Erdinger Ringschluss

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Erdinger Ringschluss
Strecke der Erdinger Ringschluss
Planungsübersicht des Bayerischen Verkehrsministeriums mit
Erdinger Ringschluss, S-Bahn-Ausbau, und Walpertskirchener Spange
Streckennummer: 5559
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Strecke – geradeaus
von Landshut
   
40,7 Freising (446 m)
Straßenbrücke
40,0 St 2350
S-Bahnhalt…
36,2 Pulling
   
33,5
2,2
Neufahrn-Nord
   
1,5 nach München
   
0,8 A 92
   
0,6 von München
   
0,0
33,4
Neufahrn-Ost
   
33,5 Mintraching
Straßenbrücke
33,8 St 2350
Brücke über Wasserlauf (groß)
Isar
Straßenbrücke
33,8 B 301
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
37,4 von München-Ost
   
37,9
30,1
Flughafen-West
S-Bahnhalt…
30,8 Besucherpark
Tunnel – Anfang
   
32,5
27,5
Flughafen München
   
24,8
   
23,9 Schwaigerloh (443 m)
   
23,3 Wendeanlage
   
20,3 St2580 (Flughafentangente Ost)
   
19,8 Mittlere-Isar-Kanal
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15,8
9,5
Abzw Walpertskirchner Spange
BSicon extSTRa.svgBSicon exSTR.svgBSicon .svg
8,7
BSicon extWSTR.svgBSicon exWBRÜCKE1.svgBSicon WASSERq.svg
15,2
8,6
Sempt
BSicon extSTR.svgBSicon exSBRÜCKE.svgBSicon .svg
14,7
8,4
St. 2082 von Moosburg
BSicon extSTRlf.svgBSicon exTS+BHFxt.svgBSicon extSTRlg.svg
14,3
8,2
Bahnhof Erding-Fliegerhorst (460 m)
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14,2
BSicon .svgBSicon extSTRe.svgBSicon extSTR.svg
13,8
BSicon .svgBSicon KSBHFxa.svgBSicon extSTR.svg
13,6 Erding (464 m)
BSicon .svgBSicon WBRÜCKE1.svgBSicon extSTR.svg
12,9 Sempt
BSicon .svgBSicon SBHF.svgBSicon extSTR.svg
12,3 Altenerding
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10,0 Aufhausen
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6,4 St. Koloman
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5,0 Wifling
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3,3 Ottenhofen
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von München
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0,0 Markt Schwaben (508 m)
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7,6 Walpertskirchner Spange
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siehe Bahnstrecke München–Mühldorf
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0,0 nach Mühldorf

Freising–Neufahrn Ost: viergleisiger Ausbau geplant
(Trennung von S-Bahn und Regionalverkehr)

Der Erdinger Ringschluss[1] ist eine geplante, 30,2 km lange, teilweise neu zu bauende zweigleisige Bahnstrecke, die Freising über den Flughafen München mit Erding verbinden soll.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strecke des Erdinger Ringschlusses (Strecken-Nr. 5559) verläuft vom Bahnhof Freising als viergleisige Ausbaustrecke zusammen mit der Bahnstrecke München–Regensburg (Strecken-Nr. 5500) bis zum Abzweig Neufahrn-Nord. Über die Neufahrner Gegenkurve wird die Strecke der S 1 von Neufahrn (b. Freising) (Strecken-Nr. 5557) am Abzweig Neufahrn-Ost erreicht und am Abzweig Flughafen-West die S-Bahn-Strecke der S 8 von München Ost (Strecken-Nr. 5556) überquert. Im weiteren Verlauf wird die bereits bestehende zweigleisige Strecke unter dem Flughafengelände mitbenutzt. Die Strecke von Freising zum Flughafen München ist dann etwa 16 km lang.

Unter dem östlichen Vorfeld des Flughafens München verläuft die Strecke weiter im Tunnel, bis sie nahe Schwaigerloh wieder ans Tageslicht kommt, um dann oberirdisch bis Erding zu führen. Im Bereich Schwaigerloh soll eine Wendeanlage entstehen, damit aus Richtung Regensburg/Landshut kommende Züge nach Halt am Flughafen umkehren können.

In knapp 14 km Entfernung soll auf dem Gelände des Fliegerhorsts Erding, unterhalb der Anton-Bruckner-Straße, ein neuer Bahnhof entstehen, der sowohl S-Bahn-Züge aus München als auch Regionalzüge aus Richtung Südosten (Walpertskirchener Spange) aufnehmen und verbinden kann. Der bisherige Bahnhof im Erdinger Stadtzentrum, der 700 m entfernt liegt, wird dann geschlossen.

In Richtung München würden die Züge auf der bestehenden Bahnstrecke Markt Schwaben–Erding verkehren. Nach jüngsten Planungen (April 2013) soll der Bereich zwischen dem neuen und dem alten Bahnhof in Troglage gebaut werden, so dass an der Dorfener Straße kein Bahnübergang benötigt wird. Dagegen sehen die Planungen für den sich südlich anschließenden Bereich bis hin zum S-Bahnhof Altenerding keine Tieferlegung vor. Eine solche obläge – vor allem was die Finanzierung angeht – der Stadt Erding. Das Gelände des bestehenden Bahnhofs soll als Baugelände für Wohnraum und als Grünfläche genutzt werden.

Planung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Planfeststellungsabschnitte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Ausschreibung wurde Ende Januar 2007 ein Projektsteuerungsbüro mit der Vorbereitung der Ausschreibung der Planung beauftragt. Die Planfeststellung soll in drei Abschnitten (Freising–Flughafen, Flughafen–Erding, Erding–München) durchgeführt werden. Dabei werden 33 km neue Bahnstrecken gebaut und rund 42 km bestehende Eisenbahnstrecken ausgebaut. 1,4 km Bahntunnel sind für die Verbesserung der Schienenanbindung des Flughafens notwendig. 85 Brückenbauwerke müssen neu gebaut oder angepasst werden. 15 Stationen werden angepasst und die Realisierung von drei neuen S-Bahn-Stationen wird innerhalb der Vorentwurfsplanung geprüft. [2]

Am 24. Juli 2015 wurde das Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt zwischen dem Flughafen und der nordwestlichen Stadtgrenze von Erding eingeleitet. Der Freistaat Bayern hatte die Planungen für diesen Abschnitt erstellt und 2014 an die Deutsche Bahn übergeben.[3]

Neufahrner Gegenkurve[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Verbesserung der Flughafenanbindung aus Nord- und Ostbayern wird zunächst die Neufahrner Gegenkurve gebaut. Diese ermöglicht die direkte Führung von Zügen und S-Bahnen aus Landshut über Moosburg und Freising zum Flughafen München; in Verbindung mit dem Erdinger Ringschluss sollen die Züge dann weiter über Dorfen bis nach Mühldorf und Salzburg fahren. Der Planfeststellungsbeschluss erfolgte im November 2012,[4] der Spatenstich am 27. Oktober 2014.[5] Ein viergleisiger Ausbau der bestehenden Bahnstrecke ist dabei zunächst nicht mehr vorgesehen, während ein zusätzlicher S-Bahn-Halt in Mintraching noch diskutiert wird.

Bei der CSU-Parteitagung 2011 wurde beschlossen, die so genannte „Zeitlerkurve“ statt der Neufahrner Gegenkurve zu verfolgen.[6] Bei dieser zweigt die Strecke hinter Freising ab und wird von der Ostseite in den Flughafenbahnhof eingefädelt. Diese Variante wurde jedoch nicht übernommen und die ursprüngliche Variante in das Planfeststellungsverfahren gegeben.[7]

Der Planfeststellungsbeschluss für die Neufahrner Kurve erging am 31. Oktober 2012. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn Rüdiger Grube und der Bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil unterzeichneten daraufhin am 12. April 2013 den Realisierungs- und Finanzierungsvertrag für die Neufahrner Kurve. Die Strecke soll 2,3 km lang und durchgehend zweigleisig und elektrifiziert werden. Sie wird in Hochlage ausgeführt, fädelt aus den beiden Strecken jeweils höhenfrei aus und überquert dabei die A 92.

Die Baukosten werden mit 83 Mio. Euro angegeben. Diese werden je zur Hälfte vom Bund und Freistaat getragen. Binnen 20 Jahre nach der Inbetriebnahme der Strecke wird die Deutsche Bahn insgesamt zehn Millionen Euro der Trassengebührenmehreinnahmen an den Freistaat zurückerstatten. Am 14. Dezember 2012 wurde Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss eingereicht. Die Klage wurde am 29. August 2013 abgewiesen und am 27. Oktober 2014 wurde mit dem Bau begonnen. Dieser soll Ende 2018 abgeschlossen sein.[8]

Im Juni 2014 gab das Bundesverkehrsministerium die Aufnahme der Kurve in das Bundesprogramm nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz bekannt. Damit sollen 46 Millionen der auf 91 Millionen Euro geschätzten Gesamtkosten finanziert werden.[9]

Überwerfungsbauwerk Flughafen-West[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zusammenhang mit dem Streckenausbau steht der Plan, westlich der S-Bahn-Station Besucherpark ein Überwerfungsbauwerk zu errichten, um die von Westen zum Flughafen führenden Trassen der S-Bahnlinie 8 und 1 ohne Kreuzung des Gegengleises im Flughafenbereich zusammenführen zu können. Hierzu erging im Februar 2016 der Planfeststellungsbeschluss.[10][11]

Abschnitt Flughafen–Erding[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Ende 2009 werden verschiedene Varianten für eine Streckenführung im Stadtgebiet von Erding öffentlich diskutiert.[12][13] Im Mai 2012 entschied sich der Erdinger Stadtrat für die so genannte Nordeinschleifung der Regionalzugtrasse aus Walpertskirchen kommend.[14] Wie im Februar 2013 aus Bahnkreisen bekannt wurde, soll die so genannte Baustufe II, also der Abschnitt Flughafen–Erding, bis 2019 gebaut sein. Dies würde voraussetzen, dass der Abzug der Bundeswehr vom Fliegerhorstgelände, der bis dato (Stand Februar 2013) noch nicht exakt terminiert wurde, rechtzeitig erfolgt, da auf dem Bundeswehrareal ein Streckenabschnitt des Ringschlusses sowie der neue Bahnhof geplant sind. Laut einer Pressemeldung vom Februar 2016 liegt das Projekt derzeit „in weiter Ferne − vor allem, weil die Weiterführung der Bahnlinie durch Erding hindurch umstritten ist“.[11]

Geplantes Fahrtenangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Fertigstellung aller Maßnahmen des Erdinger Ringschlusses ist folgendes Zugangebot vorgesehen:[15]

  • 20 Zugpaare täglich: Überregionaler Flughafenexpress (ÜFEX, Stundentakt) von Salzburg nach Regensburg mit Halten in Mühldorf, Dorfen, Erding, Flughafen, Freising, Moosburg und Landshut
  • 20 Zugpaare täglich: Flughafenexpress (FEX, Stundentakt) von Mühldorf nach Landshut über den Flughafen und Freising mit mehr Zwischenhalten
  • S-Bahn von Erding über den Flughafen nach Freising (15-Minutentakt in der Hauptverkehrszeit, sonst 30-Minuten-Takt)

Walpertskirchner Spange[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Walpertskirchner Spange ist eine 9,5 km lange, eingleisige, elektrifizierte Bahnstrecke, die Erding mit der Bahnstrecke München–Mühldorf verbinden soll. Auf ihr sollen Regionalverkehrszüge von Landshut über den Flughafen nach Mühldorf verkehren. Ebenso könnte bei einem weiteren Ausbau der Strecke Mühldorf–Salzburg auch internationaler Fernverkehr von München nach Salzburg darüber abgewickelt werden.

Im Zuge der Planungen für den Erdinger Ringschluss wurde im April 2013 bekannt, dass anstelle des ursprünglich geplanten Kreuzungsbahnhofs auf dem Gelände des Erdinger Fliegerhorsts ein eigener Bahnhof sowohl für Regional- als auch für S-Bahn-Züge an gleicher Stelle vorgesehen ist. Die beiden Bahnhöfe sollen direkt miteinander verbunden werden. Während der Ringschluss bis 2020 erfolgen soll, gibt es für den Bau der Walpertskirchner Spange noch kein konkretes Datum.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pläne und Informationen zur Flughafenanbindung
  2. Müller: „Erdinger Ringschluss auf erster Etappe pünktlich im Ziel“. Bayr. Verkehrsministerium, 9. Mai 2008, abgerufen am 25. Januar 2010.
  3. Planfeststellungsverfahren für den ersten Abschnitt des Erdinger Ringschlusses. Pressemitteilung 264/2015. Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr, 24. Juli 2015, abgerufen am 2. August 2015 (deutsch).
  4. Planfeststellungsbeschluss für die Neufahrner Kurve
  5. Baubeginn für die Neufahrner Kurve. BR Online, 27. Oktober 2014, abgerufen am 27. Oktober 2014.
  6. Der neue Tag - Ausgabe 23. September 2011
  7. Flughafenanbindung: Otto Zeitlers Sparplan. Mitterbayrische, 7. Mai 2010, abgerufen am 23. September 2011.
  8. Neufahrner Kurve als schnelle Anbindung Ostbayerns an den Münchner Flughafen. Deutsche Bahn (Pressestelle), 21. Januar 2016, abgerufen am 27. Februar 2016.
  9. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (Hrsg.): Dobrindt: Bund stellt Geld für Neufahrner Kurve bereit. Presseinformation 048/2014 vom 26. Juni 2014.
  10. Bahnprojekt 'Überwerfungsbauwerk Flughafen West'. In: Pressearchiv. Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr, 25. Februar 2016, abgerufen am 26. Februar 2016.
  11. a b Dirk Walter: S-Bahn-Ringschluss rückt ein Stückchen näher. merkur online, 25. Februar 2016, abgerufen am 26. Februar 2016.
  12. Tunnel-Bürgerinitiative: „Südvariante hat auch ihren Charme“. Münchner Merkur, 19. November 2009, abgerufen am 25. Januar 2010.
  13. Bürgerinitiative: „Wir kämpfen für jeden Meter Tunnel“. Münchner Merkur, 25. November 2009, abgerufen am 25. Januar 2010.
  14. Erding - Stadtrat votiert für Nordeinschleifung. Süddeutsche Zeitung, 24. Mai 2012, abgerufen am 23. Februar 2013.
  15. Präsentation des BayStMWIVT vom 27. Juli 2010 (PDF; 4,4 MB)