Engelbostel

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Engelbostel
Wappen von Engelbostel
Koordinaten: 52° 26′ 49″ N, 9° 39′ 39″ O
Höhe: 55 m ü. NHN
Fläche: 14,29 km²
Einwohner: 2991 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 209 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 30855
Vorwahl: 0511
Engelbostel (Niedersachsen)
Engelbostel

Lage von Engelbostel in Niedersachsen

Turm der Martinskirche
Turm der Martinskirche

Engelbostel ist ein Ortsteil der Stadt Langenhagen in der Region Hannover in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt südwestlich des Flughafens Hannover-Langenhagen in dessen unmittelbarer Nähe. Östlicher Nachbarort ist Schulenburg; westlich befinden sich die zur Stadt Garbsen gehörenden Ortschaften Berenbostel und Stelingen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Engelbostel feierte 2008 sein 975-jähriges Bestehen, jedoch wird vermutet, dass der Ort bereits um das Jahr 900 gegründet wurde.

Schon „um 1100“, urteilte der Archäologe Helmut Plath nach Bodenfunden, war der St. Gallenhof, „die Keimzelle der Stadt“ Hannover, dem Kirchspiel von St. Marien zu Engelbostel zugeordnet.[2] Doch das Kirchengebäude selbst ist 1196 erstmals überliefert in Schenkungsurkunden des Grafen von Roden an das Kloster Marienwerder. Von der Martinskirche Engelbostel, wie sie im 15. Jahrhundert auf ihren Vorgängern errichtet wurde, steht heute vermutlich noch der Kirchturm. An ihn wurde 1788 der Neubau des Kirchenschiffes gelehnt.

Für das Jahr 1808 berichten die Akten des Pfarrarchives im Zusammenhang mit seinen wirtschaftlichen Einkünften von 64 Häusern im Ort. Der Name „Engelbostel“ leitet sich von dem ursprünglichen „Endelindebostelde“ oder „Hendelingeburstelle“ ab, was so viel bedeutet wie: „Burgstelle eines Edelmanns“. Damit ist Engelbostel historisch der älteste Ortsteil der Stadt Langenhagen.

Im Jahr 1928 wurde der bisher gemeindefreie Gutsbezirk Kananohe mit der Gemeinde Engelbostel vereinigt.

Am 1. März 1974 wurde anlässlich einer Gebietsreform die zuvor selbständige Gemeinde Engelbostel nach Langenhagen eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat von Engelbostel setzt sich aus drei Ratsfrauen und sechs Ratsherren zusammen.[4]

  • CDU: 3 Sitze
  • SPD: 3 Sitze
  • Unabhängige Wähler Engelbostel: 2 Sitze
  • Grüne: 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister/in[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsbürgermeisterin von Engelbostel ist Bettina Auras (CDU). Ihr Stellvertreter ist Wilhelm Eike (SPD).[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Wappens von Engelbostel stammt von dem in Isernhagen geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der schon die Wappen von Großburgwedel, Mellendorf, Wunstorf und vielen anderen Ortschaften entworfen hat. Die Verleihung des Wappens wurde am 10. Juli 1951 durch den Niedersächsischen Minister des Innern durchgeführt.[5]

Wappen von Engelbostel
Blasonierung: „In Rot über grünem Boden ein silberner Kirchturm (Engelbostel), belegt mit einem roten Schild, darin ein goldener Löwe ein gestürztes Schwert haltend. Oben zu beiden Seiten des Turmes ein silberner, dreiblättriger Lindenzweig.“
Wappenbegründung: Das Wappen soll symbolisch Vergangenheit und Gegenwart der Geschichte des Dorfes Engelbostel darstellen. Der Kirchturm war früher gleichzeitig Wehrturm. Die Lindenblätter sollen als Sinnbild der Gerichtslinde zum Ausdruck bringen, dass Engelbostel früher Sitz eines Gogerichtes war, dasselbe gilt für das Schwert in der rechten Vorderpranke des Löwen, der frühere Zugehörigkeit des Ortes zum Amt Langenhagen darstellen soll.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Wahrzeichen Engelbostels gilt der alte Kirchturm der St.-Martins-Kirche. Sie gilt als Mutterkirche der Kirchengemeinden nördlich der Leine und ist vermutlich die älteste Kirchengemeinde im Norden Hannovers. Die enthaltene historische Orgel stammt aus dem 17. Jahrhundert.[6]

Baudenkmäler

Siehe Liste der Baudenkmale in Engelbostel

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundschule in Engelbostel

Im Ort befinden sich eine Grundschule und die Kindertagesstätte der Martinskirchengemeinde sowie ein Kinderladen. Die zentral gelegene und auch aus dem Neubaugebiet in Schulenburg gut erreichbare Grundschule von Engelbostel wird als soziales Zentrum der Ortschaft zu einer Ganztagsschule entwickelt, vorerst in einem kommunalen Pilotprojekt für die nächsten beiden Jahre.

Engelbostel wird von drei Buslinien von Üstra und Regiobus Hannover bedient. Es gibt Verbindungen nach Hannover-Nordhafen (Anschluss zur Stadtbahn), Langenhagen, Garbsen und Stöckendrebber.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Engelbostel – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahlen, Daten, Fakten - Allgemeine Informationen, Statistik der Stadt Langenhagen. Auf: Internetseite der Stadt Langenhagen, abgerufen am 22. August 2017.
  2. Helmut Plath: Um 1000, in: Hannover Chronik, S. 11, sowie 1241, 26. Juni, S. 18 online über Google-Bücher.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 196.
  4. a b Ortsrat von Engelbostel. Auf: Internetseite Bürgerinformationssystem der Stadt Langenhagen, abgerufen am 22. August 2017.
  5. Landkreis Hannover: Wappenbuch Landkreis Hannover. Im Selbstverlag des Autors veröffentlicht, Hannover 1985.
  6. St. Martin-Kirche Engelbostel.