Emmy von Rhoden

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Emmy von Rhoden - Fotografie (ca. 1880)

Emmy von Rhoden (eigentlich Emilie Auguste Karoline Henriette Friedrich geborene Kühne; * 15. November 1829 in Magdeburg; † 7. April 1885 in Dresden) war eine deutsche Schriftstellerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Emmy von Rhoden“ war das Pseudonym von Emmy Friedrich, einer Tochter des Bankiers August Friedrich Kühne und dessen Ehefrau Henriette Friederike, geb. Rudeloff. 1854 heiratete sie mit 25 Jahren den Schriftsteller und Journalisten Dr. Hermann Friedrich Friedrich. Mit ihm hatte sie einen Sohn und eine Tochter, die spätere Schriftstellerin Else Wildhagen.

Als ihr Ehemann 1867 zum Chefredakteur der Berliner Gerichtszeitung berufen wurde, folgte sie ihm mit den Kindern in die Hauptstadt. 1872 ließ sie sich in Eisenach nieder, in den Jahren 1876 bis 1885 lebte und wirkte sie in Leipzig. Ihre letzten Lebenstage verbrachte Emmy von Rhoden in Dresden, wo sie 1885 im Alter von 55 Jahren starb.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rhodens literarisches Œuvre besteht zum Großteil aus Erzählungen, die im Familienbuch des österreichischen Lloyd und in der Berliner Zeitschrift Victoria veröffentlicht wurden. Daneben entstand nach langen Recherchen, u. a. an der Schule ihrer Tochter, der Roman Der Trotzkopf. Eine Pensionsgeschichte für erwachsene Mädchen. Der Stuttgarter Verleger Gustav Weise veröffentlichte ihn wenige Wochen nach ihrem Tod. Das Buch wurde ein großer Erfolg, gehörte – ähnlich den Nesthäkchen-Bänden – über Generationen als sogenannter Backfischroman zur Standard-Lektüre heranwachsender junger Mädchen und ist auch heute noch bekannt.

Aufgrund des Erfolgs verfasste Emmy von Rhodens Tochter Else Wildhagen zwei Fortsetzungen: Aus Trotzkopfs Brautzeit und Aus Trotzkopfs Ehe. Die niederländische Schriftstellerin Suze la Chapelle-Roobol (1855–1923) beendete den Trotzkopf-Zyklus schließlich mit dem Band Trotzkopf als Großmutter.

Die ersten beiden Bände der Tetralogie, Der Trotzkopf und Aus Trotzkopfs Brautzeit, bildeten 1983 die Vorlage für die achtteilige Fernsehserie Der Trotzkopf des Bayerischen Rundfunks.

Werkliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Trotzkopf, 1883
  • Das Musikantenkind, 1883
  • Lenchen Braun, 1883

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Susanne Barth: Töchterleben seit über 100 Jahren. Emmy von Rhodens „Trotzkopf“. In: Bettina Hurrelmann (Hrsg.): Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur (= Fischer Taschenbuch 12668). Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-596-12668-1, S. 270–293..
  • Jutta Bohnen: Zur Vermittlung von Geschlechterstereotypen im Mädchenbuch eine exemplarische Auswertung am Beispiel „Der Trotzkopf“ von Emmy von Rhoden, Kassel 1993, OCLC 180599115 (Magisterarbeit Universität Kassel 1993, 93 Blatt, illustriert).
  • Dagmar Grenz, Gisela Wilkending (Hrsg.): Geschichte der Mädchenlektüre: Mädchenliteratur und die gesellschaftliche Situation der Frauen vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Juvena, Weinheim / München 1997, ISBN 3-7799-1341-0.
  • Susanne Heilmann: Frauen schreiben für Mädchen: klassisches Mädchenbuch und moderner Emanzipationsroman: 3 Beispiele Strasbourg 1983, (Magisterarbeit (Mém. de maîtr.: All.: Strasbourg 2:) Universität Straßburg 1983, 78 Blatt, 30 cm).
  • Stefani Müller: Das Mädchenbuch am Ende des 19. Jahrhunderts dargestellt an Johanna Spyris „Heidis Lehr- und Wanderjahre“ und Emmy von Rhodens „Trotzkopf“, 1980, OCLC 723648716 (Hausarbeit zur Erlangung des Magistergrades an der Ludwig-Maximilians-Universität München 1980, 166 Seiten).
  • Verena Pisall: Hierarchien in der Redewiedergabe von Mädchenbüchern. Ein historischer Vergleich von 1885 bis heute. Zürich 2003, OCLC 633785230 (Lizenziatsarbeit Universität Zürich, Philosophische Fakultät I, 2004, 143 Blätter, Referent: Harald Burger).
  • Gisela Wilkending: Rhoden, Emmy von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 21, Duncker & Humblot, Berlin 2003, ISBN 3-428-11202-4, S. 498 f. (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Emmy von Rhoden – Quellen und Volltexte