Erfolgsdelikt

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Mit Erfolgsdelikt wird ein Delikt bezeichnet, dessen Tatbestand ein Tun beschreibt, das einen bestimmten Erfolg auslöst, welcher noch nicht in der Tathandlung selbst eingeschlossen ist, so beispielsweise die Tatbestände des Totschlags oder der Körperverletzung. Erfolg kann als nachteilige Veränderung des durch die Norm geschützten Rechtsguts definiert werden.

Teilweise wird auch vertreten, dass, sofern entsprechende Tatbestände normiert sind, eine bloße Gefährdung einen (Gefährdungs-)Erfolg begründen kann. Demnach soll der Erfolg „in einer von der Handlung räumlich und zeitlich getrennten Verletzungs- oder Gefährdungswirkung“ bestehen.[1] Dies gilt für die konkreten, nicht für die abstrakten Gefährdungsdelikte.

Erfolgsdelikte verlangen einen ursächlichen Zusammenhang (Kausalität) zwischen Handlung und Erfolg. Zusätzlich muss der konkrete Erfolg dem Täter als sein Werk objektiv zurechenbar sein.[2] Beim Kausalzusammenhang ist der naturwissenschaftliche/empirische Weg von der Handlung (Ursache) zum Erfolg (Wirkung) zu prüfen, beim objektiven Zurechnungszusammenhang wird der normative/wertende Weg vom Erfolg zur Handlung zurück geprüft.

Im Gegensatz dazu steht das Tätigkeitsdelikt, dessen Tatbestand ein schlichtes aktives Tun beschreibt, zu welchem ein über dieses Tun hinausgehender Erfolg nicht hinzutreten muss (Beispiele: falsches Schwören, Beteiligung am Glücksspiel).[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Claus Roxin: Strafrecht. 1997, S. 274.
  2. Volker Krey: Deutsches Strafrecht Allgemeiner Teil: Band 1. Kohlhammer 2008, S. 67
  3. Dreher/Tröndle: Strafgesetzbuch und Nebengesetze, C.H. Beck, München 1995, Vor § 13 Rnr. 13.
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