Erdbeben auf Kefalonia 1867

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Das Erdbeben auf Kefalonia von 1867 war eines von vier großen Erdbeben, die auf Kefalonia gewütet haben (die anderen waren 1766, 1910 und 1953). Im gleichen Jahr fallen weitere Erdbeben, die hier aufgrund der zeitlichen Nähe erwähnt werden. Dabei wurde der südöstliche Teil und der Norden der Insel weitgehend verschont, gänzlich zerstört wurde die Stadt Lixouri.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Auf welches Datum bezieht sich der Bericht über das schwerste Beben von 1867? Außerdem: 23. Januar 1867 julianischer Kalender = 4. Februar 1867 gregorian.; vermutlich ist zumindest mit diesen beiden Daten in den folgenden Sätzen also nur e i n Ereignis gemeint?

Ein Erdbeben ereignete sich zuvor am 23. Januar 1867. Der erste heftige Erdstoß wurde am Morgen des 11. Februar 1867 um 6 Uhr gemeldet, dem gegen 7 Uhr ein zweiter ebenso heftiger folgte; nach einigen weniger heftigen Erschütterungen erfolgte um 10 Uhr ein in seinen Wirkungen den ersteren ähnliches Erdbeben. Allgemein steigerte sich die Intensität mit jedem Erdstoß. Die meisten Bewohner der Insel befanden sich zu dieser Tageszeit noch in den Häusern, andererseits war der erste Erdstoß der schwächste, sodass viele ihre Häuser noch verlassen konnten, bevor diese durch die folgenden Beben zerstört wurden.[1]

Die Erdstöße waren im Einzelnen[2] am:

  • 23. Januar 1867
  • 4., 12. und 16. Februar 1867
  • 12. März 1867
  • 21. Mai 1867

Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Lixouri und alle umliegenden Ortschaften wurden vollkommen zerstört.[3], davon allein 1000 Wohnhäuser. Das Kloster, die katholische Kathedrale und zwei Kirchhöfe wurden sehr stark beschädigt.[4] Getreide-, Öl-, Korinthen- und andere Speicher waren alle eingestürzt und ihr Inhalt war durch Vermischung unbrauchbar geworden. Die Schäden waren küstennah am höchsten.[5]

In Argostoli, durch eine Bucht von Lixouri getrennt, waren die Zerstörungen weitaus geringer. Es traf einige ältere Gebäude wie das venezianische Regierungsgebäude. Unbeschädigt blieben die Orte Skala, Elios, Katelios, Herakleion und Omala. Dagegen wurden im Bezirk Livadi die Ortschaften Lakythra, Karandinata, Roriana und Tokata gänzlich zerstört.[6]

Von Korfu kam das französische Schiff "Sentinelle" und brachte Hilfsmittel, allem voran Lebensmittel.[7] Der Rabbiner von Korfu veranstaltete eine Kollekte, in der er seine Gemeindemitglieder nach ihrem Vermögen besteuerte, Signor Levi di Moise schickte zusätzlich auf Eigeninitiative 10000 Pfund Brot.[8]

Ursachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert befanden sich um Lixouri viele Schwefelquellen und um Argostoli das Phänomen der Meeresmühlen. Diese sowie einen unterirdischen Vulkan machte man für das Erdbeben verantwortlich. Mittlerweile gilt als Grund die allgemeine Lage der Insel an zwei Lithosphärenplatten.

Tsunami[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infolge eines Erdbebens, das sich am Morgen des 20. September 1867 bei Gythio am Peloponnes ereignet hatte, überflutete an jenem Tag ein Tsunami die durch die früheren Beben jenes Jahres schwer in Mitleidenschaft gezogene Stadt Lixouri.[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • D. Reimer: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, S. 271. 1868
  • Ferdinand Fouque, Santorin et ses Eruptions. Paris 1879 (darin detaillierter Bericht)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chronik der Freya 1868, S. 231
  2. E. Schweizerbart:Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie Jahrgang 1868 S. 455
  3. Chronik der Freya 1868, S. 231
  4. Annalen der Verbreitung des Glaubens: Monatsschr. D. Vereins der Glaubensverbreitung, S. 503. 1867
  5. E. Schweizerbart:Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie Jahrgang 1868 S. 456
  6. Chronik der Freya 1868, S. 231
  7. Annalen der Verbreitung des Glaubens: Monatsschr. d. Vereins der Glaubensverbreitung, S. 503. 1867
  8. Die Gegenwart. Berliner Wochenschrift für jüdische Angelegenheiten. S. 179. 1867
  9. http://www.seahellarc.gr/files/20091123154851Papadopoulos_et_al.JET.pdf