Endlager Olkiluoto

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Plan des Endlagers Olkiluoto

Das Endlager Olkiluoto [ˈɔlkiluɔtɔ] (finnische Kurzbezeichnung VLJ-luola für voimalaitosjäteluola, wörtlich „Kraftwerksabfallhöhle“) ist ein Endlager für Atommüll auf der Insel Olkiluoto vor der Westküste Finnlands in der Gemeinde Eurajoki rund 25 Kilometer nördlich der Stadt Rauma. Dort befindet sich auch das Kernkraftwerk Olkiluoto. Errichter und zukünftiger Betreiber des Endlager ist die Firma Posiva OY, ein Joint-Venture der finnischen AKW-Betreiber Teollisuuden Voima und Fortum.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Teil des Endlagers ist für schwach- und mittelradioaktive Abfälle (LAW bzw. MAW) vorgesehen. Erste Standortuntersuchungen wurden bereits 1980 durchgeführt, die Bauarbeiten begannen im Jahr 1988. Im Mai 1992 wurden die ersten Abfälle eingelagert. Die Betriebsgenehmigung ist bis Ende 2051 gültig.

Das Lager besteht aus zwei Hohlräumen in Kristallingestein (Tonalit, umgeben von Glimmergneis) in 60 bis 100 Meter Tiefe[1]: einem für trockenen LAW aus der Instandhaltung („MAJ-Silo“) und einem für bituminierten MAW („KAJ-Silo“). Jeder dieser Hohlräume ist 34 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 24 Meter.

Die Kapazität der Anlage ist so ausgelegt, dass sie alle während einer 40-jährigen Betriebsdauer des Kernkraftwerks anfallenden schwach- und mittelradioaktiven Abfälle (schätzungsweise 9.500 ) aufnehmen kann. Das Endlager kann später erweitert werden, um auch Stilllegungsabfälle und Abfälle aus dem Betrieb eventueller neuer Anlagen endzulagern. Die Abfälle werden in Form von Beton-Quadern eingelagert, von denen jeder 16 Fässer enthält. Die Lagerkapazität beträgt 60.000 m³.

Seit 2004 wird zusätzlich ein Endlager für hochradioaktive Abfälle gebaut, das die verbrauchten Brennelemente sowohl aus den Reaktoren in Olkiluoto als auch jene des Kernkraftwerks Loviisa aufnehmen soll. Der Ausbau dieses auch Onkalo (Finnisch für Hohlraum, Höhle) genannten Teil des Endlagers[2] ist auch Thema des Dokumentarfilms Into Eternity.

Umsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anfang November 2015 gab die finnische Regierung dem Betreiber Posiva die Genehmigung 6500 Tonnen in Kupfer eingekapseltes Uran zu endlagern. Beginn der Endlagerung ist ab 2020 geplant.[3]
  • Ende November 2016 gab die finnische Strahlenschutzbehörde STUK ebenso eine Genehmigung zur Endlagerung in 400 m Tiefe, ab dem Jahr 2023 mit einer Laufzeit von 100 Jahren.[4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • STUK – Radiation and Nuclear Safety Authority, Nuclear safety (englisch)
  • Posiva Website der Betreiberfirma in finnisch, englisch und schwedisch

Koordinaten: 61° 14′ N, 21° 27′ O

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DBE: Endlagerung weltweit – Europa. Finnland. In: dbe.de. Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe mbH (DBE), archiviert vom Original am 9. April 2013; abgerufen am 7. März 2013. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dbe.de
  2. ONKALO, Webseite des Betreibers Posiva Oy, Abgerufen am 20. Juni 2014
  3. Webseite YLE (schwedisch): [1], 12. November 2015
  4. Webseite YLE (schwedisch): [2], 29. November 2016