Enoch zu Guttenberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Enoch zu Guttenberg, 2012

Enoch zu Guttenberg (* 29. Juli 1946 in Guttenberg), mit vollständigem Namen Georg Enoch Robert Prosper Philipp Franz Karl Theodor Maria Heinrich Johannes Luitpold Hartmann Gundeloh Freiherr von und zu Guttenberg, ist ein deutscher Dirigent.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Enoch zu Guttenberg wurde 1946 als Sohn des späteren Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundeskanzleramt Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg geboren. Er war von 1971 bis 1977 mit Christiane von und zu Eltz verheiratet. Aus dieser ersten Ehe stammen die Söhne Karl-Theodor zu Guttenberg und Philipp Franz zu Guttenberg. Seit 1997 ist Enoch zu Guttenberg mit der Chor- und Orchesterdirigentin Ljubka Biagioni verheiratet. Sie haben gemeinsam zwei 2003 und 2005 geborene Söhne.[1]

Guttenberg studierte Komposition und Dirigieren in München und Salzburg. Einer seiner Lehrer war Carl Feilitzsch. Im Alter von 21 Jahren übernahm er 1967 die Chorgemeinschaft Neubeuern. 1997 wurde Enoch zu Guttenberg die Leitung des freien und projektbezogenen Orchesters Klangverwaltung übertragen. Zahlreiche Einspielungen auf CD dokumentieren diese Zusammenarbeit. Im Jahr 2000 übernahm Enoch zu Guttenberg die Intendanz der Internationalen Festspiele Herrenchiemsee. Seit Mai 2003 ist er Ehrendirigent der Hofer Symphoniker.

Guttenberg ist stark im Umweltschutz engagiert. Er war 1975 Mitgründer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), aus dem er im Mai 2012 austrat, weil er die seiner Meinung nach landschaftszerstörenden Windkraftanlagen im Gegensatz zum BUND ablehnte und den Verdacht der Käuflichkeit des BUND nicht länger mittragen wollte.[2] Er ist Mitglied im Kuratorium der ÖDP nahen Stiftung für Ökologie und Demokratie. [3]

Für seine Arbeit erhielt Guttenberg einige Auszeichnungen, darunter den Deutschen Kulturpreis, den ECHO Klassik, das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, den Bayerischen Poetentaler (1994), die Bayerische Staatsmedaille für Verdienste um die Umwelt (2009) sowie den Bayerischen Verdienstorden.

Er war zunächst Mitglied der CSU, trat aber im Jahr 1992 nach einem Konflikt mit dem damaligen Bayerischen Ministerpräsidenten Max Streibl aus, weil dieser sich weigerte, an einer Demonstration gegen Antisemitismus teilzunehmen.[4] Mittlerweile ist Guttenberg auf Drängen seines Sohnes Karl-Theodor wieder in die Partei eingetreten.[5]

Vermögensverhältnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1952 erhielt Enoch zu Guttenberg von seinem Vater das Weingut Reichsrat von Buhl in Deidesheim in der Pfalz.[6] 1989 wurde das Gut an japanische Investoren verpachtet, seit 2005 gehört es zur Unternehmensgruppe Niederberger.

Im Oktober 2010 schätzte das Manager Magazin das Vermögen von Enoch zu Guttenberg in seinem Spezial Die 500 reichsten Deutschen auf 400 Millionen Euro. Ursprung des Vermögens sei neben Großgrundbesitz das Rhön-Klinikum in Bad Neustadt an der Saale gewesen.[7] Im März 2002 verkaufte die Familie des Klinikumsgründers Unternehmensanteile für 260 Millionen Euro an die Bayerische Hypo- und Vereinsbank.[8][9]

Guttenberg hat sein Vermögen und Grundbesitz, inklusive Familienschloss samt Inventar und Forstbetrieben im Landkreis Kulmbach, einer privatnützigen österreichischen Privatstiftung mit Sitz in Radmer übertragen.[10] Philipp Franz zu Guttenberg, der jüngere Sohn, hat nach der Aufteilung des Erbes das Schloss und das Familienunternehmen übernommen. Die Freiherrlich von und zu Guttenberg’sche Familienstiftung wurde am 31. Oktober 2008 im österreichischen Kurort Semmering angemeldet.[11]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dokumentation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eckart Lohse, Markus Wehner: Guttenberg. Biographie. Droemer, München 2011. ISBN 978-3-426-27554-2. S. 107.
  2. Enoch zu Guttenberg: Ich trete aus dem BUND aus. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. Mai 2012, abgerufen am 19. Juni 2013.
  3. http://www.stiftung-oekologie-u-demokratie.de/w/kuratorium-2/
  4. Olaf Przybilla: Neuer CSU-Generalsekretär – Freiherr und Freigeist. Süddeutsche Zeitung, 30. Oktober 2008, abgerufen am 21. Oktober 2015.
  5. Georg Etscheit: Familie zu Guttenberg: Was Joseph Haydn mit der Klimaerwärmung zu tun hat. Die Zeit, 19. März 2009, abgerufen am 21. Oktober 2015.
  6. Weingut Reichsrat von Buhl: Historie. Abgerufen am 21. Oktober 2015.
  7. Manager Magazin Spezial: Die 500 reichsten Deutschen. Nr. 11a/2010. S. 61.
  8. Anna Trömel: Hypovereinsbank engagiert sich bei Rhön Klinikum. Handelsblatt, 13. März, abgerufen am 21. Oktober 2015.
  9. Aktientipp – Rhön-Klinikum: 20 Rekorde in Serie. Wirtschaftswoche, 24. Februar 2009, abgerufen am 21. Oktober 2015.
  10. Familie des Wirtschaftsministers: Guttenbergs übergeben Schloss an Stiftung. Spiegel Online, 14. Oktober 2009, abgerufen am 21. Oktober 2015.
  11. Uwe Ritzer: Familie Guttenberg geht stiften. Süddeutsche Zeitung, 4. Oktober 2009, abgerufen am 21. Oktober 2015.