Ercan Karacayli

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ercan Karacayli

Ercan Karacayli (türkisch Ercan Karaçaylı; * 15. August 1967[1] in Istanbul, Türkei) ist ein deutsch-türkischer Schauspieler und Regisseur.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karacayli wuchs in München und in Nürnberg auf, wo er auch zur Schule ging. Er absolvierte von 1991 bis 1994 eine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München.

Es folgten Theaterengagements, zunächst in kleineren Rollen, unter anderem an den Münchner Kammerspielen, am Theater Erlangen und später am Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg. 1995 und 1996 spielte er an der Schauburg in München in den Kinderstücken Bremer Wind und Die fürchterlichen Fünf.[2][3] 1998 gründete er eine eigene Schauspielklasse, mit der er erste eigene Regiearbeiten realisierte.

Seit 2001 wirkte er als Schauspieler in mehreren Theaterproduktion in der Nürnberger Tafelhalle mit. 2001 spielte er bei einer Produktion des Theaters „Die Bühne“ in Nürnberg an der Seite von Kammersänger Richard Salter die Rolle des Famulus Fabius in dem Opernschauspiel Rembrandt.[4] 2002 trat er am Stadttheater Luzern in einer Inszenierung der Tragödie Bluthochzeit von Federico García Lorca auf. Beim 4. Festival für neue Dramatik Stück für Stück zum Glück inszenierte er 2006 am Theater Halle 7 in München die Stücke Jeder seines Glückes Schmied und Im Park.[5] Seit 2007 gehört er zum Leitungsteam des Theaters Halle 7.[6] 2007 inszenierte er dort die Stücke Nicht in den Mund von Simona Sabato (mit Ariane Erdelt als Gabi) und auf dem 5. Festival für neue Dramatik das Theaterstück Bier für Frauen von Felicia Zeller.[7] In der Spielzeit 2011/12 trat Karacayli am Stadttheater Fürth in dem Theaterstück Metzgerei Boggnsagg – Hirn reloaded auf; er übernahm darin die Rollen des Türken Mehmet und des Shopping-Mall-Managers Herr Limburger.[8][9]

Seit Ende der 1990er Jahre war Karacayli auch in mehreren deutschsprachigen Fernsehproduktionen zu sehen. Er übernahm dabei mehrere durchgehende Serienrollen, Episodenrollen und Gastrollen. Bekannt wurde Karacayli 2003 insbesondere durch seine Rolle des homosexuellen Charakters Bülent Erdogan in der ARD-Fernsehserie Marienhof, der sich in die Serienfigür Sülo verliebt, wobei er die erste schwule Kuss-Szene zwischen zwei türkischen Männern im deutschen Fernsehen spielte.[10] Ab 2004 spielte er die Rolle des Ahmed in der Fernseh-Polizistenserie München 7 von Franz Xaver Bogner, die für den Bayerischen Rundfunk produziert wurde. 2008 spielte er den Polizisten Alexis in dem Fernsehfilm Griechische Küsse. 2009 und 2010 übernahm er an der Seite von Gisela Schneeberger und Jule Ronstedt die Rolle des attraktiven Bademeisters und Liebhabers Hakan in der ebenfalls vom Bayerischen Rundfunk produzierten und für den Grimme-Preis nominierten Fernsehserie Franzi.[11][12]

Im Tatort: Die Sonne stirbt wie ein Tier (Erstausstrahlung: Januar 2015) hatte er eine Rolle als Rechtsanwalt Konstantin Yildiz. Im Tatort: Sturm (Erstausstrahlung: April 2017) spielte er Günsay, den Chef des Polizei-SEK. In der 6-teiligen, ab Mai 2017 im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlten Fernsehserie Hindafing verkörperte er den türkischstämmigen Dorfpolizisten und alleinerziehenden Vater Erol Yildirim, der in die Geschehnisse rund um Korruption in einer fiktiven bayerischen Gemeinde verwickelt wird.

Karacayli spielte auch in einigen Kinofilmen und Kurzfilmen, unter anderem in Bach und Bouzouki (2006), Ayla (2008) und Almanya – Willkommen in Deutschland (2011).

Karacayli ist Vater eines Sohnes und lebt in München.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ercan Karacayli Karacaylis Einträge bei seiner Agentur und bei www.kinotv.com geben übereinstimmend 1967 als Geburtsjahr an. Die Filmdatenbank www.imdb.com und der Bayerische Rundfunk nennen dagegen 1970 als Geburtsjahr.
  2. Bremer Wind (Memento des Originals vom 4. Januar 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schauburg.net Webseite der Schauburg München mit Hintergrundinformationen
  3. Die fürchterlichen Fünf (Memento des Originals vom 21. September 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schauburg.net. Webseite der Schauburg München mit Hintergrundinformationen
  4. Rembrandt, platt in Nürnberg. Aufführungskritik. In: Die WELT vom 2. Mai 2001
  5. Theater Halle 7 (Memento des Originals vom 27. Dezember 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.inkunst.de. (PDF; 1,1 MB) Konzept, Inszenierungen und Biografien
  6. Spielen im Kartoffelsilo. Münchner Merkur vom 24. Mai 2007
  7. Ercan Karacayli (Memento des Originals vom 26. Juni 2009 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.inkunst.de. Vita bei www.inkunst.de
  8. Boggnsagg hebt ab. Vorbericht in: Nordbayerische Nachrichten vom 30. Dezember 2011
  9. Der Mensch lebt nicht von der Wurst allein. Premierenkritik. In: Nordbayerische Nachrichten vom 30. Dezember 2011
  10. Hamam-Busserl im Marienhof. Queer.de vom 23. September 2003
  11. Ercan Karacayli als Hakan. Porträt auf der Homepage des Bayerischen Rundfunks
  12. Franzi (Memento vom 25. Januar 2011 im Internet Archive) Vita Ercan Karacayli, Online-Publikation des Bayerischen Rundfunks, S. 25