Epfach

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Wappen
Venus von Epfach

Koordinaten: 47° 55′ N, 10° 55′ O Epfach, am linken Ufer des Lech gelegen, ist ein Ortsteil der Gemeinde Denklingen im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nähe des heutigen Ortes gab es seit etwa 14 v. Chr. auf dem später Lorenzberg genannten Hügel unmittelbar am Lech eine römische Straßenstation mit etwa 80 Soldaten und Reitern. Diese hatten die Aufgabe, die Kreuzung der Via Claudia mit der alten Salzstraße zu sichern, die von Salzburg kommend hier den Fluss überquerte und dann nach Kempten führte. Es war der bedeutendste Straßenknotenpunkt im südlichen Bayern.

Ab 50 n. Chr. wurde der unnötig gewordene Militärstützpunkt aufgegeben. Das Umland war inzwischen sicher genug. Nun entstand auf der Lechterrasse eine Siedlung, in der sich Handwerker und Händler niederließen. Sie erhielt den Namen Abodiacum.

Im Jahre 233 zerstörten die Alamannen die Siedlung und hinterließen ein Trümmerfeld. Doch schon zwischen 260 und 270 wurde der Lorenzberg wieder besiedelt, aber diesmal aus Angst vor germanischen Überfällen mit einer ringförmigen Umfassungsmauer versehen.

Um 355 wurde die Siedlung erneut von den Alamannen zerstört, jedoch bald wieder von den Römern besiedelt und aufgebaut. Bis 388 waren römische Truppen auf dem Lorenzberg stationiert.

Gedenkstein für die Ortsgeschichte

Um 370/380 wurde auf der höchsten Kuppe des Lorenzberges ein rechteckiger Saalbau mit dreigeteiltem Chorabschluss errichtet, der als christlicher „Gemeindebau“ interpretiert wird. Nach 955 wurde eine größere Kirche, St. Lorenz, erbaut, zum Teil über dem ältesten Gotteshaus aus dem 4. Jahrhundert.

Das ehemalige Ortswappen zeigt eine römische Öllampe gemeinsam mit dem goldenen Christogramm.

Heute liegt der Ort am Fernradweg, der als Via Claudia Augusta entlang der gleichnamigen antiken Römerstraße verläuft.

Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde, die zum Landkreis Schongau gehörte, in die Gemeinde Denklingen eingegliedert.[1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das kleine Museum Abodiacum im ehemaligen Spritzenhaus der Feuerwehr mit Fundstücken aus der Römerzeit, zwei Modellen und Wandtafeln mit Beschreibungen der historischen Zeit
  • Kapelle St. Lorenz auf dem gleichnamigen Berg
  • Ein römisches Brunnenhaus Nymphäum in der Nähe der Schule
  • Eine bronzene Statue des St. Lorenz mit Gedenktafel auf der Lechbrücke
  • Katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Fischer: 2000 Jahre Epfach. Beiträge zur Ortsgeschichte. Epfach 1986.
  • Günter Ulbert: Der Lorenzberg bei Epfach. Die frührömische Militärstation. Münchner Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte. Band 9. Beck, München 1965.
  • Joachim Werner (Hrsg.): Studien zu Abodiacum – Epfach. Münchner Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte. Band 7. Beck, München 1964.
  • Joachim Werner: Der Lorenzberg bei Epfach. Die spätrömischen u. frühmittelalterlichen Anlagen. Münchner Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte. Band 8. Beck, München 1969.
  • Anton Huber, Martha Ikier, Bruno Ikier: Epfach in alten Photographien. EOS-Druckerei, St. Ottilien 1998.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 492.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Epfach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien