Energy Watch Group

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Die Energy Watch Group (Abkürzung: EWG) ist nach eigener Aussage ein internationales Netzwerk von Wissenschaftlern und Parlamentariern zur Untersuchung der Verfügbarkeit und Verknappung fossiler und atomarer Energieressourcen und für die Untersuchung der Ausbaumöglichkeiten erneuerbarer Energien.

Präsident der 2006 gegründeten Organisation ist Hans-Josef Fell, rechtliche Trägerin ist die Ludwig-Bölkow-Stiftung.[1] Die Ludwig-Bölkow-Stiftung ist wiederum mit der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH verbunden, einem Beratungsunternehmen im Bereich der Erneuerbaren Energien. Darüber hinaus bestehen weitere Verbindungen mit Unternehmen und Lobbygruppen im Erneuerbare-Energien-Sektor.[2]

Aussagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Analysen der Energy Watch Group zufolge gehen die fossilen Brennstoffe schneller zu Neige, als bislang angenommen. Die globale Versorgungslage mit fossilen Brennstoffen sei demzufolge „sehr angespannt“. Am kritischsten sei die Lage beim Erdöl: Bis 2030 werde dessen weltweite Förderung um etwa 40 Prozent gegenüber 2012 zurückgehen; sie habe bereits das Globale Ölfördermaximum mit 81 Millionen Barrel pro Tag überschritten. Künftig werde die Förderung sinken und 2020 bei 58 Millionen Barrel liegen.[3]

Auch das umstrittene Fracking könne diesen Trend nicht umkehren. Die Methode, mit der Förderanlagen Öl und Gas aus tiefliegenden Gesteinsschichten durch hydraulischen Druck holen, zögere das Ende der fossilen Ressourcen nur unwesentlich hinaus. Die USA steuerten bereits jetzt auf den Höhepunkt der Schiefergasgewinnung zu, dem ein tiefer Rückgang der Förderung noch in diesem Jahrzehnt folgen werde.[4]

Die Diversifizierung der Erdgasimporte, um die Unabhängigkeit von Russland zu verringern, sei keine vielversprechende Option: Weder Russland noch andere Gasförderländer könnten in Zukunft ein verlässlicher Energielieferant für Europa sein. Russland sei nicht in der Lage, das derzeitige Förderniveau zu halten, die Produktion sei bereits heute rückläufig. Hinzu komme, dass Deutschland in Zukunft noch mehr als heute mit China, Japan und anderen fernöstlichen Staaten um die russischen Gaslieferungen werde konkurrieren müssen. Auch andere Staaten fielen als Garant der Energieversorgung aus. So werde die Erdgasförderung in den USA in den kommenden Jahren wieder abnehmen. Nicht nur aufgrund politischer Instabilitäten, auch infolge zunehmender Bezugskonkurrenz mit Asien und damit einhergehender Preiskämpfe könne sich die EU nicht auf Erdgasimporte aus Nordafrika, dem Mittleren Osten oder dem kasachischen Raum verlassen. Auch das Flüssigerdgas (LNG) könne keinen nennenswerten Beitrag zur Energieversorgung leisten. Die EU verfüge zwar über LNG-Importkapazitäten von 200 Mrd. m³/a, habe im Jahr 2013 jedoch nur 45 Mrd. m³ importiert. Dies sei ein klarer Hinweis, dass es auf dem Weltmarkt keine verfügbaren Kapazitäten gebe, um den LNG-Import zu steigern. Die europäischen LNG-Terminals nützen nichts ohne entsprechende Exportkapazitäten der Förderländer.[5]

Die EWG steht somit den Aussagen, die die Internationale Energieagentur macht, teilweise entgegen. Auch die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe kommt teilweise zu unterschiedlichen Einschätzungen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Energy Watch Group
  2. http://www.ludwig-boelkow-stiftung.org/134-2/
  3. SPIEGEL-Online Anselm Waldermann: Experten warnen vor dramatischem Öl-Engpass, 21. Mai 2008.
  4. Studie: "“Fossile und Nukleare Brennstoffe – die künftige Versorgungssituation”, 2013
  5. Kurzstudie "Erdgasabhängigkeit der EU von Russland", 2014