Endstation Sehnsucht (1984)

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Filmdaten
Deutscher TitelEndstation Sehnsucht
OriginaltitelA Streetcar Named Desire
ProduktionslandVereinigte Staaten
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1984
Länge115 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieJohn Erman
DrehbuchOscar Saul
ProduktionMarc Trabulus
MusikMarvin Hamlisch
KameraBill Butler
SchnittJerrold L. Ludwig
Besetzung

Endstation Sehnsucht ist ein US-amerikanisches Fernseh-Drama aus dem Jahr 1984. Die Literaturverfilmung basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Tennessee Williams.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Blanche DuBois ihr Haus in Laurel, Mississippi verloren hat, reist sie zu ihrer Schwester Stella Kowalski nach New Orleans, um für eine Weile dort zu wohnen. Da sie wegen eines Nervenzusammenbruchs auch ihren Job als Lehrerin verloren hat, erhofft sie sich bei Stella etwas Erholung. Doch bereits bei ihrer Ankunft in der Elysian Field 632 ist Blanche über die Verhältnisse schockiert, in denen ihre jüngere Schwester lebt. Auch über Stellas Mann, den polnischstämmigen Arbeiter Stanley Kowalski, hat Blanche keine gute Meinung, haben die DuBois doch wegen ihrer aristokratischen Abstammung ganz andere Ansprüche. Stanley lässt sich jedoch diese Arroganz in seinem Haus nicht gefallen. Er wird schnell aggressiv und ist nicht bereit, sich an den ungebetenen Gast zu gewöhnen. So verliert er auch völlig die Beherrschung, als er sich während eines Pokerspiels mit seinen Freunden durch Blanches Radio hat provozieren lassen. Er stürmt in ihr Zimmer, wirft das Radiogerät hinaus und sucht anschließend Stella, um sie zu schlagen. Seine Freunde können ihn gerade noch davon abhalten, sie ernsthaft zu verletzen. Nur wenige Augenblicke später tut ihm alles leid, sodass er nach draußen in den Regen läuft, um nach ihr zu rufen. Sie hört seinen leidenschaftlich-verzweifelten Schrei, geht zu ihm und umarmt und küsst ihn.

Am nächsten Morgen ist Blanche entsetzt von Stellas Verzeihen. Sie müsse sich von Stanley trennen, diesem Tier, diesem unzivilisierten Barbaren. Aber Stella findet nicht nur, dass Blanche die harmlose Situation überbewertet, sondern mit ihrer Attitüde auch noch weitere Probleme provoziert. Ihre Leidenschaft zu Stanley ist weiter ungebrochen. Dabei weiß auch Blanche, was Leidenschaft ist, denn als später ein junger Mann vom The Evening Star erscheint, flirtet sie so heftig mit dem Jüngling, dass ein leidenschaftlicher Kuss folgt. Mit dem netten Mitch hätte sie dabei eigentlich einen Mann, den sie küssen sollte. Nur hält sie sich bei ihm zurück und schenkt ihm selten mehr als eine Umarmung. Bei einem abendlichen Date mit ihm erzählt sie ihm ihre Leidensgeschichte. Sie war einst verheiratet und merkte erst zu spät, dass ihr Mann homosexuell war. Sie liebte ihn jedoch und lebte weiterhin mit ihm zusammen, aber da auch die Nachbarn seine Homosexualität bemerkten, tötete er sich selbst durch einen Kopfschuss. Nach dieser Offenbarung nimmt sie Mitchs Heiratsantrag an.

Doch derweil hat sich Stanley umgehört, um Blanches Geschichte zu überprüfen. Fast alles, was sie erzählte, stellt sich als Lüge heraus. So hat sie ihre Stelle als Lehrerin nicht wegen eines Nervenzusammenbruchs verloren. Sie hat sich mit einem 17-jährigen Jungen eingelassen. Außerdem war sie nicht wirklich beliebt und verbrachte Zeit mit mehreren Männern in zwielichtigen Hotels. Daher will Stanley nun Mitch warnen, damit er nicht eine falsche Frau heirate. Als er jedoch Stella von seinem Vorhaben erzählt, will sie davon nichts wissen. Blanche indes bemerkt nach einer Weile, dass etwas nicht stimmt, als Mitch sich längere Zeit nicht mehr bei ihr meldet. Doch eines Abends erscheint er dann völlig aufgelöst bei ihr und will wissen, was mit ihr nicht stimme. Sie gesteht ihm all ihre Lügengeschichten. Nach dem Tod ihres Mannes sei sie in ihrem Leben ohne Halt gewesen und habe mit all diesen Männergeschichten versucht, wieder Sicherheit zu finden. Erst bei Mitch habe sie diese wiedergefunden. Obwohl Mitch wütend ist, begehrt er sie immer noch und küsst sie. Aber da sie keine saubere Frau mehr sei, sei sie für sein Haus bei seiner Mutter völlig ungeeignet. Er könne sie einfach nicht mehr heiraten. Hysterisch wird er schließlich von Blanche in die Flucht geschrien.

Als Stanley anschließend wieder nach Hause kommt, findet er eine völlig betrunken tanzende Blanche vor. Sie phantasiert wieder vor sich hin. So sei sie bereit für die Kreuzfahrt in die Karibik. Ein Millionär aus Dallas habe sie ihr, der kultivierten Blanche, spendiert. Skeptisch hört ihr Stanley zu, bevor er ihre Phantastereien als Lügen entlarvt. Das macht Blanche nur hysterisch, sodass sie sich eine Flasche nimmt, am Tisch aufschlägt und Stanley damit bedroht. Er wird wütend, überwältigt und vergewaltigt sie. Davon wird Blanche dermaßen traumatisiert, dass sie in der folgenden Zeit nur noch davon phantasiert, auf der Kreuzfahrt zu sein. Da sie bereits vorher log, glaubt ihr niemand, auch Stella nicht, dass sie von Stanley vergewaltigt worden ist. Blanches Zustand verschlimmert sich zusehends, sodass Stella schweren Herzens die Entscheidung treffen muss, sie einweisen zu lassen, während sie sich selbst in den Armen ihres geliebten Stanleys in Sicherheit wähnen darf.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeff Jarvis vom People-Magazin meinte, dass Ann-Margret mit „Tennessee Williams wunderbaren Zeilen“ beweise, dass sie „spielen kann“. Überhaupt sei der Film eine der „besten Shows des Jahres.“[1]

Das Lexikon des internationalen Films meinte: „Fast wortgetreue, theaternahe (Fernseh-)Neuverfilmung des Bühnenstücks von Tennessee Williams über den unaufhaltsamen Zerfall scheinbarer bürgerlicher Wohlanständigkeit. Ohne dem Drama neue Aspekte zu verleihen, verlässt sie sich ganz auf die hervorragenden Hauptdarsteller.“[2]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurz vor seinem Tod verkaufte Williams die Fernsehrechte für 750.000 US-Dollar. Er wusste noch, wer gecastet wurde und gab für die Wahl des Regisseurs seine Zustimmung. Während für die Rolle des Stanley Kowalski unter anderem auch Schauspieler wie Richard Gere, Nick Nolte und Mickey Rourke zur Verfügung standen, wurde für Blanche lediglich Ann-Margret gewählt. Allerdings konnte sie Williams selbst nicht mehr kennenlernen. Ihre Zusage erfolgte am 24. Februar 1983, einen Tag bevor der Schriftsteller an einem Flaschenverschluss für Nasenspray oder Augentropfen erstickte.[3]

Für die Vorbereitungen für ihren Südstaatenakzent verbrachte Ann-Margret ein Wochenende mit einer 20-köpfigen Damenrunde in Montgomery, Alabama. Sie zeichnete die Gespräche auf und nutzte diese dann später, um sich auf den Akzent einzustimmen.[3]

Der Film selbst wurde schließlich am Sonntag, dem 4. März 1984 auf ABC ausgestrahlt. Die deutschsprachige Veröffentlichung war am 22. Oktober 1992, als der Film auf VHS erschien.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Golden Globe Awards 1985
Primetime Emmy Awards 1985
  • Bestes Szenenbild: James Hulsey & George R. Nelson
  • Beste Kamera: Bill Butler
  • Bester Schnitt: Jerrold L. Ludwig
  • Beste Tonmischung: Richard Raguse, William L. McCaughey, Mel Metcalfe & Terry Porter
  • Nominierung als Bestes Drama/Komödie
  • Beste Hauptdarstellerin: Nominierung für Ann-Margret
  • Bester Nebendarsteller: Nominierung für Treat Williams
  • Beste Nebendarstellerin: Nominierung für Beverly D’Angelo
  • Bestes Kostümdesign: Nominierung für Travilla
  • Beste Regie: Nominierung für John Erman
  • Nominierung für den Besten Tonschnitt

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jeff Jarvis: Picks and Pans Review: A Streetcar Named Desire auf people.com vom 27. Februar 1984 (englisch), abgerufen am 8. Mai 2013
  2. Endstation Sehnsucht. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.
  3. a b Carol Wallace: Is This Trip Necessary? Ann-Margret and Treat Williams Hop Aboard a TV Remake of Streetcar auf people.com vom 15. August 1983 (englisch), abgerufen am 8. Mai 2013