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Erdöl/Tabellen und Grafiken

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Entwicklung des weltweiten Energieverbrauchs nach Energieträger

Hier werden Tabellen und Grafiken mit genauen Angaben zum Thema Erdöl dargestellt.

Nach dem Einbringen der Bohrung in eine ölführende Lagerstätte und dem Ausfördern der Bohrspülung fließt das Öl aufgrund des natürlichen Lagerstättendruckes zu den Förderbohrungen und gelangt eruptiv an die Erdoberfläche.

Bei schlechten Lagerstättenbedingungen, wie schnell abfallender innerer Druck oder großer Fließwiderstand in der Lagerstätte, kommt die Eruptivförderung häufig schnell zum Stillstand.

Als einfachste Maßnahme zur Erhaltung der Förderleistung werden Tiefpumpen eingesetzt.

Diese Phasen der Ölförderung eines Feldes bezeichnet man als Primärförderung. Mit der Primärförderung können im Durchschnitt 5 – 10 % des ursprünglich in der Lagerstätte vorhandenen Öls gefördert werden.

Im Jahr 2022 wurden von den weltweit 40 größten Förderländern 4.407 Millionen Tonnen Erdöl gefördert (2011: 4.008 Millionen Tonnen, 2016: 4.377 Millionen Tonnen).

Die bedeutendsten Förderländer waren:

Diese Länder hatten zusammen einen Anteil von 54 Prozent an der Weltförderung. Nennenswerte Fördergebiete in Europa befinden sich in Norwegen und Großbritannien.

Die Höchststände der Erdölförderung liegen bei zwei der fünf größten Produzenten bereits einige Jahrzehnte zurück. Russland förderte 1987 mit 569,5 Millionen Tonnen (Sowjetunion 1987 = 625,2 Millionen Tonnen) die höchste Menge der Geschichte und der Iran 1974 mit 303,2 Millionen Tonnen den eigenen Höchststand.

Die förderfähigen Reserven einschließlich Ölsand und Schweröl wurden von British Petrol (BP) 2016 auf weltweit 240,7 Milliarden Tonnen geschätzt. Davon entfielen 17,4 % auf Venezuela, 15,6 % auf Saudi-Arabien und 10,0 % auf Kanada.

2016 wurden weltweit 4.418 Millionen Tonnen Erdöl verbraucht. Den größten Anteil am Verbrauch hatten die USA mit 19,5 %, die Volksrepublik China mit 13,1 % und Indien mit 4,8 %. Die weltweit exportierte Menge betrug 2.228 Millionen Tonnen.

Den größten Anteil am Export hatten Saudi-Arabien (17,1 %), Russland (11,4 %) und der Irak (8,5 %). Die größten Importeure waren die USA (17,1 %), die Volksrepublik China (16,5 %) und Indien (9,4 %).[1][2]

In Deutschland wurden 2011 insgesamt 2,7 Millionen Tonnen Erdöl gefördert (2010: 2,5 Millionen Tonnen).[3][4] Das sind 33,8 % der Fördermenge des Jahres 1968, als die deutsche Erdölförderung mit 8,0 Millionen Tonnen ihren Höchststand erreichte. Laut Energiestudie 2010 der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe lagen die zu gegenwärtigen Preisen und mit der heutigen Fördertechnologie gewinnbaren deutschen Erdölreserven 2010 bei insgesamt 41 Millionen Tonnen. Die wirtschaftlich und technisch nicht förderbaren, sowie nicht nachgewiesenen, aber geologisch möglichen Erdölressourcen betrugen 20 Millionen Tonnen. In Südhessen werden im Jahr 2023 Untersuchungen an einem neu entdeckten Erdölfeld vorgenommen.[5]

Da seit den 1980er-Jahren weltweit mehr Erdöl verbraucht als gefunden wird, sind auch die Zeitangaben problematisch, die besagen, dass unter derzeitigen Voraussetzungen – das heißt bei unverändertem Verbrauch (statische Reichweite) – die Erdölreserven einschließlich Ölsand und Schwerstöl 2011 noch für 56 Jahre reichen werden. Zudem ist dies irreführend, da der tägliche Erdölverbrauch im Laufe der letzten Jahrzehnte beständig gestiegen ist und sich dieser Trend durch das große Wirtschaftswachstum, vor allem der Volksrepublik China und Indiens verstärkt hat. Des Weiteren ist es nach Ansicht von Experten unwahrscheinlich, dass in Zukunft noch größere Ölfelder gefunden werden, die den Bedarf decken könnten. Andere Erdölvorkommen wie Ölsand würden zwar noch länger reichen, erfordern aber einen viel höheren Energieaufwand beim Abbau. Auf der anderen Seite haben sich die Staaten darauf geeinigt, dass innerhalb der nächsten Jahrzehnte auf regenerative Energien umgestellt wird. Vor diesem Hintergrund dürften die Reserven noch unendlich lange halten.

Förderung in Millionen Tonnen[6]
Land19701980199020002010 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022Anteil
in %
2022
 Kanada70,183,392,8125,1160,6 216,1 218,8 236,6 257,7 263,5 252,0 266,6 274,0 6,2
 Mexiko24,2107,2145,2170,3145,6 127,7 121,5 109,6 102,4 95,0 95,1 96,5 97,7 2,2
 Vereinigte Staaten533,5480,2416,6347,6333,1 567,1 542,6 574,3 669,7 751,2 713,3 715,2 759,5 17,2
 Argentinien20,025,325,441,333,3 30,0 28,6 27,2 27,5 28,8 27,7 29,1 32,8 0,7
 Brasilien8,89,934,167,1111,6 132,2 136,7 142,6 140,6 151,2 159,3 156,9 163,1 3,7
 Kolumbien11,86,823,436,341,4 53,0 46,8 45,0 45,6 46,7 41,3 38,8 39,7 0,9
 Ecuador0,211,015,521,626,1 29,1 29,5 28,5 27,7 28,5 25,8 25,3 25,8 0,6
 Peru3,910,26,85,27,3 6,5 5,8 5,7 5,9 6,1 5,5 5,3 5,4 0,1
 Venezuela197,2117,3117,8160,3145,8 147,6 132,6 113,6 84,3 52,7 33,6 34,4 37,3 0,8
 Norwegen25,082,1160,198,6 87,6 90,3 88,9 83,3 79,8 92,1 93,9 89,0 2,0
 Vereinigtes Königreich0,280,591,6126,263,0 45,3 47,4 46,6 50,9 51,8 49,0 40,9 36,2 0,8
 Aserbaidschan12,514,151,3 42,0 41,4 39,1 39,2 38,0 35,0 35,3 33,3 0,8
 Kasachstan25,835,379,7 79,5 78,0 86,2 90,4 90,6 85,7 85,9 84,1 1,9
Russland bzw. UdSSR353,0603,2515,9326,7512,3 544,6 558,5 558,5 567,9 573,4 524,4 538,8 548,5 12,4
 Turkmenistan5,77,311,1 13,2 13,2 13,1 12,5 12,2 10,4 11,6 11,6 0,3
 Iran192,674,2162,8191,7212,0 180,2 216,1 231,9 219,6 158,6 144,4 168,8 176,5 4,6
 Irak76,3131,1105,3128,8120,8 195,6 217,6 222,4 227,0 234,2 202,0 200,8 221,3 5,0
 Kuwait151,886,846,8109,9123,4 148,2 152,7 145,0 146,8 143,4 131,2 129,9 145,7 3,3
 Oman16,414,134,247,042,2 48,0 49,3 47,6 47,8 47,3 46,1 46,8 51,4 1,2
 Katar18,123,721,140,270,9 77,4 77,6 74,8 75,1 72,3 71,7 72,8 74,1 1,7
 Saudi-Arabien192,2509,8342,6438,5463,3 568,0 586,7 559,3 576,8 556,6 519,6 515,0 573,1 13,0
 VAE37,883,893,2121,5134,2 175,1 181,6 174,9 176,0 179,9 165,9 163,4 181,1 4,1
 Algerien48,351,558,466,873,8 67,2 68,4 66,6 65,3 64,3 57,6 58,2 63,6 1,4
 Angola5,17,423,436,988,9 88,2 85,8 81,6 74,1 69,1 64,6 57,1 57,8 1,3
 Tschad............6,4 5,8 6,1 5,2 6,1 6,7 6,6 6,1 6,5 0,1
 Republik Kongo0,03,28,013,516,0 11,9 11,9 13,8 16,9 17,2 15,8 14,0 13,8 0,3
 Ägypten16,429,845,538,935,0 35,4 33,8 32,2 32,8 31,8 31,1 29,6 29,9 0,7
 Äquatorialguinea5,714,5 12,1 10,3 9,0 8,1 7,4 7,4 6,1 5,5 0,1
 Gabun5,48,913,513,811,6 10,7 11,0 10,5 9,7 10,9 10,4 9,0 9,5 0,2
 Libyen159,588,367,269,584,6 20,5 19,3 43,8 54,9 57,8 20,0 59,6 51,0 1,2
 Nigeria53,4101,787,5106,5122,0 105,7 91,3 94,4 96,3 101,1 88,4 78,4 69,0 1,6
 Südsudan 7,3 6,8 7,3 7,1 8,4 8,1 7,5 6,9 0,2
 Australien8,721,830,337,124,6 16,8 15,4 13,9 14,7 19,3 19,1 18,4 17,5 0,4
 Brunei6,7 11,7 7,4 9,5 8,4 6,2 5,9 5,5 5,4 5,9 5,4 5,2 4,5 0,1
 Volksrepublik China30,7106,0138,3162,6203,0 214,6 199,7 191,5 189,3 191,6 194,8 198,9 204,7 4,6
 Indien6,89,434,234,241,2 41,2 40,6 40,4 39,5 37,5 35,1 34,0 33,0 0,7
 Indonesien43,179,074,471,848,6 40,6 42,6 40,9 39,5 38,2 36,4 33,8 31,4 0,7
 Malaysia0,913,229,533,633,1 32,2 33,3 32,9 32,5 30,6 28,3 26,0 25,5 0,6
 Thailand2,47,115,2 17,6 18,1 17,6 17,0 16,9 15,1 14,1 11,6 0,3
 Vietnam2,716,515,3 17,2 15,5 13,9 12,4 11,4 10,0 9,5 9,3 0,2
 Deutschland[7] 7,54,63,63,12,5 2,4 2,3 2,2 2,0 1,9 1,8 1,8 k. A. k. A.
Welt2.358,93.091,13.157,93.598,03.978,1 4.364,8 4.377,0 4.384,9 4.487,6 4.479,2 4.175,5 4.229,8 4.407,2100,0

Für die Jahre 2020, 2016 und weitere gibt BP unterschiedliche Werte an.[8][9] Ebenso gibt es Abweichungen zwischen dem Statistical Review of World Energy 2021 (70. Ausgabe)[10] und Statistical Review of World Energy 2022, 71. Ausgabe.[11] Die Angaben in der Zeile „Welt“ sind nicht übereinstimmend mit der Aufsummierung der Spalten, da Länder mit kleineren Fördermengen hier nicht aufgeführt sind.

Die farblich hinterlegten Daten geben die maximale Förderung bezogen auf diese Tabelle an (höchster Wert in jeder Zeile).

Entwicklung der weltweiten Fördermenge von 1965 bis 2007
Weltförderung in Millionen Tonnen[6]
Jahr

Prod.

Jahr

Prod.

Jahr

Prod.

Jahr

Prod.

Jahr

Prod.

Jahr

Prod.

Jahr

Prod.

Jahr

Prod.

Jahr

Prod.

Jahr

Prod.

1965

1.567,6

1966

1.702,2

1967

1.826,2

1968

1.992,3

1969

2.144,5

1970

2.358,9

1971

2.493,6

1972

2.635,4

1973

2.875,8

1974

2.882,2

1975

2.737,6

1976

2.974,3

1977

3.078,1

1978

3.016,1

1979

3.237,6

1980

3.091,1

1981

2.913,0

1982

2.797,8

1983

2.762,0

1984

2.816,2

1985

2.791,5

1986

2.929,4

1987

2.936,2

1988

3.061,7

1989

3.098,7

1990

3.157,9

1991

3.149,4

1992

3.195,0

1993

3.190,5

1994

3.234,7

1995

3.279,1

1996

3.366,4

1997

3.441,4

1998

3.528,3

1999

3.448,4

2000

3.598,0

2001

3.597,8

2002

3.554,4

2003

3.712,2

2004

3.898,1

2005

3.931,5

2006

3.966,5

2007

3.958,4

2008

4.000,4

2009

3.900,8

2010

3.978,1

2011

4.008,8

2012

4.120,5

2013

4.126,1

2014

4.222,9

2015

4.364,8

2016

4.377,0

2017

4.384,9

2018

4.487,6

2019

4.479,2

2020

4.175,5

2021

4.229,8

2022

4.407,2

2023

--

2024

--

Ölfördermaximum

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Der Zeitpunkt der maximalen Förderrate, das Ölfördermaximum, eines Landes lässt sich mit Gewissheit erst mehrere Jahre nach ihrem Auftreten bestimmen. Der Höhepunkt der Erdölförderung liegt bei sechs der zehn größten Produzenten bereits einige Jahre oder Jahrzehnte zurück. Z. B. erreichte Kanada 1973 den Höhepunkt der klassischen Erdölförderung und produzierte 2010 bereits 51 % des gesamten Erdöls aus Ölsand.[12] Neben dem Ölfördermaximum von Staaten wird die Frage nach dem globalen Fördermaximum (Peak Oil) öffentlich intensiv diskutiert. Bisher war das Fördermaximum der 40 größten Förderländer im Jahr 2018.

Unternehmensanteile an Fördermenge

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In der folgenden Tabelle aufgeführt sind die Unternehmen mit der größten Förderung in Millionen Tonnen und deren Anteil an der Weltförderung in Prozent.

Förderung in Millionen Tonnen (2007)[13]
RangUnternehmenLandFörderungAnteil
in %
1.Saudi Aramco Saudi-Arabien422,110,9
2.National Iranian Oil Company Iran194,35,0
3.PEMEX Mexiko153,03,9
4.Petróleos de Venezuela Venezuela144,23,7
5.ExxonMobil Vereinigte Staaten130,83,4
6.BP Vereinigtes Königreich120,73,1
7.ADNOC VAE115,23,0
8.PetroChina Volksrepublik China114,12,9
9.Nigerian National Petroleum Nigeria107,62,8
10.Kuwait Petroleum Kuwait107,32,8
11.Iraq National Oil Irak103,32,7
12.Rosneft Russland101,72,6
13.Egyptian General Petroleum Ägypten99,72,6
14.Lukoil Russland96,62,5
15.Petrobras Brasilien95,32,5
16.Royal Dutch Shell Niederlande
 Vereinigtes Königreich
90,32,3
17.Chevron Vereinigte Staaten87,82,3
18.National Oil Corporation Libyen84,42,2
19.Sonangol Angola84,22,2
20.Total Frankreich75,51,9

Raffineriekapazität nach Ländern

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Anteile an der weltweiten Raffineriekapazität im Jahr 2004 (10 größte Raffineure)

In der folgenden Tabelle aufgeführt sind die größten Raffineure in Millionen Tonnen und deren Anteil an der weltweiten Raffineriekapazität in Prozent.

Kapazität in Millionen Tonnen (2008)[14]
RangLandKapazitätAnteil
in %
1. Vereinigte Staaten869,020,1
2. Volksrepublik China370,08,6
3. Russland271,46,3
4. Japan234,55,4
5. Südkorea130,33,0
6. Deutschland117,82,7
7. Italien116,92,7
8. Indien112,82,6
9. Saudi-Arabien104,02,4
10. Kanada101,52,3
11. Frankreich99,32,3
12. Brasilien95,42,2
13. Vereinigtes Königreich92,92,1
14. Malaysia92,92,1
15. Mexiko77,01,8
16. Iran72,61,7
17. Taiwan64,51,5
18. Venezuela64,11,5
19. Spanien63,61,5
20. Niederlande60,41,4
Welt4.326,0100,0

Reserven nach Ländern

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Verteilung der weltweiten Erdölreserven, Kanada einschließlich Ölsande

Unter Reserven versteht man die zu gegenwärtigen Preisen und mit heutigen Fördertechnologien gewinnbare Menge an Rohstoffen. Unterschieden wird nach

  • konventionelle Reserven: fließfähiges Erdöl in einer Lagerstätte mit einem API-Grad höher als 10°, beispielsweise Schweröl, Leichtöl, Kondensat
  • nichtkonventionelle Reserven: in der Lagerstätte bedingt oder nicht fließfähig, mit einem API-Grad geringer als 10°, beispielsweise Schwerstöl, Ölsand (Bitumen, Asphalt), Ölschiefer

Nach Angaben von BP waren 2017 die fünf Länder mit den größten Ölreserven:

Venezuela hat Saudi-Arabien an der Spitze der Ölländer abgelöst und ist nun der Staat mit den größten nicht sicher wirtschaftlich förderbaren nachgewiesenen sulfidreichen Teeren der Welt, bei real fallender Förderung seit 2000, wobei sich Exxon und Statoil schon längst zurückgezogen[15] haben. Nach Angaben der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) verfügt das südamerikanische Land über Vorkommen von 296,5 Milliarden Barrel (1 Barrel = 159 Liter), der bisherige Spitzenreiter Saudi-Arabien kann auf 264,5 Milliarden Barrel zurückgreifen.

Bei Venezuela wurden die Reserven von Schwerstöl und bei Kanada die Reserven von Ölsand zu den Gesamtreserven hinzugerechnet. Allerdings ist die Gewinnung aus Ölsand wegen finanzieller, energetischer und ökologischer Probleme nicht äquivalent zur Förderung von konventionellem Erdöl und die Hinzurechnung daher kritisch zu betrachten.

Es wurde 2011 vorausgesagt, dass die Erdölreserven von 216,9 Milliarden Tonnen einschließlich Ölsand (26,9 Milliarden Tonnen) und Schweröl (21,2 Milliarden Tonnen) rechnerisch noch 56 Jahre den Weltverbrauch decken können. Die Tatsache, dass ähnliche, nicht eingetretene Vorhersagen bereits in der Vergangenheit getroffen wurden, hat den Begriff Erdölkonstante hervorgebracht. Kritiker dieser Angaben weisen allerdings darauf hin, dass die Zahlen häufig aus politischen Gründen verfälscht wurden. Zudem melden viele Länder jährlich dieselben Zahlen, obwohl sie gleichzeitig große Mengen Erdöl fördern; die Zahlen werden also oft nicht angepasst.

Von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe werden die Reserven von den Ressourcen unterschieden. Die Bedeutung der beiden Begriffe ist in den verschiedenen Sprachen so unterschiedlich, dass ein konsequenter Gebrauch des Begriffs Reserve fast unmöglich ist. Im Deutschen bezeichnet er meistens den Teil einer Ressource, dessen Abbau nach dem heutigen Stand der Technik wirtschaftlich ist. Bei steigenden Weltmarktpreisen können so aus Lagerstätten Reserven werden, und umgekehrt. Bei Ressourcen hingegen handelt es sich um Vorkommen, die zwar nachweislich vorhanden sind, aber gegenwärtig noch nicht wirtschaftlich gefördert werden können. Im Deutschen überschneidet sich der Begriff der Ressource mit dem des Vorkommens.

In der folgenden Tabelle aufgeführt sind die Länder mit den größten angegebenen Erdölreserven, einschließlich Schieferöl, Ölsand und Schwerstöl in Millionen Tonnen.

Reserven in Millionen Tonnen
LandReserven

2016

Reserven

2020[16]

 Venezuela47.000 47.385
 Saudi-Arabien36.600 39.617
 Kanada27.600 26.554
 Iran21.800 21.675
 Irak20.600 19.730
Russland15.000 14.767
 Kuwait14.000 13.810
 VAE13.000 13.306
 Libyen6.300 6.580
 Vereinigte Staaten5.800 8.493
 Nigeria5.000 5.019
 Kasachstan3.900 4.082
 Katar2.600 3.435
 Volksrepublik China2.500 3.542
 Brasilien1.800 1.622
 Norwegenk. A. 1.057
 Angola1.600 1.050
 Algerien1.500 1.660
 Ecuador1.200 1.126
 Mexiko1.100 k. A.
 Aserbaidschan1.000 952
...
 Deutschland32 18
Welt240.700 245.180

Ressourcen nach Ländern

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Als Ressourcen wird die nachgewiesene Menge der Rohstoffe definiert, die derzeit technisch und/oder wirtschaftlich nicht gewonnen werden kann sowie die nicht nachgewiesene, aber geologisch mögliche, zukünftig gewinnbare Menge einer Rohstoff-Lagerstätte.

In der folgenden Tabelle aufgeführt sind die Länder mit den größten Erdölressourcen, einschließlich Schieferöl, Ölsand, Schwerstöl und Ölschiefer in Millionen Tonnen.

Ressourcen in Millionen Tonnen
LandRessourcen

2016[2]

Ressourcen

2020[16]

Ressourcen

2022[16]

 Vereinigte Staaten117.768 117.768 117.768
 Kanada57.117 57.170 29.078
 Venezuela48.820 46.820 46.820
Russland40.078 84.799 113.014
 Volksrepublik China29.001 29.001 26.071
 Brasilien15.206 15.206 15.206
 Kasachstan12.933 12.933 12.933
 Saudi-Arabien11.800 11.800 11.800
 Iran7.200 7.200 7.200
 Irak6.320 6.320 6.320
 Nigeria5.378 5.378 5.378
 Angola5.095 5.095 5.095
 Mexiko4.760 4.760 4.760
 Libyen4.750 4.750 4.750
 Argentinien4.184 4.183 4.183
 VAE4.164 4.160 4.160
 Australien4.055 13.785 13.791
 Indonesien3.572 3.752 3.572
 Grönland3.500 3.500 3.500
 Marokko2.607 2.607 2.607
...
 Deutschland240 240 240
Welt447.874 501.176 498.312

Verbrauch nach Ländern

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In der folgenden Tabelle aufgeführt sind die Länder mit dem größten Verbrauch an Erdöl in Millionen Tonnen und deren Anteil am weltweiten Verbrauch in Prozent.

Verbrauch in Millionen Tonnen
LandVerbrauch

2017[1]

Verbrauch

2020[16]

Anteil in %

2020

 Vereinigte Staaten987,1 902,321,3
 Volksrepublik China595,5 669,215,7
 Indien221,8 213,15,0
 Japan179,1 132,03,1
 Saudi-Arabien161,1 150,03,5
Russland147,8 146,33,5
 Brasilien139,6 106,82,5
 Südkorea127,8 119,52,8
 Deutschland112,5 93,72,2
 Kanada103,6 98,12,3
 Mexiko95,7 78,61,9
 Iran90,4 84,12,0
 Frankreich80,4 70,61,7
 Singapur74,8 69,51,6
 Indonesien73,7 64,31,5
 Vereinigtes Königreich69,5 51,81,2
 Thailand60,9 k. A.--
 Spanien58,3 48,71,1
 Italien57,6 50,71,2
 Australien49,9 44,71,1
 Türkeik. A. 43,41,0
Welt4.593,1 4.240,3100,0

Export nach Ländern

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Aufgeführt sind die größten Erdölexporteure in Millionen Tonnen und deren Anteil am Exportmarkt in Prozent.

Export in Millionen Tonnen
LandExport

2017[17]

Export

2020[16]

Anteil in %

2020

 Saudi-Arabien346,3 334,515,7
Russland256,7 232,410,9
 Irak188,8 170,38,0
 Kanada175,7 189,38,9
 VAE118,1 120,15,7
 Iran105,5 k. A.--
 Kuwait99,8 90,74,3
 Nigeria89,9 93,34,4
 Venezuela79,3 24,21,1
 Angola78,3 60,62,9
 Norwegen77,4 83,83,9
 Kasachstan68,1 70,43,3
 Mexiko58,3 56,82,7
 Brasilien56,0 68,13,2
 Vereinigte Staaten55,5 158,17,4
 Oman39,8 42,72,0
 Libyen39,3 k. A.--
 Vereinigtes Königreich36,7 38,01,8
 Aserbaidschan33,0 28,41,3
 Katark. A. 26,9 1,3
 Kolumbienk. A. 25,0 1,2
 Algerien31,4 21,81,0
 Deutschland <0,05 <0,05
Welt2.254,8 2.124,3100,0

Import nach Ländern

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808590951001051101151990199520002005201020152020Rohölimporte (Mt)
Jährliche Rohölimporte der Bundesrepublik Deutschland[18]
Jährliche Rohölimporte der Bundesrepublik Deutschland
2019201820172016201520142013201220112010
85,82547684,83522689,98595391,75261990,35734987,53538593,03340692,76197987,94854891,292311
2009200820072006200520042003200220012000
97,375178105,579353105,378700109,229586114,505713112,609905111,333278104,353298104,627025105,007713
19991998199719961995199419931992
103,571607107,89156399,095547102,990127100,327508106,84426699,44582497,308755
Jährliche Rohölimporte[19]
JahrTonnen1 000 EuroEuro / Tonne
202478 387 96344 702 073570,27
202372 957 53342 694 870585,2
202287 409 53859 959 870685,96
202179 378 01334 161 067430,36
202084 659 66124 030 900283,85
201985 823 71536 372 149423,8
201884 835 22638 167 376449,9
201789 985 95332 051 259356,18
201691 752 61925 967 242283,01
201590 357 34932 821 145363,24
201487 535 38549 456 790564,99
201393 033 40656 992 623612,6
201292 761 97959 724 713643,85
201187 948 54851 219 582582,38
201091 292 31139 699 879434,87
200997 375 17830 539 371313,63
2008105 579 35353 370 588505,5
2007105 378 70039 987 958379,47
2006109 229 58641 407 976379,09
2005114 505 71335 203 536307,44
2004112 609 90524 991 359221,93
2003111 333 27821 336 245191,64
2002104 353 29819 854 232190,26
2001104 627 02521 356 288204,12
2000105 007 71323 793 224226,59
1999103 571 60712 574 346121,41
1998107 891 5639 389 66087,03
199799 095 54712 668 469127,84
1996102 990 12712 263 215119,07
1995100 327 5089 542 04595,11
1994106 844 26610 556 30898,8
199399 445 82410 629 923106,89
199297 308 75511 230 844115,41

Aufgeführt sind die größten Erdölimporteure in Millionen Tonnen und deren Anteil am Import in Prozent.

Import in Millionen Tonnen
LandImport

2017[1][2]

Import

2020[16]

Anteil in %

2020

 Volksrepublik China420,0 540,025,4
 Vereinigte Staaten392,9 292,513,8
 Indien217,1 203,99,6
 Japan187,6 123,15,8
 Südkorea152,1 133,46,3
 Deutschland90,7 82,73,9
 Italien66,5 50,42,4
 Spanien65,9 54,92,6
 Singapur58,0 46,12,2
 Frankreich57,3 33,21,6
 Niederlande54,2 49,62,3
 Vereinigtes Königreich46,5 37,41,8
 Taiwan42,5 36,71,7
 Thailand42,3 40,41,9
 Kanada35,2 27,91,3
 Belgien34,3 27,41,3
 Griechenland29,1 27,21,3
 Türkei25,9 29,51,4
 Polen25,3 25,21,2
 Schweden20,6 19,60,9
Welt2.340,9 2.123,1100,0
  • United Nations: Energy Statistics Yearbook, 1952 ff.
  • Fischer-Taschenbuch-Verlag: Fischer-Weltalmanach. Zahlen-Daten-Fakten , 1960 ff.
  • Harenberg-Lexikon-Verlag: Aktuell. Das Jahrbuch Nr. 1, 1984 ff.
  • Deutscher Taschenbuch-Verlag: dtv-Jahrbuch. Zahlen-Daten-Analysen, 2003 ff.

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe: Energiestudie 2018
  2. 1 2 3 BGR Energiestudie 2017. (PDF) Abgerufen am 23. Dezember 2017.
  3. Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung e. V.: Erdölförderung nach Bundesländern (Memento vom 15. Juni 2010 im Internet Archive)
  4. Martina Altmann: Erdölförderung nach Bundesländern. In: BVEG. 30. März 2022, abgerufen am 16. März 2023 (deutsch).
  5. hessenschau de, Frankfurt Germany: Neues Erdöl-Vorkommen in Südhessen übertrifft alle Erwartungen. 21. August 2023, abgerufen am 9. September 2023 (deutsch).
  6. 1 2 Energy Institute: Home. Abgerufen am 9. September 2023 (britisches Englisch)., Excel-Datei, dort auch Daten aus weiteren Jahren abrufbar.
  7. Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie, Niedersachsen (Hrsg.): Die Erdölförderung Deutschlands von 1874 bis 2021. Hannover (niedersachsen.de [PDF; 12,7 MB; abgerufen am 26. August 2022]).
  8. bp Statistical Review of World Energy July 2021 – all data, 1965–2020, Excel-Tabelle, abgerufen am 23. August 2022.
  9. bp Statistical Review of World Energy June 2022 – all data, 1965–2021, Excel-Tabelle, abgerufen am 23. August 2022.
  10. BP: Statistical Review of World Energy 2021, 70. Ausgabe
  11. BP: Statistical Review of World Energy 2022, 71. Ausgabe
  12. Oil sands. Abgerufen am 16. März 2023 (kanadisches Englisch).
  13. Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe: ENERGIEROHSTOFFE 2009, Reserven, Ressourcen, Verfügbarkeit TABELLEN, S. 26
  14. Wayback Machine. 23. August 2009, archiviert vom Original am 23. August 2009; abgerufen am 16. März 2023.
  15. Deutsche Welle (www.dw.com): Erdölboom zwischen Wunsch und Wirklichkeit | DW | 30. November 2006. Abgerufen am 16. März 2023 (deutsch).
  16. 1 2 3 4 5 6 BGR Energiestudie 2021. (PDF) Abgerufen am 6. Januar 2026.
  17. BGR Energiestudie 2018. (PDF) Abgerufen am 23. September 2023.
  18. Statistisches Bundesamt: Jährliche Rohölimporte. 19. Februar 2020, abgerufen am 22. April 2020.
  19. 2024 vorläufig. Stand 20. März 2025 https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Aussenhandel/Tabellen/rohoel-jaehrlich.html