Ems-Vechte-Kanal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ems-Vechte-Kanal

Der Ems-Vechte-Kanal (Abkürzung: EVK) verbindet die Vechte in Nordhorn mit der Ems in Hanekenfähr südlich von Lingen.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der EVK ist etwa 22,3 km lang und besitzt zwei Schleusen. Das Profil hat eine Sohlenbreite von 8,5 m und eine Tiefe von 1,8 m. An der Oberfläche beträgt die Breite 16 m. Die Lingener Schleuse ist 33 × 6,3 m groß und hat ein Extrator für Kähne bis 40 m Länge. Die Koppelschleuse am Westende steigt in die Vechte ab. In Nordhorn gibt es einen Verbindungskanal in westlicher Richtung zum Nordhorn-Almelo-Kanal. Nach Norden hin besteht eine Verbindung über den Süd-Nord-Kanal zum Coevorden-Piccardie-Kanal, zum Schöninghsdorf-Hoogeveen-Kanal und zum Haren-Rütenbrock-Kanal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kanal ist Teil des linksemsischen Kanalnetzes, das zwischen 1870 und 1904 entstand. Der Ems-Vechte-Kanal wurde im Juli 1879 eröffnet, nachdem er u. a. von französischen Kriegsgefangenen des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 unter großen Entbehrungen gebaut worden war; sein Bau kostet zahlreiche Kriegsgefangene das Leben. Bis in die 1960er Jahre passierten jährlich bis zu 240 kleine Lastkähne in beide Richtungen die Wasserstraße. 1973 wurde die Schifffahrt eingestellt. Neben dem Gütertransport für Schiffe mit 200 Tonnen Tragfähigkeit dient der Kanal der Entwässerung der Moore. Deshalb hat der Kanal eine leichte Strömung Richtung Westen und die Schiffer konnten früher ihre Kähne nachts von Lingen nach Nordhorn treiben lassen und sich dabei schlafen legen. Nach der Einstellung des Schiffsverkehrs senkte man den Wasserspiegel; der EVK dient heute hauptsächlich der Entwässerung und dem Sportboothobby.

Die Schleuse zum EVK bei Hanekenfähr trägt auch die Bezeichnung „Rakels Schleuse“. Das 1879 errichtete Schleusenwärterhaus wurde 2005 von der linksemsischen Kanalgenossenschaft an eine Privatperson verkauft; der Fußweg zum Emswehr ist seither wegen einer stacheldrahtbewehrten Einfriedung nicht mehr benutzbar.

Heutige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Initiative des Vereins Graf-SHIP ist der Ems-Vechte-Kanal durch Landrat Friederich Kethorn am 14. November 2005 für Boote bis zu einer Länge von 12 Metern wieder freigegeben worden. In den Sommermonaten verkehrt unregelmäßig auf dem Ems-Vechte-Kanal ein Ausflugsschiff, das vom Feriengebiet „Hanekenfähr“ in Lingen über die Ems durch den Ems-Vechte-Kanal nach Nordhorn fährt.[1] Außerdem wird über den Ems-Vechte-Kanal und den Süd-Nord-Kanal das für die Schleusen benötigte Wasser des Haren-Rütenbrocker Kanals bereitgestellt.

Siehe auch: Übersicht über die Kanäle in Deutschland

Kilometrierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

0 Beginn bei Emskilometer 84,3, Schleuse

17 Verbindungskanal zur Vechte

20,1 Abzweig des Süd-Nord-Kanals

21,9 Koppelschleuse in die Vechte, Ende des Kanals

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsches Flusswanderbuch. DKV-Wirtschafts- und Verlags GmbH, Duisburg 1985, ISBN 3-924580-10-3.

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ems-Vechte Kanal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Kanalvision – Reaktivierung alter Wasserwege „links der Ems“ http://www.dtmv-online.de/site/index.php?id=62

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.emsland.com/emsland/orte/lingen-ems/detail-lingen/detail/fahrgastschiffe-haneken-santa-maria-und-stadt-lingen.html

Koordinaten: 52° 28′ N, 7° 19′ O