Erdinger Glockengießerei

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Erdinger Glockengießerei Bachmair bestand von 1850 bis 1971, zuletzt unter dem Namen Karl Czudnochowsky.

Bronzeglocken aus dieser traditionsreichen Werkstatt waren in ganz Bayern wegen ihres Wohlklangs bekannt und beliebt. Selbst in die Schweiz und nach Spanien wurden Glocken aus Erding geliefert. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die Gießerei eine Blütezeit, da fast jede Kirche neue Glocken brauchte. Auch die Münchener Frauenkirche erhielt eine Nachkriegsglocke aus der Hand Czudnochowskys. Das Meisterstück der Erdinger Glockengießerei ist die Jubiläumsglocke der Stadt München aus dem Jahr 1958, die im Alten Peter hängt und mit ihrem Schlagton f0 die zweittontiefste Glocke Bayerns ist.

Jubiläumsglocke St. Peter, München

Nach der Schließung 1971 wurde der Tätigkeitsbereich der Gießerei weitgehend von der Passauer Glockengießerei Rudolf Perner übernommen.

Inhaber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Glockengießerei wurde 1850 von Joseph Bachmair gegründet.

Karl Czudnochowsky (* 23. Januar 1900 in Enkenbach; † 19. Mai 1977 in Rottach-Egern) hatte bei seinem Onkel Heinrich Ulrich (1876–1924) in der Glockengießerei in Apolda das Glockengießen gelernt und war danach Betriebsleiter der Glockengiesserei Egger in Staad bei Rorschach (Schweiz), bis er 1936 die Glockengießerei Erding übernahm. Nach dem Zweiten Weltkrieg begegnete er dem Mangel an Bronze, indem er als einziger Glockengießer Glocken aus Euphon, einer Kupfer-Zink-Legierung ohne Zinn, herstellte.

Besondere Glocken und Geläute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hosanna oder Salvatorglocke in der Erzabtei St. Ottilien
  • acht Glocken (f0–a0–c1–d1–e1–[f1–]g1–a1–[b1–]c2), Monestir Santa Maria de Montserrat (Spanien)
  • achtstimmiges Geläut (fis0–a0–h0–cis1–e1–fis1–gis1–h1), Erzabtei St. Ottilien
  • siebenstimmiges Geläut (as0–c1–es1–f1–as1–b1–c2), St. Augustinus München-Trudering
  • fünfstimmiges Geläut (a0–c1–d1–e1–g1) St. Franziskus in Wetzikon (Schweiz)
  • fünfstimmiges Geläut (b0–d1–f1–g1–b1), St. Johannes der Täufer in Wängi (Schweiz)
  • fünfstimmiges Geläut (a0–c1–d1–e1–g1), St. Johann Baptist in Erding
  • vier Glocken (f0–a0–[c1–]d1–[e1–]g1), Kath. Pfarrkirche in Lachen SZ (Schweiz)
  • drei Glocken (f'–a'–h'), Te Deum Motiv, Ev. Zachäuskirche Gröbenzell bei München

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Erdinger Glockengießerei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karteikarte des Geläutes von St. Peter in München im Museum Erding