Energie Steiermark

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Energie Steiermark AG

Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1996
Sitz Graz
Leitung Christian Purrer, Martin Graf
Mitarbeiterzahl 1854[1]
Umsatz 1,37 Mrd. Euro[1]
Branche Energieversorgung
Website www.e-steiermark.com
Stand: 2017

Die Energie Steiermark ist ein österreichisches Energieversorgungsunternehmen. Das Unternehmen mit seinen Tochtergesellschaften und Beteiligungen ist in den Geschäftsfeldern Strom, Gas und Wärme österreichweit mit dem Schwerpunkt Steiermark sowie international tätig.

Die Tochtergesellschaft der Energie Steiermark, die Energie Steiermark Kunden GmbH, übernimmt den Vertrieb, und die Energienetze Steiermark GmbH den Betrieb, die Wartung und den Ausbau des Netzes. Darüber hinaus unterhält die Energie Steiermark Tochtergesellschaften bzw. Beteiligungen in Tschechien, Slowenien und Deutschland sowie in der Slowakei über die Tochtergesellschaft Stefe SK, die 2008 mit 250 Mitarbeitern einen Umsatz von 52 Mio. Euro erzielte, die Wärmeversorgung für 70.000 Wohnungen und öffentliche Gebäude sicherte und mit rund 9 % Marktanteil Marktführer am slowakischen Fernwärmemarkt war. Des Weiteren hält die Energie Steiermark 49 % der Anteile an der Energie Graz.[2]

Im Jahr 2019 verkaufte die Energie Steiermark 16.871 GWh Strom, 12.596 GWh Erdgas sowie 1.968 GWh Fernwärme und erzielte mit 1854 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,373 Milliarden Euro.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anleihe der Steirischen Wasserkraft- und Elektrizitäts-AG vom 2. Januar 1922

Die Energie Steiermark AG wurde 1996 als Dachgesellschaft des Landes Steiermark für dessen Steirische Wasserkraft- und Elektrizitäts-AG (STEWEAG), Steirische Fernwärme und Steirische Ferngas gegründet.[3] Die STEWEAG war ursprünglich 1921 für den Ausbau der Mur gegründet worden, und wurde später mit der Steiermärkischen Elektrizitäts-Gesellschaft (STEG) zur STEWEAG-STEG fusioniert. Die STEG war der Strompionier in Raum Graz und hatte mit ihrer Gründung 1910 die Werke Lebring und Peggau, beide in den 1900ern erbaut, übernommen.[4]

1998 beteiligten sich der französische Energieversorger Électricité de France (EDF) und der Erdgaskonzern Gaz de France (GDF) an der Energie Steiermark und gingen strategische Partnerschaften ein. Dabei hielten sie gemeinsam 25 Prozent (plus eine Aktie). Die restlichen 75 Prozent (minus eine Aktie) hielt weiterhin das Land Steiermark. Im Juni 2009 zog die Gaz de France ihre Anteile aus der Energie Steiermark zurück. Diese wurden danach durch die EDF übernommen, womit sie den gesamten Minderheitsanteil hielt.

Nach der Gründung im Jahr 1996 expandierte die Energie Steiermark (ESTAG) und baute allmählich Beteiligungsportfolios im In- und Ausland aus. Durch Akquisitionen, Beteiligungen und Partnerschaften unter anderen von Energie Graz, Pichler Werke, Feistritzwerke sowie Unsere Wasserkraft konnte die Energie Steiermark die Kundenzahl im Geschäftsbereich Strom von etwa 150.000 auf rund 600.000 erhöhen.

2002 stieg die Energie Steiermark aus der Stromproduktion weitgehend aus. Im Rahmen einer Neupositionierung fokussiert sich das Unternehmen in allen Energiesparten auf das Kerngeschäft Netzbetrieb, Handel und Vertrieb. Die Kraftwerke wurden sämtlich an die Verbund AG (VERBUND) übergeben, die dafür mehrere Sparten-Töchter geschaffen hatte (Verbund Hydro Power, Thermal Power u. a.). Die Verbund–Tochtergesellschaft STEG und die landeseigene STEWEAG wurden zur STEWEAG-STEG GmbH (SSG) verschmolzen[5] (diese wurde 2014 endgültig aufgelöst und in die neue spartenorientierte Konzernstruktur eingebettet). Dabei wurden die beiden Konzerne ESTAG und VERBUND anteilsmässig stark verflochten.[6]

Ab 2003 geriet das parteipolitisch dominierte Management des Unternehmens wegen anhaltender Misswirtschafts- und Bereicherungsvorwürfe in den Fokus staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen, was die in der österreichischen Öffentlichkeit als „ESTAG-Skandal“ bekannte Causa auslöste. Die gerichtlichen Verfahren wurden im Oktober 2006 ohne Ergebnis eingestellt.[7]

Seit April 2012 ist Christian Purrer Vorstandssprecher des Unternehmens. Er ist unter anderem für die Bereiche Erzeugung, Vertrieb, Technik, Fernwärme, Kundenservice, Material- und Facilitymanagement sowie Informationstechnologie zuständig.  Olaf Kieser begann ebenso im April 2012 als Vorstandsdirektor und wechselte im April 2016 zu den Stadtwerken Stuttgart.

Mit 1. April 2016 wurde Martin Graf Vorstandsdirektor der Energie Steiermark. Er verantwortet unter anderem die Bereiche Finanzen, Controlling, Netze, Recht und Personal. Gemeinsam mit Vorstandssprecher Christian Purrer verantwortet er zusätzlich die Ressorts Kommunikation, Strategie, Interne Revision, Business Development und Innovationsmanagement. Bis März 2016 stand Martin Graf als Vorstand an der Spitze der Energie-Control Austria. In dieser Funktion verantwortete er die Ressorts (Netz)-Tarife und Regulierung, Markt- und Wettbewerbsaufsicht, Volkswirtschaft, Endkunden-Services und Statistik, Ökostrom und Energieeffizienz.

Im November 2015 wurde von der Steiermärkischen Landesregierung einstimmig dem Verkauf der Energie-Steiermark-Anteile der EDF International S.A. an den australischen Finanzinvestor Macquarie zugestimmt.[8]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigentumsverhältnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aktionärsstruktur gliedert sich seit 2016 in 74,90 % Land Steiermark und 25,10 % S.E.U. Holdings S.à r.l. in Luxemburg, eine Tochter der Macquarie Group Ltd., Australien (über die Macquarie European Infrastructure Fund 4 LP).[9]

Tochtergesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtige Tochtergesellschaften und Träger der Hauptgeschäftsfelder sind[10]:

  • Energie Steiermark Kunden GmbH
  • Energie Steiermark Technik GmbH
  • Energie Steiermark Wärme GmbH
  • Energie Steiermark Service GmbH
  • Energienetze Steiermark GmbH
  • Energie Steiermark Green Power GmbH
  • easy green energy GmbH & Co. KG

Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Energie Steiermark hält zahlreiche Minderheitsbeteiligungen an in- und ausländischen Unternehmen. Wichtige Inlandsbeteiligungen sind[10]:

Zu den wichtigsten ausländischen Tochterunternehmen und Beteiligungen gehören:

  • Adriaplin d.o.o. in Slowenien 38 %
  • Jihlavske Kotelny s.r.o. in Tschechien 50,84 %
  • Stefe SK a.s. mit 8 regionalen Tochtergesellschaften in der Slowakei 100 %

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „A stable“ Standard & Poor’s 2020[11]
  • Contracting-Award - Bestes Einspar-Projekt Deutschlands (1. Platz für Modernisierung der Polizeiakademie Niedersachsen) 2020 E1[12]
  • top of styria-Auszeichnung Vorstandssprecher Christian Purrer 2020[13]
  • Market Quality Award 2020[14]
  • 5. Platz Top of Styria TOP 100 Unternehmen der Steiermark 2020[15]
  • 1. Platz Internet Gasanbieter ÖGVS & trend / Test Gasanbieter 2020[16]
  • 1. Platz Top Gasanbieter Market Institut 2020[17]
  • Bester Arbeitgeber Steiermark-market 2019[18]
  • European Energy Service Award 2019 E1[19]
  • Corporate Innovation Award 2019 Plug & Play (CA/USA)[20]

Zusätzliche Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eröffnung E-Campus[21]
  • Verbesserung GRESB Nachhaltigkeitsrating[22]
  • Green Loan[23]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Zahlen und Fakten. (Nicht mehr online verfügbar.) Energie Steiermark, archiviert vom Original am 27. März 2014; abgerufen am 19. Juni 2014.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.e-steiermark.com
  2. Beteiligungsübersicht der Energie Steiermark, Stand 31. Dezember 2018
  3. Geschichte der Energie Steiermark. Energie Steiermark, abgerufen am 24. Jänner 2019.
  4. Bartel Granigg: Die Wasserkraftnutzung in Österreich – und deren geographische Grundlagen. Springer-Verlag, Wien 1925, ISBN 9783662288696, Kapitel VI e) Großkraftwerke in der Steiermark, S. 51 ff (insb. S. 52, Google eBook, vollständige Ansicht).
  5. Vergl. Steweag–Steg GmbH. Rechnungshof-bericht. In: BMWA: Bund 2007/4, S. 43–66 (Bericht pdf, auf rechnungshof.gv.at).
  6. Neugestaltung der VERBUND-Erzeugungsstruktur abgeschlossen. Presseaussendung vom 23. August 2002 (auf verbund.com).
  7. Estag-Skandal wird entsorgt. In: Der Standard, 5. Oktober 2006, abgerufen am 3. Mai 2017.
  8. Presseaussendung der Steiermärkischen Landesregierung über den Verkauf der EDF-Anteile an der E-Steiermark November 2015, abgerufen am 22. Dezember 2015.
  9. Energie Steiermark: Eigentümerstruktur. trendtop500.at (abgerufen 19. November 2016).
  10. a b Energie Steiermark. (PDF) In: Energie Steiermark. Abgerufen am 3. April 2021.
  11. Standard & Poor’s urteilt: „Energie Steiermark ist eines der stabilsten Versorgungsunternehmen Österreichs“. Abgerufen am 14. März 2021 (amerikanisches Englisch).
  12. Bestes Einspar-Projekt Deutschlands: „Contracting-Award“ für Energie Steiermark. Abgerufen am 14. März 2021 (amerikanisches Englisch).
  13. top of styria | 2020. Abgerufen am 14. März 2021.
  14. market Markttest. Abgerufen am 14. März 2021.
  15. top of styria | 2020. Abgerufen am 14. März 2021.
  16. Gasanbieter 2020: Wer überzeugt hinsichtlich Konditionen, Tarifen & Service? In: ÖGVS Testinstitut. Abgerufen am 14. März 2021 (deutsch).
  17. market Markttest. Abgerufen am 14. März 2021.
  18. Energie Steiermark als „Bester Arbeitgeber“ des Bundeslandes ausgezeichnet. Abgerufen am 14. März 2021 (amerikanisches Englisch).
  19. European Energy Service Award: European Energy Service Award Ceremony at CoM Investment Forum. The winners are …. In: buildup.eu. European Energy Service Award (EESA), 21. Februar 2019, abgerufen am 14. März 2021 (englisch).
  20. Silicon Valley verleiht „Corporate Innovation Award 2019“: Energie Steiermark weltweit bester Konzern der Branche. Abgerufen am 14. März 2021 (amerikanisches Englisch).
  21. Energie Steiermark eröffnet „E-Campus“: „Nur Fachkräfte schaffen Umsetzung der Energiewende“. Abgerufen am 14. März 2021 (amerikanisches Englisch).
  22. GRESB 2020 Results: Infrastructure sector maturing its approach to ESG reporting and benchmarking. Abgerufen am 14. März 2021.
  23. Europäische Investitionsbank vergibt zweiten „Green Loan“ in Europa an Energie Steiermark AG: 90 Millionen Euro für Klimaschutz. Abgerufen am 14. März 2021 (amerikanisches Englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]