Erdgasleitung Jamal–Europa

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Verlauf der Jamal-Pipeline

Die Jamal-Leitung ist eine 4196 km lange Pipeline, durch die Erdgas von der Jamal-Halbinsel in Sibirien durch Russland, Weißrussland, Polen bis nach Deutschland transportiert wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jamal-Leitung wurde 1999 fertigstellt. Erst 2006 wurde jedoch die volle Kapazität von 33 Mrd. Kubikmeter pro Jahr genutzt. Da die Erschließung der Erdgasfelder auf Jamal um zehn Jahre verschoben wurde, wurde die Leitung mit Gas aus den Feldern in Westsibirien (Urengoi, Jamburg, Medweshje) versorgt.[1]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Polen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

EuRoPol Gaz ist der Betreiber vom polnischen Abschnitt der Jamal-Leitung. Das polnische Gasunternehmen PGNiG und der russische Gaskonzern Gazprom halten jeweils 48 % der Aktien an EuRoPol Gaz, der Rest ist in der Hand von Gas-Trading.[2]

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Die polnische Seite versucht seit Jahren einen höheren Übertragungstarif durchzusetzen, um die Verschuldung von EuRoPol Gaz schneller abzubauen. Die Russen sind jedoch an einem niedrigen Entgelt interessiert, da durch die Jamal-Leitung russisches Erdgas durch Weißrussland und Polen bis nach Deutschland übertragen wird. Je kleiner die Übertragungsgebühr, desto höher die Rendite für GazProm. EuRoPol Gaz war Ende 2007 mit 2 Milliarden PLN (618,3 Millionen €) gegenüber der Gazprombank verschuldet. Die Gelder wurden für den Bau der Jamal-Leitung bezogen.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pipeline durchquert die Oder im Oderbruch bei Reitwein und verläuft weiter nach Mallnow zur Übergabe-Verdichterstation der Gascade in Deutschland. Hier übernimmt die Jamal-Gas-Anbindungs-Leitung (JAGAL) das russische Erdgas und speist es in das deutsche Ferngasnetz ein. Das erste Gas wurde im Oktober 2001 geliefert.[3]

Transport von Erdgas als Flüssiggas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erdgas kann bei tiefen Temperaturen zu Flüssigerdgas (LNG) verflüssigt werden, wobei sein Volumen erheblich abnimmt. Die weltweite Erwärmung bringt es mit sich, dass die Nordostpassage im Sommer eisfrei ist; nach Fertigstellung des Hafens Sabetta könnten auch Kühlschiffe russisches Gas von dort nach Mitteleuropa transportieren.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andrey Vavilov: Gazprom: An Energy Giant and Its Challenges in Europe. Palgrave Macmillan, 2015, ISBN 978-1-137-46110-0, S. 77 (Google Books).
  2. Website des polnischen Konsortialpartners (englisch)
  3. Wohlige Wärme aus Westsibirien. In: Märkische Oderzeitung. 15. Oktober 2003.