Eric Burdon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Eric Burdon, 2015
Eric Burdon, 1973

Eric Victor Burdon (* 11. Mai 1941 in Newcastle upon Tyne, England) ist ein britischer Rockmusiker. Er war Sänger der Bands The Animals und War. Zu seinen bekanntesten Songs zählen House of the Rising Sun, Don’t Let Me Be Misunderstood, We Gotta Get Out of This Place, San Franciscan Nights, Monterey und Spill the Wine.

Burdon hat immer wieder erfolgreich mit neuen Musikrichtungen experimentiert. Stark beeinflusst vom Blues von Bo Diddley und dem Soul von Ray Charles hat er seit den 1960ern fast 50 Alben herausgebracht, die weltweit hohe Chartplatzierungen erreichten. Er ist zusammen mit Chuck Berry, Jimi Hendrix, Jimmy Witherspoon und Otis Redding aufgetreten und wurde von Patti Smith und Iggy Pop als einer ihrer zehn Lieblingsmusiker benannt. Die Musikzeitschrift Rolling Stone listet Burdon auf Platz 57 der „Größten Sänger aller Zeiten“ (Greatest Singers of all time).[1]

Biografie[Bearbeiten]

1958 bis 1971[Bearbeiten]

Burdons erste Band war 1958 The Pagan Jazz, in der er mit John Steel zusammenspielte. In den folgenden Jahren wechselten beide mehrmals die Band. 1961 sang Burdon auch für Alexis Korner und schloss sich dann Blues Incorporated an, wo er auf Alan Price traf.

Im Jahr darauf gründeten sie gemeinsam die Alan Price Rhythm & Blues Combo, aus der 1964 die Animals wurden. Es folgte die erfolgreichste Zeit in Burdons Karriere mit dem Nummer-eins-Hit House of the Rising Sun und mehreren weiteren Top-10-Hits. Nach der Trennung von Alan Price übernahm er die Führungsrolle und die Band veröffentlichte 1966 erstmals als Eric Burdon and the Animals die Single See See Rider, die letzte Platte der ursprünglichen Animals.

Nachdem drei Mitglieder die Band verlassen hatten, nahm Burdon sein erstes Soloalbum mit dem Titel Eric Is Here auf. Es enthielt den Song Help Me Girl, der in dem Film Die Platinbande verwendet wurde und sein erster Solohit war. Allerdings wurde er bei den Aufnahmen vom verbliebenen Schlagzeuger Barry Jenkins und weiteren Studiomusikern unterstützt, die auch unter dem Namen The Animals geführt wurden. Eine richtige Band mit fester Besetzung gab es wieder ab Ende 1966. Bis 1969 hatten sie, als Eric Burdon and the Animals, teilweise auch als Eric Burdon and the New Animals bezeichnet, noch einige Hits, der bekannteste ist San Franciscan Nights aus dem Jahr 1967.

Nach dem endgültigen Ende der Animals wollte der Sänger seine Solokarriere fortsetzen, fand aber nicht die Unterstützung eines Labels oder eines Produzenten. Auf dem Newport-Festival im März 1969 lernte er Lee Oskar von der Funk-Band Nightshift kennen. Burdon schloss sich mit der Band zusammen und sie nannten sich nun Eric Burdon & War. Es folgte eine erfolgreiche Tournee, die im Juli 1969 vom Kritiker des New Musical Express mit „Die beste Live-Band, die ich jemals gesehen habe“ kommentiert wurde. Danach veröffentlichten sie das Erfolgsalbum Eric Burdon Declares "War" und mit The Black-Man's Burdon noch eine zweite gemeinsame Platte, aber nach einem Asthmaanfall von Burdon auf der Europatournee 1971 setzte die Band die Auftritte und schließlich auch die Karriere ohne ihn fort. Einige gemeinsame Aufnahmen erschienen noch im selben Jahr auf dem Album Guilty!, das aber eigentlich als Gemeinschaftswerk von Burdon und Jimmy Witherspoon veröffentlicht wurde. Danach wurde es ruhiger um den Sänger.

Ab 1973[Bearbeiten]

Eric Burdon, 1973

Erst ab Mitte 1973 gab er wieder Konzerte mit dem Gitarristen Aalon Butler, dem Schlagzeuger Alvin Taylor und dem Bassisten Randy Rice. Mit Auftritten in kleineren Hallen und auf Festivals arbeitete er sich wieder ins Rampenlicht zurück. 1974 wurde das Album Sun Secrets unter dem Bandnamen The Eric Burdon Band veröffentlicht. Mit diesem und dem nächsten Album Stop (1975) schaffte er es in die amerikanischen Albumcharts. Im selben Jahr schloss er sich noch einmal mit seinen Kollegen von der Ursprungsbesetzung der Animals zusammen und 1977 erschien mit Before We Were So Rudely Interrupted ein weiteres gemeinsames Album wie auch eine Kompilation aus unveröffentlichten Aufnahmen und B-Seiten aus seiner Zeit mit War.

1977 zog Burdon mit seiner Frau Rosie Marks und seiner Tochter Mirage nach Deutschland. Es entstand das Rockalbum Survivor, das er unter anderem mit Alexis Korner, Frank Diez und Zoot Money als Begleitmusiker aufnahm. Nach dessen Veröffentlichung tourte er durch Holland und lernte durch seine Musikerkollegen Udo Lindenberg kennen, mit dem er auf Deutschlandtournee ging. 1980 veröffentlichte er zwei Alben, das Soloalbum Darkness, Darkness und The Last Drive als Projekt mit anderen Musikern, unter anderem mit Bertram Engel von Lindenbergs Panikorchester, Frank Diez und Jean-Jacques Kravetz, unter dem Namen Eric Burdon’s Fire Department.

Nachdem ihn zuvor schauspielerische Ambitionen zu einigen kleineren Filmauftritten gebracht hatten, übernahm Burdon 1981 die Hauptrolle in Christel Buschmanns Film Comeback, in der es um die Rückkehr eines ehemaligen Rockstars geht. Im Jahr darauf wurde er zusammen mit dem gleichnamigen Album herausgebracht. Es folgte eine erfolgreiche Welttournee mit einer neu zusammengestellten Eric Burdon Band. Nach der Tour wurde das Album Power Company fertiggestellt und veröffentlicht.

Kurz darauf folgte die zweite Wiedervereinigung der Animals mit einem weiteren kommerziell erfolgreichen Album. Am 7. September fand das erste Animals-Konzert seit Jahren im Mid-Hudson Civic Center in New York statt. Dieses und andere Konzerte wurden mitgeschnitten. Das Silvester-Konzert 1983 wurde im Londoner Wembley-Stadion aufgenommen und 1984 unter dem Namen Rip it to Shreds – Greatest Hits Live veröffentlicht. Die Band ging wieder auseinander, bevor sie ein zweites Album aufnehmen konnte – diesmal endgültig. Die folgenden Jahre verliefen ruhiger für Burdon. Nach einigen Konzerten veröffentlichte er 1986 seine Autobiografie I Used to Be an Animal (deutscher Titel: Am Anfang war es tierisch…). Zwei Jahre später wurde auch ein Album mit diesem Titel veröffentlicht.

Nachdem er 1990/91 mit Robby Krieger auf Tour gegangen war, lernte Burdon 1992 Brian Auger kennen. Mit ihm gründete er eine neue Band, brachte das Doppel-Live-Album Access All Areas (1993) heraus und war bis Ende 1994 auf Tour. Dann gab er Konzerte als Eric Burdon’s I Band, die sich Ende 1997 trennte. Wieder stellte er eine völlig andere Band zusammen, Eric Burdon & the New Animals, die bis 2002 hielt. Zwischendurch wurde seine zweite Autobiografie Don’t Let Me Be Misunderstood veröffentlicht. Von 2003 bis 2005 tourte er weltweit als Eric Burdon & the Animals.

2004 veröffentlichte er sein Studioalbum My Secret Life, 2005 das Live-Album Athens Traffic Live und im Januar 2006 das Album Soul of a Man. Zur selben Zeit stellte er eine neue Band zusammen. Mit dieser tourte er danach mit wechselnden Mitgliedern. Am 21. April 2008 trat Burdon auch noch einmal mit War in der Royal Albert Hall in London auf. Allerdings hatte die Band nicht mehr dieselbe Besetzung wie Anfang der 70er Jahre. Am 29. Januar 2013 veröffentlichte Burdon das Album ‘Til Your River Runs Dry bei ABKCO Records.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen Anmerkungen
DE UK US
The Animals / Eric Burdon & the Animals
1964 The Animals 6
(20 Wo.)
7
(27 Wo.)
1965 The Animals on Tour 99
(9 Wo.)
1965 Animal Tracks 6
(26 Wo.)
57
(25 Wo.)
1966 The Best of the Animals 6
(113 Wo.)
US: Gold
1966 The Most of the Animals 4
(23 Wo.)
1971 wiederveröffentlicht (Platz 18)
1966 Animalization 20
(30 Wo.)
1966 Animalism 4
(17 Wo.)
33
(22 Wo.)
1967 Eric Is Here 121
(13 Wo.)
als Eric Burdon & the Animals
1967 The Best of Eric Burdon and the Animals, Vol. II 71
(24 Wo.)
als Eric Burdon & the Animals
1967 Winds of Change 42
(20 Wo.)
als Eric Burdon & the Animals
1968 The Twain Shall Meet 79
(29 Wo.)
als Eric Burdon & the Animals
1968 Every One of Us 152
(8 Wo.)
als Eric Burdon & the Animals
1969 Love Is 123
(10 Wo.)
als Eric Burdon & the Animals
1969 The Greatest Hits of Eric Burdon and the Animals 153
(6 Wo.)
als Eric Burdon & the Animals
1973 Best of the Animals 188
(2 Wo.)
1977 Before We Were So Rudely Interrupted 70
(11 Wo.)
erste Wiedervereinigung
1983 Ark 66
(10 Wo.)
zweite Wiedervereinigung
1984 Rip It to Shreds – The Animals Greatest Hits Live! 193
(4 Wo.)
Live-Album, aufgenommen 1983 in London
1988 Good Times – The Very Best of Eric Burdon & the Animals 36
(6 Wo.)
93
(1 Wo.)
als Eric Burdon & the Animals
in UK erst 2000 aufgrund von Wiederveröffentlichung platziert
Eric Burdon and War
1970 Eric Burdon Declares "War" 14
(16 Wo.)
50
(2 Wo.)
18
(27 Wo.)
1970 The Black Man's Burdon 20
(16 Wo.)
21
(4 Wo.)
82
(9 Wo.)
1976 Love Is All Around 140
(5 Wo.)
als War featuring Eric Burdon; nachträglich veröffentlichte Aufnahmen von 1970/71
The Eric Burdon Band
1974 Sun Secrets 51
(16 Wo.)
1975 Stop 171
(5 Wo.)
Eric Burdon
1971 Starportrait 36
(8 Wo.)
Kompilation, Doppelalbum
2004 My Secret Life 93
(1 Wo.)
2006 Soul of a Man 43
(4 Wo.)
2013 ’Til Your River Runs Dry 57
(1 Wo.)

Weitere

  • In the Beginning (The Animals, Livealbum, 1965)
  • Guilty! (Eric Burdon & Jimmy Witherspoon, 1971)
  • Survivor (1977)
  • Darkness, Darkness (1980)
  • Last Drive (Eric Burdon's Fire Dept., 1980)
  • Comeback (1982 Soundtrack-LP mit 10 Titeln, 1994 als The Comeback Soundtrack mit 27 Titeln neu aufgelegt)
  • Power Company (1983)
  • I Used to Be an Animal (1988)
  • Wicked Man (1988)
  • Access All Areas (mit der Brian Auger Band, Livealbum, 1993)
  • Lost Within the Halls of Fame (1995)
  • Live at the Roxy (1998)
  • American Dream (1999)
  • Live in Seattle 2002 (2002)
  • Athens Traffic Live (2005, Live-Album)

DVDs/VHS

  • Finally (1991) (Dokumentation)
  • Live at the Coachhouse (1999)
  • The Eric Burdon Band Live (2000)
  • Yes, You Can Go Home – On the Road with Eric Burdon & the Animals (2003)
  • Live at the Venture Beach California (2008) (mit Robby Krieger)

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen Anmerkungen
DE AT UK US
The Animals / Eric Burdon & the Animals
1964 Baby Let Me Take You Home 21
(8 Wo.)
1964 The House of the Rising Sun 9
(20 Wo.)
1
(29 Wo.)
1
(11 Wo.)
Grammy Hall of Fame, Rock and Roll Hall of Fame[2], Platz 122 der Rolling-Stone-500
in UK dreimal wiederveröffentlicht: 1972 Platz 25, 1982 Platz 11, 2012 Platz 98
1964 Gonna Send You Back to Walker (Gonna Send You Back to Georgia) 57
(3 Wo.)
1964 I'm Crying 8
(10 Wo.)
19
(9 Wo.)
1964 Boom Boom 43
(7 Wo.)
1965 Don't Let Me Be Misunderstood 3
(9 Wo.)
15
(10 Wo.)
Platz 315 der Rolling-Stone-500
1965 Bring It On Home to Me 7
(11 Wo.)
32
(6 Wo.)
1965 We Gotta Get Out of This Place 31
(4 Wo.)
2
(14 Wo.)
13
(11 Wo.)
Rock and Roll Hall of Fame; Platz 233 der Rolling-Stone-500
1990 in UK wiederveröffentlicht (Platz 85)
1965 It's My Life 7
(11 Wo.)
23
(12 Wo.)
1966 Inside – Looking Out 39
(2 Wo.)
12
(8 Wo.)
34
(7 Wo.)
1966 Don’t Bring Me Down 17
(6 Wo.)
6
(8 Wo.)
12
(10 Wo.)
1966 See See Rider 10
(10 Wo.)
als Eric Burdon & the Animals
Original: See See Rider Blues von Ma Rainey (1925)
1966 Help Me Girl 14
(9 Wo.)
29
(9 Wo.)
als Eric Burdon & the Animals
1967 When I Was Young 31
(4 Wo.)
45
(3 Wo.)
15
(9 Wo.)
als Eric Burdon & the Animals
1967 Good Times 53
(5 Wo.)
20
(11 Wo.)
als Eric Burdon & the Animals
1967 San Franciscan Nights 20
(10 Wo.)
7
(10 Wo.)
9
(10 Wo.)
als Eric Burdon & the Animals
1967 Monterey 15
(9 Wo.)
als Eric Burdon & the Animals
Lied über das Monterey Pop Festival
1968 Anything 80
(4 Wo.)
als Eric Burdon & the Animals
1968 Sky Pilot (Part One) 40
(3 Wo.)
14
(14 Wo.)
als Eric Burdon & the Animals
1968 White Houses 67
(8 Wo.)
als Eric Burdon & the Animals
1969 Ring of Fire 19
(6 Wo.)
8[3]
(4 Wo.)
35
(5 Wo.)
als Eric Burdon & the Animals
1983 The Night 48
(10 Wo.)
Eric Burdon and War
1970 Spill the Wine 3
(21 Wo.)
US: Gold
1970 They Can’t Take Away Our Music 50
(8 Wo.)
mit Sharon Scott als Gastsängerin

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1965: Little Red Riding Hood
  • 1968: Monterey Pop
  • 1980: Gibby Westgermany (Nebenrolle)
  • 1982: Comeback
  • 1991: The Doors
  • 1999: Schnee in der Neujahrsnacht
  • 2007: The Blue Hour

Bücher[Bearbeiten]

  • 1966: Wild Animals
  • 1986: I Used to Be an Animal, but I’m Alright Now (dt. Ausgabe: Am Anfang war es tierisch, 1988) – Autobiografie
  • 1989: The Last Poet
  • 2001: Don't Let Me Be Misunderstood (My Secret Life, 2004) – Autobiografie

Quellen[Bearbeiten]

  1. Eric Burdon – Platz 57 der Greatest Singers of All Time, Rolling Stone
  2. The Songs That Shaped Rock and Roll, Rock and Roll Hall of Fame
  3. Ring of Fire (Eric Burdon and the Animals) in den österreichischen Charts

Chartquellen:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eric Burdon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien