Erharting

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Wappen Deutschlandkarte
Erharting
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Erharting hervorgehoben

Koordinaten: 48° 17′ N, 12° 35′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Mühldorf am Inn
Verwaltungs­gemeinschaft: Rohrbach
Höhe: 400 m ü. NHN
Fläche: 13,68 km2
Einwohner: 912 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner je km2
Postleitzahl: 84513
Vorwahlen: 08631, 08635
Kfz-Kennzeichen: MÜ, VIB, WS
Gemeindeschlüssel: 09 1 83 116
Gemeindegliederung: 13 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Rohrbach 20
84513 Erharting
Website: www.erharting.de
Erster Bürgermeister: Matthias Huber (Unabhängige Wählergruppe Erharting)
Lage der Gemeinde Erharting im Landkreis Mühldorf am Inn
Mühldorfer HartZangbergWaldkraiburgUnterreitTaufkirchen (Landkreis Mühldorf am Inn)SchwindeggSchönberg (Oberbayern)ReichertsheimRechtmehringRattenkirchenPolling (bei Mühldorf am Inn)ObertaufkirchenOberneukirchen (Oberbayern)OberbergkirchenNiedertaufkirchenNiederbergkirchenNeumarkt-Sankt VeitMühldorf am InnMettenheim (Bayern)MaitenbethLohkirchenKraiburg am InnKirchdorf (bei Haag in Oberbayern)Jettenbach (Oberbayern)HeldensteinHaag in OberbayernGars am InnErhartingEgglkofenBuchbach (Oberbayern)Aschau am InnAmpfingLandkreis LandshutLandkreis Rottal-InnLandkreis RosenheimLandkreis EbersbergLandkreis AltöttingLandkreis ErdingLandkreis TraunsteinKarte
Über dieses Bild

Erharting ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erharting liegt beidseits der Isen in der Region Südostoberbayern im Alpenvorland am Rand der weitläufigen Talniederung des Inn rund zwölf Kilometer südlich von Neumarkt-Sankt Veit, sieben Kilometer nordöstlich von Mühldorf, elf Kilometer nordwestlich von Neuötting sowie 13 km von Altötting und 86 km von der Landeshauptstadt München entfernt. Im Ortsteil Rohrbach besteht eine Station an der regelmäßig von der Südostbayernbahn befahrenen Bahnstrecke Mühldorf–Neumarkt-Sankt Veit. Darüber hinaus verläuft direkt südlich von Erharting die A 94 (Anschlussstellen Mühldorf-Nord und Töging), welche zukünftig eine schnelle Anbindung an München und Passau bieten soll.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 13 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]

Es gibt nur die Gemarkung Erharting.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde erstmals im Jahr 718 urkundlich erwähnt, das Dorf Ehardinga, bestehend aus 15 Höfen, sei um 700 n. Chr. dem Kloster St. Peter in Salzburg geschenkt worden. In den Erhartinger Verträgen von 1254 und 1275 wurde die Grenze des Erzstifts Salzburg zum Herzogtum Bayern festgelegt. 1322 fand bei Erharting die Schlacht bei Mühldorf zwischen Ludwig dem Bayern und Friedrich dem Schönen statt.

Machtrivalitäten zwischen den (nieder-)bayerischen Herzögen und den Salzburger Erzbischöfen waren auch in der Folge die Regel.

Erharting gehörte in der frühen Neuzeit von der Landeshoheit her zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Neumarkt des Kurfürstentums Bayern. Mittels der Obmannschaft Erharting übte jedoch das Erzstift Salzburg bis zur Säkularisation in Bayern 1803 die niedere Gerichtsbarkeit über seine Untertanen in diesem Gebiet aus. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Durch die Gründung der Verwaltungsgemeinschaft Rohrbach konnten Anfang der 1980er Jahre die Gemeinden Erharting, Niederbergkirchen und Niedertaufkirchen die politische Selbstständigkeit des ländlich geprägten Raumes zwischen der Kreisstadt Mühldorf am Inn im Süden und der Stadt Neumarkt-Sankt Veit im Norden erhalten.

Rathaus der Verwaltungsgemeinschaft in Rohrbach

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 810 auf 939 Einwohner bzw. um 15,9 %.

  • 1961: 875 Einwohner
  • 1970: 954 Einwohner
  • 1987: 820 Einwohner
  • 1991: 854 Einwohner
  • 1995: 863 Einwohner
  • 2000: 921 Einwohner
  • 2005: 945 Einwohner
  • 2010: 918 Einwohner
  • 2015: 947 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Rohrbach. Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2020 Matthias Huber (Unabhängige Wählergruppe Erharting). Der Gemeinderat besteht aus dem ersten Bürgermeister und jeweils vier Politikern der UWG sowie der FWE Erharting.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Erharting
Blasonierung: „Über rotem Wellenschildfuß, darin ein blauer Schräglinksbalken, geteilt von Schwarz und Gold mit einem rot gekrönten und rot bewehrten Löwen in verwechselten Farben[4]
Wappenbegründung: Der Wellenschildfuß, ein heraldisches Gewässersymbol, verweist auf die Isen, die das Gemeindegebiet durchfließt. Der blaue Schräglinksbalken in Rot ist vom Wappen der seit dem ausgehenden 11. Jahrhundert nachweisbaren Edelfreien von Dornberg und Leonberg hergeleitet, deren Stammsitz die Burg Dornberg bei Erharting war. Sie führten seit Mitte des 12. Jahrhunderts den Grafentitel. Der von Schwarz und Gold geteilte Löwe verbindet das wittelsbachisch-kurbayerische Symbol, den gekrönten goldenen Löwen im schwarzen Feld, mit dem salzburgischen schwarzen Löwen im goldenen Feld aus dem Wappen des Erzstifts und stellt auf diese Weise treffend die besondere rechts- und territorialgeschichtliche Gemengelage dar. Die historischen Auseinandersetzungen zwischen dem Herzogtum Bayern und dem Hochstift Salzburg haben auch die Geschichte des Gemeindegebiets von Erharting geprägt. In den Verträgen von Erharting wurden 1254 und 1275 Streitpunkte geklärt und die Herrschaftsrechte für die folgende Zeit territorial abgegrenzt.

Dieses Wappen wird seit 1984 geführt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erharting hat einen Kindergarten mit 29 Plätzen (Stand 2014). Zum Ende des Schuljahres 2007 wurde die Grundschule in Erharting, nach einer etwa 100-jährigen Geschichte, geschlossen, nachdem das Gebäude bereits im Schuljahr 2006/2007 nur noch als „Auslagerung“ für die Hauptschule Mühldorf gedient hatte.

Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Rohrbach, bestehend aus den Gemeinden Erharting, Niederbergkirchen und Niedertaufkirchen, befindet sich im Erhartinger Gemeindeteil Rohrbach.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Peter und Paul, Erharting

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 gab es im Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, im produzierenden Gewerbe 127, im Bereich Handel und Verkehr keine und in sonstigen Wirtschaftsbereichen 72 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Ansässig waren dort insgesamt 288 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.

Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe.

Zudem hatte die Gemeinde im Jahr 1999 27 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 778 ha, davon 674 ha Ackerfläche.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Erharting – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-003r Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtag (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Erharting in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 17. Juni 2017.
  3. Gemeinde Erharting, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 21. Dezember 2021.
  4. Eintrag zum Wappen von Erharting in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte