Enosis Kendrou

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Die Enosis Kendrou oder Zentrumsunion (griechisch Ένωσις Κέντρου, abgekürzt E.K.), war die griechische Partei der Mitte in den 1960er Jahren. Sie wurde von Georgios Papandreou und Sophoklis Venizelos 1961 gegründet. Die Partei kam im Jahr 1963 an die Regierung.

Gründung 1961[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zentrumsunion wurde durch einen Zusammenschluss der Liberalen Partei, der Sozialen Volkspartei und weiterer kleinerer Parteien der Mitte unter der Führung von Georgios Papandreou am 19. September 1961 gegründet. Sie hatte keine einheitliche ideologische Orientierung, vielmehr gehörten ihr verschiedene politische Bewegungen von der linken Mitte (Ilias Tsirimokos) bis zur rechten Mitte (Konstantinos Mitsotakis) an. Zusammengehalten wurde sie durch die charismatische Persönlichkeit von Georgios Papandreou.

Wahlen 1961–1964[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zentrumsunion nahm erstmals an den Parlamentswahlen im Oktober 1961 teil und erzielte einen Stimmenanteil von 33,66 % sowie 100 Sitze; Wahlsieger war die Ethniki Rizospastiki Enosis (E.R.E., Nationalradikale Union) von Konstantinos Karamanlis mit 50,81 % und 176 Sitzen. Diese Wahlen waren gekennzeichnet von gewalttätigen Ausschreitungen und Betrug. Papandreou rief einen „unnachgiebigen Kampf“ aus, wobei insbesondere die Jugendorganisation der Zentrumsunion (Οργάνωση Νέων της Ένωσης Κέντρου, O.N.E.K) eine aktive Rolle spielte.

Die zweiten Wahlen, an denen die EK teilnahm, waren die vom 3. November 1963. Die Partei gewann 42,04 % und 138 Sitze, während die ERE 39,37 % und 128 Sitze erhielt. Obwohl die Regierung unter Georgios Papandreou mit Unterstützung der Eniea Dimokratiki Aristera (griechisch Ενιαία Δημοκρατική Αριστερά ΕΔΑ, Vereinigung der Demokratischen Linken EDA) ein Vertrauensvotum erhielt, zog Papandreou Neuwahlen vor, denn er wollte eine Zusammenarbeit mit der von der kommunistischen KKE kontrollierten EDA vermeiden, um der ERE keinen Vorwand zuliefern, die „kommunistische Gefahr“ heraufzubeschwören und die ohnehin instabile politische Lage zu gefährden. Diese Regierung ist als „50-Tage-Regierung“ bekannt.

Bei den Neuwahlen am 16. Februar 1964, erzielte die Zentrumsunion mit einem Stimmenanteil von 52,72 % und 171 Sitzen im Vergleich zu 35,26 % und 107 Sitzen der E.R.E. unter Führung von Panagiotis Kanellopoulos einen erdrutschartigen Sieg. Papandreou konnte eine Alleinregierung bilden.

Machtverlust 1965[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Papandreous progressive Politik als Ministerpräsident erregte viel Widerstand in konservativen Kreisen, ebenso die Rolle seines Sohnes Andreas, dessen politische Position als deutlich links von der Mitte eingeschätzt wurde. Bald wurde ein Mangel an Zusammenhalt zwischen den Führungskräften der EK deutlich. König Konstantin II. arbeitete gegen Papandreou; mit Hilfe von Überläufern aus der EK (angeführt von Konstantinos Mitsotakis), gelang es, Papandreou von der Regierungsmacht zu verdrängen; er musste am 15. Juli 1965 als Ministerpräsident zurücktreten.

Instabile Lage 1965–1967[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Reihe instabiler Regierungen und verschärfter politischer Auseinandersetzungen folgte. Der König erteilte das Mandat zur Regierungsbildung zunächst an Giorgos Athanasiadis-Novas, der jedoch kein Vertrauensvotum des Parlaments erhielt und zum Rücktritt gezwungen war. Ein Mandat zur Bildung einer neuen Regierung wurde sodann Ilias Tsirimokos erteilt, der jedoch ebenfalls erfolglos blieb. Schließlich wurde Stephanos Stephanopoulos mit der Regierungsbildung beauftragt, der ein Vertrauensvotum erhalten konnte. Georgios Papandreou rief erneut einen „unnachgiebigen Kampf“ aus und mobilisierte seine Anhänger; auch hier spielte die Jugendorganisation der EK, die sich nun Griechische Demokratische Jugend (Ελληνική Δημοκρατική Νεολαία, E.D.I.N) nannte, eine besonders aktive Rolle. Die neue Regierung war unter diesem Druck gezwungen, Neuwahlen für den Mai 1967 auszuschreiben.

Um den von ihr befürchteten Wahlsieg Papandreous zu verhindern, riss am 21. April 1967 eine Militärjunta die Macht im Staate durch einen Putsch an sich. Ihre führenden Politiker wurden in der Nacht vom 21. April 1967 verhaftet. Papandreou verstarb am 1. November 1968 unter Hausarrest.

Nach der Diktatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die Zentrumsunion wurde nach der Wiederherstellung der Demokratie unter Führung von Georgios Mavros wiederbelebt und trat in den ersten Wahlen am 17. November 1974 nach der Militärherrschaft unter dem Namen Zentrumsunion/Neue Kräfte wieder an. Zu ihren prominentesten Politikern gehörte Alekos Panagoulis. Neben der dominierenden politischen Persönlichkeit von Konstantinos Karamanlis (Nea Dimokratia) und der zunehmend die linke Mitte für sich einnehmenden charismatischen Persönlichkeit von Andreas Papandreou (PASOK) blieben ihr Erfolge jedoch versagt. Sie konnte bei den Parlamentswahlen 1974 20,42 % und 60 von 300 Sitzen erringen. Bei den Wahlen 1977 erzielte sie unter dem Namen Union des demokratischen Zentrums (EDIK) noch 11,95 %.