Endosperm

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Das Endosperm (von altgriechisch ἐντός éndos, deutsch ‚innen‘ und altgriechisch σπέρμα spérma, deutsch ‚Same‘) ist das Nährgewebe der Samen, das den Embryo umgibt, beziehungsweise das Nährgewebe im Embryosack der Samenpflanzen (Spermatophyta).

Bei den nacktsamigen Pflanzen (Gymnospermae) entwickelt sich ein haploides Endosperm aus dem weiblichen Gametophyten (primäres Endosperm). Bei den Bedecktsamern (Angiospermae) findet eine doppelte Befruchtung statt, bei der neben der Eizelle auch der diploide sekundäre Embryosackkern befruchtet wird und so eine triploide Zelle entsteht, aus der das triploide sekundäre Endosperm hervorgeht. Einfacher und wohl phylogenetisch ursprünglicher ist das diploide Endosperm der Seerosenartigen und der Nachtkerzengewächse, bei denen nur ein haploider Polkern befruchtet wird, während umgekehrt manche Pflanzenarten höhere Ploidiegrade im Endosperm aufweisen.[1]

Das Endosperm wird vom Embryo zu seiner Entwicklung gebraucht. Oft wird dabei ein Teil verbraucht, es kann dabei aber auch ganz aufgebraucht werden. Wird es ganz aufgebraucht, dann wird die Funktion des Nährstoffspeichers durch verdickte Keimblätter übernommen, so etwa bei Hülsenfrüchtlern, bei Walnussgewächsen und bei der Avocado.

Es ernährt häufig bei der Keimung den Keimling, bis dieser dank eigener Photosynthese autark wird. Die gespeicherten Nährstoffe sind vor allem Stärke und Öl, wobei in kleinen Samen das energiereichere Öl vorherrscht. Die extrem kleinen Samen der Orchideen besitzen nur wenig oder gar kein Endosperm[2] und sind bei der Keimung auf eine symbiotische Ernährung durch Pilze angewiesen (Mykotrophie, Mykorrhiza).

Bei manchen Bedecktsamern wird zusätzlich oder anstelle des Endosperms das Perisperm als Nährgewebe gebildet, das aus dem Nucellus hervorgeht.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Célia Baroux, Charles Spillane, Ueli Grossniklaus: Evolutionary origins of the endosperm in flowering plants. In: Genome Biology. 3 (2002), Reviews 1026.1-5.
  2. Tatyana B. Batygina, Elena A. Bragina, Valentina A. Vasilyeva: The reproductive system and germination in Orchids. (PDF) In: Acta Biologica Cracoviensia. Series Botanica 45/2 (2003), S. 21-34.