Der Mann mit der Todeskralle

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Filmdaten
Deutscher Titel Der Mann mit der Todeskralle
Originaltitel Enter The Dragon
Produktionsland USA, Hongkong
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1973
Länge 98 Minuten
Altersfreigabe FSK 18
Stab
Regie Robert Clouse
Drehbuch Michael Allin
Produktion Warner Bros., Concord Production
Musik Lalo Schifrin
Kamera Gilbert Hubbs
Schnitt Kurt Hirschler
George Watters
Besetzung

Der Mann mit der Todeskralle (Originaltitel: Enter The Dragon) aus dem Jahr 1973 war der erste in Amerika produzierte Martial-Arts-Film. Er ist der bekannteste, zugleich aber auch der letzte (vollständige) Film des Hauptdarstellers Bruce Lee. Lee starb drei Wochen bevor der Film in die Kinos kam.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lee ist Mitglied eines Shaolin-Tempels und ein Meister in den Kampfkünsten. Auf Wunsch des britischen Gesetzesvertreters Braithwaite nimmt er eine Einladung zu einem Turnier des Millionärs Han an, der früher ebenfalls zu Lees Tempelgemeinde gehörte, doch dieser den Rücken zukehrte; Braithwaite vermutet, dass es als Deckmantel für illegalen Drogenhandel und Prostitution benutzt wird, und Lee soll nach Beweisen suchen; gleichzeitig soll er im Auftrag des Klosters Vergeltung an Han üben. Schon vor einiger Zeit wurde die Agentin Su Lin im Auftrag Braithwaites auf die Insel geschickt, doch jeglicher Kontakt zu ihr ist abgerissen.

Nach einigem Zögern nimmt Lee den Auftrag an, als er erfährt, dass seine Schwester von Hans Leibwächtern in den Selbstmord getrieben wurde. An dem Turnier nehmen auch einige amerikanische Kampfsportexperten teil, darunter Roper und Williams, die bald darauf zu wichtigen Helfern im Kampf gegen Han werden.

Das Turnier wird mit einem Fest begonnen, auf dem Han selbst nur kurz anwesend ist. Ein üppiges Mahl und Frauen stehen im Mittelpunkt der Festivitäten. Lee erkennt die verschollene Agentin unter den Anwesenden als eine der Mädchen Hans. Abends werden den Kämpfern junge Frauen vorgestellt, die die Nacht mit ihnen verbringen sollen. Lee sucht sich prompt die wiedergefundene Agentin aus und erfährt, dass sie zwar nicht die Seiten gewechselt hat, aber ständig überwacht wird und deshalb nichts unternehmen kann. Alles was Lee erfährt ist, dass immer wieder junge Frauen verschwinden.

Am nächsten Tag beginnen die Wettkämpfe, in denen sich Roper und Williams als hervorragende Kämpfer erweisen, Lee selbst kämpft nicht. Am Abend durchsucht Lee das Gelände, obwohl das Verlassen der Zimmer verboten ist. Er findet eine Falltür, wird beim Versuch herunterzusteigen jedoch von Hans Wachen gesehen und muss diese daraufhin unschädlich machen. Er bricht seinen Erkundungsgang für diesen Abend ab und wird bei der Rückkehr in sein Zimmer von Williams, der an der frischen Luft trainiert, gesehen.

Han ist erzürnt über die zusammengeschlagenen Wachen, sieht die Schuld aber bei ihnen und bei keinem der Gäste. Er lässt die Wachen von einem seiner Leibwächter, Bolo, im Kampf töten. An diesem Morgen hat auch Lee seinen ersten Kampf; sein Gegner ist Hans Leibwächter Oharra, der seine Schwester zum Selbstmord getrieben hat. Nachdem dieser zu unfairen Mitteln im Kampf greift, wird er von Lee getötet, was Han billigt. Unter vier Augen beschuldigt Han Williams, der des Nachts gesehen wurde, des Angriffs auf seine Wachen und will ihn festnehmen lassen. Nachdem Williams Hans Wachleute ausgeschaltet hat, wird er von Han selbst getötet. Dieser trifft sich mit Roper, dem er das Angebot macht bei ihm als Repräsentant für die USA zu arbeiten. Dazu offenbart er Roper seine Machenschaften: Auf der Insel wird Opium verarbeitet, gleichzeitig werden junge Frauen von der Droge abhängig gemacht, um sie zu verkaufen. Han betreibt also Drogen- und Menschenhandel. Als Roper Williams' Leiche sieht, lehnt er Hans Angebot entschieden ab.

In der Nacht setzt Lee seinen Erkundungsgang fort und entdeckt die drogenabhängigen Mädchen. Er kann ein Telegramm an Braithwaite schicken, doch dann wird Alarm ausgelöst. Lee kann alle Wachen, trotz ihrer Überzahl und Bewaffnung, besiegen. Letztendlich wird er aber durch ein Fallgitter eingesperrt.

Am Morgen will Han Roper gegen Lee kämpfen lassen, doch Roper lehnt ab. Daraufhin schickt Han seinen besten Kämpfer, Bolo, um Roper zu vernichten. Obgleich es zunächst schlecht für Roper aussieht, kann er Bolo am Ende töten. Han ist außer sich vor Wut und schickt alle noch verfügbaren Krieger in den Kampf gegen Lee und Roper. Zwischenzeitlich hat Su Lin Hans Schlüssel gestohlen und lässt sämtliche Gefangenen frei, die sich ihrerseits nun auf Lees und Ropers Seite in den Kampf stürzen. Braithwaites Leute bemannen schwer bewaffnet ihre Hubschrauber, um Lee auf der Insel Hilfe zu leisten.

Han ist entsetzt über die Entwicklungen und tritt selbst zum Kampf an. Es stellt sich heraus, dass er eine austauschbare Handprothese trägt, die er durch eine nagelbespickte Tierkralle ersetzt. Lee kann ihm die Kralle jedoch abschlagen, worauf Han flieht. Lee folgt ihm in seine Gemächer, wo Han sich schon eine neue Prothese aufgesetzt hat: Diesmal handelt es sich um einen mit 4 Messerklingen versehenen Handersatz, der noch bedrohlicher als die Tierkralle scheint. Doch auch hier kann Lee die Oberhand gewinnen, selbst als Han zusätzlich einen Speer als Waffe gegen ihn einsetzt. Dieser Speer wird von ihm im Verlauf des Kampfes in eine Wand gestoßen, die sich als drehbar entpuppt und durch die Han in ein Spiegelkabinett flieht. Hier lauert er Lee auf, der Han vergebens sucht, da ihm die Spiegel jegliche Orientierung rauben. Es gelingt Han ihn zu verletzen, Lee jedoch besinnt sich auf die Worte seines alten Meisters: "Du darfst nicht vergessen, dass der Feind nur Bilder hat und Illusionen, hinter denen er seine wahren Motive versteckt. Zerstöre die Bilder und du besiegst den Feind." Lee zerstört einige Spiegel und kann Han auf den Speer werfen, den dieser vorhin durch die drehbare Wand gestoßen hat.

Draußen sieht man, dass Hans Leute besiegt wurden, die Gefangenen halten sie in Schach. Dennoch gab es auch auf ihrer Seite viele Tote. Roper ist unversehrt, wenn auch vom Kampf gezeichnet. In der letzten Szene sieht man die Ankunft der britischen Hubschrauber.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Die Kampfszenen spielen ob der James-Bond-mäßigen Kriminalgeschichte und verschiedener Nebenerzählungen vor allem in der ersten Hälfte eine weniger große Rolle, als man das bei einem Kung-Fu-Film erwarten würde. Wenn dann aber die Fäuste und Beine fliegen – und so selten ist das nun auch nicht der Fall – ist ästhetischer Genuss garantiert: Die Präsenz der Kampfsportlegende Bruce Lee, raffinierte Kameraeinstellungen, ein wohl dosierter Einsatz von Zeitlupen und die ausgefeilte Choreografie zwingen den Blick des Zuschauers auf die Leinwand – auch wenn gerade nicht Bruce Lee, sondern einer seiner Mitstreiter kämpft. So ist es auch (aber nicht ausschließlich) die perfektionierte Inszenierung der Kämpfe, die Bruce Lees letzten vollständig abgedrehten Film zum Klassiker macht – aus der unüberschaubaren Masse der Kung-Fu-Filme seiner Zeit sticht „Der Mann mit der Todeskralle“ jedenfalls klar heraus.“

Christian Horn, Filmstarts.de[1]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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  • Der Film war die erste chinesisch-amerikanische Koproduktion. Er ist einer von nur zwei Filmen, in denen Lee in der englischen Fassung mit seiner eigenen Stimme zu hören ist.
  • In der Eröffnungssequenz kämpft Bruce Lee gegen den damals noch unbekannten Sammo Hung.
  • Der Schüler Bruce Lees in der Szene im Garten wird vom damals noch unbekannten Stephen Tung Wei gespielt.
  • Jackie Chan hat mehrere kurze Auftritte gegen Ende des Films.
  • In der Szene, in der Bruce Lee gegen O'Hara kämpft, wurde er für den Rückwärtssalto von Yuen Wah gedoubelt.
  • Bruce Lee verletzte Jackie Chan bei den Dreharbeiten versehentlich. Er versprach ihm, ihn dafür bei seinen nächsten Filmen einzusetzen. Da dies aber Lees letzter Film war, wurde daraus nichts.
  • John Saxon kam bei den Dreharbeiten zugute, dass er den schwarzen Gürtel im Karate besitzt.
  • Die Original-Filmmusik auf LP von Lalo Schifrin gehört zu den gesuchtesten Exemplaren auf dem Sammlermarkt.
  • Ein Segment von Kentucky Fried Movie ist eine Parodie auf diesen Film.
  • Der Film wurde von Warner Home Video in einer ungeschnittenen Fassung auf DVD (Special Edition), HD DVD, Blu-ray Disc und UMD veröffentlicht. Die Szenen, die in anderen deutschsprachigen Fassungen fehlten (VHS-Video, Erstauflage der DVD) wurden mit anderen Stimmen nachsynchronisiert.
  • Die Schlussszene, in der Lee gegen Han kämpft, zitiert eine berühmte Szene aus dem Film Die Lady von Shanghai von und mit Orson Welles. Dort kommt es ebenfalls zu einem Showdown in einem Spiegelkabinett, bei dem die zahlreichen Spiegelbilder die Protagonisten verwirren.
  • 2004 wurde Der Mann mit der Todeskralle in das National Film Registry aufgenommen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kritik auf Filmstarts.de