Emons Verlag

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Der Emons Verlag ist ein 1984 von Hermann-Josef Emons gegründeter Buchverlag mit Sitz in Köln.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1984 gründete Hermann-Josef „Hejo“ Emons seinen gleichnamigen Verlag in der Lütticher Straße in Köln. 2015 zog der Verlag in die Cäcilienstraße um. Der erste veröffentlichte Titel war der Stadtführer Köln zwischen Himmel und Ääd, der unbekannte Ansichten und andere Perspektiven der Stadt Köln vorstellte. Bereits im ersten Jahr brachte der Verlag mit dem Köln-Krimi Tödlicher Klüngel von Christoph Gottwald den ersten deutschen Lokalkrimi auf den Markt und wurde damit zum Wegbereiter des Genres „Regionalkrimi“. Mittlerweile gibt es im Emons Verlag über 80 regionale Krimireihen. Seit 2009 spielen Emons Krimis auch im Ausland (u. a. Österreich, Schweiz, Spanien, Italien). Die Krimis sind auch im Ausland erfolgreich, in über dreizehn Ländern erschienen Übersetzungen, z. B. in den USA, Japan, Finnland und Slowenien.

Im Jahr 2014 wurde Verleger Hejo Emons für seine Verdienste um die deutschsprachige Kriminalliteratur mit dem Ehrenglauser-Preis der Autorenvereinigung Syndikat ausgezeichnet.[1] 2019 übernahm Emons den Dortmunder Grafit Verlag.

2008 kreierte der Verlag mit dem Titel 111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss den ersten Band einer neuartigen Buchreihe, die sich als Entdeckungsführer abseitiger Orte sowohl an Touristen als auch Einheimische richtet. Die zahlreichen Bände gibt es inzwischen sowohl für Metropolen im In- und Ausland als auch für touristische Reiseziele weltweit. Die erfolgreichsten Bände dieser Reihe liegen in verschiedenen Übersetzungen vor und werden von Emos in den USA, Großbritannien, Italien und Frankreich selbst vertrieben. Auch Bildbände namhafter Fotografien sowie Monografien im Sachbuchbereich gehören zum Verlagsprogramm.

Programmschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krimireihen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emons veröffentlichte in der Reihe Köln Krimi den ersten deutschen Regionalkrimi. Als erster Titel schien 1984 Tödlicher Klüngel von Christoph Gottwald, der sich an amerikanischen Autoren Raymond Chandler und Dashiell Hammett orientierte. Auf die Köln-Krimis folgten bald diverse Unterreihen: Der Kinderkrimi Köln Krimis für Pänz und Teens, die Kommissar Löhr-Krimis von Peter Meisenberg und die Köln Krimi Classics, die im historischen Köln spielen. Nach und nach wurde das Programm auf weitere Städte und Regionen ausgeweitet, so dass es inzwischen 40 regionale Krimireihen gibt. Hinzu kommen die regelmäßig erscheinenden historischen Kriminalromane und eine Reihe mit realen Kriminalfällen, den true crimes. Mit dem Mallorca-, Wien-, Alpen- und Schweiz-Krimis erschienen seit 2009 erstmals Titel, deren Handlungsschwerpunkte außerhalb Deutschlands liegen.

Historische Romane[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Themenreihe „Historische Romane“ erscheinen Kriminal- und Geschichtsromane, deren Handlung vom 16. Jahrhundert bis ins frühe 20. Jahrhundert reicht. Autoren dieses Genres sind unter anderen Brigit Hermann, Pia Rosenberger, Ina Knobloch und Meinrad Braun.[2]

Sachbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sachbücher zur Kultur und Geschichte Kölns, des Rheinlands und vieler anderer Regionen bilden im Emons Verlag einen weiteren Programmschwerpunkt. Im Jahr 2001 startete mit Köln. Der historisch-topographische Atlas eine Stadtatlanten-Reihe, die mit den aufwändigen Folgeprojekten Der München Atlas (2003), Der historische Atlas Köln (2003), Der Düsseldorf Atlas (2004), Der Leipzig Atlas (2005), Köln und sein Umland in alten Karten (2006) und Der Nürnberg Atlas (2007) fortgesetzt wurde. Hinzu kommen noch zahlreiche Bildbände von renommierten Fotografen sowie Gastro- und Reiseführer, Kochbücher, Kulturführer, Adressbücher und Kinderbücher (Mein erstes Köln/ Sylt/ Bayern Buch).

111 Orte, die man gesehen haben muss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Veröffentlichung von 111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss wurde im Jahr 2008 die erste Ausgabe einer Reihe publiziert, in der thematisch zahlreiche Städte und Regionen als Reise-, Abenteuer- und Entdeckungsführer beschrieben werden. Inzwischen sind 362 Ausgaben der Reihe über verschiedene Städte und Regionen erschienen, dazu 111 Orte für Kinder sowie Ausgaben in englischer und italienischer Sprache (Stand: 27. Februar 2019).[3]

Nationalsozialismus-Dokumentation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1994 übernahm der Emons Verlag die Publikation des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln. In der Reihe Schriften des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln sind bisher 14 Bände erschienen. Im Jahr 2009 erscheinen die Bände Zwangssterilisation in Köln 1943–1945 und Verbrechensbekämpfung und soziale Ausgrenzung im nationalsozialistischen Köln. Mit diesen Büchern publiziert der Verlag Standardwerke zur Erforschung des jüdischen Lebens und des nationalsozialistischen Terrors in Köln. Zum 60. Jahrestag des Kriegsendes im März 2005 veröffentlichte Emons erstmals auch eine filmische Dokumentation, die DVD 1945 – Kriegsende in Köln, ein Zeitdokument mit bislang unveröffentlichtem Filmmaterial.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1992 bis 2005 gab der Verlag das Medienhandbuch Köln und Düsseldorf heraus, das lange Jahre Recherchebuch für die rheinische Medienlandschaft war und mehrfach neu aufgelegt wurde. Weitere Medienschwerpunkte sind Sachbücher zu den Themen Produktion und Technik (Drehbuchhandwerk, Sitcom. Ein Handbuch für Autoren, Continuity & Script bei Fernsehen und Film) sowie praktische Anleitungen zum kreativen Schreiben. Beispielhaft dafür sind die Werke James N. Freys, der mit seinen Büchern praktische und systematische Anleitungen zum Romanschreiben für Laien aber auch für Profis bereithält.

Edition Kölner Texte und Kalender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinsam mit der Kulturstiftung der Stadtsparkasse Köln (SK Stiftung Kultur) betreute der Verlag sechs Bände lang die Edition Kölner Texte, eine Reihe mit Lyrik, Kurzprosa und Erzählungen. Die Reihe wurde inzwischen eingestellt.

Im Jahr 2004 erschien der erste Kalender Köln Vertikal 2005 mit Schwarzweiß-Aufnahmen im Hochformat des Kölner Fotografen Björn-Eric Kohnen. Heute erscheint der Kalender unter dem Titel Köln im Hochformat. Der erste Abreißkalender Köln 2007, der für jeden Tag Wissenswertes und Unterhaltsames über die Domstadt liefert, wird jährlich verlegt.

Italienischsprachige Hörbuch-Reihe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2007 gründete Hejo Emons zusammen mit Viktoria von Schirach und Axel Huck den Verlag Emons Italia. Der Verlag gibt Hörbücher für den italienischsprachigen Markt heraus. Unter den bisher erschienen Hörbüchern finden sich Bestseller der italienischen Gegenwartsliteratur aber auch internationale Kinderbucherfolge wie Pippi Langstrumpf und regionale beziehungsweise landesspezifische Titel aus der edizione contromano des italienischen Verlages Laterza.

Autoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den im Emons Verlag publizierenden Autoren zählen unter anderem Friedrich Ani, Marlene Bach, Miriam Broicher, Patrick Brosi, Oliver Buslau, Christoph Ernst, Nicola Förg, Edgar Franzmann, Doris Fürk-Hochradl, Brigitte Glaser, Christoph Gottwald, Lisa Graf-Riemann, Sabine M. Gruber, Ina Haller, Carsten Sebastian Henn, Rudolf Jagusch, Michaela Kastel, Lutz Kreutzer, Manuela Kuck, Volker Kutscher, Harry Luck, Volker Mauersberger, Michael Moll, Ralf Nestmeyer, Ottmar Neuburger, Edgar Noske, Frank Schätzing, Jobst Schlennstedt, Christian Schnalke, Martin Schüller, Hermann-Josef Schüren, Klaus Seibel, Helmut Vorndran und Stefan Winges.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2014 erhielt Hermann-Josef Emons den Friedrich-Glauser-Ehrenpreis für sein Engagement um die deutschsprachige Kriminalliteratur. Die Laudatio hielt Frank Schätzing.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Friedrich-Glauser-Ehrenpreis der Autoren 2014 an Verleger Hermann-Josef Emons. In: buecher-magazin.de. Abgerufen am 20. Oktober 2021.
  2. Themenreihe Historischer Roman | emons:. Abgerufen am 20. Januar 2018.
  3. Anzahl der erschienenen Titel bei www.emons-verlag.de; abgerufen am 27. Februar 2019.