. 1996 folgten ein US-amerikanischer Kinofilm mit Gwyneth Paltrow in der Titelrolle und ein britischer Fernsehfilm mit Kate Beckinsale als Emma. 2009 brachte die BBC eine Mini-Serie mit Romola Garai als Emma heraus. Die weltweite Verbreitung von Emma-Verfilmungen, insbesondere der Adaption von Douglas McGrath, hatte eine Reihe von Übersetzungen im asiatischen Raum zur Folge. In der Folge des Films erschienen allein in China 13 Übersetzungen. Gillian Dow[11] listet nach einer ersten Übersetzung von 1965 weitere 5 japanische Fassungen nach 1996 auf. Mit einer Version der Manga-Zeichnerin Yōko Hanabusa von 2011 zog Emma in die japanische Pop-Kultur ein.[12]

Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Emma. A Novel in Three Volumes. By the Author of ’Pride and Prejudice’. Murray, London 1816. [Ersterscheinung 1815]
  • The Cambridge Edition of the Works of Jane Austen. General Editor: Janet Todd. 9 Bände. Univ. Press, Cambridge
Emma. Ed. by Richard Cronin and Dorothy McMillan. Cambridge Univ. Press, 2005, ISBN 0-521-82437-0.
Deutsche Übersetzungen
  • Emma. Aus dem Engl. von Charlotte von Klinckowstroem. [Erstausgabe 1939]. Mit Illustrationen von Hugh Thompson. Insel-Verlag, Frankfurt 1979, ISBN 3-458-04962-2.
Mehrere überarbeitete Neuausgaben.
  • Emma. Deutsch von Horst Höckendorf. [Erstausgabe 1964]. 2. Auflage. mit einem Nachwort von Klaus Udo Szudra. Aufbau-Verlag, Berlin/ Weimar 1976, DNB 770233368.
Mehrere Neuauflagen und Nachdrucke in anderen Verlagen.
Mehrere Neuauflagen
Hörbuch

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Annika Bautz: The Reception of Jane Austen in Germany. In: The Reception of Jane Austen in Europe. Ed. by Anthony Mandal and Brian Southam. Continuum, London 2007, ISBN 978-0-8264-6932-8, S. 93–116.
  • Sue Birtwistle, Susie Conclin: The Making of Jane Austen's Emma. Penguin books, London 1996, ISBN 0-14-026141-9.
  • John Dissinger: Desire. Emma in Love. In: Jane Austen's Emma. A Casebook. Oxford Univ. Press, Oxford 2007, ISBN 978-0-19-517531-8, S. 169–181.
  • Peter Sabor (Hrsg.): The Cambridge Companion to ’Emma‘. Cambridge Univ. Press, Cambridge 2015, ISBN 978-1-107-44299-3.
  • John Sutherland: The Connell Guide to Jane Austen's Emma. Ed. by Jolyon Connell. Connell Guides, London 2012, ISBN 978-1-907776-13-7.
  • Lionel Trilling: 'Emma' and the Legend of Jane Austen. In: Jane Austen's Emma. A Casebook. Oxford Univ. Press, Oxford 2007, ISBN 978-0-19-517531-8, S. 83–100.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Emma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Emma – Quellen und Volltexte (englisch)

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christian Grawe: Nachwort. In: Emma. Verlag Reclam, ISBN 3-15-030013-4, S. 541.
  2. Seite über das Buch Emma
  3. Nach aktuellen Umrechnungen entspricht das etwa einer Summe zwischen 3 und 4 ½ Millionen Pfund. Siehe: Robert D. Hume: Money in Jane Austen. In: Review of English Studies. Nr. 64, 2013, S. 189–310.
  4. Alle ‚wörtlichen Zitate‘ aus: Jane Austen: Emma. Übers. Ursula u. Christian Grawe. Reclam, Stuttgart 2016.
  5. Milizen waren lokale militärische Verbände außerhalb der regulären Armee, die während der napoleonischen Kriege vor allem an der Südküste Englands stationiert waren.
  6. Christian Grawe: Nachwort. In: Jane Austen: Emma. Stuttgart 2016, S. 584.
  7. Heritage Book Shop, ABAA, Tarzana, Ca, USA abgerufen am 18. August 2017.
  8. Janet Todd: General Editor's Preface. In: Jane Austen: Emma. Cambridge Univ. Press, 2005. S. XXVIII.
  9. Paperback Revolution. Jane Austen in Tauchnitz Editions abgerufen am 15. August 2017.
  10. Christian Grawe: Nachwort. In: Jane Austen: Emma. Stuttgart 2016, S. 585.
  11. Gillian Dow: Translations. In: Peter Sabor (Hrsg.): The Cambridge Companion to Emma. Cambridge Univ. Press, Cambridge 2015, S. 166–187.
  12. Emma (Youko Hanabusa) abgerufen am 4. September 2017.