Erfelden

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Erfelden
Stadt Riedstadt
Wappen von Erfelden
Koordinaten: 49° 50′ 8″ N, 8° 28′ 5″ O
Höhe: 87 m ü. NHN
Fläche: 24,76 km²[1]
Einwohner: 4489 (31. Dez. 2018)[2]
Bevölkerungsdichte: 181 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 64560
Vorwahl: 06158
Das alte Rathaus, seit 1953 genutzt als Heimatmuseum
Das alte Rathaus, seit 1953 genutzt als Heimatmuseum

Erfelden ist ein Stadtteil von Riedstadt im südhessischen Kreis Groß-Gerau.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfelden auf einer Karte von 1738

Im Norden grenzt Erfelden an Leeheim, im Osten an Goddelau (beides Stadtteile von Riedstadt), im Süden an die Gemeinde Stockstadt am Rhein (Kreis Groß-Gerau) und im Westen an das Naturschutzgebiet Kühkopf, dem größten hessischen Naturschutzgebiet und Europareservat. Erfelden gilt wegen der Brücke (Martin-Roth-Brücke) über den Stockstadt-Erfelder Altrhein als „Tor zum Kühkopf“.

In der Nähe von Erfelden lagen die Wüstungen Elmersbach und Popfenheim, die schon im Mittelalter verschwanden und wahrscheinlich Rheinhochwassern zum Opfer fielen.[3]

Territorial- und Verfassungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 11. Jahrhundert gehörte Erfelden den Herren von Wolfskehlen, später sowohl den Grafen von Katzenelnbogen als auch den Herren von Wolfskehlen. 1441 verkauften die Herren von Wolfskehlen ihren Anteil an den Grafen von Katzenelnbogen.[3] In der Verwaltungsstruktur der Grafschaft Katzenelnbogen gehörte Erfelden zum Amt Dornberg (Hessen). 1479 starb das Grafenhaus von Katzenelnbogen im Mannesstamm aus. Katzenelnbogen fiel an die Landgrafschaft Hessen.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Teilung der Landgrafschaft Hessen unter den Erben Philipp des Großmütigen 1567 gelangte Erfelden an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt. Noch deren erster Regent, Georg I., veranlasste, dass die von seinem Kanzler, Johann Kleinschmidt, zusammengestellte Sammlung Landrecht der Obergrafschaft Katzenelnbogen dort rechtsverbindlich wurde. Sie galt in Erfelden als Partikularrecht, subsidiär ergänzt durch das Gemeine Recht, bis ans Ende des 19. Jahrhunderts.[4] Erst das Bürgerliche Gesetzbuch, das einheitlich im ganzen Deutschen Reich galt, setzte zum 1. Januar 1900 das alte Partikularrecht außer Kraft.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1829 über Erfelden:

„Erfelden (L. Bez. Dornberg) luth. Filialdorf; liegt am Rhein 112 St. von Dornberg, und hat 81 Häuser und 673 Einw., die bis auf 13 Kath., 2 Reform. und 25 Juden lutherisch sind. In der Nähe stehet die Schwedensäule. (S. d. Art.) Der Ort hieß früher Erifeld oder Erifeldum. Er hatte eine eigene Kapelle, die nach Aufhebung der Pfarrei Hofheim dem Pfarrer in Goddlau überwiesen wurde. Nicht weit von Erfelden lagen die Orte Elmersbach und Popfenheim. Der erstere Ort ist schon in den ältesten Zeiten, der andere erst im 15. Jahrhundert vom Rhein verschlungen worden. Die Einwohner des letzteren zogen nach Erfelden. Hier besaß Ulrich von Bickenbach Güterstücke, die derselbe 1317 dem Ritter Wiegand von Dienheim verkaufte. Auch die Erbacher hatten hier eine Hube, womit 1400 Henne von Zwingenberg belehnt war. Im Jahr 1401 belehnte Graf Diether VI. von Katzenellenbogen den Johann von Wolfskehlen mit diesem Dorfe, und 1441 verkauften die Herrn von Wolfskehlen ihre zwei Theile von diesem Dorfe an den Grafen Johann III. von Katzenellenbogen. In Erfelden war der schwedische König Gustav Adolph 1631 eingekehrt, als er über den Rhein ging. Im Jahr 1689 wurde das Dorf von den Franzosen angesteckt und zum Theil in Asche gelegt.“[3]

Amts-System vor 1821[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der frühen Neuzeit waren auf unterster Ebene die Funktionen von Verwaltung und Rechtsprechung im „Amt“ vereinigt, so auch im Amt Dornberg, das bis 1821 bestand.

1806 wurde die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt zum Großherzogtum Hessen. Hier lag Erfelden in der Provinz Starkenburg. Im Zuge der Verwaltungsreform von 1821 wurden die alten Ämter aufgelöst, für die Verwaltungsaufgaben auf der unteren Ebene wurden Landratsbezirke und für die erstinstanzliche Rechtsprechung Landgerichte eingerichtet.[5]

Verwaltung nach 1821[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die übergeordnete Verwaltung in Erfelden war nun der Landratsbezirk Dornberg zuständig. 1832 wurden die Verwaltungseinheiten im Großherzogtum weiter vergrößert und Kreise geschaffen. Dadurch gelangte Erfelden in den Kreis Groß-Gerau. Die Provinzen, die Kreise und die Landratsbezirke des Großherzogtums wurden am 31. Juli 1848 abgeschafft und durch Regierungsbezirke ersetzt, was jedoch bereits am 12. Mai 1852 wieder rückgängig gemacht wurde. Dadurch gehörte Erfelden zwischen 1848 und 1852 zum Regierungsbezirk Darmstadt, bevor wieder der Kreis Groß-Gerau für die übergeordnete Verwaltung zuständig war. Dort verblieb der Ort durch alle weiteren Verwaltungsreformen bis heute.[1]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen erfolgte am 1. Januar 1977 kraft Landesgesetz der Zusammenschluss mit den Nachbargemeinden Crumstadt, Goddelau-Wolfskehlen und Leeheim zur neuen Gemeinde Riedstadt. Seitdem ist Goddelau größter Ortsteil und Sitz der Verwaltung von Riedstadt.[6][7] Ortsbezirke nach der Hessischen Gemeindeordnung wurden nicht errichtet.

Gerichtsreformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen der beiden oberen Instanzen neu organisiert. Die Ämter blieben die erste Instanz der Rechtsprechung in Zivilsachen. Für das Fürstentum Starkenburg wurde das „Hofgericht Darmstadt“ als Gericht der zweiten Instanz für Zivilsachen eingerichtet. Zuständig war es erstinstanzlich auch für standesherrliche Familienrechtssachen und Strafsachen. Ihm übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Mit der Verwaltungsreform von 1821 wurden im Großherzogtum Hessen auch auf unterster Ebene Gerichte geschaffen, die von der Verwaltung unabhängig waren.[8] Für Erfelden war nun das Landgericht Großgerau örtlich zuständig.[1] Es wurde mit der Reichsjustizreform und Wirkung vom 1. Oktober 1879 vom Amtsgericht Groß-Gerau ersetzt.

Übersicht: Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Erfelden lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][9][10]:

Ereignisgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der älteste erhaltene schriftliche Hinweis auf Erfelden stammt von 779 n. Chr. und steht im Lorscher Codex. Anlass war die Stiftung eines Rutfrid und seiner Gattin Ruotbirn über deren gesamten Besitz in „Erifeldun“ an die Abtei Lorsch.[12]

Übersicht über die historischen Ortsnamen[1]
778/79 Herifelder 927–956 Erifeldon 1313 Ernelden
779 Erifeldon & Erifeldun 1002 Herifeldon 1314 Erbenelden
782 Erifelt 1184 Villa Erefeldon 1330 Erefelden
791 Erifeld 1252 Urfelt 1358 Ervelden
801 Erifelt 1255 Erinuelden 1493 Erfelden
1563 Ehrfelden 1601 Eruellen heute Erfelden

Umgangssprachlich wird Erfelden auch als „Erwelle“ bezeichnet.

782 wird, ebenfalls im Besitz des Klosters Lorsch, in einer Urkunde eine villa Bousinesheim erwähnt, der Bensheimer Hof, und 865 eine "villa Camba" der Kammerhof. Hier wurde 1024 der deutsche König Konrad II. gewählt.[13]

1252 werden der "Hohle Galgen" oder auch die "Erfelder Cent" als Gerichts- und Hinrichtungsstätte erstmals erwähnt.[13]

1408 weist das Dorf Erfelden 28 Steuerzahler auf.[13]

Am 14. Mai 1433 wurde mit dem Grafen von Katzenelnbogen ein Abkommen über den Ausbau eines Landdeiches geschlossen. Neben Erfelden und Poppenheim sind auch weitere Dörfer und Höfe einbezogen.[13]

1461 wurde Erfelden Hauptzentort und Gerichtssitz.[13]

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfelden, die Schwedensäule und Rheinschleifen auf einer Karte aus dem Jahr 1762

1553 ist Erfelden lutherisch. Die Reformation wurde unter Landgraf Philipp dem Großmütigen neun Jahre zuvor eingeleitet.[13]

1578 erließ Landgraf Georg I. (der Fromme) eine neue Dammordnung für Bau, Verbesserung und Unterhaltung der Schutzwerke gegen Hochwasser. 1595 brach der Damm bei Hochwasser aber erneut.[13]

Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) zogen am 14. September 1620 spanische Truppen unter Führung von Ambrosio Spinola in Oppenheim ein. Zwar fiel 1622 Ernst von Mansfelds in der Region ein und richtet im Ried große Schäden an, aber die spanische Besetzung konnte er nicht brechen. 1631 besetzte der schwedische König Gustav II. Adolf von Schweden die Rieddörfer, setzte am 8. Dezember 1631 im Hahnensand (Auwald) über den Rhein und besiegte die von Oppenheim herannahende spanische Reiterei vernichtend. Die Schwedensäule erinnert an das Ereignis. König Gustav Adolf übernachtete zweimal im Bürgermeisterhaus während seine Truppen hier den Rhein querten.[14][Anm. 3][15]

Noch mehrfach litten die Einwohner in der zweiten Hälfte des 17. und im ganzen 18. Jahrhundert unter Kriegen und Truppendurchzügen.[Anm. 4] 1744 kam es bei Erfelden zu einem Gefecht zwischen Franzosen und Reichstruppen, wobei der Husarengeneral Johann Daniel von Menzel fiel.[13]

Ständige Gefahr drohte durch den über seine Ufer tretenden Rhein. Zwar schlug der Hessen-Darmstädtische Ingenieur Karge bereits im Frühjahr 1741 nach verheerenden Hochwassern vor, den Rhein an der damaligen Insel Geyer mit einem Durchstich zu begradigen.[16] Der Überschwemmungsgefahr Herr wurde aber erst 1828/1829 die Begradigung unter Leitung von Claus Kröncke.[17] 1797 wurde der Erfelder Pegel errichtet. Die täglichen Aufzeichnungen reichen bis zum 1. Juli 1797 zurück. Dieser „Urpegel“ ist der älteste zwischen Mannheim und Bingen und diente als Vorbild für weitere Pegel.[Anm. 5]

1754 wurde die Erfelder Kirche um eine Sakristei erweitert und erneuert.[13]

1772–80 leisten die Bauern Erfeldens und der Umgebung Widerstand gegen die „Fürstliche Landkommission“, die die Stallfütterung einführen wollte.[13]

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche

Am 31. März 1828 begannen die Arbeiten zum Rheindurchstich am „Geyer“ unter Leitung von Claus Kröncke, am 28. Februar 1829 wurde der Neurhein bei Erfelden eröffnet.[13]

Am 26. Oktober 1834 wurde die neue Kirche von Erfelden, 1839 dort die aus der Abtei Amorbach stammende, renovierte Chororgel von 1705/6 eingeweiht.[18]

Ab etwa 1850 begann die Auswanderung vieler Menschen nach Nordamerika. Teilweise wurde die Überfahrt von der Gemeinde finanziert, um die Armen loszuwerden.[13]

Zur Jahreswende 1882/83 entstand das heute als Badestelle genutzte „Neujahrsloch“ durch einen Dammbruch, der zu einer Überflutung des Hinterlandes führte.[19]

Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte Erfelden 1918–1933 zum französisch besetzten Gebiet.[13]

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Erfelden seinen bäuerlichen Charakter und entwickelte sich zu einem vorwiegend durch Pendler ins Rhein-Main-Gebiet bewohnten Dorf.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

• 1629: 53 Hausgesesse[1]
• 1791: 484 Einwohner[20]
• 1800: 471 Einwohner[21]
• 1806: 544 Einwohner, 76 Häuser[11]
• 1829: 673 Einwohner, 81 Häuser[3]
• 1867: 843 Einwohner, 123 Häuser[22]
Erfelden: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2018
Jahr  Einwohner
1791
  
484
1800
  
471
1806
  
544
1829
  
673
1834
  
707
1840
  
717
1846
  
854
1852
  
943
1858
  
1.028
1864
  
845
1871
  
863
1875
  
833
1885
  
833
1895
  
931
1905
  
1.087
1910
  
1.165
1925
  
1.235
1939
  
1.295
1946
  
1.833
1950
  
1.933
1956
  
1.997
1961
  
2.172
1967
  
2.383
1970
  
2.409
1980
  
?
1990
  
?
2001
  
3.748
2011
  
3.861
2015
  
4.199
2018
  
4.489
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]; nach 1970: Stadt Riedstadt: (webarchiv)[23][2]; Zensus 2011[24]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1829: 633 lutheranische (= 94,06 %), 2 reformierte (= 0,30 %), 25 jüdische (= 3,71 %) und 13 katholische (= 1,93 %) Einwohner[3]
• 1961: 1605 evangelische (= 73,90 %), 536 römisch-katholische (= 24,68 %) Einwohner[1]

Schultheißen und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Amtszeit Anmerkung
Seultetus Cunradus Hirzenbudel ca. 1255
Seultetus Jakobus ca. 1314
Heyl Rode ca. 1394
Bechtolf von Erfelden 1413–1436
Hensen Henn ca. 1447
Arnold Bechtolf 1489–1509
Dreutel Kunz (Dreudeln Cüntz) 1509–1523
Kunzemann (Cuntzmann) 1526–1529
Contz Manns Velten ca. 1535
Hans Dreudell 1545–1546
Dithrich Weytlingk 1549–1553
Hans Gundelsbach ca. 1563
Kilian Schmid (Chilian Schmidt) 1578–1600
Kilian Schmidt d.Jung. 1609–1617
Michel Schmidt 1617–1629
Hanns Kiech 1639–1642
Vältin Rauch ca. 1656
Wenig Hammann ca. 1682
Johann Staden Hilderich 1693
Christian Möller 1695–1713
Peter Nold 1713–1728
Johannes Müller 1728–1756
Johann Wendel Müller 1756–1767
Hermann Dieter Pflüger 1767–1777
Johannes Heinrich Rupp 1777–1795
Johannes Schaad 1795–1801
Philipp Jakob Schaad 1801–1821
Philipp Reinhardt 1821–1825
Johann Jakob Nold 1825–1848
Martin Müller 1848–1856
Stadian Jakob Nold 1856–1865
Johannes Schäfer II. 1866–1898
Peter Schrimpf 1898–1925
Philipp Schäfer II. 1925–1934
Johann Ludwig Nold 1934–1945
Ludwig Sahler 23. März 1945–11. April 1945 kommissarisch von der amerikanischen
Besatzungsmacht eingesetzt
Peter Müller 12. April 1945–31. Juli 1945
Christoph Eberling 1. August 1945–11. Februar 1946
Philipp Graulich 12. Februar 1946–1948
Heinrich Reichard 1948–1960
Martin Roth 1960–1976 letzter amtierender Bürgermeister Erfeldens

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Erfelden nächstgelegene Bahnhof ist der Bahnhof Riedstadt-Goddelau an der Bahnstrecke Mannheim–Frankfurt am Main („Riedbahn“). Er wird stündlich von Regionalzügen bedient und ist Endpunkt der Linie S7 der S-Bahn Rhein-Main. Der Bahnhof liegt etwa 500 m östlich des Ortsrandes von Erfelden und in der Mitte zwischen den beiden Riedstädter Ortsteilen Erfelden und Goddelau. Bis 1977 trug er die Bezeichnung „Goddelau-Erfelden“.

Wissenswert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt mehrere Gasthäuser und Kneipen in Erfelden, Hauptbetrieb in diesen ist im Frühjahr (durch die einheimischen wie auch auswärtigen Kühkopf-Besucher) und während der Kirchweih/Kerbezeit im Herbst, auch „Erweller Kerb“ genannt. Erfelden wird von vielen Wanderern und Radfahrern (Naturschutzgebiet Kühkopf) und Wassersportlern (Altrhein) besucht. Es gibt mehrere Bootshäuser (Ruder- und Paddelsport), zwei Yachtclubs sowie einen weiteren Yachthafen.

Am 27. Mai 2018 war der Richthofenplatz in Erfelden wieder, wie 2014, das Ziel der Fahrradroute der alle zwei Jahre stattfindenden Aktion „Der Kreis rollt“.[25]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Friedrich Wiebeking und Karl Kröncke (Hrsg.): Allgemeine auf Geschichte und Erfahrung gegründete theoretisch-practische Wasserbaukunst, 1. Band. Darmstadt 1798.
  • Peter Haas: 200 Jahre Wasserstandsbeobachtung am Rhein. Martin Eckold, 2009.
  • Literatur über Erfelden in der Hessischen Bibliographie
  • Gemeindevorstand der Gemeinde Riedstadt (Hrsg.): Erfelden: Geschichte und Geschichten. Konzeption und Redaktion: Horst Danker. Riedstadt 1980.
  • Heinrich Tischner: Aus der Geschichte von Erfelden. 1970.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Erfelden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Im Zuge der Gebietsreform 1938 wurden die drei hessischen Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen aufgelöst.
  2. am 1. Januar 1977: Eingliederung in die neue Gemeinde Riedstadt
  3. Das Erfelder Heimatmuseum im alten Rathaus bewahrt eine Reihe von Zeugnissen aus der Zeit, die an Truppendurchzüge und Plünderungen erinnern
  4. 1666–68: lothringische Truppen fallen in der Pfalz ein und dringen bis Erfelden vor. 1671/72: Erfelden wird durch kaiserliche und kurbrandenburgische Truppen verwüstet (Gemeindevorstand / Tischner). 1689 wurde das Dorf im Pfälzischen Erbfolgekrieg von französischem Militär angesteckt und zum Teil zerstört (Georg Wilhelm Justin Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Starkenburg. Band 1. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1829, S. 67). 1688–1697: „Raubkriege“ Ludwigs XIV. 1707: Im Spanischen Erbfolgekrieg fliehen die Erfelder erneut aus ihrem Dorf. 1733–36: Einquartierungen und Requisitionen während des Polnischen Thronfolgekrieges. 1742–48: Nochmals Einquartierungen und Requisitionen, diesmal wegen des Österreichischen Erbfolgekrieges. 1756–63 Erfelden erlebt mehrere Truppendurchzüge im Siebenjährigen Krieg. 1792–1815: während der napoleonischen Feldzüge kämpfen wiederholt fremde Truppen am Ufer des Rheins bei Erfelden (Gemeindevorstand / Tischner).
  5. Gernsheim und Lampertheim (beide 1803), Ginsheim (1808), Oppenheim und Mainz (1818), Worms (1819) und Bingen (1829).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Erfelden, Landkreis Groß-Gerau. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 28. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. a b Daten / Statistiken. In: Webauftritt. Stadt Riedstadt, abgerufen am 8. Mai 2019.
  3. a b c d e Georg Wilhelm Justin Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Starkenburg. Band 1. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt Oktober 1829, OCLC 312528080, S. 67 (Online bei google books).
  4. Arthur Benno Schmidt: Die geschichtlichen Grundlagen des bürgerlichen Rechts im Großherzogtum Hessen. Curt von Münchow, Giessen 1893, S. 108f. und beiliegende Karte.
  5. Verordnung Die Eintheilung des Landes in Landraths- und Landgerichtsbezirke betreffend vom 14. Juli 1821. In: Hessisches Regierungsblatt, S. 404.
  6. Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Groß-Gerau (GVBl. II 314–32) vom 26. Juli 1974. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 314, § 7 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,5 MB]).
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 366.
  8. Verordnung Die Eintheilung des Landes in Landraths- und Landgerichtsbezirke betreffend vom 14. Juli 1821. In: Hessisches Regierungsblatt, S. 404.
  9. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  10. Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Grossherzogthums Hessen. Band 1. Darmstadt 1866, S. 43 ff. (online bei Google Books).
  11. a b Verzeichnis der Ämter, Orte, Häuser, Einwohnerzahl. (1806)HStAD Bestand E 8 A Nr. 352/4. In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen), Stand: 6. Februar 1806.
  12. Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 2), Urkunde 198 – Reg. 1538 und Urkunde 205 – Reg. 1539, 30. Juni 779,. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 25 und 30, abgerufen am 22. April 2016.
  13. a b c d e f g h i j k l m Gemeindevorstand / Tischner.
  14. Information auf der Website von Riedstadt.
  15. Museen in Riedstadt. Heimatmuseum Erfelden In: riedstadt.de, Abgerufen im Dezember 2018.
  16. 1817 - Visionäre Hochwasserbekämpfung. Hessisches Landesarchiv, abgerufen am 25. Oktober 2019.
  17. Wie der Kühkopf zur Insel wurde – Der Rheinausbau. Hessisches Landesarchiv, abgerufen am 25. Oktober 2019.
  18. "ev. Kirchengem. Erfelden" Webseite
  19. Das Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblochsaue.
  20. Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 121 (Online in der HathiTrust digital library).
  21. Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 121 (Online in der HathiTrust digital library).
  22. Ph. A. F. Walther: Alphabetisches Verzeichniss der Wohnplätze im Grossherzogtum Hessen. G. Jonghaus, Darmstadt 1869, OCLC 162355422, S. 24 (Online bei google books).
  23. Daten / Statistiken. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Stadt Riedstadt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2019.
  24. Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt;
  25. Der Kreis rollt: Riedstadter Vereine bieten entlang der Strecke in Leeheim und Erfelden Spiel, Spass und Infos. In: www.echo-online.de. VRM, 25. Mai 2018, abgerufen am 4. Dezember 2018.