Empiriker (Ärzteschule)

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Als Empiriker (griechisch ἐμπειρικὴ ἀγωγή) wird eine antike Ärzteschule bezeichnet, die etwa um 250 v. Chr. durch Philinos von Kos und Serapion von Alexandria begründet wurde, die sich aber auf Hippokrates beruft. Diese Schule lehnte sich von Anfang an eng an die skeptische Philosophie an, ihre Anhänger lehnten daher jede ätiologische Forschung ab. Besondere Wirksamkeit entfaltete die Schule in der Therapie, vor allem in der Pharmakologie. Gelegentlich wird der Philosoph Sextus Empiricus dieser Schule zugeschrieben. In seinem Hauptwerk Πυρρωνείαι ὑποτυπώσεις (pyrrhoneíai hypotypôseis), übersetzt etwa: Grundzüge der pyrrhonischen Skepsis legt dieser jedoch dar (Buch I, Absatz 236), "dass sie weder mit der Skepsis identisch ist, noch es für den Skeptiker konsequent wäre, diese Lehrmeinung zu übernehmen. Eher könnte er sich, wie mir scheint, der sogenannten methodischen Schule anschließen." . Mit den Lehren der Empiriker setzte sich der römische Arzt Galen in seinen Schriften polemisch auseinander.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Deichgräber: Die griechische Empirikerschule: Sammlung der Fragmente und Darstellung der Lehre. Berlin/Zürich 1930; Weidmann, Berlin 1965 (erweiterter Neudruck der Ausgabe von 1930)
  • Vivian Nutton: Empiriker. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 3, Metzler, Stuttgart 1997, ISBN 3-476-01473-8, Sp. 1016–1018.
  • Hans Georg Manz: Empiriker-Schule. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 352 f.
  • Sextus Empiricus: Grundriß der pyrrhonischen Skepsis. Suhrkamp, Frankfurt am Main; 8. Auflage 2017.