Erhard Schütz

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Erhard Schütz, 2014

Erhard Schütz (* 17. Februar 1946 in Holzhausen) ist ein deutscher Literaturwissenschaftler und Professor a. A. für Neuere deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1967 bis 1972 studierte Erhard Schütz Germanistik, Politikwissenschaften und Philosophie an den Universitäten Gießen und Würzburg. Er promovierte 1975 zum Dr. phil.; 1979 erfolgte die Habilitation.

Von 1985 bis 1989 war er Professor auf Zeit (C2) an der Universität-Gesamthochschule Essen und von 1989 bis 1996 erhielt er die Erik Reger-Stiftungsprofessur auf Lebenszeit (C3) für Neuere deutsche Literatur an der Freien Universität Berlin in den Fächern Publizistik und neuere deutsche Literatur. Zugleich war Erhard Schütz Direktor des Instituts für Kommunikationsgeschichte und angewandte Kulturwissenschaften der FU Berlin. Von 1996 bis 2011 war er Professor für Neuere deutsche Literatur (Schwerpunkt 18. bis 20. Jahrhundert) am Institut für deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin. Schütz ist seit 2011 im Ruhestand.

Seine Arbeitsschwerpunkte umfassen Verschränkungen von Literatur und Journalismus, Sachbuchforschung, Mediengeschichte, Literatur und Technik, den Literaturmarkt, die Geschichte des Feuilletonromans, die Literatur der Weimarer Republik und des „Dritten Reichs“ sowie Berlin als Motiv in Film und Literatur.[1] Ferner befasste er sich mit der populären und literarischen Rezeption der Zeitgeschichte im 20. Jahrhundert. Gemeinsam mit David Oels, Michael Schikowski und Ute Schneider leitet er ein universitätsübergreifendes, kultur-, literatur- und medienwissenschaftlich ausgerichtetes Forschungsprojekt, das sich der Erforschung der Geschichte und der Poetik des Sachbuchs im 20. Jahrhundert widmet.

Als Literaturkritiker schreibt Schütz regelmäßig für die Wochenzeitung Der Freitag, den Tagesspiegel und die Kulturzeitschrift Das Magazin.

Erhard Schütz ist Mitherausgeber der Zeitschrift für Germanistik (ZfGerm), er ist u. a. Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und Beiratsmitglied des Fritz-Hüser-Instituts.[2][3]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Autor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfred Andersch. C.H. Beck / Edition Text und Kritik, München 1980, ISBN 3-406-07883-4.
  • Romane der Weimarer Republik. Fink, München 1986, ISBN 3-7705-2342-3.
  • Willkommen und Abschied der Maschinen. Bestandsaufnahme eines Themas. Klartext, Essen 1988, ISBN 3-88474-436-4.
  • Echte falsche Pracht. Kleine Schriften zur Literatur. Verbrecher Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-940426-93-2.
  • „In den Wäldern selig verschollen“. Waldgänger in der deutschen Literatur seit der Romantik. (= Pressburger Akzente. Heft 3). Edition Lumiere, Bremen 2013, ISBN 978-3-943245-12-7.

Als Mitautor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Eckhard Gruber: Mythos Reichsautobahn. Bau und Inszenierung der „Straßen des Führers“ 1933–1941. Ch. Links, Berlin 1996, ISBN 3-86153-117-8.
  • mit Jörg Döring: Benn als Reporter: „Wie Miss Cavell erschossen wurde“. Universi, Siegen 2007, ISBN 978-3-936533-22-4.

Als Herausgeber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Mitherausgeber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Annette Brockhoff und Norbert Wehr: HighTech - LowLit? Literatur und Technik: Autoren und Computer. Klartext, Essen 1991, ISBN 3-88474-459-3.
  • mit Walter Delabar: Deutschsprachige Literatur der 70er und 80er Jahre. Autoren. Tendenzen. Gattungen. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1997, ISBN 3-534-18978-7.
  • mit Jörg Döring: Text der Stadt – Reden von Berlin. Literatur und Metropole seit 1989. Weidler, Berlin 1999, ISBN 3-89693-139-3.
  • mit Kai Kauffmann: Die lange Geschichte der Kleinen Form. Beiträge zur Feuilletonforschung. Weidler, Berlin 2000, ISBN 3-89693-140-7.
  • mit Thomas Wegmann: literatur.com. Tendenzen im Literaturmarketing. Weidler, Berlin 2002, ISBN 3-89693-219-5.
  • mit Gregor Streim: Reflexe und Reflexionen von Modernität. 1933–1945 (= Publikationen zur Zeitschrift für Germanistik, Bd. 6). Peter Lang, Bern 2002, ISBN 3-906770-14-1.
  • mit Ernst Osterkamp und Andrea Polaschegg: Wilhelm Hauff oder Die Virtuosität der Einbildungskraft. Wallstein-Verlag, in Verbindung mit der Deutschen Schillergesellschaft, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-860-4.
  • mit Silke Bittkow, David Oels und Stephan Porombka: Das BuchMarktBuch. Der Literaturbetrieb in Grundbegriffen. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2005, ISBN 3-499-55672-3.
  • mit Manuel Köppen: Kunst der Propaganda. Der Film im Dritten Reich. (= Publikationen zur Zeitschrift für Germanistik, Bd. 15). Peter Lang, Bern, 2., überarb. Aufl. 2008, ISBN 978-3-03911-727-7.
  • mit Stephan Porombka: 55 Klassiker des Kulturjournalismus. B & S Siebenhaar, Berlin 2008, ISBN 978-3-936962-62-8.
  • mit Wolfgang Hardtwig: Keiner kommt davon. Zeitgeschichte in der Literatur nach 1945. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2008, ISBN 978-3-525-20861-8.
  • mit Peter Uwe Hohendahl: Solitäre und Netzwerker. Akteure des kulturpolitischen Konservatismus nach 1945 in den Westzonen Deutschlands. Klartext, Essen 2009, ISBN 978-3-89861-891-5.
  • mit Peter Uwe Hohendahl: Perspektiven konservativen Denkens. Deutschland und die Vereinigten Staaten nach 1945. (= Publikationen zur Zeitschrift für Germanistik, Bd. 26). Peter Lang, Bern 2012, ISBN 978-3-0343-1139-7.
  • mit Dagmar Kostalova: Großstadt werden! Metropole sein! Bratislava, Wien, Berlin. Urbanitätsfantasien der Zwischenkriegszeit 1918–1938. Peter Lang, Frankfurt am Main 2012, ISBN 978-3-631-63579-7.
  • mit Elena Agazzi: Handbuch Nachkriegskultur. Literatur, Sachbuch und Film in Deutschland (1945–1962). Walter de Gruyter, Berlin 2013, ISBN 978-3-11-022140-4.
  • mit Johannes Birgfeld: Michael Kleeberg – eine Werksbegehung. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2014, ISBN 978-3-421-04648-2.

Artikel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Angele: Über Schönheit hinaus. Dem Germanisten Erhard Schütz zum Siebzigsten. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. Februar 2016, S. 12.
  2. Wissenschaftliche Biographie, abgerufen am 18. Januar 2012.
  3. Institut für deutsche Literatur, Humboldt Universität zu Berlin, abgerufen am 18. Januar 2012.