Engelsdorf (Leipzig)

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Wappen von Leipzig
Engelsdorf
Stadtteil von Leipzig
Koordinaten 51° 20′ 15″ N, 12° 29′ 15″ OKoordinaten: 51° 20′ 15″ N, 12° 29′ 15″ O.
Fläche 8,21 km²
Einwohner 9032 (31. Dez. 2014)
Bevölkerungsdichte 1100 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jan. 1999
Postleitzahlen 04316, 04319
Vorwahl 0341
Stadtbezirk Ost
Verkehrsanbindung
Eisenbahn RE 50, RB 110, MRB 113
S-Bahn S 4
Bus 72, 73, 90, 172
Quelle: statistik.leipzig.de
Engelsdorf und Sommerfeld um 1891

Engelsdorf ist ein Stadtteil im Osten der sächsischen Großstadt Leipzig.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der Ort war ursprünglich ein Straßenangerdorf (entlang der Hauptstr./Karl-Marx-Str./Engelsdorfer Str.). Der Verlauf des Angers ist noch an den Gebäudefluchtlinien erkennbar. Später wurden der Teich trockengelegt und die nördliche Straße zurückgebaut. Die Kirche St. Pankratius (ev.-luth.) steht nicht in der Ortsmitte, sondern hinter den Straßengehöften auf einem kleinen Hügel, der landwirtschaftlich nicht genutzt werden konnte. Mit dem Bau der Bahnstrecke Leipzig–Dresden 1837 entstanden ein großer Rangierbahnhof, ein Bahnbetriebswerk und weitere Industrieansiedlungen. Engelsdorf wuchs jetzt sehr rasch nach Norden (auf die Bahnlinie zu) und Westen (auf die Bahnanlagen zu). Heute noch dominiert die Eisenbahn die Geschichte. Engelsdorf lag bis 1856 im kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Kreisamt Leipzig.[1] Ab 1856 gehörte der Ort zum Gerichtsamt Leipzig I und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Leipzig.[2]

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Dorf Sommerfeld eingemeindet. Die Gemeinde war wohlhabend. Anfang des 20. Jahrhunderts planten der damalige Bürgermeister Winkler und Baumeister Günther ein neues Ortszentrum mit einer breiten Prachtstraße (der heutigen Arthur-Winkler-Straße), dem Hauptgebäude der Schule (des heutigen Gymnasiums) und gegenüber (im heutigen Engelsdorfer Park) einen entsprechenden Rathausbau. Letzterer wurde nicht ausgeführt.

Die St. Pankratiuskirche (Zustand Mai 2008).

Im Zweiten Weltkrieg wurden Bahnanlagen und Ort schwer bombardiert. Nachdem das Baurecht jahrzehntelang aus ideologischen Gründen verweigert wurde, entstand die Kirche St. Gertrud (röm.-kath.) in den achtziger Jahren aus einer alten Scheune bzw. Stall. Der Glockenturm durfte den Dachfirst nicht überragen, wurde aber eigenmächtig mehrere Meter höher ausgeführt. Nach 1990 entstanden in Engelsdorf die Neubausiedlungen „Engelsgrund“ und „Wiesengrund“. Ende der neunziger Jahre wurde der alte Bahnhof geschlossen und der Bahnhof Engelsdorf an die erneuerte Hans-Weigel-Brücke verlegt. Der Bahnübergang wurde im Zuge des Ausbaus der Eisenbahnstrecke durch eine Unterführung für Fußgänger und Fahrradfahrer ersetzt und die Wände von Schülern des Gymnasiums gestaltet.

Am 1. Januar 1994 wurden Althen und Kleinpösna mit Hirschfeld eingemeindet. Am 1. Juli 1995 wurde Baalsdorf eingegliedert.[3]

Am 1. Januar 1999 wurde die Gemeinde Engelsdorf entgegen dem Wunsch zahlreicher Bürger nach Leipzig eingemeindet.

Parallel zur Bahnstrecke verlief in Sommerfeld die Bundesstraße 6, diese wurde 1997 ca. 1 km nach Norden verlegt (Permoserstraße). Eine Ortsumgehung (Entlastungsstraße zwischen Hans-Weigel-Brücke und Mühlweg durch das Industriegelände) ist seit Jahren geplant.

Schule, Gymnasium, Kindergarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Engelsdorf hat drei Kindertagesstätten (St. Gertrud, Benjamin Blümchen und im Ortsteil Sommerfeld), eine Schule und ein Gymnasium.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Engelsdorf halten die Züge der S-Bahnlinie 4 (Riesa/Oschatz –) Wurzen – Leipzig – Torgau – Hoyerswerda und die Regionalexpresszüge und Regionalbahnen der Linien RE 50 Leipzig – Dresden und RB 110 Leipzig – Grimma – Döbeln – Meißen der Deutschen Bahn AG. In der Nähe des Bahnhofs, schon im Ortsteil Sommerfeld, befindet sich die Endhaltestelle der Straßenbahnlinien 3 und 7 sowie der Buslinie 90. Am Bahnhof Engelsdorf-Werkstätten hält die Linie MRB 113 Leipzig – Bad Lausick – Geithain. Durch Engelsdorf fahren außerdem die Buslinien 72 (Leipzig Hbf – Mölkau – Engelsdorf – Paunsdorf), 73 (Leipzig Hbf – Baalsdorf – Sommerfeld (– Engelsdorf)) sowie 172 ((Borsdorf –) Sommerfeld – Engelsdorf – Baalsdorf – Liebertwolkwitz – Wachau).

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heizanlage des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerks in Engelsdorf bei Leipzig

Auf dem Friedhof am Kirchweg erinnert ein Gedenkstein an sowjetische Kriegsgefangene sowie 50 Frauen und Männer, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit im Reichsbahnausbesserungswerk wurden; sowie an die NS-Gegner Kurt Krah und Arthur Thiele, die während der Nazidiktatur in Konzentrationslagern umgebracht wurden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 60 f.
  2. Die Amtshauptmannschaft Leipzig im Gemeindeverzeichnis 1900
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1995
  4. http://www.christoph-arnold-schule.de/christoph-arnold-schule-leipzig/

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tino Hemmann: Engelsdorf bleibt! Die Geschichte einer mitteldeutschen Gemeinde. 4. Aufl. Selbstpublikation über Engelsdorfer Verlag, Engelsdorf 2009, ISBN 978-3-86901-099-1.
  • Cornelius Gurlitt: Engelsdorf. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 16. Heft: Amtshauptmannschaft Leipzig (Leipzig Land). C. C. Meinhold, Dresden 1894, S. 16.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]