Enoch zu Guttenberg

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Enoch zu Guttenberg, 2012

Enoch zu Guttenberg (* 29. Juli 1946 in Guttenberg), mit vollständigem Namen Georg Enoch Robert Prosper Philipp Franz Karl Theodor Maria Heinrich Johannes Luitpold Hartmann Gundeloh Freiherr von und zu Guttenberg,[1] ist ein deutscher Dirigent.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Enoch zu Guttenberg entstammt dem fränkischen Adelsgeschlecht Guttenberg. Er wurde 1946 als Sohn des späteren Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundeskanzleramt Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg geboren. Er war von 1971 bis 1977 mit Christiane von und zu Eltz verheiratet. Aus dieser ersten Ehe stammen die Söhne Karl-Theodor zu Guttenberg und Philipp Franz zu Guttenberg. Von 1997 bis 2016 war er mit der Chor- und Orchesterdirigentin Ljubka Biagioni verheiratet. Sie haben gemeinsam zwei 2003 und 2005 geborene Söhne.[2]

Guttenberg studierte Komposition und Dirigieren in München und Salzburg. Einer seiner Lehrer war Carl Feilitzsch. Im Alter von 21 Jahren gründete er 1967 die Chorgemeinschaft Neubeuern.[3] 1997 wurde Enoch zu Guttenberg die Leitung des freien und projektbezogenen Orchesters Klangverwaltung übertragen.[4] Zahlreiche Einspielungen auf CD dokumentieren diese Zusammenarbeit. Im Jahr 2000 leitete Enoch zu Guttenberg im Königsschloss Herrenchiemsee ein siebentägiges Bachfest. Daraus entstanden im nächsten Jahr die Herrenchiemsee Festspiele,[5] die seither jährlich unter Guttenberg als Intendant[6] auf der Insel Herrenchiemsee veranstaltet werden. Seit Mai 2003[7] ist Guttenberg Ehrendirigent der Hofer Symphoniker.[8]

Guttenberg ist stark im Umweltschutz engagiert. Er war 1975 Mitgründer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Im Mai 2012 trat er aus dem BUND aus, weil er die seiner Meinung nach landschaftszerstörenden Windkraftanlagen im Gegensatz zum BUND ablehnte und den Verdacht der Käuflichkeit des BUND nicht länger mittragen wollte.[9] Enoch zu Guttenberg hat seine Kritik am BUND aufrechterhalten. Den Vorsitzenden Hubert Weiger bezeichnet er in einem 2016 erschienenen Buch als „Werbeoffizier der Windindustrie“.[10] Guttenberg wirft Weiger vor, zu wenig gegen den Bau von Windparks vorzugehen und dadurch einen Beitrag zur Zerstörung von Natur und Landschaft zu leisten.[11] Weiger rede auch den Tod von Vögeln durch Windkraftanlagen klein.[12] Der BUND hatte Guttenberg wegen seiner kritischen Äußerungen verklagt, aber im April 2016 die Klageschrift zurückgezogen, laut Guttenberg aus „Angst vor der Macht der Wahrheit“.[13]

Enoch zu Guttenberg ist Mitglied im Kuratorium der ÖDP-nahen Stiftung für Ökologie und Demokratie.[14]

Er war zunächst Mitglied der CSU, trat aber im Jahr 1992 nach einem Konflikt mit dem damaligen Bayerischen Ministerpräsidenten Max Streibl aus, weil dieser sich weigerte, an einer Demonstration gegen Antisemitismus teilzunehmen.[15] Mittlerweile ist Guttenberg auf Drängen seines Sohnes Karl-Theodor wieder in die Partei eingetreten.[16]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für seine Arbeit erhielt Guttenberg einige Auszeichnungen, darunter den Deutschen Kulturpreis, den ECHO Klassik, das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, den Bayerischen Poetentaler (1994), die Bayerische Staatsmedaille für Verdienste um die Umwelt (2009) sowie den Bayerischen Verdienstorden.

2015 wurde Guttenberg Ehrenpräsident im neu gegründeten Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB).[17]

Vermögensverhältnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1952 erhielt Enoch zu Guttenberg von seinem Vater das Weingut Reichsrat von Buhl in Deidesheim in der Pfalz.[18] 1989 wurde das Gut an japanische Investoren verpachtet, seit 2005 gehört es zur Unternehmensgruppe Niederberger.

Im Oktober 2010 schätzte das Manager Magazin das Vermögen von Enoch zu Guttenberg in seinem Spezial Die 500 reichsten Deutschen auf 400 Millionen Euro. Ursprung des Vermögens sei neben Großgrundbesitz das Rhön-Klinikum in Bad Neustadt an der Saale gewesen.[19] Im März 2002 verkaufte die Familie des Klinikumsgründers Unternehmensanteile für 260 Millionen Euro an die Bayerische Hypo- und Vereinsbank.[20][21]

Guttenberg hat sein Vermögen und seinen Grundbesitz, inklusive Familienschloss samt Inventar und Forstbetrieben im Landkreis Kulmbach, einer privatnützigen österreichischen Privatstiftung mit Sitz in Radmer übertragen.[22] Philipp Franz zu Guttenberg, der jüngere Sohn, hat nach der Aufteilung des Erbes das Schloss und das Familienunternehmen übernommen. Die Freiherrlich von und zu Guttenberg’sche Familienstiftung wurde am 31. Oktober 2008 im österreichischen Kurort Semmering angemeldet.[23]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dokumentation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christian Wildhagen: Plötzlich kennt man ihn als Vater. FAZ.net vom 27. April 2010.
  2. Eckart Lohse, Markus Wehner: Guttenberg. Biographie. Droemer, München 2011, ISBN 978-3-426-27554-2, S. 107.
  3. Die Chorgemeinschaft Neubeuern Website des Ensembles
  4. Orchester der KlangVerwaltung: Dirigent
  5. Herrenchiemsee Festspiele: Idee und Ort herrenchiemsee-festspiele.de
  6. Herrenchiemsee Festspiele: Intendant Enoch zu Guttenberg herrenchiemsee-festspiele.de
  7. Hofer Symphoniker: Das Orchester hofer-symphoniker.de
  8. Hofer Symphoniker: Ehrendirigent Enoch zu Guttenberg hofer-symphoniker.de
  9. Enoch zu Guttenberg: Ich trete aus dem BUND aus. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 13. Mai 2012, abgerufen am 19. Juni 2013.
  10. Enoch zu Guttenberg: Stählerne Monster. In: Georg Etscheit (Hrsg.): Geopferte Landschaften. Wie die Energiewende unsere Umwelt zerstört. München 2016, S. 27 und 29.
  11. Enoch zu Guttenberg: Stählerne Monster. a. a. O., S. 30.
  12. Enoch zu Guttenberg: Stählerne Monster. a. a. O., S. 40.
  13. Enoch zu Guttenberg: Stählerne Monster. a. a. O., S. 38 f.
  14. Stiftung für Ökologie und Demokratie: Kuratorium
  15. Olaf Przybilla: Neuer CSU-Generalsekretär – Freiherr und Freigeist. In: Süddeutsche Zeitung. 30. Oktober 2008, abgerufen am 21. Oktober 2015.
  16. Georg Etscheit: Familie zu Guttenberg: Was Joseph Haydn mit der Klimaerwärmung zu tun hat. In: Zeit online. 19. März 2009, abgerufen am 21. Oktober 2015.
  17. Enoch zu Guttenberg und Hubert Weinzierl als Ehrenpräsidenten designiert. aufgerufen am 15. November 2016.
  18. Weingut Reichsrat von Buhl: Historie. Abgerufen am 21. Oktober 2015.
  19. Die 500 reichsten Deutschen. In: Manager Magazin Spezial. Nr. 11a, 2010, S. 61.
  20. Anna Trömel: Hypovereinsbank engagiert sich bei Rhön Klinikum. In: Handelsblatt. 13. März 2002, abgerufen am 21. Oktober 2015.
  21. Aktientipp – Rhön-Klinikum: 20 Rekorde in Serie. Wirtschaftswoche, 24. Februar 2009, abgerufen am 21. Oktober 2015.
  22. Familie des Wirtschaftsministers: Guttenbergs übergeben Schloss an Stiftung. In: Spiegel online. 14. Oktober 2009, abgerufen am 21. Oktober 2015.
  23. Uwe Ritzer: Familie Guttenberg geht stiften. In: Süddeutsche Zeitung. 4. Oktober 2009, abgerufen am 21. Oktober 2015.