Ensdorf (Oberpfalz)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ensdorf
Ensdorf (Oberpfalz)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ensdorf hervorgehoben
Koordinaten: 49° 21′ N, 11° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Amberg-Sulzbach
Höhe: 469 m ü. NHN
Fläche: 41,46 km2
Einwohner: 2202 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 53 Einwohner je km2
Postleitzahl: 92266
Vorwahl: 09624
Kfz-Kennzeichen: AS, BUL, ESB, NAB, SUL
Gemeindeschlüssel: 09 3 71 120
Gemeindegliederung: 18 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 4
92266 Ensdorf
Webpräsenz: www.ensdorf.de
Bürgermeister: Markus Dollacker (CSU)
Lage der Gemeinde Ensdorf im Landkreis Amberg-Sulzbach
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Über dieses Bild

Ensdorf ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Amberg-Sulzbach.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ensdorf liegt in der Region Oberpfalz-Nord.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ensdorf hat 18 Ortsteile[2]:

Es gibt folgende Gemarkungen: Ensdorf, Garsdorf, Taubenbacher Forst, Thanheim, Wolfsbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Jakob (ehemalige Klosterkirche)
Turm der ehemaligen Pfarrkirche St. Stephan

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahre 1028. Ausgrabungen am sogenannten Stephansturm, dem einzigen Rest der 1805 abgebrochenen Pfarrkirche St. Stephan, erbrachten den Nachweis einer Kirche des 10. Jahrhunderts.[3] Dendrochronologische Untersuchungen haben ergeben, dass der Turm im Jahr 1075 erbaut wurde.[4] Er ist somit eines der ältesten Bauwerke der Oberpfalz. Allerdings besteht die Möglichkeit, dass die Kirche zum wüst gefallenen Ort Weilenbach gehörte, für den Anfang des 12. Jahrhunderts ein Dienstmannengeschlecht der Sippe der Grafen von Sulzbach überliefert ist.[5] Weilenbach ist in Ensdorf aufgegangen, das bis zur Säkularisation 1802 zum 1121 durch Pfalzgraf Otto V. von Scheyern und Bischof Otto von Bamberg gegründeten Kloster Ensdorf, einem der ältesten Klöster der heutigen Oberpfalz, gehörte. Der Ort war zwar Teil des Kurfürstentums Bayern, bildete aber eine geschlossene Hofmark, deren Sitz das Kloster war. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1920 haben sich die Salesianer Don Boscos im ehemaligen Benediktinerkloster niedergelassen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garsdorf (zum Teil), Thanheim und Wolfsbach wurden am 1. April 1971 in die Gemeinde eingegliedert.[6]

Am 1. September 2015 erfolgte die Auflösung des gemeindefreien Gebiets Hirschwald. Dabei wurde ein Teil in die Gemeinde Ensdorf eingegliedert.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1933: 0825 Einwohner
  • 1939: 0761 Einwohner
  • 1961: 1765 Einwohner
  • 1970: 1902 Einwohner
  • 1987: 1934 Einwohner
  • 1991: 2054 Einwohner
  • 1995: 2142 Einwohner
  • 2000: 2222 Einwohner
  • 2005: 2278 Einwohner
  • 2010: 2227 Einwohner
  • 2015: 2219 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit Mai 2008 Markus Dollacker (CSU).

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der letzten Kommunalwahl am 16. März 2014 hat der Gemeinderat 14 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 71,2 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  CSU     6 Sitze  (42,9 %)
  SPD 4 Sitze (28,6 %)
  Christliche Wähler/Blockfreie Wähler 2 Sitze (14,2 %)
  Bürgernahe Demokratische Liste 2 Sitze (14,2 %)

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wird seit 1928 geführt.

Amtliche Wappenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Silber ein roter Zickzackbalken zwischen drei (2:1) blauen Lilien.

Bedeutung der Symbole[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es verweist auf das Kloster Ensdorf, welches den Wittelsbacher Zickzackbalken im Wappen führte. Die drei Lilien sind dem Wappen der Grafen von Kastl-Sulzbach entnommen und erinnern an Heilika, die Klostergründerin.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ensdorf unterhält eine Partnerschaft mit der gleichnamigen saarländischen Gemeinde Ensdorf.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 67 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 729. Im verarbeitenden Gewerbe und im Bauhauptgewerbe gab es je drei Betriebe. Zudem bestanden 74 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1966 Hektar, davon waren 1690 Ackerfläche und 273 Dauergrünfläche.

Des Weiteren gibt es seit 2008 in Ensdorf das Zentrum für Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit[8], das zur Förderung von Umwelt- und Klimaschutz gegründet wurde.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • DJK Ensdorf, größter Verein in der Gemeinde Ensdorf mit mehr als 800 Mitglieder

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2009):

  • Kindergärten: 75 Kindergartenplätze mit 68 Kindern
  • Volksschulen: eine mit 13 Lehrern/drei Lehramtsanwärter und 120 Schülern

Hauptschule Ensdorf: Seit Beginn des Schuljahres 2005/2006 gibt es für die Schulen Ensdorf und Rieden eine neue Regelung. Alle Schulkinder der Jahrgänge 1–4 besuchen nicht mehr die Grund- und Teilhauptschule II in Ensdorf, sondern wechselten zur Grund- und Teilhauptschule I nach Rieden, jetzt nur noch Grundschule Rieden. Die Jahrgänge 5 und 6, die bisher noch in Rieden untergebracht waren, wechselten zur Hauptschule Ensdorf. Jetzt sind die Klassen 5–9 in der Hauptschule Ensdorf untergebracht.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111105/180939&attr=OBJ&val=884
  3. Mathias Hensch: Der Stephansturm in Ensdorf – eines der ältesten Bauwerke der Oberpfalz. In: Das archäologische Jahr in Bayern 2005. Stuttgart 2006, S. 116–119.
  4. Hensch, wie Anm. 3
  5. Hensch, wie Anm. 3
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 419
  7. Amtsblatt der Oberpfalz, aufgerufen am 1. September 2015
  8. http://www.zen-ensdorf.de/

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ensdorf (Oberpfalz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien