Erdmannlistein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Erdmannlistein

Als Erdmannlistein wird eine Gruppe von Findlingen im Kanton Aargau in der Schweiz bezeichnet. Die Findlinge befinden sich auf dem Gebiet der Gemeinde Wohlen auf dem Hügelzug des Wagenrains, knapp an der Grenze zu Bremgarten auf der Kuppe einer Moräne.

Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Felsformation besteht aus zwei ca. fünf Meter hohen Felsbrocken, auf denen eine Felsplatte liegt. Durch die Last ihres eigenen Gewichts (rund 60 Tonnen) haben sich die Felsen teilweise in den Waldboden gesenkt. Sie bestehen aus weissem, gneishaltigem Granit und wurden während der Würmeiszeit durch den Reussgletscher aus dem Aarmassiv ins Mittelland transportiert. Es wird vermutet, dass die Felsen sich ursprünglich nicht an ihrem heutigen Standort befanden, sondern in prähistorischer Zeit von Menschenhand an einer markanten Stelle aufeinandergeschichtet wurden und als Fixpunkt eines Kalendersystems dienten. Zahlreiche kleinere, menhirartige Steine in der Umgebung, die auf einer Fläche von rund 1 km² in einer entsprechenden Position stehen, stützen diese Theorie.

Sagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Erdmannlistein soll sich laut einer lokalen Sage der Eingang zu einer Höhle befunden haben. Darin hätten die zutraulichen «Erdmannli» (Erdmännchen) gelebt, den Heinzelmännchen ähnliche Wesen. Sie hätten Tänze und Sprünge aufgeführt und dafür von den Menschen Gemüse als Belohnung erhalten. Als zwei junge Burschen Steine in die Höhle geworfen hätten, seien die «Erdmannli» für immer verschwunden. Unter Kindern kursiert die Sage, dass die «Erdmannli» dann wieder hervorkämen, wenn es jemand schaffte, sieben Mal mit angehaltener Luft um den Erdmannlistein zu rennen (was unmöglich ist).

Dem Erdmannlistein wird auch die Rolle eines Chindlisteins zugeschrieben.[1]

Zugang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erreichbar ist der Erdmannlistein über Wanderwege oder von der rund 200 Meter entfernten, gleichnamigen Haltestelle der Bremgarten-Dietikon-Bahn. Die Zufahrt mit Motorfahrzeugen ist nicht möglich.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sage um den Erdmannli-Findling (PDF), abgerufen am 21. September 2014

Koordinaten: 47° 20′ 51″ N, 8° 18′ 52″ O; CH1903: 666178 / 244439