Epistulae ex Ponto

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Epistulae ex Ponto („Briefe vom Schwarzen Meer“) ist eine Sammlung von 46 in elegischen Distichen gehaltenen „Briefen“ des römischen Dichters Ovid, die sich über vier Bücher verteilen. Ovid verfasste sie in den Jahren 12 bis 17 n. Chr. während seines Exils am Schwarzen Meer. Sie sind die Fortsetzung der Tristien und enthalten in etwa dieselben Motive: Beschrieben werden die Härten des Exils verbunden mit der Bitte um Gnade. Von den Tristien unterscheiden sie sich in der konkreten Adressierung an Personen aus dem Umfeld des Kaisers Augustus, insbesondere an Germanicus. Der Ton der Briefe ist konzilianter als in den Tristien und drückt eine gewisse Zuneigung gegenüber den Einwohnern von Tomis aus. Getragen sind die Briefe von einem melancholischen Grundton. Von Bedeutung sind die Briefe insbesondere für die Kenntnis der Lebensumstände in Scythia Minor während Ovids Zeit.

Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alexander Podossinov: Ovids Dichtung als Quelle für die Geschichte des Schwarzmeergebiets. Universitäts-Verlag Konstanz, Konstanz 1987, ISBN 3-87940-249-3.
  • Burkard Chwalek: Die Verwandlung des Exils in die elegische Welt. Studien zu den Tristia und Epistulae ex Ponto Ovids. Lang, Frankfurt u.a. 1996, ISBN 3-631-49403-3.
  • Karin Florian: Ovids Jahre am Pontus. Eine diachronische Analyse der Tristien und Epistulae ex Ponto als ein frühes Beispiel europäischer Exilliteratur. Studien-Verlag, Innsbruck u.a. 2007, ISBN 978-3-7065-4229-6.