Enrico Komning

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Enrico Komning, 2017

Enrico Komning (* 6. August 1968 in Stralsund) ist ein deutscher Politiker (AfD). Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2016 wurde er über die AfD-Landesliste in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Am 24. September 2017 wurde Komning in den 19. Deutschen Bundestag gewählt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Komning besuchte bis 1985 die zehnklassige Polytechnische Oberschule und machte dann bis 1988 eine Berufsausbildung mit Abitur zum Baufacharbeiter. 1989 verpflichtete er sich zum „Dienst auf Zeit“, einem zeitlich auf mindestens drei Jahre befristeten und freiwillig einzugehendem Dienstverhältnis, das dem Wehrdienst in der NVA gleichgestellt war,[1] beim Wachregiment „Feliks Dzierzynski“.[2] Das Wachregiment war eine Struktureinheit des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), die Einstellung erfolgte auf freiwilliger Basis. Laut Dienstlaufbahnordnung des MfS waren Soldaten und Unteroffiziere, die „Dienst auf Zeit“ leisteten, Angehörige des Ministeriums für Staatssicherheit und standen zu diesem in einem hauptamtlichen Dienstverhältnis. Gemäß § 6 Abs. 4 Nr. 1 Stasi-Unterlagen-Gesetz gelten sie dementsprechend während der Ableistung dieses „Dienstes auf Zeit“ als hauptamtliche Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes.[1]

Nach der Auflösung des Wachregiments war er 1990 als angestellter Maurer beschäftigt. Im Jahr 1991 nahm er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald auf; während seines Studiums wurde er Mitglied der Greifswalder Burschenschaft Rugia. Er legte 1996 das erste und 1998 das zweite Juristische Staatsexamen ab. Seit dem Jahr 2000 ist er selbständiger Rechtsanwalt.

Komning ist verheiratet und hat vier Kinder. Er wohnt in Neubrandenburg.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Komning war 2000/2001 Mitglied der Partei Rechtsstaatlicher Offensive (Schill-Partei) und Landesvorstandsmitglied, verantwortlich für Rechts- und Sicherheitspolitik. 2010 bis 2012 war er Mitglied in der Freien Demokratischen Partei (FDP) und auch dort Mitglied im Landesvorstand und im Landesfachausschuss Inneres und Recht.

2014 wurde er Mitglied der Alternative für Deutschland (AfD) und war dort in den Jahren 2015 und 2016 Beisitzer im Kreisvorstand Mecklenburgische Seenplatte. 2015 wurde er Beisitzer und Justitiar im Landesvorstand. Er ist Mitglied im Landesfachausschuss „Freiheit und Recht in Sicherheit“.

Kommunalpolitisch war er Ratsherr und Fraktionsvorsitzender der Fraktion FDP/Freie Bürger im Stadtparlament Neubrandenburg und Sachkundiger Einwohner für die Kreistagsfraktion FDP/FW/WLGR. Eine Landratskandidatur für den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte am 8. September 2011 für die FDP blieb erfolglos. Er erhielt 4,2 % der Stimmen.[4]

Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2016 kandidierte er als Direktkandidat im Wahlkreis 3 (Neubrandenburg II) und wurde als vierter auf der AfD-Landesliste in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern gewählt.[5]

Er sympathisiert mit der rechtsextremen Identitären Bewegung und mit Pegida.[6] Komning setzt sich für eine Liberalisierung des Waffenrechts zum „Selbstschutz“ ein. Komning sagte, er lehne „gesellschaftspolitische Umerziehungsmaßnahmen wie Gender-Mainstreaming“ ab.[7]

Bei der Bundestagswahl 2017 wurde er über die Landesliste in den 19. Deutschen Bundestag gewählt.[8] Seine Kandidatur als Direktkandidat im Wahlkreis Mecklenburgische Seenplatte I-Vorpommern-Greifswald II blieb erfolglos.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Enrico Komning – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Abschlussbericht der Kommission des Landtages gemäß § 48 Abgeordnetengesetz Mecklenburg-Vorpommern, abgerufen am 19. Dezember 2017
  2. NDR: AfD-Vorstand: "Newcomer" statt "Nationale". (Nicht mehr online verfügbar.) In: www.ndr.de. Archiviert vom Original am 10. Oktober 2017; abgerufen am 1. Januar 2018. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ndr.de
  3. afd-mv.de, abgerufen am 27. Februar 2017 (Memento des Originals vom 28. Februar 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.afd-mv.de
  4. Wahlergebnis der Landratswahl 2011 (PDF). Abgerufen am 5. September 2016.
  5. Wahl zum Landtag von Mecklenburg-Vorpommern am 4. September 2016 (Vorläufiges Ergebnis): Gewählte Bewerber aus Landeslisten (Zweitstimmen). Abgerufen am 5. September 2016.
  6. AfD vor den Wahlen: Das schreiben die Kandidat_innen bei Facebook und Twitter – Netz gegen Nazis. In: netz-gegen-nazis.de. 2. September 2016, abgerufen am 7. September 2016.
  7. Bundestagswahl: So extrem sind die Kandidaten der AfD. (handelsblatt.com [abgerufen am 26. September 2017]).
  8. Deutscher Bundestag: biografie Enrico Komning. Abgerufen am 27. September 2017.