Ems

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den Fluss Ems in Westfalen und Niedersachsen; zu anderen Bedeutungen siehe EMS.
Ems
Flussverlauf

Flussverlauf

Daten
Gewässerkennzahl DE: 3
Lage Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen; Deutschland
Flusssystem Ems
Quelle Schloß Holte-Stukenbrock
51° 51′ 28″ N, 8° 41′ 59″ O
Quellhöhe 129 m ü. NN[1]
Mündung Bei Emden in den Dollart/NordseeKoordinaten: 53° 19′ 32″ N, 7° 14′ 41″ O
53° 19′ 32″ N, 7° 14′ 41″ O
Mündungshöhe m ü. NN[1]
Höhenunterschied 129 m
Länge 371 km[2]
Einzugsgebiet 13.160 km²[2]
Abfluss am Pegel Versen-Wehrdurchstich[3]
AEo: 8389 km²
Lage: 136,2 km oberhalb der Mündung
NNQ (01.08.1947)
MNQ 1941/2008
MQ 1941/2008
Mq 1941/2008
MHQ 1941/2008
HHQ (01.02.1946)
5,2 m³/s
16,4 m³/s
80,5 m³/s
9,6 l/(s km²)
370 m³/s
1200 m³/s
Abfluss an der Mündung[4]
AEo: 13.160 km²
MQ
Mq
125 m³/s
9,5 l/(s km²)
Linke Nebenflüsse Werse, Münstersche Aa
Rechte Nebenflüsse Hessel, Bever, Große Aa, Hase, Nordradde, Leda
Großstädte Münster
Mittelstädte Rheda-Wiedenbrück, Gütersloh, Warendorf, Rheine, Lingen, Meppen, Haren, Papenburg, Leer, Emden, Delfzijl
Schiffbar 206 km[5]; Mit dem Europaschiff von der Mündung bis zum DEK (Papenburg), Wasserstraßenklasse Vb[6]
Ems (links) und Dortmund-Ems-Kanal (Mitte) bei Aschendorf im Süden von Papenburg

Die Ems (lateinisch Amisia; westfälisch iems, nordniedersächsisch und niederländisch Eems, saterfriesisch: Oamse) ist ein Fluss im Nordwesten der Bundesrepublik Deutschland. Sie entspringt in der Senne in Schloß Holte-Stukenbrock im Landesteil Westfalen, fließt zunächst durch die Westfälische Bucht in nordwestlicher Richtung in etwa parallel zum Teutoburger Wald und ab der Landesgrenze zu Niedersachsen, zwischen Rheine und Salzbergen, dann in Nordrichtung bis zur Nordsee. Ab dem Dollart bildet die Ems die teilweise umstrittene Grenze zur niederländischen Provinz Groningen. Sie mündet etwa 27 Kilometer nordwestlich von Emden zwischen Pilsum und Eemshaven in die Nordsee.

Einzugsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Einzugsgebiet der Ems liegt als schmales, sich südnördlich erstreckendes annäherndes Rechteck zwischen dem Flusssystem des Rheins im Westen und dem der Weser im Osten. Die Ems verläuft zumeist nahe dem Westrand, so dass das Flusssystem asymmetrisch ist. Von rechts (Osten) münden die größten Nebenflüsse, Hase und Leda, ein. Sie steuern zusammen über 45 m³/s zur Wasserführung der Ems bei. Der größte linke Nebenfluss ist die Werse mit rund 6 m³/s.

Die nach Westen gerichteten Unterläufe von Hase und Leda verlaufen in Schmelzwasserrinnen vor einstigen Eisrandlagen der Saalekaltzeit (Urstromtäler). In der südlichsten einstigen Schmelzwasserrinne, zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge, liegt die bekannte, wenn auch künstliche Bifurkation der oberen Hase (in die nach links fließende untere Hase und die nach Osten fließende Else). Auch der westliche Rand des Einzugsgebietes ist wesentlich durch eiszeitliche Formung bedingt: Der Münsterländer Kiessandzug trennt das Gebiet der Ems von dem der Stever (Lippe) und der Vechte im Westen.

Die Schichtrippe des Teutoburger Waldes ist die prägnanteste Erhebung des ansonsten weitgehend von Niederungen und eher gering reliefierten Erhebungen bestimmten Emsgebietes. Hier liegt mit dem Bielstein (393,6 m) die höchste Erhebung des Emsgebietes.

Flussverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ems ist 371 Kilometer lang, 206 Kilometer[5] davon sind schiffbar. Ihre mittlere Durchflussmenge liegt in ihrem Mittellauf bei 80 m³/s (Pegel Versen) und an ihrer Mündung bei 125 m³/s.[4] Sie ist der längste deutsche Fluss, der in Deutschland sowohl entspringt als auch in die See mündet und der zwischen Quelle und Mündung seinen Namen nicht ändert.[7] Auf mehr als der Hälfte ihres Verlaufs fließt sie nahe der Westgrenze ihres Einzugsgebietes.

Die Ems wird in drei Abschnitte eingeteilt (siehe Emsland):

  • Obere Ems (zwischen der Quelle und dem Emswehr Hanekenfähr bei Lingen)
  • Mittlere Ems (zwischen Lingen-Hanekenfähr und Papenburg)
  • Untere Ems (zwischen Papenburg und der Mündung in die Nordsee)
  • Ems-Ästuar

Obere Ems[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ems wenige hundert Meter von ihrer Quelle entfernt

Quelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ems beginnt als einer jener zahlreichen Bäche der Senne, die nicht in einem Tal des Teutoburger Wald entspringen, sondern unterhalb dessen Fußes im nur noch leicht abschüssigen Vorland.

Die Quelle liegt auf etwa 130 m ü. NHN an der Grenze der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock, Ortsteil Stukenbrock-Senne, und der Gemeinde Hövelhof. Sie schüttet und ist eine Sickerquelle, d. h. Der Quellbach entsteht aus einer Vielzahl von Wasseraustritten.

Münstersche Tieflandsbucht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ems nach knapp 6 km bei Espeln
Alte Emsbrücke in Warendorf

Bis Telgte fließt die Ems mit wenig Flussschleifen überwiegend westwärts. Von da an mäandriert sie zunehmend und ab Greven ist ihre Hauptrichtung Nordwärts. Sie entwässert den Osten (ohne den weiter südlich liegenden östlichsten Teil) der Münsterschen Tieflandsbucht, indem sie zahlreiche Bäche aus dem Teutoburger Wald und dessen Vorland aufnimmt, aber auch den Axtbach, die Werse aus den Beckumer Bergen, die ein langes Stück parallel zu ihr verläuft, und die Münstersche Aa.

Die ersten Städte, die die Ems durchfließt, waren im Mittelalter Zentren kleiner selbständiger Territorien: Rietberg war Sitz der Grafschaft Rietberg. In Rheda, der flussabwärts gelegenen Teilstadt von Rheda-Wiedenbrück, residierten die Landesherren der Herrschaft Rheda. Ab hier ist die Ems Landeswasserstraße. Der Name ‚Rheda‘ (von Reede) verweist darauf, dass die Stadt im Mittelalter der oberste Anlegeplatz der Emssschifffahrt war.

Bei Vaxtrup bildet die Ems einige Kilometer lang die Stadtgrenze von Münster, jedoch weit von dessen städtischem Siedlungsgebiet entfernt. Bei Gittrup (zu Münster) wird sie vom Dortmund-Ems-Kanal gekreuzt. Die „Alten Fahrt“ dieser Kanalüberführung Münster-Gelmer (kurz „KÜ“), ist ein bedeutendes Industriedenkmal des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Der Kanal bekommt zunächst bis zu 10 km Abstand, wurde aber ab Rheine zwischen 3 km Abstand und ganz nahe parallel östlich des Flusses angelegt.

Norddeutsches Tiefland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Rheine passiert die Ems die Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Danach hat sie vor ihrem Ästuar kaum noch westliche Zuflüsse, da die hier nahe parallel verlaufende Vechte das Gebiet zur Ijssel, also zum Rheindelta hin entwässert. Das Wasser aus Osten, von Nordseite des westlichen Osning und von der Ankumer Höhe sammelt die Große Aa, die bei Hanekenfähr in die Ems mündet. In Salzbergen wird die Ems von einer über 100 Meter langen Brücke der A30 gequert.

Mittlere Ems[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emswehr Hanekenfähr von Süden

Zwischen Hanekenfähr und Lingen, der größten Stadt an der Ems, stößt von Osten der Moränenrücken der Lingener Höhe an den Fluss. Nördlich davon erstreckt sich die Niederung der Hase, die in Meppen mündet. Danach reichen Ausläufer des sandigen Hümmling bis nahe an die Ems. Nördlich davon liegt das Wilde Moor als Teil des großen zusammenhängenden Gebietes der Emslandmoore. Westlich fast des gesamten Mittellaufs erstreckt sich das Bourtanger Moor.

Ems-Ästuar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inneres Ästuar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wehr in Herbrum bildet seit 1899 die obere Grenze des über 100 km langen Tidenbereichs der Ems, auch Tidenems genannt. Der mittlere Tidenhub beträgt drei Meter, bei Niedrigwasser kann es zu einer Gezeitenwelle kommen. Bis zur Mündung der Leda ist dieses Ästuar noch schmal wie ein Fluss.

An der Ledamündung liegt die zweitgrößte der alten Hafenstädte an der Unterems, Leer, deren Hafen genau genommen nicht von der Ems abzweigt, sondern von von der Leda.

Unterhalb gewinnt das Ästuar andeutungsweise Trichterform. Zwischen Ledamünung und Dollart gibt es ein paar Sandbänke und Inseln: Der Bingumer Sand ist eine echte Insel mit Sommerdeich. Jemgumer Sand und Midlumer Sand sind jeweils Gruppen kleiner Sandbänke. Der Hatzumer Sand besteht aus etwas Sumpf und etwas Sand.

Seit 2002 gibt es bei Gandersum kurz vor dem Dollart das Emssperrwerk, das normale Gezeitenströme kaum behindert, aber bei bedrohlichen Hochwassern geschlossen wird. Anders als bei ähnlichen Sperrwerken über kleinere Flüsse wurde nicht die Chance genutzt, die für den Betrieb erforderlichen Stege zu einer Klappbrücke für Fußgänger und Leichtfahrzeuge zur verbinden. Als besondere Dienstleistung für die Meyerwerft in Papenburg wird das Emssperrwerkt nicht nur genutzt, um flussaufwärts bedrohliche Wasseranstiege zu verhindern, sondern auch, um für die Überführung von Schiffen das Oberwasser durch Stau anzuheben und so flussaufwärts die Wassertiefe zu vergrößern.

22 km nach der Leda-Mündung endet das innere Ästuar an der Inneren Emsmündung bei Pogum. Hier beginnt die (innere) Außenems

Dollart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tidenbereich der Ems: Watt in blassen, Flächen unter dem Seekartennull in leuchtenden Blautönen; vor den Gezeiten abgeschirmte Gewässer gedeckt blau

Der breite Teil des Ästars hat den Charakter einer Meeresbucht und wird amtlicherseits als Außenems bezeichnet.[8][9] Das WSA Emden schreibt über die Unterems:„Südlich von Emden durchfließt sie den Dollart“.[10] den Tatsächlich ist jedoch die Strömungsrinne der Ems, vom Emder Hafen an Emder Fahrwasser[11] genannt, durch die Wattfläche der Geise vom Priel­system des Dollart getrennt. Am Nordufer dieses Flussabschnittes liegt die größte der Hafenstädte an der Ems, Emden. Am Südufer des Dollarts liegt das Rheiderland, beiderseits der deutsch-niederländischen Grenze. Von der südlichsten Stelle des Dollart abwärts gehört das linke Ufer der Ems zur niederländischen Provinz Groningen.

Die nordostwärts gerichtete Landzunge des Punt van Reide bildet die westliche Begrenzung des Dollart.

Hals und äußere Emsmündung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Punt van Reide im Südosten bis zur Mündung des Knockster Tiefs auf deutscher Seite und der Mündung des Delfzijler Zeehavenkanaals auf niederländischer Seite hat die Außenems einen 3 bis 4 km breiten und etwa 5 km langen Hals. Dessen östliche Hälfte ist durch die Wattzunge des Geisesteert in den äußeren Teil des Emder Fahrwassers im Norden und die Mündung des Dollart im Süden geteilt. Am Südufer des Halses liegt Termunten. Hier mündet das Termunterzijldiep, dessen Einzugsgebiet sich über 20 km landeinwärts bis hinter Winschoten erstreckt.

An den Hals schließt sich die Äußere Emsmündung an. Am deren linkem Ufer liegt die niederländische Hafenstadt Delfzijl, im Niederländischen Unabhängigkeitskrieg als befestigter Hafenplatz der Wassergeusen gegründet. Als seewärtige Begrenzung des Emsflusses ist die gerade Linie von der Niederländischen Küste drei Kilometer östlich der Hafeneinfahrt von Eemshaven zum Ufer der Krummhörn bei Pilsum festgelegt.

Landschaftsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flusslauf der Ems hat sich im Laufe der Jahrhunderte vor allem durch das Einwirken der Tide des Meeres, hier Sturmfluten, besonders an seinem unteren Lauf stark verändert. Als 1509 die Zweite Cosmas- und Damianflut weit ins Innere des Rheiderlandes vordrang, wurde das heutige Nesserland (die Nesse) bei Emden vom Rheiderland abgetrennt. Der Dollart entstand. Dadurch auch bahnte sich die Ems in den folgenden Jahrzehnten einen anderen Lauf. Um den am Emdener Emsbogen gelegenen Emder Hafen weiterhin seegängig zu halten, wurde bereits 1583 damit begonnen, die Strömungsverhältnisse in der Ems durch den Nesserlander Höft, eine südlich der Stadt am Einfluss der Ems in den Dollart errichtete Eichenholz-Spundwand, zu regeln. Dennoch versandete der Emsbogen.

Landverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Bingum unterquert der 945 Meter lange Emstunnel der Autobahn 31 den Fluss.

Bei Leer überspannt die Jann-Berghaus-Brücke, die längste Klappbrücke Nordeuropas, die Ems.

Die Eisenbahnbrücke bei Weener, genannt Friesenbrücke, wurde durch eine Schiffshavarie am 3. Dezember 2015 unbrauchbar.[12][13]

Außenems[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Außenems wird durch die Linie EemshavenPilsum juristisch in einen inneren und einen äußeren Teil geteilt. Der innere, mit Äußerer Emsmündung, Emder Fahrwasser und Dollart, gilt als Teil des Emsflusses. Der äußere, nordwestlich der genannten Linie, wird dem Küstenmeer zugerechnet, obwohl das die Strömungsrinnen begrenzende Watt nautisch zu den Inneren Küstengewässern zählt.

Äußere Außenems[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die äußere Außenems wird durch die Insel Borkum in zwei Arme geteilt:

  • Die Westerems, südlich und westlich von Borkum, bildet Hauptfahrwasser und Hauptabflussrinne der Ems durchs Wattenmeer. An ihrem niederländischen Südufer liegt der Hafen von Eemshaven.
  • Osterems, östlich und nördlich von Borkum, ist das kleinere Gatt. Seine Strömungsrinne ist zunächst relativ flach und längs geteilt (vgl. Westerbalje) Sie zweigt rechts von der Hauptrinne ab und führt östlich der südöstlich an Borkum anschließenden Wattfläche des Randzel nach Norden. Sie vereinigt sich mit dem aus der Leybucht kommenden Priel Ley und dann mit dem Priel Memmertbalje, in dessen Fortsetzung sie sich nach Westen wendet und zwischen der kleinen Insel Memmert im Norden und der Sandbank Lütje Hörn und der Insel Borkum im Süden dem offenen Meer zuzuwendet.

Umwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster wiederangeschlossener Ems-Altarm in Verth links der Ems

Die Ems ist vielerorts begradigt, einige wenige Stellen des natürlichen Flusslaufs sind erhalten geblieben. In den letzten Jahren wurden Flussabschnitte mit Maßnahmen der Renaturierungsökologie renaturiert, dabei wurden einige verbliebene Altarme wieder angeschlossen, um die Fließgeschwindigkeit herabzusetzen. Drei Auenabschnitte bei Westbevern nordöstlich von Münster werden von der NABU-Naturschutzstation Münsterland betreut. Dort werden Heckrinder und Koniks eingesetzt, um das Grünland zu pflegen und nach und nach die Auenlandschaft wieder in eine von Großsäugern gestaltete Landschaft zu verwandeln. Zwischen 2010 und 2013 wurden mehrere Kilometer zwischen Telgte und Warendorf (Bereich Einen) renaturiert, wobei zwecks Entstehung von Sekundärauen sogenannte Initialgerinne gegraben wurden, während der kanalisierte Hauptlauf zugeschüttet wurde.

2014/2015 entwickelte das Land Niedersachsen den Masterplan Ems 2050 zur Wiederherstellung des Ökosystems der Ems in Niedersachsen. Weite Abschnitte der Ems sind FFH- bzw. EU-Vogelschutzgebiete. Im Rahmen von Forderungen der EU-Kommission zur Umsetzung vorliegenden Richtlinien für die ausgewiesenen Natura 2000-Gebiete an der Ems drohte dem Land Niedersachsen ein Vertragsverletzungsverfahren mit Strafen in Millionenhöhe. Die Entwicklung des Masterplans war die letzte von der EU-Kommission akzeptierte Möglichkeit, ein solches Strafverfahren abzuwenden.[14]

Der deutsche Teil der Dollart-Bucht (GKZ: 3974), ist eine Ruhezone des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer.[15]

Liste der Nebenflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die größten Zuflüsse sind die Hase in Meppen und die Leda in Leer.

Die Mündung der Großen Aa in die Ems

Linke Nebenflüsse

  1. Schwarzwasserbach
  2. Ruthenbach
  3. Poggenbach
  4. Axtbach
  5. Mussenbach
  6. Maarbecke
  7. Werse
  8. Münstersche Aa
  9. Emsdettener Mühlenbach
  10. Frischhofsbach
  11. Frischebach / Wambach
  12. Randelbach
  13. Elsbach
  14. Westerwoldsche Aa (Grenzfluss im Rheiderland)
  15. Termunterzijldiep
  16. Damsterdiep

Rechte Nebenflüsse

  1. Furlbach
  2. Dortenbach
  3. Sennebach
  4. Grubebach
  5. Rothenbach (Ems)
  6. Dalke
  7. Lutter
  8. Abrooksbach
  9. Rhedaer Bach
  10. Loddenbach
  11. Hessel
  12. Bever

  1. Saerbecker Mühlenbach
  2. Glane
  3. Bevergerner Aa / Hemelter Bach
  4. Große Aa
  5. Lingener Mühlenbach
  6. Hase
  7. Nordradde
  8. Melstruper Beeke
  9. Leda
  10. Sauteler Tief
  11. Oldersumer Sieltief mit Fehntjer Tief
  12. Knockster Tief

Schifffahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrszentrale Ems an der Knock in Emden: Hier wird der Schiffsverkehr auf der Außenems überwacht.
1600 TEU Containerschiff Eilbek[16] passiert nach Emsstau das Emssperrwerk bei Gandersum

Die Ems ist auf dem größten Teil ihrer schiffbaren Strecke eine Bundeswasserstraße[17], und zwar als Binnenwasserstraße von Ems-Km 44,8 südlich Rheine bis zu ihrer seewärtigen Begrenzung nach dem Bundeswasserstraßengesetz bei Unterems-km 67,76.[5] Die Teilstrecke von Rheine bis Gleesen (Km 82,7) gehört zu den sog. sonstigen Binnenwasserstraßen des Bundes. Bis 1998 gehörte auch der Abschnitt zwischen Greven (km 0) und Rheine zu den Bundeswasserstraßen, wurde aber an das Land Nordrhein-Westfalen abgetreten.[18] Dieser Abschnitt ist für Sportboote ebenfalls schiffbar. Der Außenbereich der Ems gehört zur Seewasserstraße Nordsee. Die Bundeswasserstraße wird von Wasser- und Schifffahrtsämtern (WSA) verwaltet, zunächst vom WSA Rheine bis Gleesen, dann vom WSA Meppen bis Papenburg und schließlich vom WSA Emden. Bis zur Einmündung in den Dortmund-Ems-Kanal bei Meppen (Km 124,1) wird die Ems ausschließlich vom motorisierten Sport- und Freizeitbootverkehr genutzt.

Im weiteren Verlauf dient der Fluss als Bestandteil des Dortmund-Ems-Kanals der kommerziellen Schifffahrt, unterhalb von Papenburg zudem als Transportweg für Großschiffe der Meyer-Werft. Wegen der immer größeren Schiffseinheiten, die auf der Meyer-Werft insbesondere für den Kreuzfahrtbereich gefertigt werden, muss die Ems mit Hilfe des Emssperrwerkes bei Gandersum aufgestaut werden. Nur so ist eine ausreichende Wassertiefe für die Überführung der Kreuzfahrtschiffe in die Nordsee möglich. Bisher durfte dieser „Staufall“ nur in den Wintermonaten (16. September bis 14. März) durchgeführt werden, um Rücksicht auf die brütenden Vögel im Deichvorland der Ems zu nehmen, da ihre Gelege sonst überflutet würden. Die Meyer-Werft drängt aus wirtschaftlichen Erwägungen auch auf die Möglichkeit eines Staus und einer Schiffsüberführung im Sommer. Es existieren aktuell auch Pläne für den Bau eines Kanals von Papenburg nach Leer zu Entlastung der Ems bei Schiffsüberführungen der Meyer-Werft. Angedacht ist auch eine Verlängerung des geplanten Emskanals über Papenburg hinaus bis zum Dortmund-Ems-Kanal bei Dörpen.[19] Eine Machbarkeitsstudie ist in Auftrag gegeben worden.[20] Der Kanalneubau könnte dann eine Renaturierung des Flusses zwischen Papenburg und Leer bedeuten.[21]

Die Kilometrierung der Ems als Binnenwasserstraße des Bundes beginnt in Greven mit Km 0 und endet in Meppen mit Km 124,10. Von dort an gilt bis Papenburg die Kilometrierung des Dortmund-Ems-Kanals. Die Kilometrierung der Unterems als Seeschifffahrtsstraße hat ihren Km 0 in Papenburg und endet an der Linie Eemshaven–Pilsum mit Km 67,76.

In der Außenems und auf der Unterems bis Papenburg gilt – aufgrund eines Abkommens mit den Niederlanden von 1986 – die spezielle Schifffahrtsordnung Emsmündung anstelle der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung. Oberhalb Papenburg gilt die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung.

Das Lotswesen auf der Ems wird durch die Lotsenbrüderschaft Emden gewährleistet, deren Mitglieder auch „Emslotsen“ genannt werden und von ihren Lotsenstationen auf Borkum und in Emden aus zum Einsatz kommen.

Kanalverbindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ems ist in ein Netz von Schifffahrtskanälen eingebunden, von denen die größeren wichtige Transportwege sind, die kleineren allerdings heutzutage hauptsächlich oder nur noch von Freizeitskippern befahren werden:

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emstunnel bei Leer

Die Bundesautobahn 31 verläuft in Niedersachsen weitgehend parallel zur Ems. Oberhalb von Leer begleitet sie den Fluss im Osten, zwischen Leer und Emden im Westen und im Norden. Die Autobahn unterquert den Fluss westlich von Leer im Emstunnel.

Die Ems wird von verschiedenen Radfernwanderwegen begleitet und gekreuzt:

Viele Abschnitte der Ems sind Landschaftsschutzgebiete. Die naturbelassenen und nicht schiffbaren Bereiche sind beliebte Ziele von Kanuten. U. a. ist ein Teil der Ems zwischen Lingen-Hanekenfähr und Meppen-Innenstadt (Gesamtstrecke ca. 40 Kilometer) durch motorisierte Boote nicht bzw. nur eingeschränkt nutzbar. An festen Anlegestellen ist allerdings das Be- und Entsteigen von Kanus möglich und gestattet. Zwischen Lingen-Schepsdorf und Lingen-Holthausen sind zwei kleinere Stromschnellen zu bewältigen.[22]

Die Ems ist zweimal in nordrhein-westfälische Landesgartenschauen einbezogen worden: In Rheda-Wiedenbrück 1988 (als Flora Westfalica) und in Rietberg 2008. Beide Areale sind noch heute als hochwertige Naherholungsgebiete nutzbar. 2014 findet die 5. Niedersächsische Landesgartenschau in Papenburg statt.

Die Ems-Erlebniswelt in Schloß Holte-Stukenbrock in der Nähe der Emsquellen bietet eine interaktive Informationstour mit Informationen zum Fluss von der Quelle bis zu seiner Mündung in die Nordsee und seiner Umgebung.[23]

Orte an der Ems[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ems als Grenze zwischen dem emsländischen Papenburg (unten) und dem ostfriesischen Weener (oben)

(Kreise Gütersloh, Paderborn, Warendorf, Steinfurt) Schloß Holte-Stukenbrock, Hövelhof, Steinhorst, Westerwiehe, Schöning, Rietberg, Rheda-Wiedenbrück, Gütersloh, Harsewinkel, Herzebrock-Clarholz, Beelen, Warendorf, Einen, Telgte, Greven, Saerbeck, Emsdetten, Rheine

(Landkreise Emsland und Leer, sowie die kreisfreie Stadt Emden) Salzbergen, Emsbüren, Elbergen, Lingen, Biene, Geeste, Meppen, Haren, Heede, Lathen, Fresenburg, Steinbild, Kluse, Dersum, Dörpen, Lehe, Aschendorf, Rhede, Tunxdorf, Papenburg, Weener, Leer, Jemgum, Midlum, Critzum, Ditzum, Pogum, Rorichum, Oldersum, Gandersum, Emden, Knock

  • Niederlande

(Provinz Groningen) Delfzijl, Eemshaven

Nautische Kilometrierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schleuse Bollingerfähr bei Kilometer 205,9 des Dortmund-Ems-Kanals

Landeswasserstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

– flussaufwärts –

  • Ems-km 00 Greven, Wehr Schöneflieth, unterhalb Kilometrierung für die Bundeswasserstraße
  • Ems-km 10 km Kanalbrücke Münster-Gelmer (Dortmund-Ems-Kanal)
  • Ems-km 11 Zufluss der Werse von Links
  • Ems-km 26 Telgte
  • Ems-km 40 Warendorf
  • Ems-km 80 Rheda-Wiedenbrück

Bundeswasserstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

– flussabwärts –

  • Ems-km 001,0 Zufluss der Münsterschen Aa von links
  • Ems-km 027,4 Emsdetten
  • Ems-km 044,8 südlich Rheine, Anfang als Bundeswasserstraße (seit dem 1. Januar 1998)
  • Ems-km 046,2 Rheine mit Emswehr Rheine
  • Ems-km 046,6 Oberschleuse Rheine
  • Ems-km 047,5 Unterschleuse Rheine
  • Ems-km 051,7 Schleuse Bentlage
  • Ems-km 058,1 Salzbergen
  • Ems-km 071,9 Schleuse Listrup
  • Ems-km 082,7 von Gleesen bis km 84,4 Emswehr Hanekenfähr gemeinsames Bett mit dem Dortmund-Ems-Kanal
  • Ems-km 086,5 Kernkraftwerk Lingen
  • Ems-km 106,5 Dalum
  • Ems-km 124,1 gemeinsames Bett mit dem Dortmund-Ems-Kanal
  • Ems-km 124,15 Meppen, Zufluss der Hase von rechts als Bett des Dortmund-Ems-Kanals. Die Kilometrierung der Ems endet hier und wird bis Papenburg durch die Kilometrierung des Dortmund-Ems-Kanals (DEK) fortgeführt. Ab hier zahlreiche Wehrarme und Altarme, die zum Teil noch die alten Emskilometersteine haben.
  • DEK-km 166,6 Meppen, Anfang der Ems als Teil des Dortmund-Ems-Kanals
  • DEK-km 174,1 Schleuse Hüntel
  • DEK-km 178,9 Haren (Ems)
  • DEK-km 185,9 Schleuse Hilter
  • DEK-km 195,1 Schleuse Düthe
  • DEK-km 202,5 Einmündung des Küstenkanals
  • DEK-km 205,9 Schleuse Bollingerfähr
  • DEK-km 212,6 Schleuse Herbrum, Tidegrenze
  • DEK-km 225,8 Papenburg, Ende der Ems als Teil des Dortmund-Ems-Kanals, Ende als Binnenschifffahrtsstraße
  • Unterems-km 00,00 Papenburg, Anfang der eigenen Unterems-Kilometrierung, Anfang als Seeschifffahrtsstraße
  • Unterems-km 14,20 Leer, Zufluss der Leda von rechts
  • Unterems-km 30,30 Oldersum, Abzweigung des Ems-Seitenkanals
  • Unterems-km 32,20 Emssperrwerk bei Gandersum
  • Unterems-km 40,90 Einfahrt Hafen Emden
  • Unterems-km 67,76 seewärtige Begrenzung der Binnenwasserstraße Ems, Anfang der Außenems als Seewasserstraße

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf den Namen Emsriver wurde ein Frachtschiff getauft, das am 27. Dezember 2010 von somalischen Piraten im Golf von Aden überfallen wurde.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Eckoldt (Hrsg.): Flüsse und Kanäle. Die Geschichte der deutschen Wasserstraßen. DSV, Hamburg 1998. ISBN 3-88412-243-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ems – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Deutsche Grundkarte 1:5000
  2. a b Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (PDF; 313 kB)
  3. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Weser-Ems 2008 Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, abgerufen am 22. Januar 2016 (PDF, deutsch, 6,18 MB).
  4. a b B. Schuchardt, M. Schirmer, G. Janssen, S. Nehring und H. Leuchs: Estuaries and brackish waters (PDF-Datei; 342 kB). In: F. De Jong, J.F. Bakker, C.J.M. van Berkel, N.M.J.A. Dankers, K. Dahl, C. Gätje, H. Marencic und P. Potel (Hrsg.): Wadden Sea Quality Status Report. Common Wadden Sea Secretariat Wilhelmshaven, Wadden Sea Ecosystem No. 9; S. 176
  5. a b c d e Längen (in km) der Hauptschifffahrtswege (Hauptstrecken und bestimmte Nebenstrecken) der Binnenwasserstraßen des Bundes, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  6. www.meppen.de
  7. So steht es auf einem Schild an der Quelle
  8. Wasser- und Schifffahrtsamt Emden:
  9. Geplantes Naturschutzgebiet „Außenems“
  10. WSA Emden: Die Unterems
  11. vzb.baw.de/publikationen/mitteilungsblaetter/0/mb59_Samu.pdf (als URL zu kopieren!), Gyula Samu, Ein Beitrag zu den Sedimentationsverhältnissen im Emder Fahrwasser und Emder Hafen, Seekartenauszug auf Seite 4
  12. http://www.spiegel.de/panorama/ems-frachter-beschaedigt-friesenbruecke-weener-schwer-neubau-noetig-a-1066125.html
  13. http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Zerstoerte-Friesenbruecke-Schiff-hatte-keine-Maengel,weener154.html
  14. Fragen und Antworten zum Masterplan Ems, abgerufen am 26. März 2015
  15. http://www.nationalpark-wattenmeer.de/nds/service/mediathek/dokumente/regionalfaltblatt-krummhoern-dollart/1084
  16. Containerschiff Eilbek. In: meyerwerft.de, abgerufen 4. März 2009
  17. Verzeichnis E, Lfd.Nr. 13 und Verzeichnis F der Chronik – Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  18. Liste 3.2, Lfd.Nr. 12 – Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  19. Ems-Kanal – Eine Wasserstraße als Manöver. In: tageszeitung. Abgerufen 5. März 2009
  20. Landkreis Leer: Emskanal. Machbarkeitsstudie als nächster Schritt. Abgerufen 5. März 2009
  21. WWF: 9 Fragen und Antworten zum geplanten Ems-Kanal (PDF; 48 kB), abgerufen 5. März 2009
  22. Karte des Wasserschifffahrtsamts Meppen, abgerufen am 8. August 2011
  23. Ems-Erlebniswelt