Energiekiosk

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Als Energiekiosk (teilweise auch Solarkiosk[1]) bezeichnet man ein Geschäftsmodell zum Vertrieb von Energie, welches vor allem in Entwicklungsländern praktiziert wird. In ganz Afrika gibt es bereits hunderte von Unternehmern, die mit Solarenergie oder auch mit fossilen Energieträgern Ladestationen nach diesem Prinzip betreiben.[2][3]

Praxis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meist finden sich Energiekioske im ländlichen Raum ohne ausreichende Elektrizitätsversorgung. Der Ansatz von Energiekiosken ist, eine meist für Einzelpersonen unerschwingliche Anlage wie eine kleine Solaranlage[4] oder auch fossil betriebene Generatoren zentral für ein Dorf bereitzustellen und damit den Zugriff auf kleine Energiedienstleistungen wie das Aufladen von Mobiltelefonen oder Akkus verschiedener Größe für ein geringes Entgelt zu ermöglichen. Solche Kioske existieren teils als stationäre Lösungen in existierenden Gebäuden, teils als speziell für diesen Zweck aufgestellte Kioske, teils als teils-mobile und mobile Lösungen, mit denen sich die Betreiber veränderten Marktbedingungen anpassen können. Somit haben Menschen auch für wenig Geld Zugriff auf Elektrizität in abgelegenen, netzungebundenen Gebieten.[5][6]

Das von der indischen Nichtregierungsorganisation Volunteers for Rural Health, Education, and Information Technology (THRIVE) gegründete Energieunternehmen Thrive Energy Technologies Pvt. Ltd. (TET) hat im Rahmen der Kampagne One Child, One Light bisher 200 Energy Kiosks im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh errichtet. Diese versorgen jeweils zwischen 100 und 300 Familien mit aufgeladenen LED-Lichtern.[7]

2010 eröffnete das Projekt e.quinox einen Energiekiosk in Ruanda. Das Projekt wurde dafür vom Lincoln Near Earth Asteroid Research-Institut und von der Internationalen Astronomischen Union mit der Benennung des Asteroiden (14741) Teamequinox sowie mit dem Student Humanitarian Supreme Prize des Institute of Electrical and Electronics Engineers ausgezeichnet.[8]

2012 eröffnete das Projekt Renew'N'able Malawi (RENAMA) zwei Energy Kiosks in Malawi zur Versorgung der Bevölkerung mit Elektrizität nach dem e.quinox-Modell.[9] Das Vorhaben wurde unterstützt vom schottischen International Resources and Recycling Institute und finanziert vom Scottish Government Malawi Development Programme.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. als generischer Begriff verwendet z. B. bei PicoSol [Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 25. Juni 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.picosol.org]. Der Begriff "Solarkiosk" ist jedoch trotz dieser vorhergehenden Verwendung seit Dezember 2011 durch das gleichnamige Berliner Unternehmen markenrechtlich geschützt.
  2. SciDev: Solar-charging micro-firms could solve mobile energy gap, abgerufen am 8. Oktober 2013.
  3. Solar Novus Today: Solar Solution: Charging lives in Africa and India, abgerufen am 8. Oktober 2013.
  4. Solarlampen gegen Dunkelheit
  5. Social Entrepreneur, Die Presse, Donnerstag, 24. März 2011 Energie-Kioske und Paneele am Dach, S. 4 (Memento des Originals vom 3. Juli 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.esslsozialpreis.at (PDF; 2,6 MB)
  6. Wie das Solar-Business endlich in Afrika Fuß fasst, 10. Dezember 2010
  7. Village Energy Kiosks (Memento des Originals vom 1. September 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.thriveenergy.co.in
  8. MIT Lincoln Laboratory honors project that brings electricity to village (Memento des Originals vom 31. Juli 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ll.mit.edu
  9. Energy Kiosks Open for Business in Malawi (Memento des Originals vom 14. Oktober 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bboxx.co.uk
  10. Rural Off-Grid Energy Kiosks

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]