Entre Rios (Guarapuava)

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Entre Rios (deutsch: zwischen Flüssen) ist ein Distrikt der Gemeinde Guarapuava im Bundesstaat Paraná in Brasilien.

Entre Rios, Colônia Samambaia
Entre Rios, typische Architektur
Kindergarten in Entre Rios
Entre Rios, Feld in der Colônia Samambaia

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Distrikt liegt etwa 30 Kilometer südlich von der Stadtmitte. Zudem liegt es an den beiden wichtigsten Flüssen, dem Rio Jordão und dem Pinhão. Ein Hochlandgebiet umschließt den Distrikt, welcher auf einer Höhe von 1.100 Metern über Normalnull liegt.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier gibt es gemäßigtes Klima, das zwei Ernten im Jahr gestattet. Nachtfröste im Winter, anhaltende starke Regenfälle, aber auch teilweise Trockenperioden gefährden jedoch zuweilen den Ertrag der Aussaaten. In den letzten Jahren findet eine deutliche Klimaveränderung durch den "El Ninho" statt. Einmalig bisher z. B. Schneefall am 15. November 2010 (Spätfrühling auf der Südhalbkugel).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten sich im Jahr 1951 donauschwäbische Auswanderer in Entre Rios an. Die „Schweizer Europahilfe“ stellte den etwa 500 Familien (2.466 Personen) einen Betrag von rund 9 Mio. Schweizer Franken für Landkauf, Transporte, Ankauf von Maschinen und Aufbau der Siedlung zur Verfügung. Auch in Brasilien selbst gab es für die Kolonisation Unterstützung. Die insgesamt 7 Transporte wurden von Schweizer Dominikanerschwestern begleitet, die später auch im Bereich des Schul- und Gesundheitswesens von Entre Rios wirkten.

Die Siedlung umfasst fünf Dörfer (Vitoria, Jordaozinho, Cachoiera, Soccoro und Samambaia), deren Bewohner hauptsächlich von der Landwirtschaft leben. Sie sind größtenteils in der Genossenschaft Agrária organisiert, die um die 570 Mitglieder und über 1.000 Mitarbeiter hat. Angebaut wird hauptsächlich Mais, Soja, Weizen, Braugerste und Hafer. Die Siedler gründeten eine eigene Schule (Colegio Imperatiz Donna Leopoldina) sowie ein Krankenhaus und unterhalten ein Heimatmuseum (Museu Histórico de Entre Rios) sowie einen deutschsprachigen Radiosender (Centro Cultural Mathias Leh).

Mittlerweile ist die Genossenschaft Agraria, welcher die meisten Nachfahren der Donauschwaben angehören, der größte Malzproduzent Südamerikas. In den letzten Jahren wird auch der ökologische Anbau in dieser Gegend immer wichtiger.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Gappmaier: Entre Rios. Agrargeographie d. Donauschwabensiedlung in Parana-Brasilien. Salzburg 1987 (Dissertation).
  • Anton Hochgatterer: Entre Rios. Donauschwabensiedlung in Brasilien. Salzburg 1986 (Donauschwaben-Beiträge 84).
  • Entre Rios. Bildbericht einer donauschwäbischen Siedlung in Brasilien. Cooperativa Agrária Mista Entre Rios, Entre Rios 1975.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Koordinaten: 25° 33′ S, 51° 41′ W